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	<title>Leiterschaft &#8211; KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</title>
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	<description>Konferenz für Gemeindegründung e.V.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 09 Sep 2025 22:11:10 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Der Prozess vom Jünger zum Arbeiter</title>
		<link>https://kfg.org/2025/der-prozess-vom-juenger-zum-arbeiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LeRoy Eims]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 22:10:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jesu Auftrag lautete und lautet, Menschen zu Jüngern zu machen (Mt 28,19) – und sie nicht nur zur Bekehrung zu führen. Wer diesem Ruf folgen will, muss bereit sein, Gläubige auf ihrem Weg zu begleiten, bis sie selbst reife und fruchtbare Nachfolger werden, die wiederum andere zu Jüngern machen. Erst dann ist der nächste Schritt erreicht: die Bereitschaft, als Arbeiter im Reich Gottes zu dienen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Mit freundlicher Genehmigung des Betanien-Verlags drucken wir hier einige Auszüge aus „Die verlorene Kunst des Jüngermachens“ von LeRoy Eims, 3. Auflage 2023, ab. Die Redaktion</em></p>



<p>Der Befehl Jesu lautete, Menschen zu Jüngern zu machen (Mt 28,19). Das ist ein bedeutender Schritt weiter als die bloße Ermahnung, selber Jünger zu werden. Wenn wir gemäß Gottes wunderbaren Plan handeln wollen, müssen wir Menschen helfen, zu Jüngern zu werden. Das zu unterlassen bedeutet, die Genialität des Auftrags Jesu nicht begriffen zu haben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik2.jpg"><img decoding="async" width="95" height="225" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik2.jpg" alt="" class="wp-image-18453"/></a></figure>



<p>Ich möchte fragen: „Wenn du jemanden zu Christus geführt hast, bist du dann glücklich?“ – Natürlich. Du bist begeistert, wie alle anderen unmittelbar Betroffenen – die Person selbst und Gottes Engel im Himmel. Doch bist du zufrieden? – Nein, du solltest nicht zufrieden sein. Jesus befahl uns mehr, als nur Menschen zur Bekehrung zu führen. Er trug uns auf, Jünger zu machen. Darum musst du an demjenigen, den du zu Christus geführt hast, „dranbleiben“ und ihm helfen zu wachsen, bis er selber zu denen gehört, die eifrig und effektiv an der Sache des Herrn arbeiten. Dann wird man ihn als einen reifen, hingegebenen, fruchtbaren Nachfolger Jesu Christi sehen.</p>



<p>Freust du dich nun, dass der Gläubige ein Jünger geworden ist? – Natürlich. Doch bist du zufrieden? – Nein, solange er nicht selber, dauerhaft und ernstlich daran interessiert ist, anderen zu helfen, ebenso zu Jüngern zu werden. Erst dann ist er bereit zum nächsten Schritt in dem Prozess, wie Gott ihn in seinem Reich einsetzen kann: Er ist bereit, ein Arbeiter zu werden.</p>



<p>Doch es gibt auch solche, die nie dieses Stadium erreichen. Sie sind echte Jünger Jesu Christi. Sie bekennen sich öffentlich zum Herrn. Sie leben in Gemeinschaft mit ihm durch das Lesen im Wort und das Gebet. Die Früchte des Geistes werden an ihnen sichtbar (Gal 5,22-23), und sie leisten ihren einzigartigen Beitrag am Leib Christi. Sie unterrichten in der Sonntagschule. Sie bringen sich in verschiedenen Gremien und Gruppen ein. Sie bereichern diese nicht allein durch ihr Wissen über und ihr Engagement, sondern durch ihr gottesfürchtiges Leben und ihren geistlichen Tiefgang. Doch anscheinend fehlt ihnen die Gabe und Berufung, persönlich und aktiv mit anderen zu arbeiten, um sie zu Jüngern zu machen. Es wäre falsch zu versuchen, sie weiter in diese Richtung zu drängen. Sind sie Jünger? Ja! Sind sie Arbeiter, die selbst andere zu Jüngern machen? Nein! Es kann schlimmer Schaden angerichtet werden, wenn übereifrige Lehrmeister versuchen, Leute zu weit zu drängen und sie jenseits ihrer Begabung und Berufung durch Gott zu führen.</p>



<p>Aus der Schrift sehen wir, dass die Sache Jesu ein großes Spektrum verschiedenartiger Mitarbeiter umfasst. Worauf wir in diesem Kapitel und in den nächsten beiden abzielen, hat mit besonderen Arbeitern zu tun. Als Jesus feststellte, dass es nur wenige Arbeiter gibt (Mt 9,37), sprach er von solchen Arbeitern, die direkt an der Ernte beteiligt sind. Von diesen Erntearbeitern sprach Jesus, als er sagte, dass es <em>wenige </em>Arbeiter gibt. Im Reich Gottes sind das die Arbeiter, die direkt in diesem besonderen Dienst stehen, Seelen für Jesus Christus zu ernten, und diesen zu helfen, ebenso in der Ernte mitzuarbeiten. Das soll weder die Arbeit der anderen Jünger Jesu abwerten, noch sie zu Bürgern zweiter Klasse erniedrigen. Auch</p>



<p>die Finanzen der Gemeinde müssen ordentlich verwaltet werden. In der Sonntagsschule werden dringend Mitarbeiter benötigt. Andere Arbeiter in der Gemeinde erledigen treu ihre Aufgaben.</p>



<p>Keine Frage: Die Arbeit derer, die lehren, in Gremien tätig sind, und sich um eine Unzahl anderer Gemeindearbeiten kümmern, ist von ebenso großem Wert. Aber hier geht es speziell um die Sorte von Arbeitern, die Jesus erwähnt (Mt 9,37): Um auf Männer und Frauen, die inbrünstige Zeugen Jesu Christi und weise Bauarbeiter im Leben anderer sind. In diesem Sinn werden wir den Begriff „Arbeiter“ gebrauchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">A. Eigenschaften eines potentiellen Arbeiters</h2>



<p>Wer zu dieser Aufgabe berufen ist, andere zu Jüngern zu machen, braucht weitere Unterweisung, um für den Dienst ausgerüstet zu werden, zu dem Christus ihn berufen, und den er ihm aufs Herz gelegt hat. Solche Christen haben eine Vision für die Multiplikation von Jüngern und wirken begeistert an dieser Sache mit. Sie haben ein Herz für Menschen und wollen unbedingt ihr Leben dafür einsetzen, ihnen zu helfen. Darum muss ihnen das nötige „Know-how“ beigebracht werden.</p>



<p><strong><em>Ein Anliegen für Multiplikation.</em></strong></p>



<p>Wenn sich jemand nicht wirklich bewusst ist, welche Kraft in der Multiplikation von Jüngern verborgen liegt, wird er nie mit einem anderen durch dick und dünn gehen. „Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen; wozu ich mich auch bemühe und kämpfend ringe gemäß seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt in Kraft“ (Kol 1,28-29).</p>



<p>Ein Experiment verdeutlicht die einschlägige Kraft der Multiplikation: Wenn ein Stück Dünndruckpapier, so dünn wie eine Seite der Bibel, fünfzig Mal gefaltet werden könnte, wie dick wäre es dann? Der Computer gab eine erstaunliche Antwort – es wäre fast 30 Millionen Kilometer hoch. Um das irgendwie in ein für uns greifbares Verhältnis zu setzen, können wir den Vergleich heranziehen, dass der Mond etwa nur 385.000 km von uns entfernt ist.</p>



<p>Auch im geistlichen Bereich ist Multiplikation möglich, wie Paulus Timotheus schrieb: <em>„Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!“</em> (2Tim 2,2). Paulus, Timotheus, treue Menschen, andere – dies ist Multiplikation auf geistlichem Gebiet. Wenn jemand einen Jünger hervorgebracht hat, hat er sich als Jünger reproduziert. Er ist ein Arbeiter geworden. Wenn jemand einen Arbeiter herangebildet hat, hat er sowohl weitere Jünger hervorgebracht, als auch sich selbst als Arbeiter reproduziert. Die Multiplikation auf geistlichem Gebiet bringt sowohl Jünger als auch Arbeiter hervor.</p>



<p><strong><em>Ein Anliegen für Menschen.</em></strong></p>



<p>Neben einem Anliegen für diese Art der Multiplikation muss der angehende Arbeiter ein Anliegen für Menschen haben. Er muss fähig sein, bei anderen das Potenzial zu sehen, das Gottes ihnen gegeben hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">B. Das Prinzip, am Leben des anderen teilzuhaben</h2>



<p>Jesus kam in diese Welt, um sich um sein Volk zu kümmern. Und während der gemeinsamen Zeit mit seinen Jüngern bildete er sie aus. Von daher ergibt sich folgender Grundsatz: Ohne persönliche Anteilnahme</p>



<p>kein wirkliches Training. Um die Bedürfnisse unseres Schützlings zu treffen, müssen wir ihn kennen und eine Beziehung zu ihm haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">C. Eignungskriterien eines potentiellen Arbeiters</h2>



<p>An diesem Punkt deiner Beziehung zu einem Menschen bist du schon viel weiter als das, was in einer Gruppe und durch die Weitergabe allgemeiner Ratschläge für geistliche Gesundheit erreicht werden kann. Weil nun der Zeitfaktor eine wichtige Rolle spielt, kannst du dir nicht leisten, deine Zeit in irgendetwas anderes zu investieren, als in das, was bestimmten Bedürfnissen entspricht und zum Erreichen bestimmter Ziele beiträgt. Da dein Tag nur 24 Stunden hat, und da du nur ein Leben hast, kannst du dir nicht leisten, Zeit zu verschwenden. Das bedeutet, dass du sichergehen musst, dass die Leute, in die du dein Leben investierst, auch die richtigen sind. Sie müssen bereit und imstande sein eifrig das aufzunehmen, was du ihnen vermitteln willst. Und du musst sicherstellen, dass deine Lehrinhalte auch tatsächlich dem entsprechen, was sie für ihr Leben brauchen.</p>



<p>Auswahl ist auch einer der Schlüssel, wenn man Menschen zu Jüngern machen will. Jesus lehrte diesen Grundsatz, indem er auch unter seinen Jüngern eine Auswahl traf. Viele Jünger folgten ihm nach; einmal lesen wir von mindestens siebzig (Lk 10,1). Doch aus ihnen allen erwählte er die Zwölf, um sie in besonderer Weise auszubilden. Zuerst sollten sie ihm nachfolgen und dann in den Dienst miteinbezogen werden. <em>„Kommt, mir nach! Und ich werde euch zu Menschenfischern machen“</em> (Mt 4,19).</p>



<p>Auf was müssen wir achten, wenn wir Arbeiter für ein Jünger machendes Team auswählen? Ich glaube, dass in Jesaja 58,10 das Hauptkriterium genannt wird: „Wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.“ Die Antwort liegt in dem Wort „Hunger“. Die Menschen, die wir auswählen, müssen einen Hunger danach ver-spüren, Menschen zu Jüngern zu machen. Und dieser Hunger kann in drei Punkten zum Ausdruck kommen.</p>



<p><strong><em>1. Ein Hunger, beim Jüngermachen mitzuarbeiten.</em></strong></p>



<p>Deine Seele auszuschütten bedeutet, dein Leben zu geben. Das kostet dich und fordert enorme Belastbarkeit. Wenn du versuchst, dein Leben mit jemandem zu teilen, der nicht dazu bereit ist, wird er abgeschreckt sein. Es wäre zu schnell zu viel. Bedenke, dass ein Baby schneller krank wird, wenn es überfüttert wird, als wenn es einmal zu wenig bekommt. Such darum einen Menschen, der wirklich mitarbeiten will. Dies zeigt sich allgemein darin, dass er sich zur Verfügung stellt. Wenn du ihn brauchst, ist er da. Wenn ihr euch vor dem Frühstück treffen wollt und euch für sechs Uhr früh verabredet, kommt er schon um 5.45 Uhr und kann es kaum erwarten loszulegen.</p>



<p><strong><em>2. Hunger nach Gott.</em></strong></p>



<p>Außer dem Hunger nach Mitarbeit, sollte er auch einen Hunger nach Gott selbst haben. Sein Leben sollte stark auf die Beziehung „himmelwärts“ ausgerichtet sein. Er sollte wie der Psalmist, der seinen Hunger nach Gott im Psalm 42 zum Ausdruck brachte, sagen können: „Wie eine Hirschkuh lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott!“ (Ps 42,2) David sagte: „Meine Seele hängt an dir, deine Rechte hält mich aufrecht“ (Ps 63,9).</p>



<p><strong><em>3. Ein Hunger danach, jeden Preis zu zahlen</em></strong></p>



<p>Er muss die Kosten überschlagen haben und bereit sein, sie zu tragen. An diesem Punkt musst du Klartext reden und ihn wie Jesus herausfordern: <em>„Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!“</em> (Lk 9,23)</p>



<p>Wenn bei dem Kandidaten in diesen drei Punkten ein Hunger vorhanden ist – dabei zu sein, für Gott persönlich, um jeden Preis –, kann er ein Arbeiter Jesu Christi werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">D. Worauf beim Training eines Arbeiters zu achten ist</h2>



<p>In deiner Arbeit mit einem Jünger auf einer persönlichen Ebene – einer Zweierschaft – solltest du dich auf vier Dinge konzentrieren: die Überzeugung, Perspektive, Vorzüglichkeit und Charakterstärke.</p>



<p><strong><em>1. Überzeugung</em></strong></p>



<p>Bis zu diesem Zeitpunkt hat der angehende Arbeiter deine Überzeugungen übernommen. Er weiß, warum du Bibelstellen auswendig lernst, die Bibel studierst und betest. Aber auf lange Sicht wird ihm das nicht ausreichen. Er braucht eigene Überzeugungen. Diese Überzeugungen können sich auf zwei Arten entwickeln: durch sein eigenes Bibelstudium und durch die Beantwortung der Fragen nach dem „Warum“.</p>



<p>Ein anderes Mal arbeitete ich mit einer Gruppe von Leuten zusammen, denen es schwerfiel, die Wichtigkeit von Gottes Wort in ihrem Leben anzuerkennen. Ich schlug vor, einmal Psalm 119 durchzuarbeiten. Das war nichts, das zu schwierig oder umfangreich gewesen wäre. Wir lasen einfach nur den Psalm durch, und achteten auf die verschiedenen Verben. Später lasen wir ihn wieder durch, um nach den verschiedenen Begriffen zu suchen, die für das Wort Gottes gebraucht werden. Beim dritten Lesegang versuchten wir, die Haltung des Psalmisten gegenüber Gottes Wort herauszufinden. Es dauerte ziemlich lange, aber am Ende der Bibelstunde hatten sie sich von Gott selbst von der Wichtigkeit seines Wortes überzeugen lassen.</p>



<p>Zu eigenen Überzeugungen kommt jemand auch, wenn man ihn einmal alle Gründe aufschreiben lässt, warum er all das tun sollte. Warum Stille Zeit haben? Warum beten? Warum die Bibel studieren? Das kann ein echtes Schlüsselerlebnis werden. An Glaubenssätzen hält man fest, aber von Überzeugungen ist man selbst ergriffen.</p>



<p><strong><em>2. Perspektive</em></strong></p>



<p>Wenn du einen Mitarbeiter zurüstest, musst du an seiner Perspektive arbeiten. Wenn jemand zu Christus findet, bleibt er zunächst immer noch ein auf sich selbst fixiertes Individuum. Wenn man dann aber beginnt, im Herrn zu wachsen, verändert sich der Blickwinkel allmählich. Er ist nicht mehr nur auf sich selbst fixiert. Langsam wird er sich der Nöte seiner Mitchristen bewusst. Er beginnt die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.</p>



<p><strong><em>3. Vorzüglichkeit</em></strong></p>



<p>Ein Drittes, was ein Mitarbeiter</p>



<p>besitzen sollte, ist der Sinn für Vorzüglichkeit. Er darf sich nicht mit dem Durchschnitt zufriedengeben. Seinen Dienst für andere soll er mit Fleiß und Kompetenz ausüben. Sein Zeugnis, sein Dienst, seine Mitarbeit sollen das Zeugnis Jesu widerspiegeln, denn <em>„Er hat alles wohlgemacht“</em> (Mk 7,37). Wie geschrieben steht:</p>



<p><em>„Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“</em> (Hebr. 13,20-21).</p>



<p>Wenn wir mit allem Guten ausgerüstet sein sollen, um Gottes Willen zu tun, muss dies durch Jesus Christus geschehen. Schließlich ist er der Einzige, der jemals alles wohlgemacht hat. Wenn also in unseren Schützlingen der Wunsch heranwachsen soll, ihr Bestes zu geben, müssen wir sie dazu bringen, sich ganz Jesus auszuliefern und ihn durch sich leben lassen.</p>



<p><strong><em>4. Charakterstärke</em></strong></p>



<p>Als Letztes möchten wir auf die Beziehung des Mitarbeiters zu Gott und seinen geistlichen Charakter eingehen. <em>„Denn das Reich Gottes besteht nicht im Wort, sondern in Kraft“</em> (1Kor 4,20). Dies ist moralische Kraft und Seelenqualität. Dies ist von lebenslanger Bedeutung. Wir werden in diesem Leben nie perfekt im Glauben, in der Reinheit, der Ehrlichkeit, Demut und anderen Tugenden sein. Wir wachsen und reifen lediglich auf diese Ziele zu.</p>



<p>Der Apostel Johannes sagte:</p>



<p><em>„Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es. Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist“ </em>(1Joh 3,1-3).</p>



<p>Ein Arbeiter ist nun ein Jünger plus noch etwas. In der Schrift wird er als ein Feldarbeiter beschrieben, als Erntearbeiter. Er sät und erntet (Joh 4,37-38). Er pflanzt und bewässert (1Kor 3,7-9). Er legt den Grund und ein anderer baut darauf (1Kor 3,10). Er macht Menschen zu Jüngern (Mt 28,19-20). Ein Arbeiter ist damit beschäftigt, die Verlorenen zu gewinnen und die Gläubigen aufzuerbauen.</p>



<p>Das ist die Bedeutung von Evangelisation und Zurüstung. Arbeiter am Reich Gottes die helfen, den Missionsbefehl auszuführen. Jesus sagte, dass genau da eine Not herrscht. In erster Linie sollte unser Anliegen sein, dass aus unserem Dienst Arbeiter hervorgehen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Geistliches Wachstum durch das Paulus­-Timotheus­-Prinzip</title>
		<link>https://kfg.org/2025/geistliches-wachstum-durch-das-paulus-timotheus-prinzip/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LeRoy Eims]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 21:51:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der geistliche Weg eines Christen beginnt mit der Bekehrung und führt über die Jüngerschaft hin zum Dienst für den Herrn. Dabei stellt sich die Frage, welche geistliche Nahrung und welche Art von Begleitung notwendig sind, damit reife und verlässliche Mitarbeiter in der Gemeinde Jesu Christi heranwachsen können.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Mit freundlicher Genehmigung des Betanien-Verlags drucken wir hier einige Auszüge aus „Die verlorene Kunst des Jüngermachens“ von LeRoy Eims, 3. Auflage 2023, ab. Die Redaktion</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Grundsätzliches</h2>



<p>Jeder an Jesus Christus Gläubige sollte Gelegenheit haben, persönlich ernährt zu werden und sich zu ent-wickeln. Von jedem Neubekehrten wird erwartet, dass er sein volles Potential für Gott ausschöpft. Und bei den Meisten wäre das der Fall, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten; wenn ihnen nur jemand die erforderliche Nahrung geben, die nötige Hilfe leisten und die angemessene Unterweisung vermitteln würde, und wenn sie jemandem so wichtig wären, dass er etwas für sie leiden, etwas für sie opfern und viel für sie beten würde.</p>



<p>In diesem Artikel möchten wir den Wachstumsprozess im Leben eines Christen betrachten, von seiner Bekehrung zu Christus an, bis er ein <em>Jünger </em>und schließlich ein <em>Arbeiter </em>für den Herrn wird. Wir werden untersuchen, welcher Nahrung und Führung es bedarf, damit geistlich reife Arbeiter in der Gemeinde Jesu Christi heranwachsen können.</p>



<p>Die Konzepte und Prinzipien, die wir näher betrachten werden, entstammen keinem wildwüchsigen, unausgegorenen Gedankengang. Wahres Wachstum braucht Zeit und Tränen, Liebe und Geduld. Der Leiter braucht den Glauben, um die Menschen so zu sehen, wie Gott sie haben möchte. Und er braucht eine gewisse Erkenntnis, um ihnen zu helfen, an diesem Ziel anzukommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Notwendigkeit der Multiplikation</h2>



<p>Schaut man den Dienst der Apostel nach Jesu Himmelfahrt und dem daran anschließenden Dienst jener Jünger, die jene ausgebildet hatten, an, können wir eine Menge sehen, was für unser eigenes Leben und unseren Dienst anwendbar ist.</p>



<p>Manche Gemeindeleiter haben mich gefragt: „Glaubst du wirklich, dass dieses Jüngerschaftstraining auch in der Gemeinde von heute funktioniert?“ Meine Antwort war immer dieselbe: Es funktionierte in der Gemeinde in Jerusalem; es funktionierte in der Gemeinde in Antiochien. Die ganze Methode hat ihren Ursprung in der neutestamentlichen Gemeinde. Es gibt keinen erdenklichen Grund, warum sie heute nicht angewandt werden könnte.</p>



<p>Der Missionsbefehl gilt immer noch. Die Botschaft des Evangeliums ist dieselbe. Unser Dienst geschieht durch denselben Heiligen Geist. Wir haben dasselbe Wort Gottes. Und wir haben die Verheißung, die Jesus im Zusammenhang mit dem Jüngermachen gab: <em>„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“</em> (Mt 28,20). Wo also liegt heute das Problem? Warum sehen wir das so wenig praktiziert? Warum sind hingegebene, reife Jünger, die Frucht bringen, so rar? Der Hauptgrund liegt darin, dass wir zu oft auf Programme oder Materialien oder andere Dinge vertraut haben, die die Arbeit abnehmen sollen.</p>



<p>Der Dienst wird nicht durch Programme, sondern von Menschen getan. Er muss nicht durch etwas, sondern von jemandem ausgeübt werden. Jünger können nicht in Massenproduktion gemacht werden. Wir können Menschen nicht in ein Programm stecken und meinen, am Ende des Produktionsablaufes kämen Jünger dabei heraus. Jünger auszubilden kostet Zeit. Jeder braucht individuelle, persönliche Betreuung. Es kostet Stunden der Fürbitte. Es kostet Geduld und Einfühlungsvermögen, um ihnen beizubringen, wie sie selbstständig das Wort Gottes studieren, ihre Seele nähren und die Bibel in der Kraft des Heiligen Geistes auf ihr Leben anwenden können. Und man muss ihnen in all diesem ein Vorbild sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gemeinde vor Ort</h2>



<p>In jeder Gemeinde sind die Interessen an der Sache des Herrn sehr verschieden. Manche Leute wollen einfach nur zuschauen und zuhören. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen: Gewohnheit, Pflichtgefühl, Gruppenzwang, Geschäftsverbindungen, oder um soziale Kontakte zu pflegen. Manche sind Christen, die einfach nur mitschwimmen, und manche sind Nicht-Christen, die einfach nur da sind.</p>



<p>Zu den Zuschauern kommt noch eine Gruppe hinzu: Die Mitwirkenden. Diese Leute übernehmen freiwillig einen Dienst in der Gemeinde, und geben in den meisten Fällen ihr Bestes. Vielleicht begrüßen sie die Leute vor dem Gottesdienst für die Erwachsenen, helfen als Platzanweiser, dienen in Ausschüssen oder als Leiter in einer der vielen Kreise und Gruppen in der Gemeinde. Manche halten Kinderstunden oder Bibelunterricht oder setzen sich in einer Vielzahl von anderen Bereichen ein. Diese Mitwirkenden bilden das Rückgrat der Gemeinde. Ohne sie würde all das nicht funktionieren.</p>



<p>Jeder einzelne von uns hat spezielle Bedürfnisse, um die sich nur andere Menschen kümmern können. Kein System oder Programm wird automatisch diese Bedürfnisse stillen können. Als Individuen haben wir alle besondere Nöte, in denen nur andere Menschen helfen können. Hier besteht die Gefahr, nicht zu erkennen, dass manche noch nicht für ein Jüngerschaftstraining bereit sind oder das eigentlich gar nicht wollen. Manche Gemeindehirten haben neu den Wunsch entdeckt, Jünger zu machen und haben es dann eilig, diesen Dienst in die Gemeinde einzuführen. Doch dadurch vertreiben sie manche guten Leute, oder geben ihnen das Gefühl, Christen zweiter Klasse zu sein. Oft wird vorschnell gehandelt, weil man unerfahren ist und meint, jeder sollte jetzt plötzlich ein perfekter Jünger sein. Nicht alle können diese Erwartungen erfüllen und somit fühlen sich viele verletzt.</p>



<p>Damit die Gemeinde am wirkungsvollsten arbeiten kann, müssen Ungläubige ebenso wie lauwarme und hingegebene Gläubige dort abgeholt werden, wo sie stehen. Damit sich Leute zu Jüngerschaftsbeziehungen</p>



<p>ermutigen lassen, sind zuallererst drei Dinge wichtig: Sie müssen motiviert sein, Jünger zu werden, tägliche Gemeinschaft mit Jesus Christus zu pflegen und als Zeugnis für ihn zu leben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Motivation zu Jüngerschaft und Engagement</h3>



<p>Der erste Schritt, um eine Gruppe von Jüngern zusammenzubekommen, die etwas lernen wollen, ist die Motivation. Sie müssen in zwei Richtungen motiviert werden – innerlich und äußerlich. Innerlich müssen sie motiviert werden, Gemeinschaft mit Jesus Christus zu haben, und äußerlich müssen sie zu Zeugen für Jesus Christus werden. Der gesamte Prozess sollte mit viel Gebet und Bedacht angegangen werden. So, wie man ein neues Bauprojekt in Angriff nimmt.</p>



<p>Bevor man in einer Gemeinde mit einem Jüngerschaftstraining beginnt, bedarf es der gleichen Art des Weitblicks und der Planung. Der Schlüssel dazu ist, langsam vorzugehen und nicht zu versuchen, mit zu vielen zu viel und zu schnell zu machen. Die Zuschauer sind immer noch da, und viele von ihnen möchten auch Zuschauer bleiben. Menschen zur Nachfolge Jesu zu ermutigen, ist ein Projekt, das Andere begeistert. Zu gegebener Zeit wirst du erkennen können, wer wirklich ein Jünger werden will. Die dazu bereit sind, werden dann selbst merken, wie wichtig es ist, Zeit im Wort Gottes zu verbringen – es zu lesen, zu studieren, auswendig zu lernen – und eine tägliche Gebetszeit einzurichten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Gemeinschaft mit dem Herrn</h3>



<p>Wenn wir feststellen, dass Jüngerschaftstraining in unserer Gemeinschaft bei manchen ein Interesse an geistlichen Dingen geweckt hat,</p>



<p>können wir eine weitere Idee in den fruchtbaren Boden einpflanzen. Dieses Mal geht es darum, regelmäßige Gemeinschaft mit dem Herrn zu haben. Es ist unser Ziel, dass aus unserer Gruppe Menschen hervorgehen, die das Wort Gottes beständig, regelmäßig und ganz persönlich verinnerlichen, und ein wirksames Gebetsleben haben. Sie sind Menschen, die täglich neu in einer gesunden Gemeinschaft mit Jesus Christus leben, und durch deren Leben Christus für die Leute sichtbar wird.</p>



<p>Um dies zu erreichen, müssen wir sichergehen, dass die geistliche Ernährung nicht nur von der wöchentlichen Predigt abhängt, sondern, dass die Jünger auch im Stande sind, sich selbst täglich aus dem Wort Gottes zu ernähren. Das Problem ist nicht, dass keine geistliche Nahrung vorhanden ist. Das Problem liegt darin, dass viele Christen nicht wissen, wie sie sich diese Nahrung beschaffen können. Sie sind wie Babys in einer Speisekammer, umgeben von vielerlei Babygläschen – Fleisch, Obst, Gemüse&#8230; Doch sie würden geradewegs verhungern, wenn niemand da wäre, der ihnen die Gläser öffnet.</p>



<p>Nachdem er auferstanden war, befahl Jesus dem Petrus, die Lämmer und Schafe zu weiden. Zu dieser Aufgabe gehört es, die Schafe so zu führen, dass sie sich selbst ernähren können. Wenn ein Mensch zum Glauben an Jesus Christus kommt, braucht er jemanden, der ihm hilft zu lernen, wie er sich selbst ernähren kann. Und in Gemeinden gibt es Leute, die nie gelernt haben, wie man sich selbst aus dem Wort versorgt.</p>



<p>Unsere erste und wichtigste Verantwortung als Christen ist es, eine starke, tägliche, beständige Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus zu pflegen, indem wir uns durch sein Wort ernähren. Und wir müssen anderen helfen, es ebenso zu tun.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Das Zeugnis für den Herrn</h3>



<p>Anderen beizubringen, wie man für den Herrn Zeugnis gibt, ist eines der schönsten und erfüllendsten Aspekte einer Jüngerschaftsbeziehung. Doch wird niemand Zeugnis geben, wenn er nicht Zeit mit Jesus verbracht hat. Wir müssen den Jüngern zwei wichtige Prinzipien erklären: Erstens</p>



<p>ist das Zeugnis etwas, das Gott tut; und zweitens, gebraucht er dazu Menschen.</p>



<p><strong><em>Gott tut es.</em></strong></p>



<p>Das erste Prinzip beim Zeugnisgeben ist, dass es Gott ist, der es tut. Es ist keine Erfindung von Menschen und wird nicht durch menschliche Kraft bewirkt. Wenn in dieser Welt irgendetwas von geistlichem Wert getan wird, dann nur, weil Gott am Werk ist. Sowohl im Altern als auch im Neuen Testament stellen wir das überall fest. Von diesem Prinzip, muss jeder überzeugt sein, der ein fruchtbarer, hingegebener, lebenslanger Zeuge Jesu Christi sein will. Ein richtiges Verständnis dieses Prinzips vertreibt unsere Furcht und Nervosität beim Zeugnisgeben. Wir vertrauen ganz auf Gott. Er ist es, der durch uns wirkt.</p>



<p><strong><em>Gott gebraucht Menschen.</em></strong></p>



<p>Das zweite Prinzip beim Zeugnisgeben ist, dass Gott Menschen dazu gebraucht. Gläubige Männer und Frauen sind seine auserwählten Werkzeuge, um das Evangelium unter den Menschen zu verbreiten. Wie fruchtbar wir sind, hängt davon ab, wie eng wir in Gemeinschaft mit Christus leben. Darum muss diese Gemeinschaft an erster Stelle stehen. Zeugnisgeben ist nicht Überarbeitung, sondern Überfluss. Dabei wirkt Christus durch Menschen zu anderen Menschen. Paulus sagte:<em> „Denn ich werde nicht wagen, etwas von dem zu reden, was Christus nicht durch mich gewirkt hat zum Gehorsam der Nationen durch Wort und Werk“</em> (Röm 15,18). Es war Christus, der durch Paulus zu den Menschen sprach.</p>



<p>Es ist bemerkenswert, dass die letzten Worte, die Jesus auf dem Ölberg seinen Jüngern sagte, und die ersten Worte an den neuen Apostel auf der Straße nach Damaskus, vom Zeugnisgeben handelten. Das ist es, was sich Gott von seinen Erlösten wünscht. Gott hatte Paulus errettet, um ihn in seinem großen Plan, der Weltevangelisation, einzusetzen. Er war gerettet, um Zeuge zu sein.</p>



<p>Evangelisation ist das, was unser Jüngerschaftsprogramm am Leben erhalten wird. Ohne Evangelisation würden die Pläne Gottes nicht erfüllt. Wir Gläubige sind keine Eimer, die mit all den Reichtümern Christi gefüllt werden sollen, sondern Kanäle des Segens, um der Welt die Rettung zu bringen.</p>



<p>Zeugnisgeben muss mit viel Gebet, Sorgfalt und Planung einhergehen. Dann werden die von uns herangebildeten, reifen und hingegebenen Jünger aktive Zeugen sein. Es gibt unzählige Möglichkeiten, und die Not ist groß. Doch hingegebene Jünger, die in Gemeinschaft mit dem Herrn leben, können von solchen Möglichkeiten Gebrauch machen und helfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Prozess des Jüngermachens</h2>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="416" height="137" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik.png" alt="" class="wp-image-18451" srcset="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik.png 416w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik-300x99.png 300w" sizes="(max-width: 416px) 100vw, 416px" /></a></figure>



<h3 class="wp-block-heading">1.Was ein Neubekehrter braucht</h3>



<p>Wir müssen wissen, was nötig ist, damit jemand ein Jünger Jesu wird, und wie man dieser Person dabei helfen kann.</p>



<p><strong><em>Heilsgewissheit</em></strong></p>



<p>Das Erste, was ein Neubekehrter haben muss, ist Heilsgewissheit. Er muss sich sicher sein, dass er wirklich wiedergeboren ist. Und wenn du es bist, der ihn helfend begleitet, solltest auch du dir in diesem Punkt sicher sein. Ich habe Menschen erlebt, die sich „entschieden“ hatten, doch als ich versuchte, ihnen zu helfen, in der Gnade und der Erkenntnis Jesu Christi zu wachsen, musste ich feststellen, dass sie noch immer tot in ihren Übertretungen und Sünden waren. Sie hatten kein geistliches Leben. Ich musste auf die harte Tour lernen, dass es unmöglich ist, einen Menschen zu einem Jünger zu machen, der geistlich tot ist.</p>



<p>Paulus sagte: <em>„Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“</em> (2Kor 5,17). Um zu erkennen, ob ein Mensch wirklich neues Leben bekommen hat, muss bei ihm ein Sinneswandel gegenüber Jesus Christus und Sünde erkennbar sein. Dies bedeutet weder, dass er nun völlig die Lehre der Herrschaft Christi über sein Leben versteht,</p>



<p>noch, dass er alle seine alten Probleme gelöst hat. Doch seine grundlegenden Einstellungen haben sich verändert. Nun betrachtet er Jesus ehrerbietend (s. 1Jo 5,11-12) und hat eine ablehnende Haltung der Sünde gegenüber (1Jo 1,9). Mit anderen Worten: Er zeigt Anzeichen von neuem Leben.</p>



<p><strong><em>Angenommen sein</em></strong></p>



<p>Ein weiteres Bedürfnis eines Neubekehrten ist Angenommensein. Zwei Dinge müssen ihm klargemacht werden: Du bist geliebt und angenommen. Diese sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.</p>



<p>In seiner Haltung gegenüber den Thessalonichern ist Paulus ein Beispiel dafür. <em>„So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart“</em> (1Thes 2,8). Kein Wunder, dass diese Thessalonicher in ihrem Glaubensleben und ihrem Zeugnis solche Fortschritte machten, „so dass ihr allen Gläubigen in Mazedonien und in Achaja zu Vorbildern geworden seid.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Die Grundbedürfnisse eines wachsenden Christen</h3>



<p>Außer Sicherheit und Annahme hat ein wachsender Christ vier weitere Grundbedürfnisse. Er braucht Schutz, Gemeinschaft, Nahrung und Unterweisung.</p>



<p><strong><em>Er braucht Schutz.</em></strong></p>



<p>Für seine Gläubigen und Schützlinge durchlebte Paulus fortwährende Geburtswehen, bis Christus in ihnen Gestalt annahm (s. Gal 4,19). Neugeborene brauchen Schutz. Auf der Säuglingsstation eines Krankenhauses sterilisieren die Krankenschwestern alle Utensilien; sie tragen einen Gesichtsschutz, um das neue Leben vor schädlichen Keimen zu schützen. Genauso ist es mit neugeborenen Christen. Sie müssen vor falschen Lehren und einer Vielzahl verschiedener feindlicher Angriffe geschützt werden.</p>



<p><strong><em>Er braucht Gemeinschaft.</em></strong></p>



<p>Er ist in eine Familie hinein geboren und braucht die Gemeinschaft mit seinen Brüdern und Schwestern in Christus. Als meine Frau und ich zum Glauben kamen, war eine Frau aus der Gemeinde sehr bemüht, uns mit gleichaltrigen Christen zusammenzubringen. Sie nahm sich Zeit und schlug Bibelstellen mit uns nach, um unsere vielen Fragen zu beantworten. Sie machte uns mit anderen Gemeindegliedern bekannt, die uns unter der Woche zu sich nach Hause einluden. Darunter war ein Landwirt, ein Bankier, ein Friseur. Sie nahmen uns mit in ihr Leben hinein und gaben uns das Gefühl, in der Gemeinde zuhause und willkommen zu sein.</p>



<p><strong><em>Er braucht Nahrung.</em></strong></p>



<p>Der Neubekehrte bekommt seine Nahrung auf zweierlei Weise. Die eine ist, ihn direkt im Wort zu unterweisen. Wenn meine Frau und ich unsere neuen gläubigen Freunde besuchten, kam das Gespräch stets auf geistliche Themen. Wir stellten Fragen, und sie zückten ihre Bibeln und zeigten uns die Antworten. Bald war ich überzeugt, dass die Antwort auf jede Frage in diesem Buch zu finden war. Wenn sie einmal auf eine unserer Fragen keine Antwort hatten, fragten sie die Gemeindeleiter, die ihnen halfen, die Antwort zu finden, von der sie uns dann berichteten. Auch bei der Erwachsenen-Sonntagschule und im Gottesdienst lernten sie die Schrift immer besser kennen.</p>



<p>Doch erst als ich Waldron Scott begegnete, lernte ich die zweite Weise kennen, wie man durch das Wort ernährt werden kann. Damals gaben mir meine Freunde Nahrung aus der Bibel, aber Scotty zeigte mir, wie ich mich selbst ernähren konnte. Er begann mit Virginia und mir ein grundlegendes Bibelstudium mit Fragen und Antworten. Die Antworten mussten wir uns selbst erarbeiten. Er brachte uns bei, wie wir die Schrift auswendig lernen und uns selbstständig aus der Bibel ernähren konnten.</p>



<p>Tue dein Bestes, damit er dem Stadium entwächst, wo er noch deine Hilfe braucht, um seine geistliche Ration zu bekommen. Zeige ihm, wie man sich selbst ernährt. Wenn wir ihm nicht diese lebensnotwendige Gewohnheit beibringen, wird er für den Rest seines Lebens von anderen abhängig sein. Gott möchte, dass er wächst und sich zu einem kräftigen Jünger Jesu entwickelt, der wiederum anderen helfen und ihm zeigen kann, wie auch sie solch einen Vorgang wiederholen können</p>



<p><strong><em>Er braucht Unterweisung.</em></strong></p>



<p>Auch hier ist Paulus uns ein Beispiel: <em>„wie ihr ja wisst, dass wir euch, und zwar jeden Einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder ermahnt und getröstet und beschworen haben, des Gottes würdig zu wandeln, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft“</em> (1Thes 2,11-12).</p>



<p>Wenn wir einen Neubekehrten anleiten, sollten wir uns auf die „Wie-Fragen“ konzentrieren. Die Antworten auf die „Warum-Fragen“ folgen später. Zuerst muss der junge Gläubige das Wie erlernen. Paulus sagte den Thessalonichern: <em>„Übrigens nun, Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, da ihr ja von uns Weisung empfangen habt, wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt – wie ihr auch wandelt – dass ihr darin noch reichlicher zunehmt.“</em> (1Thes 4,1). Der wachsende Gläubige muss erlernen, wie man eine morgendliche Stille Zeit im Wort Gottes und Gebet verbringt, wie man das Wort Gottes auswendig lernt, wie man die Bibel studiert, wie man das Evangelium klar und einfach weitersagt. Diese Dinge brauchen Zeit. Doch es ist unsere Verantwortung, ihm das beizubringen.</p>



<p>All das setzt voraus, dass wir diese Dinge selbst leben. Als Waldron Scott mit mir anfing, die Schrift auswendig zu lernen, sagte er: <em>„Das ist etwas, das mir selbst sehr geholfen hat.“</em> Und gab mir einen kleinen Stapel mit Verskarten, die speziell für Jungbekehrte konzipiert waren. Ein Vorbild zu sein, ist eine der besten Weisen, einem anderen etwas beizubringen. Paulus schreibt: <em>„Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.“</em> (Phil 4,9).</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Die wichtigsten Eigenschaften des Wachstums</h3>



<p>Wer einem Neubekehrten beim Wachstum helfen will, muss ihm helfen, in seinem Leben zwei der wichtigsten Eigenschaften zu entwickeln: ein tiefes Verlangen nach Gemeinschaft mit Jesus Christus und die Beständigkeit.</p>



<p><strong><em>Gemeinschaft mit Jesus Christus</em></strong></p>



<p>Das Kennzeichen von Männern und Frauen Gottes war zu allen Zeiten eine tiefe Nähe zu und enge Gemeinschaft mit Jesus Christus. Wir müssen dem Neubekehrten helfen, dass diese Haltung ein fester Bestandteil seines Lebens wird. Deshalb bete, dass er Hunger auf Gottes Wort und Freude daran hat. Bete anhand von Bibelversen für ihn, dass diese Wahrheiten in seinem Leben sichtbar werden. Einige Beispiele:</p>



<p><strong>Montag:</strong> <em>„Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Nachdenken den ganzen Tag.“</em> (Ps 119,97). Bete: „Herr, möge er dein Gesetz liebgewinnen und täglich darüber nachsinnen.“</p>



<p><strong>Dienstag:</strong> <em>„Wunderbar sind deine Zeugnisse, darum bewahrt sie meine Seele.“</em> (Ps 119,129). Bete: „Herr möge er erkennen, wie wunderbar dein Wort ist und ihm vollkommen gehorchen.“</p>



<p><strong>Mittwoch:</strong> <em>„Ich habe meinen Mund weit aufgetan und gelechzt, denn ich sehne mich nach deinen Geboten.“</em> (Ps 119,131). Bete: „Möge er ein solches Verlangen nach deinem Wort bekommen.“</p>



<p><strong>Donnerstag:</strong> <em>„Wohlgeläutert ist dein Wort, dein Knecht hat es lieb.“</em> (Ps 119,140). Bete: „Herr, bitte gebe ihm eine große Liebe zu deinem Wort.“</p>



<p><strong>Freitag:</strong> <em>„Meine Augen sind den Nachtwachen zuvorgekommen, um nachzudenken über dein Wort.“</em> (Ps 119,148). Bete: „Möge er sich auf die Nacht freuen, weil er beim Einschlafen über dein Wort nachsinnen kann.“</p>



<p><strong>Samstag:</strong> <em>„Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht.“</em> (Ps 119,162). Bete: „Herr, hilf ihm, sich stets an deinem Wort zu freuen.“</p>



<p><strong><em>Beständigkeit</em></strong></p>



<p>Die zweite wichtige Eigenschaft, die sich im Leben eines Neubekehrten entwickeln sollte, ist die Beständigkeit oder Treue. Doch Beständigkeit kann nicht erzwungen werden. Ich habe es versucht und dabei versagt. So musste ich erkennen, das Treue und Beständigkeit Früchte sind, die der Heilige Geist von innen her wirkt und nicht durch menschliche Anstrengung von außen aufgesetzt werden kann. Wir können auf dreierlei Weise etwas dafür tun, dass diese Treue durch die Kraft des Heiligen Geistes bei einem Junggläubigen zum Vorschein kommt:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Gib ihm kleine Aufgaben im Bibelstudium, die er an einem Stück erledigen kann, und von denen du weißt, dass sie ihm zum Segen sein werden. Hilfreich sind tägliche Bibellesehilfen oder Andachtsbücher, die einen kleinen Aufgabenteil (Fragenbeantwortung) beinhalten.</li>



<li>Mach mit ihm zusammen „Stille Zeit“. Schlag ihm vor, dass ihr euch frühmorgens vor der Arbeit bzw. Schule kurz zum Bibellesen und Beten trefft. Besuche ihn zu Hause, trinke eine Tasse Kaffee mit ihm, und verbring mit ihm zusammen etwas Zeit mit dem Herrn. Da diese Dinge viel leichter abgeschaut als beigebracht werden, wird er von dir lernen, wenn du es mit ihm zusammen tust.</li>



<li>Frag immer wieder nach und ermutige ihn regelmäßig. Das ist sehr wichtig; doch die Betonung liegt auf dem Wort ermutigen.</li>
</ol>



<p>Während meines ersten Jahres im Dienst der Universität fanden einige Männer zu Christus. Wann ich sie im Wohnheim traf, quetschte ich sie immer sofort aus, wie es ihnen im Bibelstudium, Auswendiglernen und ihrer Beziehung zu Gott ging. Bald nannten sie mich den alten „Herrn Oberaufseher“. Wenn es in ihrem Leben einmal nicht so vorbildlich lief, mieden sie mich einfach. Bald wurde mir klar: Es ist schwer, jemand in seinem Glaubensleben wachsen zu helfen, wenn er mich meidet. Darum musste ich mich ändern. Und so wurde ich einige Zeit später als „der Mutmacher“ bekannt. Je mehr ich andere ermutigte, desto mehr Veränderung fand statt.</p>



<p>Die Neubekehrten wuchsen und wir hatten wunderbare Gemeinschaft. In ihrem Weg mit dem Herrn wurden sie beständig.</p>
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			</item>
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		<title>Paulus und das missionarische Team</title>
		<link>https://kfg.org/2025/paulus-und-das-missionarische-team/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Lüling]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2025 21:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18448</guid>

					<description><![CDATA[<p>Paulus war kein Einzelgänger – nur selten finden wir ihn ohne Weggefährten. Im Laufe seines Dienstes arbeitete er mit über 40 verschiedenen Mitarbeitern zusammen. Es lohnt sich, seine Arbeitsweise und den Teamgedanken, der sein Wirken prägte, näher zu betrachten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Paulus war kein Einzelkämpfer. Wir sehen ihn selten allein. Insgesamt bestand sein Team (seine Mannschaft) aus mehr als 40 Mitarbeitern. Wir wollen uns seine Arbeitsweise genauer anschauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Junge Leute</h2>



<p>Junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren sind voller Tatendrang und Energie. Es ist ein besonderes Alter, voller Kraft und Unermüdlichkeit. Noch stehen so viele Zukunftsperspektiven offen. Pläne werden geschmiedet, die Karriere gestartet, geliebt und geheiratet, Familien gegründet und Häuser gebaut. Es ist die Zeit der größten Lernfähigkeit und Abschlüsse. Hier müssen viele Prüfungen bestanden und wichtigste Entscheidungen getroffen werden. Später werden nie wieder so viele Leistungstests gemacht wie in dieser Zeit.</p>



<p><em>„Der Schmuck der Jünglinge ist ihre Kraft, und graues Haar die Zierde des Alters“</em> (Spr 20,29).</p>



<p>Gott beruft häufig gerade Menschen in diesem Alter. Er berief den Stamm Levi und gab klare Anweisungen, in welcher Altersspanne dieser Stamm und insbesondere die Familie Aarons arbeiten sollten.</p>



<p>Leviten starteten ihren Dienst in der Stiftshütte und später im Tempel mit 25 Jahren (4Mo 8,24), Priester mit 30 Jahren (4Mo 4,3.23.30.35.39.43.47) und endeten jeweils mit 50 Jahren! Samuel, David, Daniel und Jeremia waren jung, als Gott sie für seinen Dienst berief.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alte und Junge</h2>



<p>Zudem ist es in der Bibel interessant festzustellen, dass Gott häufig mit jungen Leuten arbeitet, die von älteren angeleitet werden. Schon Mose hatte seinen Schüler Josua lange um sich. Elisa hatte seine Prophetenschüler. Unser Herr gab neben seinem Verkündigungsdienst das vollkommene Vorbild der Anleitung von jungen Mitarbeitern. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die zwölf Jünger zwischen 18 und 30 Jahren alt waren, als der Herr sie in die Nachfolge berief. Die meisten von ihnen waren unverheiratet und hoch flexibel. Paulus setzte genau das fort. Zunächst wurde er wenige Tage an die Hand genommen, dann ein Jahrzehnt in der Einsamkeit zugerüstet, bevor er im Team auf die erste Missionsreise ging. Auch Petrus hatte Mitarbeiter (1Petr 5,12). Was die meisten Vorbilder verbindet, ist die Tatsache, dass ein Älterer Jüngere anleitet und diese Personen noch häufig unterwegs waren. Ausnahmen wie Johannes der Täufer oder Elia bestätigen diese Regel; sie wurden für besondere Dienste vom Herrn verwendet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Beispiel Paulus</h2>



<p>Paulus war selten alleine unterwegs, er hat vielmehr die meiste Zeit mit einem Team zusammengearbeitet. Es überrascht, dass Paulus mit insgesamt mehr als 40 (mit)reisenden Mitarbeitern zusammengewirkt hat. Doch nur 15 dieser Mitreisenden haben über einen bedeutenden Zeitraum mit ihm zusammengearbeitet. Zehn hielten bis zu seinem Tod einen nennenswerten Kontakt aufrecht. Diese zehn Mitarbeiter arbeiteten mit Paulus über einen Mindestzeitraum von 14 Jahren bis zu max. 25 Jahren zusammen. Diese Zeiträume lassen sich aus dem Bericht der Apostelgeschichte und Erwähnungen in den Briefen ableiten.</p>



<p>Tabelle 1 zeigt überdeutlich, dass Paulus ein Stratege war. Ständig umgab er sich mit jungen Leuten, die ihm halfen, von ihm lernten, ihn unterstützten und dabei die Art und Weise seines Dienstes verstanden und übernahmen.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td></td><td><strong>Stelle</strong></td><td><strong>Name</strong></td><td><strong>Tat</strong></td><td><strong>Besonderheiten</strong></td><td></td></tr><tr><td>1</td><td>Apg 9,10-19</td><td>Ananias</td><td>Erste Schritte</td><td></td><td></td></tr><tr><td>2</td><td>Apg 12,24-25; 13,2f</td><td>Barnabas</td><td>Erste Schritte<br>Erste Missionsreise</td><td>Apg 13,9<br>Apg 13,13</td><td>„Paulus“<br>Zuerst genannt</td></tr><tr><td>3</td><td>Apg 12,24-25; 13,1-; Kol 4,10;<br>Phlm 1,24</td><td>Johannes Markus</td><td>Diener und Schüler</td><td>Apg 13,13</td><td>Trennung!!<br>War auch mit Petrus unterwegs<br>1Petr 5,13</td></tr><tr><td>4</td><td>Apg 13,1</td><td>Simeon Niger</td><td>Gemeinsamer Dienst</td><td></td><td></td></tr><tr><td>5</td><td>Apg 13,1</td><td>Luzius</td><td>Gemeinsamer Dienst</td><td></td><td></td></tr><tr><td>6</td><td>Apg 13,1</td><td>Manaen</td><td>Gemeinsamer Dienst</td><td></td><td></td></tr><tr><td>7</td><td>Apg 15,40</td><td>Silas</td><td>Zweite Missionsreise</td><td>War auch mit Petrus unterwegs 1Petr 5,12</td><td></td></tr><tr><td>8</td><td>Apg 16,1</td><td>Timotheus</td><td>Diener und Schüler</td><td></td><td></td></tr><tr><td>A</td><td>Apg 16,14</td><td>Lydia</td><td>Helferin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>9-10</td><td>Apg 18; Röm 16,3-5</td><td>Aquila, Priscilla</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>11</td><td>Apg 18,24; Tit 3,13</td><td>Apollos</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>12</td><td>Apg 19,22</td><td>Erastus</td><td>Diener</td><td></td><td></td></tr><tr><td>13</td><td>Apg 19,29; 20,4</td><td>Gajus</td><td>Reisegefährte</td><td></td><td></td></tr><tr><td>14</td><td>Apg 19,29; 20,4; Kol 4,10; Phlm 1,24</td><td>Aristarchus</td><td>Reisegefährte</td><td></td><td></td></tr><tr><td>15</td><td>Apg 20,4</td><td>Sopater</td><td>Begleiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>16</td><td>Apg 20,4</td><td>Sekundus</td><td>Begleiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>17</td><td>Apg 20,4; Eph 6,21; Kol 4,7; 2Tim 4,12; Tit 3,12</td><td>Tychikus</td><td>Begleiter, Mitknecht, treuer Diener, geliebter Bruder</td><td></td><td></td></tr><tr><td>18</td><td>Apg 20,4; 21,29; 2Tim 4,20</td><td>Trophimus</td><td>Begleiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>19</td><td>Apg 20,6; Kol 4,14; Phlm 24</td><td>Lukas</td><td>Begleiter Schreiber</td><td></td><td></td></tr><tr><td>B</td><td>Röm 16,1</td><td>Phöbe</td><td>Schwester und Beistand</td><td></td><td></td></tr><tr><td>20</td><td>Röm 16,7</td><td>Andronikus</td><td>Mitgefangener</td><td></td><td></td></tr><tr><td>21</td><td>Röm 16,7</td><td>Junias</td><td>Mitgefangener Junia</td><td></td><td></td></tr><tr><td>22</td><td>Röm 16,9</td><td>Urbanus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>23</td><td>1Kor 1,1</td><td>Sosthenes</td><td>Bruder</td><td></td><td></td></tr><tr><td>24</td><td>1Kor 16,17</td><td>Stephanas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>25</td><td>1Kor 16,17</td><td>Fortunatus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>26</td><td>1Kor 16,17</td><td>Achaikus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>27</td><td>2Kor 2,13; 7,7.13.14; 8,6.16.23</td><td>Titus</td><td>Mitarbeiter, Genosse</td><td></td><td></td></tr><tr><td>28</td><td>Phil 2,25</td><td>Epaphroditus</td><td>Mitarbeiter, Mitstreiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>C</td><td>Phil 3,2</td><td>Evodia</td><td>Mitkämpferin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>D</td><td>Phil 3,2</td><td>Syntyche</td><td>Mitkämpferin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>29</td><td>Phil 3,3</td><td>Clemens</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>30</td><td>Kol 4,9</td><td>Onesimus</td><td>geliebtes Kind</td><td></td><td></td></tr><tr><td>31</td><td>Kol 4,11</td><td>Jesus Justus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>32</td><td>Kol 1,7; 4,12; Phlm 1,23</td><td>Epaphras</td><td>geliebter Mitknecht, treuer Diener, Knecht</td><td></td><td></td></tr><tr><td>33</td><td>Kol 4,14; 2Tim 4,10; Phlm 24</td><td>Demas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>34</td><td>2Tim 4,10</td><td>Kreszens</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>35</td><td>2Tim 4,20</td><td>Erastus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>36</td><td>2Tim 4,21</td><td>Eubulus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>37</td><td>2Tim 4,21</td><td>Pudens</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>38</td><td>2Tim 4,21</td><td>Linus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>E</td><td>2Tim 4,21</td><td>Klaudia</td><td>Mitarbeiterin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>39</td><td>Tit 3,12</td><td>Artemas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>40</td><td>Tit 3,13</td><td>Zenas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>41</td><td>Phlm 1,2; Kol 4,17</td><td>Archippus</td><td>Mitkämpfer</td><td></td><td></td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Tabelle 1 – Paulus&#8216; Mitarbeiter</figcaption></figure>



<p>Seine Prioritäten, seine Ängste und Nöte genauso wie alle Wunder, die er erlebte, konnten sie hautnah miter-leben. Darüber hinaus aber konnte Paulus dadurch seinen Wirkungskreis deutlich erweitern, oder anders gesagt: Bei ihm gab es immer Quantität mit Qualität. Beides litt nicht, obwohl er nicht überall zugleich sein konnte. Paulus lernte, dem Heiligen Geist in seinen Mitarbeitern zu vertrauen, und lehrte das auch seine Nachahmer. Auf diese Weise wurden die vom ihm gelebten Prinzipien multipliziert.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Person</strong></td><td><strong>Jahre der Verbundenheit</strong></td><td><strong>Jahre am gleichen Ort</strong></td><td><strong>Dauerhafte physische Anwesenheit</strong></td></tr><tr><td>Titus</td><td>25</td><td>13</td><td>50&nbsp;%</td></tr><tr><td>Timotheus</td><td>19</td><td>9</td><td>50&nbsp;%</td></tr><tr><td>Lukas</td><td>18</td><td>6,5</td><td>30&nbsp;%</td></tr><tr><td>Aristarchus</td><td>11-17</td><td>6,5</td><td>30&nbsp;%</td></tr><tr><td>Aquila &amp; Priscilla</td><td>17</td><td>4</td><td>25&nbsp;%</td></tr><tr><td>Tychikus</td><td>14</td><td>4</td><td>25&nbsp;%</td></tr><tr><td>Trophimus</td><td>14</td><td>2</td><td>15&nbsp;%</td></tr><tr><td>Markus</td><td>20</td><td>2,5</td><td>10&nbsp;%</td></tr><tr><td>Erastus</td><td>16</td><td>2</td><td>10&nbsp;%</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Tabelle 2 – Langzeitteam <em>(Harold W. Hoehner, Chronology of the Apostolic Age (Th.D.). Dallas, TX: Dallas Theological Seminary)</em></figcaption></figure>



<p>Obenstehende Tabelle 2 verdeutlicht eine realistischere Sicht auf Paulus&#8216; Beziehungen innerhalb der Teams. Nicht alle Mitarbeiter hatten im Rahmen seines Dienstes die gleiche Nähe zu ihm. Die Dauer des gemeinsamen Dienstes für jeden Arbeiter ist eine Schätzung, keine exakte Größe. Ebenso ist die prozentuale Zeit der persönlichen Anwesenheit eine gerundete Nennung. Lukas und Aristarchus sind in dieser Liste der gemeinsamen Zeit mit Paulus ganz oben angesiedelt. Die meiste Zeit, die sie zusammen mit Paulus verbrachten, war während der Gefängnisaufenthalte und auf den Missionsreisen. Es ist tröstlich zu beobachten, dass Paulus dort auch nicht immer alleine war.</p>



<p>Selten hatte Paulus mehr als zwei dieser Männer zur gleichen Zeit bei sich. Die Tabelle 3 zeigt einen Überblick über die Zahl der Mitarbeiter, die Paulus zu einer bestimmten Phase seiner Missionsarbeit begleiteten. In den Fällen, wo Paulus nicht im Sinne einer Pionierarbeit tätig war oder wenn er sich für einen ungewöhnlich langen Zeitraum in einer Stadt niederließ, ist der Ort in Klammern angegeben.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Anzahl der Personen mit Paulus</strong></td><td><strong>Zusammensein mit Paulus (Monate)</strong></td><td><strong>Namen</strong></td></tr><tr><td>2</td><td>3</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Barnabas, Markus</span></td></tr><tr><td>1</td><td>14</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Barnabas</span></td></tr><tr><td>1</td><td>7</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Barnabas (Antiochien)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>1</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas</span></td></tr><tr><td>2</td><td>2</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas, Timotheus</span></td></tr><tr><td>3</td><td>4</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas, Timotheus, Lukas</span></td></tr><tr><td>2</td><td>5</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas, Timotheus</span></td></tr><tr><td>2</td><td>1</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Aquila, Priscilla</span></td></tr><tr><td>4</td><td>18</td><td>Silas, Timotheus, Priscilla, Aquila</td></tr><tr><td>2</td><td>6</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus, Titus (?) (Antiochien)</span></td></tr><tr><td>13 (an- und abwesend)</td><td>3,5 Jahre</td><td><span style="background-color:yellow;">(Ephesus)</span></td></tr><tr><td>8-11</td><td>1</td><td><span style="background-color:yellow;">(Reise nach Jerusalem)</span></td></tr><tr><td>10 (an- und abwesend)</td><td>2 Jahre</td><td><span style="background-color:yellow;">(Gefangenschaft in Rom)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>6</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus (Ephesus)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>12</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus (Ephesus)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>2 Jahre (?)</td><td><span style="background-color:yellow;">Titus (Spanien ?)</span></td></tr><tr><td>5 (an- und abwesend)</td><td>4</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus, Tychikus, Artemas, Apollos, Zenas (Kleinasien, Griechenland)</span></td></tr><tr><td>3 (an- und abwesend)</td><td>12</td><td><span style="background-color:yellow;">Titus, Erastus (?), Trophimus (?) (Nikopolis)</span></td></tr><tr><td>8 (an- und abwesend)</td><td>6</td><td>(Gefangenschaft in Rom)</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Tabelle 3 – Größe des Teams (Ebd.)<br>(<span style="background-color:lightgreen;">Grün</span>: vorwiegend Pionierarbeit | <span style="background-color:yellow;">Gelb</span>: vorwiegend Gemeindearbeit)</figcaption></figure>



<p> </p>



<p>Im Durchschnitt waren nicht mehr als zwei Partner bei Paulus – oft hatte er auch nur einen Mitarbeiter um sich. Es fällt auf, dass die von Paulus am meisten favorisierten Mitarbeiter (Timotheus und Titus) selten mit ihm als Trio zusammen gewesen sind. Die Drei können nur einige wenige Male für insgesamt ein paar Monate gemeinsam ausgemacht werden. Demnach bestand keine Notwendigkeit, diese unterschiedlichen Persönlichkeiten für längere Dienstzeiten zusammenzuschmieden. Ganz selten war Paulus in einem größeren Mitarbeiterteam unterwegs.</p>



<p>Zu beobachten ist, dass im Durchschnitt die Pionierarbeit relativ wenig</p>



<p>Zeit beanspruchte Paulus aber der Arbeit in der Gemeinde relativ viel Zeit beimaß. Paulus verweilte auf seinen drei Missionsreisen nur kurz an einem Ort. Menschen bekehrten sich und wurden relativ schnell der Gemeinde hinzugefügt. Er reiste dann in der Regel weiter, manchmal freiwillig, andere Male gezwungenermaßen.</p>



<p>Ähnlich verhielt es sich mit der Größe des Teams. Bei der Pionierarbeit waren es relativ kleine Gruppen, in der Gemeindearbeit über einen längeren Zeitraum relativ große Gruppen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Führung</h2>



<p>Die Hierarchie innerhalb des Teams war klar. Paulus war als Apostel die Führungspersönlichkeit. Bei dem Herrn Jesus und seinen zwölf Jüngern war es ebenso. Das scheint im Neuen Testament ein durchgehender Gedanke zu sein. Die, die das Christentum maßgeblich geprägt haben, unser Herr (Fundament) und Paulus (Baumeister), haben gleichzeitig das Prinzip der Schulung vorgelebt. Pädagogik heißt „an die Hand nehmen“ – das haben uns diese großen Lehrer vorgemacht. Gab es wirkungsvollere „Weltveränderer“? Auch im Alten Testament wird deutlich, dass es Erste unter Gleichen gab. In der gesamten Schrift ist es Gottes durchgehender Gedanke, dass die Autorität von oben kommt. Daher ist es ratsam und richtig, sich an dieses Vorbild zu halten. Auch wenn der Teamgedanke in Betrieben und in unseren Schulen heute anders definiert wird.</p>



<p>Das missionarische Team des Paulus hatte neben der Gemeindearbeit wichtige Funktionen. Sicher, es war die Gründungs- und Pionierzeit der Gemeinde Jesu. Und der die göttliche Offenbarung über die Ordnung in den Gemeinden vermittelte, war gerade Paulus. Und doch beschreibt das Neue Testament Paulus und seine Mitarbeiter ausführlich. Sie waren im Team unterwegs und in den Gemeinden sehr wichtige (wenn auch nur vorübergehend) Unterstützer und Mitarbeiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<p>Wenn wir alle Geschichten und Verse über das missionarische Team lesen, gewinnt man folgenden Eindruck:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Paulus mit seinen mehr als 40 Mitarbeitern war sehr flexibel und äußerst effizient. Wenn es an einem Ort Schwierigkeiten gab oder Unterstützung notwendig war, konnte dem schnell nachgekommen werden, was sicherlich auch an der moralischen Autorität des Paulus lag, der an vielen Orten ja der Gemeindegründer war.Offensichtlich gab es eine sehr gute Kommunikation im Team. Paulus war in den vielen Ortsgemeinden immer auf dem Laufenden. Und sein Gebetsleben ist außergewöhnlich, was in jedem seiner Briefe an die Gemeinden deutlich wird.<br> </li>



<li>Paulus konnte „im Vorbeigehen“ junge Leute zum Dienst am Evangelium und in der Gemeinde anleiten. Der Eindruck wird erweckt, dass der Schwerpunkt für diese Anleitung mehr intern (im allgemeinen Gemeindeleben) als extern (in der Missionsarbeit und Evangelisation) lag. Das mag besonders daran gelegen haben, dass sich in vielen Gemeinden immer wieder ungute Entwicklungen einstellten. In Apostelgeschichte 16 nahm er den jungen Timotheus einfach mit. Dieser hatte ein gutes Zeugnis, aber er war jung und unerfahren. Sobald sie unterwegs waren, hatte Paulus „Orientierungsschwierigkeiten“. Diese Herausforderungen waren die ersten Eindrücke, die der Schüler mitnahm. Dabei lernte Timotheus den Menschen, Diener und Apostel hautnah kennen und wertschätzen. Und dabei konnte er auch seine Bewältigungsstrategien abschauen.<br> </li>



<li>Sie lernten bei der Zusammenarbeit seine Arbeitsweise, seine Liebe, seine Gesinnung kennen: „Du aber hast genau erkannt meine Lehre, mein Betragen, meinen Vorsatz, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, mein Ausharren, meine Verfolgungen, meine Leiden“ (2Tim 3,10-11). Im 1. Thessalonicherbrief beschreibt Paulus ausführlich seine Beweggründe bei der Missionsarbeit. Und diese lernten seine Mitarbeiter „im Vorbeigehen“ und konnten diese später nachahmen, wie zum Beispiel Timotheus in Philipper 2.<br> </li>



<li>Es war Jüngerschaft bei jeder Gelegenheit: im Schiff, beim Wandern, und nicht nur in der Schule des Tyrannus (die zwei Jahre dauerte). Es war kein Schulklima, sondern die Realität. Die „Hausaufgaben“ wurde unterwegs erledigt und Paulus konnte ihnen helfen (learnig by doing). Es waren keine rein „geistlichen“, sondern praktische Übungen. Und daher erscheint diese Art der Ausbildung so effektiv. Vielleicht nach folgendem Schema:
<ul class="wp-block-list">
<li>Ich arbeite! Du schaust zu!</li>



<li>Ich arbeite! Du hilfst mir!</li>



<li>Du arbeitest! Ich helfe dir!</li>



<li>Du arbeitest! Ich schaue zu!<br> </li>
</ul>
</li>



<li>Folgende Schritte wären dabei sicher gut zu beachten:
<ul class="wp-block-list">
<li>Sag ihm „warum“</li>



<li>Zeig ihm „wie“</li>



<li>Begleite ihn Schritt für Schritt durch den Vorgang</li>



<li>Erkläre ihm, was ihr getan habt</li>



<li>Beobachte seine Fortschritte<br> </li>
</ul>
</li>



<li>Durch diese Arbeitsweise konnte der Wirkungskreis deutlich vergrößert werden. Selbst dann, wenn Paulus im Gefängnis festgesetzt war, konnte das Team weiterarbeiten. In der Regel war er unterwegs, machte seine Missionsreisen, blieb nicht mehr als drei Jahre an einem Ort. Aber die Auferbauung der Heiligen ging durch seine Mitarbeiter weiter. Titus hat an vielen Orten geholfen, die Grundlagen der Apostel zu vertiefen und darauf aufzubauen.<br> </li>



<li>An ihm konnten sie besonders Demut lernen. Paulus vermeidet falsche Herrschaftsansprüche (vgl. 1Kor 1,12-13 und 3,4.22). Er war nur ein Mitarbeiter, der gepflanzt hatte. Andere hatten begossen und die Korinther hatten ihre Verantwortung. Er macht den Korinthern deutlich, und damit auch seinem ganzen Mitarbeiterstab, um was es eigentlich ging. „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn.“ Aus unterschiedlichen Persönlichkeiten und Gaben werden oft unterschiedliche Theologien konstruiert, doch darauf ließ sich Paulus nicht ein! Er arbeitete aktiv gegen Spaltungen und niemals band er seine Leute an sich, sondern an das Haupt der Gemeinde.<br> </li>



<li>Paulus arbeitete viel mit Ledigen zusammen! Es waren junge Männer, die hingegeben, einsatzfreudig und lernwillig waren! Dieser Punkt erklärt besonders seine Effektivität. Sein Dienst wurde durch sie weitergeführt und sein Wirkungskreis vergrößert. Aquila und Priscilla sind eine Ausnahme dieser Regel. Sie waren aber genauso flexibel und mobil wie die Ledigen und werden sehr ausführlich im Neuen Testament beschrieben. Sicher sind die beiden ein gutes Beispiel für jedes Ehepaar, nicht zu bürgerlich zu werden. Petrus war ja auch verheiratet und dennoch drei Jahre mit seinem Meister unterwegs.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Und wir?</h2>



<p>Teamarbeit ist ein biblisches Prinzip. Es ist notwendig, dies auch in unserer Zeit umzusetzen. Paulus war kein Übermensch, was an den Gebetsaufrufen für ihn selbst deutlich wird (Röm 15,30; Kol 4,3; 1Thess 5,25; 2Thess 3,1).</p>



<p>Wir schaffen das alles auch nicht allein. Aber sollten diese Beobachtungen uns nicht dahin bringen, unsere Vorstellungen von (Gemeinde-)Leben zu überdenken? Deutschland ist Missionsland, und es gibt zu viele Gegenden ohne lebendige und biblisch funktionierende Gemeinden!</p>



<p>Wer zieht dort hin? Wer macht dort „Pionierarbeit“ mit einem Team? Gibt es ältere vorbildhaft Vorangehende, die jüngere Geschwister mitnehmen und sie anleiten?</p>



<p>Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!</p>



<p></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Gefahren des Hirtendienstes</title>
		<link>https://kfg.org/2025/die-gefahren-des-hirtendienstes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Hernandes Dias Lopes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2025 21:36:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Älteste]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18412</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Leitungsdienst hat seine Komplexität und erfordert adäquate und emotional gesunde Mitarbeiter. Der Leiter hat mit Spannungen zu tun, und wenn er keine auf Gott zentrierte und ausgeglichene Person ist, wird er emotional zerrissen und kann Konflikte um sich herum erzeugen. Fehlende Berufung, Faulheit, Habgier oder gar eine noch nie wirklich erlebte Bekehrung sind echte Stolpersteine für aktuelle oder zukünftige Älteste.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Der Artikel von Hernandes Dias Lopes ist aus dem wertvollen Buch „Der Anspruch des Hirtendienstes” (siehe Seite 10) entnommen. Wir danken dem CMV-Verlag, Bielefeld, herzlich für die Abdruckerlaubnis. Die Redaktion</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Ich bin durch ganz Brasilien gereist und habe in Hunderten von Kirchen verschiedener Denominationen gepredigt. Ich habe mit Hunderten von Pastoren und Leitern der evangelikalen Kirchen Brasiliens gesprochen. Ich habe viele wunderbare Dinge gesehen: treue Pastoren, die das Wort Gottes mit großer Achtsamkeit predigten; Leben, die durch das erneuernde Wirken des Heiligen Geistes verändert wurden. Ich habe gesehen, wie Familien verändert und Gemeinden in der Wahrheit aufgebaut wurden. Ich habe aber auch andere Situationen erlebt, in denen die finstere, spannungsgeladene Stimmung auf das Wüten eines verheerenden Sturmes hindeutete. Die Pastorenschaft befindet sich in einer Krise der theologischen und moralischen Integrität. Diese Krise breitet sich rasant wie eine Explosion über die gesamte Christenheit aus. Die Konsequenzen dieser Detonation lassen sogar die Strukturen der Gesellschaft erbeben.</p>



<p>Ich reise recht häufig nach Kanada und in die Vereinigten Staaten. Wenn ich mich bei der Einreise den Behörden als Pastor vorstelle, werde ich manchmal sofort abgefangen und in einen speziellen Raum verwiesen, wo ich meine Beweggründe für die Einreise genauer erklären muss. Noch vor einigen Jahren wirkte die einfache Tatsache, dass sich jemand als Pastor vorstellte, gleich einem Türöffner. Heute dagegen schließen sich die Türen. Ich weiß von Pastoren, denen der Kauf eines Fahrzeugs auf Kredit verwehrt wurde, sobald der Händler erfuhr, dass der Käufer ein Pastor war. Die Pastoren sind in Verruf gekommen.</p>



<p>Noch vor einigen Jahren war die Heirat eines Pastors für eine junge Frau so etwas wie ein Fahrschein für eine glückliche Ehe. Eine Frau, die heutzutage eine Ehe mit einem Pastor eingeht, unterschreibt einen Risikovertrag. Es gibt viele Pastoren, die auf der Kanzel glänzen, aber zu Hause einen schlechten Ehemann abgeben. Sie sind freundlich zu den Schafen in der Gemeinde, aber aggressiv der Ehefrau gegenüber. Es gibt viele Pastoren, die in einer Ehekrise stecken. Es gibt viele Pastorenkinder, die rebellieren und von der Kirche enttäuscht sind.</p>



<p>Ich bin überzeugt, dass die moralische Krise der Menschheit auch auf die Gemeinden überschwappt und sich in der moralischen Krise, die im Pastorendienst präsent ist, widerspiegelt. Eine Umfrage, die kürzlich in Brasilien durchgeführt wurde, wies Politiker, Polizisten und Pastoren als die drei Klassen aus, die in Brasilien den schlechtesten Ruf haben.<sup data-fn="31b7f70b-67a6-482f-acc2-348f1f08bda1" class="fn"><a id="31b7f70b-67a6-482f-acc2-348f1f08bda1-link" href="#31b7f70b-67a6-482f-acc2-348f1f08bda1">1</a></sup> Wir erleben eine Umkehrung der Werte. Wir leben in einer Krise der Integrität. Denjenigen, die die Hüter der Ethik sein sollten, wird sie zum Fallstrick. Diejenigen, die das Musterbeispiel für ein makelloses Leben sein sollten, sind in beschämende Skandale verwickelt.</p>



<p>Meine Wahrnehmung ist, dass Pastoren ernsthaften Gefahren ausgesetzt sind, von denen ich im Folgenden einige erwähne:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlende Bekehrung</h2>



<p>Es ist schmerzlich, dass einige von denen, die aufstehen, um anderen das Evangelium zu predigen, selbst noch nicht vom Evangelium erreicht worden sind. Es gibt Menschen, die Buße predigen, ohne sie jemals erlebt zu haben. Es gibt Menschen, die die Gnade verkünden, ohne jemals durch sie verwandelt worden zu sein. Einige führen die Verlorenen zur Erlösung und sind dabei selbst verloren (vgl. Matthäus 7,21-23).</p>



<p>Judas Iskariot war ein Jünger Jesu. Er war der Einzige in der Gruppe, der eine spezielle Vertrauensstellung erhielt: Er wurde dazu berufen, sich um die Finanzen zu kümmern. Er genoss das volle Vertrauen der anderen Jünger. Nie zogen sie seine Vertrauenswürdigkeit in Zweifel. Selbst beim Abendmahl, als Jesus ihn als Verräter entlarvte, verstanden die anderen Jünger nicht, worum es ging. Judas war der Anführer der Jünger bei der Auflehnung gegen Marias Tat, als sie eine Alabaster-Flasche mit teurem Parfüm zerbrach, um Jesus zu salben. Er war ein falscher Wohltäter. Er war ein Dieb. Sein Herz war nicht aufrichtig vor Gott. Seine Absichten standen im Widerspruch zu den göttlichen Zielen. Mit Sicherheit predigte er den anderen, nicht aber sich selber. Er war im Auftrag des Herrn Jesus unterwegs, um andere zur Erlösung durch die Buße zu führen, aber er selbst wurde nicht von ihr erreicht. Er lebte eine Lüge. Sein Leben war eine Täuschung. Sein Tod war eine Tragödie. Sein Ende war die Verdammnis.</p>



<p>Schon im 17. Jahrhundert wies Richard Baxter, ein führender Puritaner in England, in seinem berühmten Buch <em>The Approved Pastor</em> auf die Existenz von Pastoren hin, die selbst noch keine Wiedergeburt erlebt haben. Jesus sagte dem Lehrer der jüdischen Religion, einem führenden Juden namens Nikodemus, dass er das Reich Gottes nicht sehen könne, wenn er nicht von neuem geboren werde, und dass er nicht in das Reich Gottes eingehen könne, wenn er nicht aus Wasser und Geist geboren werde (vgl. Johannes 3,3-5). Vor einigen Jahren, nachdem ich auf einer evangelistischen Konferenz gepredigt hatte, kam ein Pastor auf mich zu, sein Gesicht war voller Tränen. Er umarmte mich und sagte: „Ich bin schon seit vielen Jahren Pastor. Ich habe Tausenden von Menschen das Evangelium gepredigt. Ich habe viele Menschen zu Christus geführt, aber erst heute erlebe ich die gesegnete Erfahrung der Wiedergeburt. Ich war noch kein bekehrter und geretteter Mensch.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlende Berufung</h2>



<p>John Mackay, Präsident des <em>Princeton Seminary</em> in New Jersey, in den Vereinigten Staaten, beschäftigt sich in seinem Buch <em>The Meaning of Life</em> mit dieser für die Gesellschaft so wichtigen und grundlegenden Frage: der Berufung. Wir dürfen dieses Thema nicht unterschätzen. Es sollte zu Hause, in der Kirche, in der Wissenschaft und in den höchsten menschlichen Institutionen diskutiert werden. Der Sinn für Berufung ist einer der übergeordneten Sinne des Menschen. Es ist der Sinn, der ihn dazu bringt, die größten Arbeiten mit Selbstlosigkeit und Hingabe auszuführen. In den dunklen Momenten spendet er ihm Licht, in den schwierigen Angelegenheiten flößt er ihm neue Kraft ein. In meinem Buch <em>Mensagens selecionadas</em> (Ausgewählte Botschaften) erwähne ich drei wichtige Wahrheiten über die Berufung.</p>



<p><em>In erster Linie ist die Berufung die Richtschnur für unsere Entscheidungen.</em> Wir leben in einer Gesellschaft, die vom Profit berauscht ist. Menschen werden nach dem bewertet, was sie haben, nicht nach der Würde ihres Charakters. Geld und Profit sind zu den Treibern bei der beruflichen Entscheidung geworden. Auf dem globalen und konsumorientierten Markt ist der Profit der Sauerstoff, der die Lungen der Gesellschaft bewässert. Reichtum befriedigt nicht, aber das Gefühl der erfüllten Pflicht, bewegt durch den Hebel der Berufung, bringt unsagbare Freude.</p>



<p><em>Zweitens ist Berufung das Bewusstsein, am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun.</em> Das Problem der Berufung ist vielleicht das ernsthafteste und dringendste soziale Problem, das die Grundlage für alle anderen bildet. Das soziale Problem ist nicht nur eine Frage der Aufteilung von Reichtümern, der Produkte der Arbeit, sondern ein Problem der Berufung, der Art und Weise, wie produziert wird. Was für eine Tragödie, wenn eine große Anzahl von Männern in einem Land nach Positionen statt nach Berufungen sucht!</p>



<p><em>Drittens kann Berufung sowohl eine Neigung als auch ein Ruf sein.</em> Im Allgemeinen findet man eine Berufung durch einen dieser beiden Wege: die Entdeckung einer besonderen Fähigkeit oder die Vision einer dringenden Notwendigkeit. Eine Berufung zum Dienst ist ein spezieller Ruf von Gott, verbunden mit einem dringenden Bedürfnis und einer besonderen Fähigkeit.</p>



<p>Es gibt viele Pastoren, die nie von Gott zum Dienst berufen worden sind. Sie sind Freiwillige, aber sie haben keine Berufung. Sie sind durch äußere Einflüsse durch die Tore des Dienstes gegangen und nicht durch einen inneren, wirksamen Ruf des Heiligen Geistes. Sie wurden durch die Verlockung eines höheren Status motiviert oder durch den Glanz eines Leiter-Amtes bewegt, jedoch nie von Gott für diese Pflicht ausgesondert.</p>



<p>Es gibt diejenigen, die mit der falschen Motivation in den Dienst treten. Sie strecken sich nach dem Dienst aus wegen des Profits, andere wegen des Ruhms, wieder andere wegen der Unterkunft. Es gibt einige, die versuchen, ein Medizinstudium, ein Jurastudium oder ein Ingenieurstudium zu absolvieren, und weil sie keinen Erfolg haben, schließen sie daraus, dass Gott sie zum Dienst beruft. Ich vertrete die Position von John Jowett, wenn er in seinem Buch <em>The Preacher, His Life and His Work</em> (Der Prediger, sein Leben und sein Werk) sagt, dass die Überzeugung des Rufes und die Gewissheit der Berufung nicht eintreten, wenn wir alle Türen geschlossen sehen und dann die offene Tür des Dienstes betrachten. Berufung ist, alle anderen Türen geöffnet zu sehen, aber nur auf die Tür des Dienstes zu schauen. Berufung ist wie eine unsichtbare Kette. Sie können nicht dauerhaft vor dieser Berufung fliehen. Der Prophet Jeremia versuchte, seinen Dienst aufzugeben, aber es brannte in seinen Knochen wie Feuer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Faulheit</h2>



<p>Es ist bedauerlich, dass es Menschen gibt, die die erhabenste aller Berufungen ergreifen und in ihrer Ausübung nachlässig sind. Es ist bedauerlich, dass es Pastoren gibt, die bei der Ausübung der wichtigsten und dringendsten Aufgaben schlaffe Hände haben. Es ist unverständlich, dass einige, die ein Werk ausüben, das die Engel gerne tun würden, widerspenstig und träge in der Arbeit sind.</p>



<p>Das Amt ist eine ausgezeichnete Arbeit, aber es ist auch eine mühsame Arbeit (vgl. 1. Timotheus 3,1). Der Apostel Paulus sagt in 1. Timotheus 5,17: <em>„Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre wertgeachtet werden, besonders die, welche im Wort und in der Lehre arbeiten.“</em> Es ist wichtig zu beachten, dass die Ausübung des Amtes ein gründliches Studium des Wortes beinhaltet. Die Faulen werden niemals in die Tiefen der Wahrheit vordringen. Sie werden sich keine Mühe geben, nahrhafte Nahrung für die Menschen zu finden. Sie werden sich niemals um den Schutz der Schafe Christi bemühen (vgl. Apostelgeschichte 20,29-30).</p>



<p>Paulus sagt in 1. Timotheus 3,1 (EÜ): <em>„Das Wort ist gewiss: Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begehrt er ein schönes Werk.“</em> Das Hirtenamt ist ein Werk, und zwar ein ausgezeichnetes Werk. Es ist keine Arbeit für faule Menschen, sondern eine Arbeit, die jede Anstrengung, jeden Eifer und jede Sorgfalt erfordert.</p>



<p>Es gibt Pastoren, die viel schlafen, wenig arbeiten und alle Belohnungen haben wollen. Sie wollen Vergütung ohne jegliche Anstrengung. Sie wollen immer die Lorbeeren, aber niemals den Schweiß. Sie wollen die Vorteile, aber niemals das Opfer. Es ist traurig zu erkennen, dass viele Pastoren nicht alles geben, was sie geben könnten. Sie sind achtlose Arbeiter, Hirten ihrer selbst, die sich selbst weiden, anstatt die Herde. Sie sind auf Erleichterungen und persönliche Vorteile aus, ohne jemals ihr Leben in das Leben der Schafe zu investieren (vgl. Hesekiel 34,1-6).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Habgier</h2>



<p>Es gibt Hirten, die sich mehr für das Geld ihrer Schafe interessieren als für deren Errettung. Es gibt Pastoren, die mit dem Amt Handel treiben, das Wort zur Ware machen und die Gemeinde in ein profitables Geschäft verwandeln (vgl. 2. Korinther 2,17). Es gibt Pastoren, die Gemeinden wie ein privates Unternehmen organisieren, in dem Vetternwirtschaft herrscht. Sie verwandeln die Kanzel in ein Schaufenster, das Evangelium in ein Produkt, den Tempel in einen Marktplatz und die Gläubigen in Konsumenten. Sie sind betrügerische Arbeiter, gierig, geizig und hinterlistig. Sie sind Liebhaber des Geldes und lassen sich von der Verlockung des Reichtums berauschen.</p>



<p>Es gibt Pastoren, die die Botschaft aus Profitgründen verändern. Sie predigen Wohlstand und täuschen die Menschen mit einseitigen Botschaften, um daraus eigene Vorteile zu ziehen.</p>



<p>Heute sind wir Zeugen des Phänomens der Kommerzialisierung des Glaubens. Pastoren und immer mehr Pastoren lösen sich von der kirchlichen Struktur und brechen mit ihren Denominationen, um eigene Dienststrukturen zu gründen, bei denen der Leiter zum Herrn der Gemeinde wird. Die Kirche wird zum Privateigentum des Pastors. Die Leiterschaft der Gemeinde wird zu einer dynastischen Regierung, in der die Frau ordiniert wird und die Kinder unmittelbare Nachfolger sind. Wir bezweifeln nicht, dass Gott einige zu einem bestimmten Dienst beruft, bei dem die ganze Familie beteiligt und engagiert ist, aber die skrupellose Vermehrung dieses Modells ist sehr beunruhigend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Emotionale Instabilität</h2>



<p>Es gibt emotional kranke Pastoren in der Ausübung des Dienstes. Sie bräuchten seelsorgerliche Hilfe, aber sie sorgen sich um andere. Sie sollten betreut werden, aber sie betreuen andere. Sie sollten psychisch behandelt werden, aber sie behandeln andere.</p>



<p>Die Gemeinden müssen sorgfältiger prüfen, wen sie in theologische Seminare schicken. Ein Seelsorger ohne emotionales Gleichgewicht kann sich selbst, seiner Familie und der Gemeinde großen Schaden zufügen.</p>



<p>Der Dienst hat seine Komplexität und erfordert adäquate und emotional gesunde Mitarbeiter. Der Pastor hat mit Spannungen zu tun, und wenn er keine ausgeglichene Person ist, wird er emotional zerrissen und kann Konflikte um sich herum erzeugen. Viele Probleme in den Gemeinden sind durch die Unfähigkeit ihrer Pastoren entstanden. Die falsche Handhabung einer scheinbar einfachen Situation kann Probleme lostreten, die nur schwer zu lösen sind.</p>



<p>Der Pastor ist ein Mensch, der Selbstbeherrschung braucht. Es gibt Zeiten, in denen eine unbedachte Reaktion alles in Gefahr bringen kann. Voreiliges Reden kann zu Streit und großen Konflikten führen. Die falsche Art zu sprechen kann wahre Kriege innerhalb der Gemeinde auslösen. Unbesonnene Handlungen können unheilbare Wunden in zwischenmenschliche Beziehungen reißen.</p>



<p>Es gibt keinen rutschigeren Boden für einen emotional empfindlichen Diener als das Pastorenbüro. Viele Pastoren haben in den unruhigen Gewässern dieses unbeobachteten Ortes Schiffbruch erlitten.</p>



<p>Über 50% der Menschen, die das Sprechzimmer eines Pastors betreten, sind weiblich und über 50% der behandelten Themen beziehen sich auf das Gefühls- und Sexualleben. Ein emotional anfälliger Pastor kann sich nur allzu leicht emotional auf einen Ratsuchenden einlassen oder sich von ihm einspannen lassen. Es gibt eine Menge Pastoren, die im Sprechzimmer gescheitert sind. Sie sind wie Simson: Wahre Riesen in bestimmten Bereichen des Lebens, aber emotionale Schwächlinge, die der Verführung nicht standhalten können und die Vision, den Dienst, die Familie und das Leben verlieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angst zu versagen</h2>



<p>Angst ist mehr als ein Gefühl, sie ist ein Geist. Paulus schreibt an Timotheus und sagt, dass Gott uns nicht einen Geist der Furcht gegeben hat, sondern der Kraft, der Liebe und der Selbstbeherrschung (2. Timotheus 1,7). Angst lähmt uns. Angst verändert unser Verständnis der Dinge. Die Jünger Jesu, von Angst überwältigt, sahen Jesus auf den Wellen gehen und schrien entsetzt (Matthäus 14,26): <em>„Es ist ein Geist!”</em> Die Angst trübte ihre Sicht und lähmte ihre Seelen. Jesus erzählte das Gleichnis von den Talenten und sagte, dass der Mann, dem nur ein Talent gegeben wurde, es aus Versagensangst vergrub und von seinem Herrn ausgestoßen wurde (vgl. Matthäus 25,24-27). Es gibt viele Pastoren, die Angst vor dem Versagen auf der Kanzel, in der Seelsorge und in der Verwaltung haben. Es gibt Pastoren, die Angst haben, zu ihren Entscheidungen zu stehen und Angst vor der Meinung der Gemeinde. Es gibt Pastoren, die sich wie Schildkröten verhalten, indem sie sich unter einem dicken Panzer verstecken und denken, diese falsche Rüstung werde sie vor Enttäuschungen schützen.</p>



<p>Craig Groeschel schreibt über diese Angst vor dem Versagen, indem er ein interessantes Experiment erzählt, das von einigen Wissenschaftlern durchgeführt wurde. Hier ist das Experiment:</p>



<p>In der Mitte eines Raumes hängten einige Wissenschaftler ein Bündel frischer Bananen an einen Pfahl. Dann ließen sie vier Affen in den Raum. Sofort bewegten sich die hungrigen Affen in die Richtung der reifen Bananen. Als die Affen versuchten, auf den Pfahl zu klettern, schüttete einer der Wissenschaftler eiskaltes Wasser über sie.</p>



<p>Die Affen zogen sich zurück, versammelten sich und unternahmen einen zweiten Versuch. Sobald sie begannen, den Pfahl zu erklimmen, bekamen sie erneut ein Eisbad. Nach mehreren erfolglosen Versuchen kamen die Affen zu der Überzeugung, dass ein Scheitern unvermeidlich wäre und gaben den Versuch schließlich auf.</p>



<p>Am nächsten Tag nahmen die Forscher einen der vier Affen aus dem Raum und ersetzten ihn durch einen anderen, der am Vortag nicht an dem Experiment teilgenommen hatte. Was tat der Neuankömmling? Furchtlos ging er auf die Bananen zu. Aber noch bevor er den Pfahl erreichen konnte, wurde er von den drei anderen zurückgezogen. Unerschrocken versuchte er es noch einmal, und wieder wurde er von seinen Genossen aufgehalten. Am Ende gab er auf und erlag der fatalen Haltung der anderen.</p>



<p>Jeden Tag ersetzten die Wissenschaftler einen der ursprünglichen Affen. Am fünften Tag hatte von den vier Affen im Raum noch keiner eine kalte Dusche erlebt. Sogar jetzt noch hinderten die anderen Affen jeden neuen Affen, der den Raum betrat, daran, auf den Pfahl zu klettern und die Bananen zu holen, <em>ohne überhaupt zu wissen, warum sie das taten.</em> Das Scheitern der ersten vier bedingte bei allen Neuankömmlingen die Vermeidung jedes weiteren Versuchs.<sup data-fn="720430d4-bf5b-4b29-87c2-2e5e3c9f15c0" class="fn"><a id="720430d4-bf5b-4b29-87c2-2e5e3c9f15c0-link" href="#720430d4-bf5b-4b29-87c2-2e5e3c9f15c0">2</a></sup></p>



<p>Diese Erfahrung ist nicht nur bei Affen üblich, sondern auch bei Menschen. Wir wollen eigenes Versagen verhindern, indem wir auf das Versagen anderer sehen, und verharren in der Angst, neue Versuche zu unternehmen. Angst kann uns die wunderbaren Dinge entziehen, die in unserer Reichweite liegen. Lassen Sie sich durch die Angst vor dem Versagen nicht in einen Laboraffen verwandeln.<sup data-fn="fb236ed0-96c9-4412-afa1-7bd2bf98f877" class="fn"><a id="fb236ed0-96c9-4412-afa1-7bd2bf98f877-link" href="#fb236ed0-96c9-4412-afa1-7bd2bf98f877">3</a></sup> Versagen ist ein Umstand, niemals eine persönliche Eigenschaft. Thomas Alva Edison hatte etwa 2.000 Experimente gemacht, bevor er die Glühbirne erfand. Jemand fragte ihn einmal, ob er nach so vielen Experimenten nicht frustriert sei. Er antwortete: „Nein! Ich habe die elektrische Glühbirne erfunden, und das war ein Sieg, für den 2.000 Schritte nötig waren.” Scheitern ist nur dann ein Scheitern, wenn man nicht daraus lernt. Scheitern muss unser Lehrmeister sein, nicht unser Totengräber. Misserfolge dauern nicht ewig an. Mit Gott an Ihrer Seite bekommen Sie den Mut, große Dinge zu träumen und dafür auch Risiken einzugehen!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Theologische Verirrung</h2>



<p>In vielen Ländern Lateinamerikas erleben die evangelikalen Gemeinden ein seltsames Phänomen. Sie wachsen explosionsartig, aber gleichzeitig verlieren sie auf beschämende Weise ihre evangelikale Identität. Was in Wahrheit wächst, ist nicht das Evangelium, sondern ein anderes Evangelium, ein hybrides, künstliches und mystisches Evangelium. Wir sehen in diesen Ländern eine Kirche florieren, die sich evangelisch nennt, aber kein Evangelium hat. Sie predigt Wohlstand, nicht Erlösung. Sie spricht von Schätzen auf der Erde und nicht von Schätzen im Himmel.</p>



<p>Es gibt eine Vielzahl an Lehren, die wie Winde umher wehen. Die Neuigkeiten schießen wie Pilze aus dem fruchtbaren Boden des lateinamerikanischen Mystizismus. Die Bibel wird wie eine magische Kraft benutzt, um Irrlehren gelähmter Pastoren zu stützen, die um jeden Preis den eigenen Gewinn und das eigene Vorankommen suchen. In diesem Wirrwarr von Neuigkeiten auf dem Markt des Glaubens lassen sich einige Typen von Pastoren unterscheiden.</p>



<p>E<em>rstens gibt es die Mentoren der Neuigkeiten.</em> Diese Pastoren sind wahre Spezialisten in der Kommunikation und Vermarktung. Sie kreieren immer wieder irgendeine Neuigkeit, um die Gemeinde anzulocken. Das Problem bei dieser leidenschaftlichen Suche nach Neuem ist, dass das Wort Gottes den Menschen vorenthalten wird. Anstatt die Menschen mit dem Weizen der Wahrheit zu sättigen, werden sie mit der Spreu der Neuheiten gefüttert (vgl. Jeremia 23,28-32). Wenn ein Pastor diesen Weg einschlägt, muss er sehr kreativ sein, denn eine Neuheit ist für eine Weile attraktiv, verliert aber sogleich ihre Wirkung. Dann ist es notwendig, eine weitere Neuheit zu erfinden. Es ist wie Kaugummi. Am Anfang ist er süß, nach einer gewissen Zeit jedoch kaut man auf einem Stück Schuhsohle herum.</p>



<p>Zweitens gibt es diejenigen, die <em>Marionetten </em>sind. Es gibt viele Pastoren, die das Wort Gottes nicht kennen und keine dienstliche Vision haben. Sie folgen den unscharfen Anweisungen ihrer Vorgesetzten. Sie sind Hirten ohne Herde, die im privaten Dienst betrügerischer Arbeiter stehen. Diese Pastoren sind nur Überbringer einer Botschaft, die sie nicht im Wort gefunden haben, die sie der Gemeinde aber weitergeben als wäre sie das Wort Gottes. Diese Pastoren sind verloren und führen das Volk Gottes in die Irre (vgl. Jeremia 23,32).</p>



<p>Drittens gibt es diejenigen, <em>die die gesunde Lehre absichtlich verlassen haben.</em> In einige unserer Seminare haben sich Professoren mit einer stark liberalen Tendenz eingeschlichen. Es gibt Professoren, die die Schrift nicht mehr als irrtumslose und hinlängliche Quelle akzeptieren. Es gibt diejenigen, die nicht an die Wörtlichkeit des biblischen Schöpfungsberichts glauben. Sie nennen sich Christen, sind aber zugleich Jünger Darwins und nicht Christi. Sie sagen, sie glauben an die Bibel, sind aber gleichzeitig Evolutionisten. Andere behaupten, Gott zu dienen, leugnen aber die Inspiration der Heiligen Schrift. In Wirklichkeit sind diese Menschen Wölfe, die in die Herde eindringen, um die Schafe zu verschlingen (vgl. Apostelgeschichte 20,29). Viele unerfahrene Pastoren, die von diesen Irrlehrern geschult werden, verlassen den Weg der Wahrheit und geben sich der Irrlehre hin.</p>



<p>Der Liberalismus ist ein tödliches Gift! Wo immer es hinkommt, tötet es die Kirche. Es gibt viele tote Gemeinden in Europa, in Nordamerika, und jetzt gibt es auch in Lateinamerika Kirchen, die mit diesem Instrument des Todes liebäugeln. Wir haben keine Berichte über einen Liberalen, der eine gesunde Gemeinde aufgebaut hat. Wir haben keine Berichte über einen Liberalen, der ein Werkzeug Gottes für eine große geistliche Erweckung gewesen ist. Der Liberalismus muss verstoßen werden, wenn das, was wir wollen, eine im Wort gefestigte, gottesfürchtige und der missionarischen Arbeit verpflichtete Kirche ist. Es gibt kein Gegengift für eine Kirche, die die gesunde Lehre aufgibt und dem Liberalismus die Hand reicht. Wenn eine Gemeinde den Punkt erreicht, an dem sie ihr Vertrauen in die Irrtumslosigkeit und Zuverlässigkeit der Schrift aufgibt, geht sie dem Abgrund entgegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Autoritarismus</h2>



<p>Es gibt viele Pastoren, die mit unangemessener Strenge über die Gemeinde herrschen. Sie behandeln die Herde Gottes grausam und tyrannisch. Sie beherrschen die Gemeinde mit Autoritarismus (vgl. 1. Petrus 5,1-4). Sie trotzen denjenigen, die ihr Modell in Frage stellen.</p>



<p>Autoritarismus ist eine Art von Unsicherheit. Es ist ein Minderwertigkeitskomplex in der Gestalt eines Überlegenheitskomplexes. Es ist die Angst, die Macht zu teilen und abgelehnt zu werden. Eine erzwungene Führung hat keinen Wert. Eine Führung, die aus Angst erwächst, ist eines Christen nicht würdig. Eric Fromm, ein angesehener Psychiater, sagt, dass es zwei Arten von Autorität gibt: erzwungene Autorität und erworbene Autorität. Unser Vorbild für Leiterschaft ist die von Jesus ausgeübte. Er war ein dienender Führer. Leitung ist keine privilegierte Position, sondern ein Dienstfeld. Der Leiter ist nicht der, der am lautesten schreit, sondern der, der durch sein Beispiel die Herzen gewinnt und denen dient, die er mit Liebe führt. Der Apostel Petrus sagt, dass der Älteste sich nicht wie einer verhalten soll, der die Gemeinde beherrscht. Vielmehr soll er der Herde ein Vorbild sein (vgl. 1. Petrus 5,3).</p>



<p>Der Apostel Johannes prangerte die selbstsüchtigen und grausamen Praktiken des Diotrephes an, der gerne den ersten Platz in der Gemeinde einnahm (vgl. 3. Johannes 9-11). Er sah in jeder Person, die in die Gemeinde kam, einen Rivalen und keinen Mitarbeiter. Er fühlte sich durch neue Gläubige bedroht. Er unterließ es nicht nur, die Menschen mit Liebe zu empfangen, sondern bemühte sich vielmehr, sie von seinem eitlen Weg zu verscheuchen. Für Diotrephes war der Dienst mehr eine Bühne zur Selbstdarstellung als eine Gelegenheit zum Dienen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Opfer von Willkür</h2>



<p>Es gibt viele Pastoren, die Geiseln widerspenstiger und manipulativer Leiter sind. Diese Pseudo-Leiter verhalten sich wie Herren der Gemeinde und behandeln die ihnen „untergebenen“ Pastoren wie Angestellte, die unter ihrem Joch bleiben müssen.</p>



<p>Es gibt viele Gemeinden, in denen die übergeordneten Leiter sich als Arbeitgeber der untergeordneten Pastoren und sich selbst als Vorsteher der Gemeinde betrachten. Sie sind Leiter, die weder die Herde weiden noch den Pastoren erlauben, dies zu tun. Sie sehen die Pastoren als Rivalen an, die ihnen die Macht zu nehmen drohen. Sie sind mehr Kritiker der Pastoren als deren Mitarbeiter. Sie arbeiten als Kontrolleure der Pastoren, nicht als deren Ermutiger. Sie sind immer bereit, die Schwachstellen eines Pastors hervorzuheben, ermutigen ihn aber nie mit aufrichtigem Lob. Sie tragen ständig die Uniform von Kontrolleuren, anstatt Mithirten der Herde zu sein.</p>



<p>Es gibt eine Menge Machtkämpfe in den Leitungen der Gemeinden. Dieses Kräftemessen erzeugt Verschleiß und viele Tränen. Die meisten Pastoren leiden mehr unter den angespannten zwischenmenschlichen Beziehungen in der Leiterschaft als unter den Pflichten des Dienstes. Die Leiter verursachen mehr Arbeit als die Schafe. Viele Pastoren wurden durch die Willkür ihrer Leiter verletzt, misshandelt, niedergetreten und gedemütigt. Es gibt viele Leiter, die das Leben des Pastors zu einem Albtraum machen. Viele Pastoren sind frustriert und viele Pastorenkinder ärgern sich über die Art und Weise, mit der die Pastorenfamilie behandelt wird. Wir brauchen Heilung für diese Beziehungen!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Falsche Vorstellung vom Dienst</h2>



<p>Der Dienst ist kein Zuckerschlecken, sondern ein Kampfplatz. Das Pastorenzimmer ist weder ein VIP-Raum noch ein roter Teppich. Der Dienst ist kein Vergnügungspark. Dienst ist Kampf, eine Schlacht ohne Waffenstillstand. Wer in den Dienst eintritt, muss sich dessen bewusst sein, dass es Widerstand von außen und Druck von innen gibt. Es gibt externe und interne Kämpfe. Es gibt vom Feind gemachte Konflikte und Kriege, die unter Brüdern ausgetragen werden.</p>



<p>Der Apostel Paulus sah sich mit dem Widerstand durch Feinde und auch durch Gemeindeglieder konfrontiert. Diener sein bedeutet, ständig unter Druck zu leben. Der Dienst ist eine Arena des Kampfes gegen die Macht der Finsternis und die Macht des Fleisches. Es gibt keinen Dienst ohne Spannung. Es gibt keinen Dienst, der schmerzlos ist. Es gibt keinen Dienst ohne Tränen. Pastor zu sein bedeutet, eine sengende Wüste zu durchqueren, anstatt über samtige Teppiche des Ruhms zu gehen. Pastor zu sein ist die Kunst, Steine zu schlucken und Diamanten hervorzuwürgen. Pastor zu sein bedeutet bereit zu sein, sein Leben in das Leben anderer zu investieren, ohne die gebührende Anerkennung zu erhalten. Pastor zu sein bedeutet zu lieben, ohne eine Belohnung zu erwarten, bedeutet, zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Pastor zu sein bedeutet zu wissen, dass uns unser Lohn nicht hier gegeben wird, sondern im Himmel.</p>



<p>Mit einer romantischen Vorstellung in den Dienst zu treten, ist ein großes Risiko. Das bedeutet nicht, dass der Dienst eine Last oder eine Bürde wäre. Ich glaube, dass der Pastorendienst ein großes Privileg ist. Keine Position auf Erden sollte das Herz eines Pastors dazu verleiten, seinen Blick von seinem Dienst abzuwenden. Die Rolle, die wir spielen, ist so erhaben, dass die Engel gerne unsere Arbeit machen würden. Ein Botschafter für Gott zu sein ist besser, als ein Botschafter für die mächtigste Nation der Welt zu sein. Charles Spurgeon sagte zu seinen Studenten: „Kinder, selbst wenn die Königin von England euch einlädt, Botschafter in irgendeinem Land der Welt zu sein, so lasst euch nicht zu diesem niedrigen Posten herab, indem ihr eure Stellung als Botschafter des Königs der Könige und des Herrn der Herren aufgebt.” Heute sehen wir viele Pastoren, die den Dienst verlassen, um Stadträte, Abgeordnete oder Senatoren zu werden. Sie tauschen ihr Erstgeburtsrecht gegen ein Linsengericht. Das ist ein Fehler und ein unglücklicher Tausch. Obwohl auch die zivile Berufung eine geheiligte Berufung sein kann, soll derjenige, den Gott zum Dienst berufen hat, seine Aufmerksamkeit nicht auf andere Aufgaben richten, mögen sie noch so edel sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kaputte Ehe</h2>



<p>D. A. Carson sagt in seinem Buch <em>The body</em>, dass eine der sozialen Gruppen, in denen heutzutage weltweit die meisten Scheidungen vollzogen werden, die pastorale ist. Der Pastor läuft Gefahr, sich um andere zu kümmern und den Ehepartner zu vernachlässigen. Er läuft Gefahr, allen, die zu ihm kommen, besondere Aufmerksamkeit zu schenken und dabei seiner eigenen Familie keine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Der Pastor läuft Gefahr, ein abwesender Ehemann zu sein, unsensibel für die emotionalen Bedürfnisse seiner Frau.</p>



<p>Es gibt viele Pastoren, die nach außen hin den Schein wahren. Während sie über die Ehe predigen, leben sie in einer kaputten Ehe. Während sie Paaren in Krisen Ratschläge geben, wenden sie die gleichen Prinzipien nicht auf ihre eigene Ehebeziehung an. Es gibt Pastoren, die das eine predigen und das andere machen. Sie verhalten sich anderen gegenüber liebenswürdig und sind bitter ihrer Frau gegenüber. Ihren Schafen gegenüber sind sie tolerant, ihren Kindern gegenüber unversöhnlich. Es gibt Pastoren, die Engel auf der Kanzel sind und Dämonen im eigenen Haus.</p>



<p>Diese Kluft zwischen der Kanzel und dem eigenen Zuhause führt dazu, dass der Diener unglaubwürdig wird, der Dienst seinen Wert verliert und dem Pastoren die Salbung genommen wird, die ihn befähigt, seinen Dienst treu und wirksam zu verrichten. Ist der Pastor kein Segen in seinem eigenen Haus, wird sein Dienst auf der Kanzel zum Scheitern verurteilt sein.</p>



<p>Die wichtigste und erste Herde des Pastors ist seine eigene Familie. Kein Erfolg im Dienst kann das Scheitern der Familie kompensieren. Die Familie des Pastors ist der Stützpfeiler seines Dienstes. Das Wort Gottes sagt, dass der, der seinem eigenen Haus nicht gut vorsteht, nicht fähig ist, der Gemeinde Gottes vorzustehen (vgl. 1. Timotheus 3,4.5). Ich hörte vor einiger Zeit einmal jemanden sagen, Noah sei der größte Evangelist aller Zeiten gewesen. Obwohl es ihm nicht gelungen war, irgendeinen Menschen sonst in die Arche zu bringen, hatte er seine ganze Familie dabei. Es gibt viele Prediger, die sich gebrauchen lassen, um viele zur Errettung zu führen und die dabei ihre eigene Familie verlieren. Der Priester Eli wurde verworfen, weil er seine Söhne mehr liebte als Gott. Er widmete anderen Zeit, aber er kümmerte sich nicht um seine eigenen Söhne (1. Samuel 2,12-17;22-36). Der Pastor lebt beständig unter dem Druck der dringlichen und wichtigen Dinge. Er ist andauernd gefordert, dem Dringlichen seine Aufmerksamkeit zu widmen und manchmal opfert er auf dem Altar der Dringlichkeiten das, was wirklich wichtig ist. Oft läuft der Pastor den dringenden Dingen hinterher und vergisst, sich um sein eigenes Haus zu kümmern.</p>



<p>Es gibt viele Pastoren mit emotional zerbrochenen Familien. Sie gehen rücksichtsvoll mit ihren Schafen um und sind unsensibel ihrer Familie gegenüber. Sie sind auf der Kanzel liebenswürdig und in ihrem Haus grob. Sanft verhalten sie sich gegenüber den Kindern der anderen und hart den eigenen gegenüber. Viele Pastorenkinder sind verbittert und zornig darüber, wie sie von ihren Vätern behandelt werden: Sie haben nie Zeit. Immer helfen sie anderen, hören anderen zu, arbeiten mit anderen zusammen, aber nie nehmen sie sich Zeit, mit den eigenen Kindern zu sprechen. Es gibt Frauen, die einen Pastor geheiratet haben, und eine immense Einsamkeit erleben. Und es gibt Pastorenkinder, die lebende Eltern haben und doch Waisen sind.</p>



<p>Die Pastoren müssen sich mit großer Dringlichkeit darum bemühen, die Sorge um die Familie wieder zur obersten Priorität zu machen. Die Gemeinde ist ein Segen und wir müssen lernen, sie wie den Augapfel Gottes zu lieben und zu umsorgen, aber wir dürfen das nicht auf Kosten der eigenen Familie tun. Der beste Weg ist, dass die ganze Familie den Dienst liebt und gemeinsam und standhaft arbeitet, um den Pastorendienst zu unterstützen. Wenn die Familie des Pastors die Gemeinde als Konkurrenz ansieht, zieht das viele Unannehmlichkeiten für den Pastor und auch die Gemeinde nach sich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umgang mit Geld</h2>



<p>Das, was der Arbeit des Pastors auf der Kanzel, in seinem Büro und in den anderen Bereichen des Dienstes Authentizität verleiht, sind seine moralische Integrität, seine eigene Gottesfurcht und sein amtliches Verantwortungsbewusstsein. Er muss ein tadelloser Mann sein. Sein Ruf muss unbefleckt sein. Er muss ein gutes Zeugnis vor denen haben, die draußen sind (1. Timotheus 3,7). Ein Pastor darf keine offenen Rechnungen in seinem Leben haben. Er darf dort, wo er lebt, keine finanziellen Streitigkeiten haben. Er darf nicht unehrlich in seinen Worten und nachlässig in seinen finanziellen Verpflichtungen sein. Der Pastor darf kein in Schulden verwickelter Mann sein, nicht finanziell verstrickt, nicht unverantwortlich in seinen finanziellen Verpflichtungen. Er darf nicht danach trachten, den Schein zu wahren. Er darf nicht danach streben, eine Lebensweise zur Schau zu stellen, die über seine finanziellen Gegebenheiten hinausgeht.</p>



<p>Viele Pastoren haben aufgrund der mangelnden Fähigkeit, ihr Geld zu verwalten, ihre Glaubwürdigkeit im Dienst verloren. Es gibt Pastoren, die dort, wo sie leben, für unglaubwürdig gehalten werden. Es gibt Pastoren, die leihen und nicht zahlen. Manche Pastoren sind untreu in der Verwaltung von Finanzen, angefangen beim Zurückhalten des Zehnten des Herrn. Wenn ein Pastor den Zehnten des Herrn zurückhält, verliert er die nötige Autorität, um in der Gemeinde Treue zu lehren. Es gibt Pastoren, die mehr ausgeben als sie verdienen. Sie stürzen sich in Schulden und schaffen es nicht, jederzeit ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Manche Pastoren wissen nicht mit Schecks und Kreditkarten umzugehen. Sie kaufen, was sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die sie noch nicht einmal kennen.</p>



<p>Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Uns wird weisgemacht, dass das <em>Haben </em>wichtiger ist als das <em>Sein</em>. Durchgehend werden unsere Sinne durch strahlende Reklame angesprochen. Sie wecken in uns ein tiefes Gefühl der Unzufriedenheit und einen regelrechten Zwang, diese Konsumgüter zu bekommen. In den 1950er-Jahren konsumierten wir ein Fünftel von dem, was wir heutzutage konsumieren. Wir waren deswegen nicht weniger glücklich. In den 1970er-Jahren waren 70% der Familien von einem einzelnen Einkommen abhängig, um die laufenden Kosten zu decken. Heute brauchen mehr als 70% der Familien zwei Einkommen, um ihren Lebensstandard halten zu können. Mit anderen Worten: Der Luxus von gestern ist heute eine dringende Notwendigkeit. Wir haben mehr als wir brauchen. Wir geben mehr für überflüssige Dinge aus als für das Reich Gottes. Wir könnten mit viel weniger auskommen, zumal es nicht Dinge sind, die uns befriedigen. Unsere Freude liegt nicht außerhalb von uns, sondern in uns. Die Bibel sagt, dass die Genügsamkeit zusammen mit der Frömmigkeit eine Quelle großen Gewinns ist (1. Timotheus 6,6).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leben in Sünde</h2>



<p>Für das geistliche Leben eines Mannes gibt es nichts Gefährlicheres als sich an das Heilige zu gewöhnen. Die Söhne Elis, Hofni und Pinhas, waren Priester des Herrn, aber zugleich lebten sie unrein, respektlos und abscheulich. Sie taten das Werk Gottes, lebten aber nicht für Gott. Sie hatten ein Amt, aber kein Leben; sie dienten, hatten jedoch keine Gottesfurcht (1. Samuel 2,12-17). Eines Tages entwickelte sich ein Kampf zwischen den Israeliten und den Philistern. Vor einer bitteren Niederlage, bei der 4.000 Israeliten starben, brachten diese beiden unreinen Priester die Bundeslade ins Lager. Aber die Zerstörung wurde nur noch verheerender. 30.000 Männer starben, die Lade wurde geraubt und die Herrlichkeit des Herrn entfernte sich (1. Samuel 4,1-22). Ein untreuer Diener ist schlimmer als ein Ungläubiger. Charles Spurgeon sagte, dass ein Diener ohne Gottesfurcht in einer Gemeinde der größte Agent des Teufels ist.</p>



<p>Wenn das Leben des Pastors das Leben seines Dienstes ist, sind die Sünden des Pastors die größten Sünden. Die Sünden des Pastors sind gravierender, heuchlerischer und verheerender als die Sünden anderer Personen. Gravierender, weil der Pastor mit einem größeren Wissen sündigt, heuchlerisch, weil der Pastor die Sünde öffentlich von der Kanzel verurteilt und sie im Geheimen ausübt, und verheerender, weil mehr Personen schockiert sind, wenn der Pastor sündigt.</p>



<p>Nicht wenige Diener fallen der Unreinheit und der ehelichen Untreue zum Opfer. Die Zahl der Pastoren, die innerhalb der Gemeinde in unerlaubte sexuelle Beziehungen verwickelt sind, wächst mit erschreckender Geschwindigkeit. Rasend schnell steigt die Zahl der Scheidungen der Pastorenehen. Jedes Jahr wird eine Menge von Pastoren aufgrund von moralischen Angelegenheiten ihres Amtes enthoben. Jopencil Silva beschreibt die Schritte von der Versuchung bis zum Fall. Er sagt, dass Versuchung zum Fall wird, wenn ein Mensch stehen bleibt, wo er nicht hätte stehen bleiben sollen; wenn er dem Gehör schenkt, dem er nicht hätte zuhören sollen; wenn er dorthin schaut, wohin er nicht hätte schauen sollen; und wenn er das probiert, was er nicht hätte probieren sollen.<sup data-fn="d7caaf79-daba-4d4d-8c53-5c2704e1e328" class="fn"><a id="d7caaf79-daba-4d4d-8c53-5c2704e1e328-link" href="#d7caaf79-daba-4d4d-8c53-5c2704e1e328">4</a></sup> Hier ist große Vorsicht geboten, denn die Sünde kann uns länger zurückhalten als wir bleiben möchten; sie kann uns weiter bringen als wir gehen möchten, und sie kann uns mehr kosten als wir bezahlen möchten.</p>



<p>Craig Groeschel warnt in seinem Buch <em>Confessions of a Pastor</em> vor der Gefahr der sexuellen Versuchung. Was als einfacher Gedanke beginnt, kann zu einem Blick werden, dann zu einem längeren Gedanken, und sich schnell zu einer Handlung entwickeln. Die Statistiken sind unglaublich: Konservative Erhebungen zeigen, dass über 60% der Männer und 40% der Frauen schon Ehebruch begangen haben.<sup data-fn="ac759d68-0d60-4cb4-be5d-f3ff754bbb14" class="fn"><a id="ac759d68-0d60-4cb4-be5d-f3ff754bbb14-link" href="#ac759d68-0d60-4cb4-be5d-f3ff754bbb14">5</a></sup> <sup data-fn="1d3a29e1-6990-4fec-b67d-2e3b24e9b0ca" class="fn"><a id="1d3a29e1-6990-4fec-b67d-2e3b24e9b0ca-link" href="#1d3a29e1-6990-4fec-b67d-2e3b24e9b0ca">6</a></sup>Christen, und besonders Pastoren, sind nicht frei von diesem Risiko. Craig Groeschel erzählt die Geschichte der Eskimos und wie sie mit gefährlichen Wölfen umgehen. Diese Geschichte veranschaulicht die Gefahr:</p>



<p>Um die Familien eines Dorfes zu schützen, erlegt jemand einen Hasen oder ein Eichhörnchen. Anschließend tauchen die Einheimischen einen scharfen, zweischneidigen Dolch in das Blut des Tieres und lassen das Metall der Klinge gefrieren. Dann treiben sie das Ende des Dolches fest in den Boden, während das mit gefrorenem Blut bedeckte Metall noch aus der Erde ragt.</p>



<p>In der Nacht vernimmt ein unachtsamer Wolf den Geruch des Blutes und nähert sich, um zu sehen, was es ist. Er beginnt, an der Klinge zu lecken. Das gefrorene Blut und das kalte Metall betäuben die Zunge des Wolfes. Stück für Stück schneidet das Tier in seine eigene Zunge und beginnt, sein eigenes warmes Blut zu schmecken.</p>



<p>Da er keinen Schmerz empfindet, leckt er immer schneller und mit größerer Gefräßigkeit. Ohne es zu merken, schneidet er sich die Zunge ab. Wenn der Wolf merkt, was passiert, ist der Schaden bereits zu groß. Das Tier blutet aus, bis es stirbt.</p>



<p>Diese tragische Geschichte ist ein gutes Bild für sexuelle Versuchung. Viele Pastoren sind bereits am Bluten, ihr Leben ist kaputt. Es gibt viele Diener, die ihre geistliche Sensibilität und Gottesfurcht verloren haben. Sie leben in der Praxis der Sünde, während sie predigen, das Abendmahl reichen und den Versuchten Ratschläge geben. Sie sind Heuchler, die versuchen, andere zu heilen, während sie für sich selbst Heilung suchen sollten.</p>



<p>Es gibt Pastoren, die weiterhin in Sünde leben, ohne Buße zu tun oder vom Dienst zurückzutreten. Es gibt solche, die ihre abscheulichen Praktiken erst dann abbrechen, wenn sie erwischt oder zur Zielscheibe öffentlichen Spottes werden.</p>



<p>Jetzt ist es an der Zeit, dass die Gemeinde für die Pastoren betet! Es ist an der Zeit, dass Pastoren sich in den Staub werfen und zu Gott um eine Heimsuchung vom Himmel und eine Zeit der Wiederherstellung schreien (vgl. Joel 2,17)!</p>



<p></p>



<p><em><strong>Fußnoten</strong></em></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="31b7f70b-67a6-482f-acc2-348f1f08bda1">Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2020 genießt in Deutschland die Polizei als Institution das größte Vertrauen der Bevölkerung (84%). Die Kirchen (und damit die Pastoren) dagegen stehen auf dem elften (und damit vorletzten) Platz. Nur 24% der Befragten gaben an, ihnen zu vertrauen. Das Vertrauen in die Kirchen (und Pastoren) ist nicht einmal halb so groß wie in die Bundesregierung (61%). Noch weniger Vertrauen als die Kirchen genießen laut dieser Umfrage nur noch die privaten Rundfunksender (19%). Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/814334/umfrage/vertrauen-in-die-institutionen-in-deutschland/ (Zugriff am 10.08.2021) <a href="#31b7f70b-67a6-482f-acc2-348f1f08bda1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="720430d4-bf5b-4b29-87c2-2e5e3c9f15c0">Groeschel, Craig: Confissões de um pastor. São Paulo: Vida, 2006, S. 168-169 <a href="#720430d4-bf5b-4b29-87c2-2e5e3c9f15c0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="fb236ed0-96c9-4412-afa1-7bd2bf98f877">Ebd., S. 170 <a href="#fb236ed0-96c9-4412-afa1-7bd2bf98f877-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d7caaf79-daba-4d4d-8c53-5c2704e1e328">Silva, Jopencil M.: Cuidado com as tentações do ministério. Governador Valadares: Design, 2007, S. 19.20 <a href="#d7caaf79-daba-4d4d-8c53-5c2704e1e328-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="ac759d68-0d60-4cb4-be5d-f3ff754bbb14">Groeschel, Craig: Confissões de um pastor, S. 48 <a href="#ac759d68-0d60-4cb4-be5d-f3ff754bbb14-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 5 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="1d3a29e1-6990-4fec-b67d-2e3b24e9b0ca">In den deutschen Umfragen (veröffentlicht am 01.01.2018) geben 64% der Befragten (sowohl Männer als auch Frauen) an, von mindestens einem Seitensprung ihres Partners zu wissen. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, von mehr als nur einem Seitensprung des Partners zu wissen.<br>Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/933/umfrage/anzahl-bekannter-seitenspruenge-in-aktueller-partnerschaft-frauen/ und https://de.statista.com/statistik/daten/studie/928/umfrage/anzahl-bekannter-seitenspruenge-in-aktueller-partner-schaft-maenner/ (Zugriff am 10.08.2021) <a href="#1d3a29e1-6990-4fec-b67d-2e3b24e9b0ca-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 6 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2025/die-gefahren-des-hirtendienstes/">Die Gefahren des Hirtendienstes</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Hirte und die Kranken</title>
		<link>https://kfg.org/2025/der-hirte-und-die-kranken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eddie Rasnake]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2025 08:12:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Älteste]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindepraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18375</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die christliche Fürsorge unterscheidet die Gemeinde von dem Egoismus der Welt. Ein wichtiger Teil des Hirtendienstes in der Gemeinde ist es daher, leiblichen, praktischen und emotionalen Bedürfnissen von Familien zu begegnen, die eine Gesundheitskrise erleben. Gleichzeitig kann man nicht genug betonen, dass die Verantwortung bei der gesamten Gemeinde liegt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Diesen Artikel haben wir mit freundlicher Erlaubnis des Rigatio-Verlages aus dem Ältestenkurs „Hütet die Herde“ von Eddie Rasnake entnommen (ISBN: 9783957900517). Wir möchten den gesamten Kurs sehr empfehlen. Die Redaktion</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Der Hirte sorgt für die Herde</h2>



<p>Ein wichtiger Teil des Hirtendienstes in der Gemeinde ist es, leiblichen, praktischen und emotionalen Bedürfnissen von Familien zu begegnen, die eine Gesundheitskrise erleben. Erwachsene neigen dazu, in ihrem Verhalten und Denken eingefahren zu sein, sodass eine geistliche Veränderung oft nur langsam und mühevoll vonstattengeht. Krankheitszeiten sind Ausnahmezeiten, in denen sich Erwachsene besonders öffnen und bereit sind, einen geistlichen Dienst anzunehmen – sei er evangelistisch oder glaubensstärkend. Wenn man körperlichen, praktischen und emotionalen Nöten begegnet, öffnet sich oft auch eine Tür für die geistliche Not. Bietet man in solchen Zeiten Hirtendienst an, ist die praktische Hilfe nicht der Endzweck, sondern ein Mittel zum geistlichen Dienst.</p>



<p>Hirtendienst in Krankheitszeiten ist ein Dienst der Gnade, Ermutigung und Tröstung; auch die Bedürfnisse des Leibes sollen gestillt werden. Die Bibel sagt viel über Krankheit. Sie führt verschiedene Arten von Krankheiten auf – von Beulen, über Blutkrankheiten, Hautkrankheiten, Fußleiden, Lähmung, parasitäre Erkrankungen bis hin zu drei verschiedenen Arten von Blindheit.</p>



<p>Das Ziel des Hirtendienstes ist nicht, die Existenz von Krankheiten zu diskutieren oder nach besonderen Gründen hinter dem Leiden eines Menschen Ausschau zu halten, sondern dem Gemeindeglied in diesen Umständen zu dienen.</p>



<p>Wenn wir darüber nachdenken wollen, wie man Kranken dient, beginnen wir bei Jesus Christus, dem großen Arzt. Während seines ganzen Dienstes hat Jesus geheilt. Das war die göttliche Methode, den Kranken zu helfen. Wenn wir uns mit dem Dienst an Kranken beschäftigen, müssen wir beachten, dass Jesus nicht jede Krankheit als Strafe Gottes ansah, wie es in den Tagen des Alten Testaments üblich war. Die Heilige Schrift nennt mindestens fünf Gründe für Krankheit:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>um Gott zu verherrlichen (Joh 9,1-3).</li>



<li>als eine Prüfung, die zu geistlichem Wachstum und Abhängigkeit von Gott führt (Hi 2,7-8; 2Kor 12,8).</li>



<li>als Ruf zur Umkehr von Sünde (persönliche Sünde: 1Kor 11,30; Sünde in der Familie: Joh 9,1-2 [implizit]; Sünde eines Führers: 2Mos 9,8-17; Sünde eines ganzen Volkes: Jes 1,4-8)</li>



<li>damit Sünde gerichtet wird (1Kor 11,30; 2Sam 12,15; 1Chr 21,8-17; Jes 1,4-8).</li>



<li>als Mittel, um einen Gläubigen heimzuholen (Joh 11,4 [implizit]).</li>
</ol>



<p>Jesus heilte den Körper. Aber es ist wichtig zu beachten, dass er dieselbe Sorge für die geistliche Gesundheit der Menschen zeigte. Seine Beschäftigung mit der Krankheit war nicht Selbstzweck, sondern bedeutete die Beseitigung einer „Störung“, damit er einem Menschen in seinen geistlichen Nöten helfen konnte. Interessant ist, dass der Heilungsdienst von Jesus ein Werkzeug war, um die rettende Macht des Evangeliums zu verkünden. Als Älteste haben wir nicht die Macht, nach Belieben körperlich zu heilen – das steht allein Gott zu. Wir können um Heilung beten, aber ebenso wichtig ist: Wir können uns zum Dienst an anderen in solchen Umständen gebrauchen lassen – ganz gleich, ob der Herr ihre körperlichen Leiden heilen will oder nicht.</p>



<p>Krankheit finden wir in der Bibel reichlich, und heute stellen wir fest, dass der Hirtendienst in solchen Zeiten niemals ein „Kurzzeitdienst“ ist. Wir sehen in der Heiligen Schrift, dass Christus für den Dienst an den Kranken zur Verfügung stand. Er fühlte Mitleid mit ihnen. Sein Dienst an ihren leiblichen Bedürfnissen ging Hand in Hand mit seinem Bestreben, den geistlichen Nöten von Männern und Frauen zu begegnen. Folglich ist der Hirtendienst an Kranken eine Möglichkeit, evangelistisch oder auch in der Jüngerschaft zu arbeiten. Drei biblische Wörter beschreiben diesen Dienst in besonderer Weise: Hirten sollen die Herde <strong><em>ermutigen, trösten und ihr Gnade zeigen.</em></strong> Krankheitszeiten sind Gelegenheiten zu geistlichem Wachstum. Sie sind aber auch Zeiten, wo Satan versucht, durch Depression und Selbstmitleid zu wirken. Ermutigung und Tröstung können einem Gläubigen helfen, die richtige Sicht auf diese Art der Prüfung zu bekommen.</p>



<p>Wem das nicht gelingt, den kann die Gnade auf den richtigen Weg zurückführen. Solche Ermutigung kommt vom Herrn, nicht von uns. Wir lesen: <em>„Übrigens nun, Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus“</em> (1Thes 4,1). Christus, und niemand von uns, ist die höchste Quelle geistlicher Ermutigung. Wenn ein Ältester ein Krankenzimmer betritt, eine Karte schreibt oder ein Trauerhaus betritt, dann tut er das, um „in dem Herrn Jesus“ zu ermutigen, nicht in seinem Fleisch.</p>



<p>Um dienen zu können, müssen wir in Hingabe zu ihm leben und ihm jede Situation anvertrauen. Niemand verhält sich in einer Prüfung perfekt. Deswegen gehört Gnade zum Hirtendienst an Kranken dazu. Das heißt, wir zeigen bedingungslose Liebe und helfen der Person in ihrer Not, ohne darüber nachzudenken, ob die Person würdig ist. Gottes Gnade hat uns die Erlösung geschenkt, als wir sie nicht verdienten. Ebenso sollen wir anderen Gnade in schweren Zeiten zeigen, weil Christus in uns lebt. Der Kranke in der Gemeinde braucht nicht meine oder Ihre Gnade – er braucht die Gnade Gottes. Es geht nicht einfach darum, was wir tun – es geht um die Frucht dessen, was wir sind. Wenn wir uns die Zeit nehmen, einen Besuch zu machen, brauchen wir manchmal nichts zu sagen oder zu tun. Der wahre Dienst geschieht oft nicht, weil wir etwas gesagt oder getan haben, sondern weil wir durch den Besuch unsere Fürsorge gezeigt haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Praktische Gedanken</h2>



<p>Während die dienende Fürsorge ohne Zweifel zu den Aufgaben eines Ältesten gehört, kann man nicht genug betonen, dass bei der gesamten Gemeinde die Verantwortung liegt. Die vorrangige Aufgabe eines Ältesten als Hirte ist die „Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes“ (Eph 4,11-12). Darum ist es wichtig, andere in diese fürsorgliche Arbeit miteinzubeziehen. Damit verbunden ist die Tatsache, dass Jesus sehr früh ein Dienst-Modell eingeführt hat, wonach er seine Jünger immer zu zweit aussandte (Mk 6,7; Lk 10,1). Wann immer es möglich ist, nehmen Sie jemanden mit, der an diesem Prozess teilhat und so ausgerüstet wird, diesen Dienst bei Bedarf auch ohne Sie zu tun. Je größer die Gemeinde, desto größer der Bedarf an Fürsorge. Darum ist es wichtig, dass wir uns reproduzieren.</p>



<p>Es gibt fünf Arten von Krankenfürsorge und Notzeiten, denen man im Rahmen des Hirtendienstes einer Gemeinde begegnet.</p>



<p><strong>1. Gesundheitskrisen.</strong> Das kann eine unerwartete Krankheit sein, ein Autounfall, Herzinfarkt, Schlaganfall … Die Liste ist endlos, aber das typische an dieser Art ist, dass sie mit nur wenig oder ganz ohne Vorwarnung kommt. Den Krankenbesucher erwartet eine Situation, in der es um Leben und Tod geht. Ist dann die kritische Phase durchlaufen, schließt sich die zweite Phase an.</p>



<p><strong>2. Krankenfürsorge.</strong> Solche Ereignisse sind eher vorhersagbar und reichen von einem aufreibenden Termin, wie einer Untersuchung oder einer Operation, bis zu einem freudigen Ereignis, z. B. der Geburt eines Kindes. Diese nicht notfallmäßigen Situationen erlauben es, dass man Besuche vorab plant.</p>



<p><strong>3. Nachsorge.</strong> Das ist die Genesungsphase für die ersten beiden Arten und findet gewöhnlich zu Hause statt. Auch jetzt muss man sich um die Menschen kümmern, aber in dieser Situation genügt oft ein Anruf oder eine Karte.</p>



<p><strong>4. Langzeiterkrankung.</strong> Das ist vielleicht die schwierigste Situation. Hat ein Gemeindeglied eine langwierige Erkrankung, ist die Gemeinde sehr gefordert zu helfen. In solchen Fällen ist die Familie auch stets sehr angespannt und braucht ebenso wie der Kranke Fürsorge.</p>



<p><strong>5. Bettlägerige.</strong> Das sind zum einen die, die zu Hause dauerhaft ans Bett gebunden sind oder die in einem Pflegeheim leben. Letztere stellen eine besondere Gruppe von Langzeitbedürftigen dar. Sie brauchen zuerst Ermutigung, weil sie ihre umstandsbedingte Isolation von den regulären Aktivitäten der Gemeinde trennt. Diesen besonderen Bedürfnissen begegnet man am besten, indem man ein Team von Freiwilligen bildet. Oft sind Senioren und Rentner in der Gemeinde für einen solchen Dienst besonders gut geeignet. Im Allgemeinen können sie mehr Zeit als andere darauf verwenden und sind in der Regel auch einfühlsamer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fürsorge-Struktur</h2>



<p>Sorge um die Kranken und Alten ist die Aufgabe der ganzen Gemeinde, und nicht nur einiger weniger Leiter. Man muss ein Bewusstsein für diese Aufgabe entwickeln, und je größer eine Gemeinde ist, desto größer kann die Herausforderung sein. Es ist entscheidend, dass große Gemeinden darauf achten, in beständigen kleinen Schritten zu arbeiten. Wie wir an Jitros Rat an Mose in 2. Mose 18,13-26 erkennen, ist die Struktur sehr wichtig. Ansonsten kann es passieren, dass ein Leiter bei dem Versuch ausbrennt, die Bedürfnisse aller zu stillen. Jitro empfahl Mose, fähige Männer auszuwählen und sie einzusetzen als <em>„Oberste von Tausend, Oberste von Hundert, Oberste von Fünfzig, Oberste von Zehn“</em> (V. 21). Er schlug außerdem vor, dass diese „Unterhirten“ die wichtigen Fragen herausfilterten, um die sich dann Mose persönlich kümmerte; mit den weniger wichtigen Themen würden sie sich beschäftigen. Wie auch immer die Arbeit in einer Gemeinde aufgeteilt ist, sollte die Fürsorge einen eigenen Aufgabenbereich bilden. Wenn Menschen zusammenleben – wie das ja in einer Gemeinde der Fall ist –, sind sie natürlich immer die Ersten, wenn es um das Leisten von Fürsorge geht. Diakone spielen dabei eine Rolle, und manche Situationen erfordern die persönliche Aufmerksamkeit der Ältesten. Wichtig ist aber vor allem eine Struktur, die solche Situationen erkennt, damit kein Kranker oder Bedürftiger übersehen wird. Während es kurzfristig einfacher erscheint, wenn man sich als Ältester selbst darum kümmert, statt die Gemeinde für diesen Dienst zu organisieren, stellt dies langfristig keine wahre Leiterschaft dar und führt geradewegs zum Burnout. Eine Form, wie Älteste <em>„über ihren Bereich herrschen“</em> (1Petr 5,3), besteht darin, dass sie für den Leib das tun, was der Leib selbst tun sollte.</p>



<p>Ich würde Ihnen raten, sich die Zeit zu nehmen und die Leitungsstruktur zu organisieren, die Jitro als ersten Schritt vorschlägt. Teilen Sie die ganze Gemeinde unter den Ältesten auf – vielleicht nach Wohnort, Alter oder Hauskreisstruktur. Organisieren Sie dann diejenigen – ob Diakone, Lehrer oder andere Freiwillige –, die unter jedem Ältesten an diesem Fürsorgedienst teilnehmen.</p>



<p>Klären Sie, um welche Bedürfnisse sich jede Ebene von Leitern kümmern soll und welche Situationen es erfordern, dass sich die nächste Ebene darum kümmert. Die Kommunikation ist entscheidend. Diese verschiedenen Ebenen der fürsorglichen Leiterschaft helfen den Ältesten, besser über die Nöte in der Gemeinde informiert zu sein. Sie stellen außerdem sicher, dass auch den Bedürfnissen begegnet wird, die Älteste nicht unbedingt für die Wichtigsten halten. Apostelgeschichte 6 macht deutlich, dass Unterhirten erforderlich sind, damit die Ältesten sich ihren vorrangigen Aufgaben widmen können: dem Gebet und dem Dienst am Wort.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fürsorge Ausbildung</h2>



<p>Während Struktur wichtig für den Anfang ist, gehört mehr dazu, um die Bedürfnisse der Gemeinde zu stillen. Jeder, der an irgendeinem Platz dient, braucht zwei wichtige Dinge, um erfolgreich zu dienen. Er braucht 1. einen klaren Blick für den Dienst und 2. eine Zurüstung für die Aufgabe. Das Entwickeln eines Blicks bzw. Bewusstseins für diesen Dienst ist wichtig für die ganze Gemeinde. Ich empfehle, sonntags in gewissen Abständen über die Grundlagen der Fürsorge zu predigen, damit alle verstehen, dass dies eine Aufgabe für alle ist, und nicht nur für die Leiter. Vielleicht ist eine Predigtreihe über die Einander-Gebote der Bibel eine gute Möglichkeit, diesen Blick zu entwickeln und deutlich zu machen, dass sich jeder an der gegenseitigen Fürsorge beteiligen sollte. Das Wort Gottes muss definieren, wie jede Gemeinde arbeitet. Wenn man das Thema Fürsorge dabei auslässt, ist dies ein schlechter Dienst an uns allen. Eine zweite Voraussetzung für die Unterhirten ist die gute Zurüstung, damit sie auf die Situationen vorbereitet sind, wo sie dienen sollen. Wie macht man einen Krankenbesuch? Hier einige Hilfen, wie so ein Besuch aussehen könnte und wie man sich darauf vorbereiten kann.</p>



<p><strong><em>1. Gesundheitskrise</em></strong></p>



<p>Wenn der Besuch in einer solchen Phase geschieht, sollte man auf Folgendes achten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Schritt 1: </strong>Beten Sie um Weisheit, Feingefühl und Mitleid im Umgang mit der kranken Person. Beten Sie für alle konkreten Gesichtspunkte, die Ihnen in diesem Fall bekannt sind, und machen Sie den Besuch sobald wie möglich.</li>



<li><strong>Schritt 2:</strong> Seien Sie sensibel für die Bedürfnisse in dieser Situation. Einfach da zu sein und zu schweigen, ist oft zunächst der beste Dienst. Erwarten Sie nichts. Manchmal gibt es nichts zu sagen, und am meisten haben Sie durch die Zeit gedient, die Sie sich genommen haben.</li>



<li><strong>Schritt 3:</strong> Informieren Sie sich taktvoll über die Situation. Achten Sie aufmerksam auf jedes Detail, das man Ihnen mitteilt. Notieren Sie sich, was Sie an die Gemeinde weitergeben sollten.</li>



<li><strong>Schritt 4:</strong> Wenn Sie mit der Familie sprechen, achten Sie auf deren unmittelbare Bedürfnisse, z. B.: Gibt es Kinder, um die man sich kümmern muss? Sollte man für Essen sorgen? Kann man helfen, Verwandte oder Freunde zu kontaktieren?</li>



<li><strong>Schritt 5:</strong> Seien Sie flexibel. Jede Situation ist anders. Vertrauen Sie darauf, dass der Herr Ihnen alle Weisheit gibt, die Sie in dieser konkreten Situation brauchen.</li>



<li><strong>Schritt 6:</strong> Seien Sie einfühlsam, damit Sie Ihren Besuch zur richtigen Zeit beenden. Bleiben Sie nicht zu lange, gehen Sie aber auch nicht zu früh. Wenn Sie den Eindruck haben, dass es Zeit ist zu gehen, fragen Sie nach Gebetsanliegen (z. B.: „Wofür sollen wir als Gemeinde beten?“). Beten Sie dann für den Kranken und versuchen Sie, positiv und ermutigend zu sein. Ich erinnere dabei immer an 1. Petrus 5,7, wo wir eingeladen werden: „Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er ist besorgt für euch.“ Ich lasse immer eine Karte mit meiner Telefonnummer da, falls jemand weitere Gespräche möchte oder es neue Informationen gibt. Solche Karten sind immer praktisch.Manchmal macht man einen Besuch im Krankenhaus und der Kranke ist vielleicht zu einer Untersuchung fort oder die Zeit für einen Besuch ist unpassend, weil der Kranke schläft. In einem solchen Fall kann man die Karte mit der kurzen Notiz dalassen, dass man für den Kranken betet.</li>



<li><strong>Schritt 7:</strong> Erzählen Sie der Gemeinde von Ihrem Besuch, und geben Sie die besonderen Anliegen weiter.</li>
</ul>



<p><strong><em>2. Gewöhnliche Krankenfürsorge</em></strong></p>



<p>Bei diesen routinemäßigen Situationen sind die meisten zuvor genannten Schritte ebenfalls relevant. Aber achten Sie auf Besonderheiten in dieser speziellen Situation. Bedenken Sie: Ihre Aufgabe besteht nicht darin, alle Bedürfnisse des Kranken zu stillen. Sie sind einfach berufen, sich dem Herrn zur Verfügung zu stellen und Teil des Dienstes der Fürsorge zu sein. Manchmal sieht das so aus, dass man Kontakt zu anderen Gemeindegliedern herstellt. Ganz egal, wie die Umstände auch sein mögen, es geht immer darum, die Aufmerksamkeit des Kranken auf den Herrn zu lenken, weil er der Eine ist, der alle Bedürfnisse stillen kann. Es ist immer angemessen, sich Zeit zum Beten für den Kranken zu nehmen.</p>



<p><strong><em>3. Nachsorge</em></strong></p>



<p>Für diese Situationen sollte man immer unter Gebet entscheiden, welche Art von Kontakt angemessen ist (Karte, Anruf, persönlicher Besuch). Jede Kommunikation sollte das Angebot enthalten, Gebetsanliegen an die Gemeinde weiterzugeben. Wenn es passend ist, eine Karte zu schreiben, nehme ich mir vor dem Schreiben immer Zeit, um für den Kranken zu beten. Ich lasse in den Text einfließen, dass wir für ihn beten. Bei einem Anruf oder persönlichen Besuch fragt man am besten nach Gebetsanliegen und betet dann auch gleich dafür.</p>



<p><strong><em>4. Langzeiterkrankung</em></strong></p>



<p>Zu dieser Art der Fürsorge gehören gewöhnlich viele Kontakte, wenn diese auch nicht immer aus persönlichen Besuchen bestehen müssen. Es ist wichtig, der Person gegenüber einfühlsam zu sein. Manche geselligen Menschen wünschen häufige Kontakte und lange Besuche, während andere lieber zurückgezogen sind. In einer Situation mit Langzeitkranken muss man auch auf die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen achten.</p>



<p><strong><em>5. Bettlägerige und Menschen in Pflegeheimen</em></strong></p>



<p>Wie bei allen anderen Situationen ist auch hier Unterscheidungsvermögen für die speziellen Bedürfnisse des Bedürftigen nötig. Wie ich zuvor schon gesagt habe, ist ein Team von Mitarbeitern oft eine große Hilfe, um solche Dienste zu tun. Die Gemeinde könnte ein Budget zur Verfügung stellen, damit die Mitarbeiter regelmäßig kleine Geschenke zu den Krankenbesuchen mitbringen können. Schokolade, Blumen oder andere jahreszeitliche Aufmerksamkeiten verleihen einem Besuch etwas Besonderes. Wir wollen das geben, wonach sich jeder in Not sehnt: persönlichen Kontakt, Gebet und Aufmerksamkeit für seine besonderen Bedürfnisse.</p>



<p>Die Zeit, die man dem Fürsorgedienst in der Gemeinde widmet, ist sehr wichtig. Gott hat die Gemeinde so gestaltet, dass sie sich selbst versorgen kann. Er hat jedem Glied Gaben gegeben, die sicherstellen, dass jeder etwas beizutragen hat. In Apostelgeschichte 4,34 lesen wir von der ersten Gemeinde: <em>„Denn es war auch keiner bedürftig unter ihnen“</em>, denn jeder bekam das, was er brauchte. Jesus sagte im Obersaal: <em>„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“</em> (Joh 13,35). Die christliche Fürsorge unterscheidet die Gemeinde von dem Egoismus der Welt. Wenn der Leib Christi heute in einer gesunden Weise funktioniert, haben wir das gleiche Ergebnis wie die erste Gemeinde: <em>„Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten“</em> (Apg 2,47).</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Berufung zum Hirten</title>
		<link>https://kfg.org/2025/die-berufung-zum-hirten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Hernandes Dias Lopes]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2025 07:58:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Älteste]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre / Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Die Berufung zum Hirtenamt ist die erhabenste aller Berufungen.“ Nicht die Gemeinde, nicht ein Mensch, sondern Gott selbst beruft zu diesem Dienst. Es geht dabei jedoch nicht um irgendwelche Privilegien oder Eitelkeiten, sondern darum, die Menschen zu lieben, denen man dient.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Der Artikel von Hernandes Dias Lopes ist aus dem wertvollen Buch „Der Anspruch des Hirtendienstes” (siehe Seite 10) entnommen. Wir danken dem CMV-Verlag, Bielefeld, herzlich für die Abdruckerlaubnis. Die Redaktion</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Die Berufung zum Hirtenamt ist die erhabenste aller Berufungen. John Jowett sagt in seinem Buch <em>The Preacher, His Life and His Work</em>, dass die pastorale Berufung nicht eintritt, wenn man versucht, Medizin zu studieren, und die Prüfung nicht besteht, es mit dem Ingenieurswesen probiert und keinen Erfolg hat, an die Tür eines anderen Studiengangs klopft und ebenfalls scheitert, und dann zu dem Schluss kommt, dass Gott die Tür des Pastorendienstes öffnet. Im Gegenteil: Pastorale Berufung bedeutet, dass alle anderen Türen offen sind, man sich aber nur danach sehnt, durch die Tür des Dienstes einzutreten. Berufung ist wie unsichtbare Handschellen. Der Ruf Gottes ist unwiderruflich und nicht übertragbar. Wenn er ruft, ruft er wirksam!</p>



<p>Gott beruft verschiedene Menschen, in verschiedenen Lebensumständen, in verschiedenen Altersstufen, für verschiedene Ämter. Er rief Jeremia im Bauch seiner Mutter. Er rief Jesaja zur Zeit einer nationalen Krise. Er rief Petrus, nachdem dieser geheiratet hatte. Er rief Paulus, als dieser die Gemeinde verfolgte.</p>



<p>Der Prophet Jeremia sagt, dass Gott derjenige ist, der seinem Volk Hirten nach seinem Herzen gibt (Jeremia 3,15): <em>„Und ich will euch Hirten nach meinem Herzen geben, die sollen euch weiden mit Erkenntnis und Einsicht.“</em> Der Hirte ist kein freiwilliger Helfer, sondern eine von Gott berufene Person. Sein Dienst wird nicht gesucht, er wird empfangen (vgl. Apostelgeschichte 20,24). Seine Berufung ist nicht irdisch, sondern himmlisch (Apostelgeschichte 26,19). Seine Motivation gründet sich nicht auf menschliche Vorteile, sondern auf die Erfüllung der göttlichen Ziele.</p>



<p>Es ist eine große Gefahr, den Hirtendienst mit anderen Zielen oder Motivationen anzutreten. Der Dienst ist keine Erfolgsbühne, sondern eine Arena des Todes (vgl. 1. Korinther 4,9). Der Dienst ist keine Künstlergarderobe, in der wir uns Masken aufsetzen und eine Rolle annehmen, die sich von dem unterscheidet, was wir wirklich sind, sondern er ist ein Arbeitsfeld, dessen Kern die Heiligkeit ist. Das Leben des Hirten ist das Leben seines Dienstes. Das Pastorenamt ist keine Plattform der Privilegien, sondern ein Feld des Dienstes; es ist kein Jahrmarkt der Eitelkeiten, sondern ein Ort der demütigen, aufopfernden Arbeit.</p>



<p>Das Ideal des Dienstes anzunehmen, bedeutet, andere Ideale aufzugeben. Ich war von Mutterleib an Gott geweiht. Meine Mutter war mit einem schrecklichen Dilemma konfrontiert. Sie musste zwischen ihrem Leben und meinem wählen. Ihre Risikoschwangerschaft ließ ihr keine Wahl. Der medizinischen Prognose zum Trotz gab sie Gott ein Gelübde: Wenn der Herr ihr und mein Leben verschonen würde, würde sie mich für den Dienst weihen. Gott erhörte ihr Gebet, und ich wurde geboren. Meine Mutter bewahrte dieses Gelübde in ihrem Herzen und betete beständig zum Herrn, dass Gott mich in den Dienst rufen würde. Sie erzählte mir nichts von ihrem Gelübde, um mich nicht zu beeinflussen. Mein Traum seit meiner Kindheit war es, Anwalt und Politiker zu werden. Seit meiner Kindheit verpasste ich keine einzige Wahlveranstaltung. Ich hörte den Rednern aufmerksam zu und begeisterte mich immer mehr für eine politische Karriere. An dem Tag, an dem ich 18 wurde, bekam ich meine Wahlkarte und trat einer Partei bei. Mein Verstand war aufgewühlt und mein rastloses Herz sehnte sich leidenschaftlich danach, in dieses Leben einzutreten. Aber Gott hatte Wohlgefallen daran, mein Leben zu berühren und mich in den Dienst zu rufen, bevor ich 19 wurde. Ich habe sofort meine Träume aufgegeben und mich auf Gottes Bestimmung eingelassen. Heute würde ich den Dienst gegen kein anderes Privileg eintauschen. Ich weiß, dass es keinen erhabeneren Beruf gibt als Botschafter Gottes, Diener der Versöhnung, Hirte der Seelen, Prediger des heiligen Evangeliums Christi zu sein. Ich bin durch ganz Brasilien gereist, habe in anderen Ländern gepredigt. Ich habe die gute Nachricht des Evangeliums bis in die entlegensten Winkel unseres Landes und der Welt gebracht. Keine irdische Freude, die die Welt demjenigen bieten kann, der ein Prediger des Evangeliums Jesu Christi ist, ist mit der Freude vergleichbar, Prediger des Evangeliums zu sein.</p>



<p>Jemand hat einmal gesagt, dass, wenn das Ideal größer ist als das Leben, es sich lohnt, sein Leben für das Ideal zu geben. Charles Studd, ein Spitzensportler in England, der sich im 19. Jahrhundert zu Christus bekehrte, ließ den Ruhm der Sportwelt hinter sich, um sein Leben der Missionsarbeit in Indien und Afrika zu widmen. Als ihn jemand fragte, ob das, was er tat, nicht ein zu großes Opfer sei, antwortete er: „Wenn Jesus Christus Gott ist und er sein Leben für mich gegeben hat, gibt es kein zu großes Opfer, das ich für ihn bringen kann.” Ich stimme mit dem Märtyrer in Südamerika, dem Missionar Jim Elliot, überein, wenn er sagt: „Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.”</p>



<p>Betrachten wir einige wichtige Wahrheiten, die mit Jeremia 3,15 im Zusammenhang stehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">GOTT gibt seiner Gemeinde Hirten</h2>



<p>Es gibt zwei Wahrheiten, die ich hier hervorheben möchte. Erstens: <em>Die göttliche Wahl beruht nicht auf unseren Fähigkeiten, sondern auf Gnade.</em> Wir sehen das an der Berufung Jeremias. Dieser war noch sehr jung, als er in den Prophetendienst berufen wurde (vgl. Jeremia 1,6). Er sah sich nicht im Stande, zum Volk zu reden. Es war Gott, der ihm das Wort in den Mund legte. Jona war ein Mann, der Schwierigkeiten hatte, seinen Feinden zu vergeben, und Gott rief ihn und sandte ihn, gegen seinen Willen, um sein Werk zu tun (vgl. Jona 1,2; 3,1.2). Paulus betrachtete sich als den kleinsten der Apostel, den geringsten der Heiligen und den Sündigsten von allen, aber Gott stellte ihn an den Platz der höchsten Ehre in der Geschichte der Gemeinde. Unsere Wahl für den Dienst beruht nicht auf Verdiensten, sondern auf Gnade. Das Tor zum Dienst ist die Demut. Kein Hirte kann mit Hochmut und Stolz wirksam das Werk Gottes tun. Stolz geht dem Verderben voraus. Eitelkeit ist die Vorstufe zum Scheitern. Alle Ehre, die nicht Gott gegeben wird, ist eitle Ehre. Wir sind nicht im Dienst, weil wir jemand sind, wir sind im Dienst, um den Einzigen zu verkünden, der würdig ist, alle Ehre, alle Herrlichkeit und alles Lob zu empfangen.</p>



<p>Zweitens ist es <em>Gott, der den Gliedern des Leibes ihren Platz zuweist, wie es ihm gefällt</em>. Alle Erlösten haben Gaben und Aufgaben im Leib, aber nicht alle sind für das Hirtenamt berufen (vgl. Epheser 4,11). Nicht wir entscheiden, sondern Gott. Wer für diese erhabene Arbeit berufen ist, kann nicht stolz sein, denn er hat nichts, was er nicht empfangen hat. Eine gläubige Person darf nicht in den Pastorendienst treten, ohne speziell zu diesem Dienst berufen worden zu sein, noch sollte eine berufene Person diesen Ruf ablehnen.</p>



<p>Viele Menschen denken irrtümlicherweise, dass der Pastor einen herausragenden Platz in der Hierarchie der Gemeinde einnimmt. Aber in der Gemeinde Gottes gibt es keine Hierarchie. Der Pastor ist nicht höher als das kleinste Mitglied der Gemeinde. Er ist ein Diener Christi und Diener der Gemeinde. Diejenigen, die in den Dienst treten und Gottes Herde mit unangemessener Strenge behandeln und meinen, sie hätten die Herrschaft über Gottes Schafe, befinden sich in einem gefährlichen Irrtum (vgl. 1. Petrus 5,1-4).</p>



<p>Wir haben mit großer Traurigkeit gesehen, wie manche Pastoren versuchen, sich selbst abzuschirmen, indem sie in einem Elfenbeinturm leben, jenseits von Gut und Böse. Ermahnungen und Korrekturen durch Gemeindeglieder oder sogar andere Pastoren akzeptieren sie nicht. Sie verteidigen sich inbrünstig und sagen, dass niemand den „Gesalbten des Herrn“ antasten dürfe. Sie reißen den Text aus seinem Zusammenhang und benutzen das Wort Gottes nur, um sich selbst zu schützen oder ihre Sünden zu verbergen. Die pastorale Leiterschaft ist lediglich eine Position. Der Pastor ist nicht wichtiger als jede andere Person in der Herde. So wie der Ehemann das Haupt der Ehefrau ist, aber nicht wichtiger als die Ehefrau. So wie Gott das Haupt Christi, aber nicht größer als Christus ist. In gleicher Weise ist auch die Leiterschaft des Pastors eine funktionelle Leiterschaft. Der Hirte und die Gemeindeglieder stehen alle auf der gleichen Ebene; alle sind Diener Christi und sollten sich als solche gegenseitig ermahnen.</p>



<p>Der Apostel Paulus sagte zu den Ältesten von Ephesus (Apostelgeschichte 20,24): <em>„Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht; mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.”</em> Der Dienst ist keine Aufgabe, auf die wir uns aus eigener Initiative stürzen, er ist ein Auftrag, den wir von Jesus bekommen. Er ist kein Aufruf zur Bequemlichkeit, sondern eine Aufforderung zur Selbstverleugnung. Er ist nicht das Streben nach Status und Macht, sondern der Wunsch nach einem anstrengenden, aber vorzüglichen Werk (vgl. 1. Timotheus 3,1).</p>



<p>Ashbell Green Simonton war das neunte Kind einer gottesfürchtigen Familie. Sein Vater war ein Arzt, und zwei Legislaturperioden lang Abgeordneter der Kammer. Simonton war der Jüngste unter seinen Geschwistern. In seiner Kindheit weihten ihn seine Eltern dem Herrn, und zu seiner Zeit berief ihn Gott in den Dienst. Er trat in das Princeton Seminary in New Jersey, USA, ein. Er war ein brillanter Student. Als er bei seinem Abschluss eine Predigt von Charles Hodge hörte, wurde er von Gott aufgefordert, sich der Missionsarbeit zu widmen. Gott neigte sein Herz nach Brasilien. Einige Leute versuchten, ihn von seinem Vorhaben abzuhalten, indem sie ihm sagten, dass es verrückt sei, seine Familie, sein Land und so vielversprechende Angebote der Kirche seines Landes aufzugeben, um in ein so armes und von so vielen epidemischen Krankheiten betroffenes Land zu gehen. Simonton antwortete daraufhin: „Der sicherste Ort, an dem ein Mensch sein kann, wenn auch umgeben von Bedrohungen und Gefahren, ist im Zentrum des Willens Gottes.“ Dieser junge Mann verließ im Alter von 26 Jahren sein Heimatland und ging nach Brasilien. Tapfer und mutig arbeitete er und hatte nach einer äußerst kurzen Zeitspanne von nur acht Jahren die Presbyterianische Kirche von Brasilien organisiert, eine Glaubensgemeinschaft, die bis heute der treuen Predigt der Heiligen Schriften verschrieben ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gott gibt seiner Gemeinde HIRTEN</h2>



<p>Gott ruft nicht nur, sondern er legt auch den Auftrag fest. Was ist ein Hirte? Was bedeutet es, eine Herde zu weiden? Zuallererst ist es die Aufgabe eines Hirten, <em>die Herde Gottes mit dem Wort Gottes zu versorgen.</em> Es ist nicht unsere Aufgabe, für die Nahrung zu sorgen, sondern die Nahrung anzubieten. Die Nahrung ist das Wort. Dem Volk Gottes das Wort vorzuenthalten, ist eine schwere Sünde. Viele Gemeinden sind heute krank, weil sie sich von giftigen Kräutern ernähren.<sup data-fn="ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1" class="fn"><a id="ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1-link" href="#ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1">1</a></sup> Da ist der Tod im Topf! Es gibt viele Irrlehren, die auf den evangelikalen Kanzeln kursieren. Es gibt viele Neuerungen, die dem Wort Gottes fremd sind, die in die Liturgie, in die Botschaft und in die Musik eindringen und am Ende das geistliche Leben der Gemeinde schwächen. Es gibt Gemeinden, die hungern, weil sie die nahrhafte Speise des Wortes nicht erhalten. Ihre Pastoren geben sich nicht dem Wort hin. Sie studieren das Wort nicht und sinnen nicht darüber nach. Sie predigen aus der Leere ihres Verstandes und der Täuschung ihres Herzens. Es gibt immer noch Gemeinden, die ausgelaugt und unterernährt sind, weil sie nicht ausreichend Nahrung erhalten. Der Hirte muss ein unermüdlicher Student des Wortes Gottes sein. Er muss jeden Tag reichlich Nahrung für seine Herde haben. Ein hungriges Schaf wird unruhig und neigt dazu, sich an gefährliche Stellen zu verirren. Es gibt auch Gemeinden, die sich mit der Spreu menschlicher Traditionen füllen, statt die reiche göttliche Versorgung zu bekommen. Wir brauchen dringend eine Erweckung auf den Kanzeln.</p>



<p>Eine weitere Aufgabe des Hirten ist es, <em>die Herde Gottes vor den Angriffen reißender Wölfe zu schützen.</em> Jesus warnte vor der Tatsache, dass der Teufel die Söhne des Bösen dann in die Gemeinde einschleust, wenn diese schläft (vgl. Matthäus 13,24.25). Paulus hält die Hirten der Gemeinde zur Wachsamkeit an, damit die reißenden Wölfe nicht in die Herde eindringen (vgl. Apostelgeschichte 20,29.30). Irrlehren sind die Zähne des Wolfes. Wenn die Kirche aufhört, die apostolische Lehre zu wahren, gelangen die neuesten Waren des Glaubensmarktes in die Gemeinde, und in diesem Zuge kommen oft Praktiken, die der Heiligen Schrift fremd sind. Die Hirten müssen die Literatur, die in die Gemeinde kommt, daraufhin überprüfen, ob sie dem Wort entspricht. Sie müssen die Texte der Lieder, die in der Gemeinde gesungen werden, analysieren, um nicht lehrmäßigen Missverständnissen zu verfallen. Gemeindeleiter dürfen die Kanzel der Gemeinde nicht Personen überlassen, von denen bekannt ist, dass sie sich nicht der Treue der Schrift gegenüber verpflichtet haben.</p>



<p>Einmal, an einem Sonntagmorgen, predigte ich in der Kirche, der ich seit über zwanzig Jahren vorstehe, als eine auffällig gekleidete Frau hereinkam und sich in den vorderen Teil der Kirche, in die dritte Bank setzte. Während ich predigte, ließ sie mir einen kleinen Zettel aushändigen: „Der Heilige Geist hat mich heute hierher gesandt, weil ich eine Botschaft von Gott für diese Gemeinde zu überbringen habe.“ Ich las die Notiz, steckte sie in meine Tasche und beendete meine Botschaft, erteilte den Segen und ging zur Tür, um die Gläubigen zu begrüßen. Diese Frau, die nun wütend war, konfrontierte mich an der Tür der Kirche und sagte mir, dass ich den Heiligen Geist daran gehindert hätte, an diesem Morgen zur Gemeinde zu sprechen. Ich antwortete ihr: „Der Heilige Geist hat zur Gemeinde gesprochen, Sie haben nicht zugehört. Ich habe heute Morgen treu das Wort Gottes gepredigt.” Dann sagte ich noch: „Ich kenne Sie nicht, ich weiß nicht, woher Sie kommen, noch, wohin Sie gehen. Ich weiß nicht, was Sie glauben, und ich habe Verantwortung für diese Herde, deswegen kann ich die Kanzel nicht jemandem überlassen, den ich nicht kenne.” Die Frau ging wütend davon und ich erfuhr, dass sie in dieser Woche in einigen Gemeinden große Spannungen verursachte, indem sie auf verschiedene Kanzeln stieg und das Gift gefährlicher Irrlehren verbreitete.</p>



<p>Drittens bedeutet das Hirtenamt, <em>Freude am „Geruch der Schafe” zu finden.</em> Die Aufgabe des Hirten ist es zu weiden. Das Schaf ist ein Tier, das nicht auf sich selbst aufpassen kann. Wenn es sich von der Herde entfernt, wird es eine leichte Beute der Räuber. Das Schaf ist kurzsichtig und kann die rutschigen und gefährlichen Stellen nicht deutlich sehen. Das Schaf braucht einen Hirten und der Hirte muss in der Nähe des Schafes sein, um ihm in seinen Bedürfnissen zu helfen. Es ist der Hirte, der die hungrigen Schafe zu grünen Weiden und die durstigen Schafe zu ruhigen Wassern führt. Es ist der Hirte, der mit den Schafen durch die dunklen Täler geht und ihnen Sicherheit gibt. Es ist der Hirte, der das schwache Schaf in seinen Armen trägt und das in den Abgrund gefallene rettet. Es ist der Hirte, der das bockige Schaf zurechtweist, welches das Leben der Herde in Gefahr bringt.</p>



<p>Viertens ist es die Aufgabe des Hirten, <em>die Schafe zu ermutigen.</em> Der Hirtendienst ist sehr umfangreich. Der Hirte lehrt, weidet, führt, schützt, erzieht, stärkt, ermutigt und tröstet die Schafe. Es ist nicht seine Aufgabe, das zerbrochene Schilfrohr zu zerbrechen oder den glimmenden Docht zu löschen (vgl. Matthäus 12,20). Es ist nicht seine Aufgabe, die Schafe einzuschüchtern oder sie wegen ihrer Fehler zu schlagen. Der Hirte handelt mit der Beharrlichkeit eines Vaters (vgl. 1. Korinther 4,14-21) und der Sanftheit einer Mutter (vgl. 1. Thessalonicher 2,7). Der Hirte benutzt die Rute der Zucht, aber auch den Hirtenstab der Rettung. Der Hirte ist jemand, der bereit ist, das Schaf in seinen Armen zu tragen und sein Leben dafür zu geben. Er muss nicht nur Freude daran haben, zu seiner Herde zu predigen, sondern auch Freude an der Herde haben, zu der er predigt. Seine Aufgabe ist es, ein Ermutiger derer zu sein, die auf dem Weg ins himmlische Kanaan sind!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gott gibt Hirten nach seinem Herzen</h2>



<p>Der Hirte nach dem Herzen Gottes ist sich dessen bewusst, dass Gott ihn berufen hat, Christus zu lieben und die Schafe in Demut zu weiden. Der Hirte ist nicht der Herr der Herde. Gott gibt uns nie Macht, indem er uns das Recht überträgt, die Gemeinde zu besitzen. Die Kirche gehört nicht uns, sondern Gott. Die Schafe sind nicht unser, sondern Gottes Eigentum.</p>



<p>Das Pastorenamt ist keine privilegierte Position, sondern eine Plattform des Dienstes. Es gibt viele Pastoren, die sich wie Gutsbesitzer verhalten. Sie sind die Besitzer der Schafe, nicht ihre Hirten. Diese Hirten schauen darauf, was sie an den Schafen verdienen können, nicht darauf, wie sie den Schafen dienen können. Diese Hirten suchen den Gewinn, nicht das Wohl der Schafe. Statt das Leben für die Schafe zu geben, wollen sie, dass die Schafe ihr Leben für sie geben. Es gibt andere Hirten, die wie Mietlinge erscheinen. Das sind die betrügerischen Arbeiter, die die Schafe ausbeuten und für sich ausnutzen. Anstatt ihre Zeit, ihr Herz und ihr Leben in das Leben der Schafe zu investieren, versuchen sie, alles aus den Schafen herauszuholen, was sie können. Sie sind Hirten ihrer selbst, nicht Hirten der Herde Gottes.</p>



<p>Der Hirte nach dem Herzen Gottes weidet die Herde unter dem Stab des Oberhirten. Kein Hirte hütet die Herde Gottes treu, wenn er sein Hirtenamt nicht unter dem Stab Christi ausübt und dem Volk Gottes eine gesunde Lehre vermittelt. Die Weisung der Wahrheit muss in seinem Mund sein. Die treue Lehre der Heiligen Schrift muss die Richtschnur seines Dienstes sein. Wir sind nicht berufen, unsere eigenen Ideale zu predigen, sondern das Wort Gottes zu verkünden!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Vortrefflichkeit, mit der der Hirtendienst verrichtet werden sollte</h2>



<p>Wir haben zwei wichtige Wahrheiten hervorgehoben: Erstens muss ein Hirte <em>die Herde Gottes mit Erkenntnis weiden</em>. Er muss ein Gelehrter sein. Er muss das Wort kennen, sich von dem Wort ernähren und das Wort predigen. Paulus sagt, dass diejenigen, die sich im Wort mühen, einer doppelten Ehre würdig sind (1. Timotheus 5,17). Wir müssen bis zur Erschöpfung studieren. Wir müssen die Goldminen der Wahrheit freilegen und den unergründlichen Reichtum des Evangeliums Christi dem Volk Gottes anbieten. Wir sind Verwalter: Wir müssen dem Volk Gottes ein appetitliches und ausgewogenes Menü anbieten.</p>



<p>Die weltlichen Lehrstühle beschämen die Kanzeln, denn obwohl sie eine menschliche, irdische, zeitliche Botschaft verkünden, bereiten sie sich gründlicher und hingegebener darauf vor, als die Prediger auf den Kanzeln, und diese predigen eine göttliche, himmlische, ewige Botschaft. Wir müssen uns als bewährte Mitarbeiter darstellen. Wir müssen bei der Verrichtung des Dienstes einen überragenden Standard an den Tag legen. Auch muss der Hirte über ein großes Allgemeinwissen verfügen. Er sollte auf dem neuesten Stand sein. Er muss den Text und den Kontext lesen. Die Bibel und die Menschen lesen. Er muss die Bibel in der einen und die Zeitung in der anderen Hand haben. Der Hirte darf kein welt- und gesellschaftsfremder Mann sein. Er muss ein genauer Kenner seiner Zeit sein (vgl. 1. Chronik 12,32). John Stott sagt, dass die Predigt, die der Pastor hält, eine Brücke zwischen zwei Welten sein müsse: dem alten Text und dem zeitgenössischen Hörer. Der Hirte muss beide Welten kennen: sowohl den Text als auch seine Zuhörer.</p>



<p>Zweitens muss ein Hirte <em>die Herde Gottes mit Verstand weiden</em>. Das bedeutet, Gottes Herde mit Weisheit und Feingefühl zu weiden. Weisheit bedeutet, Wissen für den besten Zweck einzusetzen. Wir müssen die Schafe Gottes mit Zärtlichkeit behandeln. Paulus sagt, dass der Hirte wie ein Vater und auch wie eine Mutter ist (vgl. 1. Thessalonicher 2,7-12). Er weint mit denen, die weinen, und freut sich mit denen, die fröhlich sind. Der Hirte behandelt jedes Schaf entsprechend seiner Bedürfnisse, seinem Temperament, seiner besonderen Wesensart. Er ist sanft zu den Kindern, wie es auch Jesus war, der sie in seine Arme nahm. Er begegnet den Gleichaltrigen wie Brüdern und den Älteren wie Vätern. Es ist eine Sache, das Predigen zu lieben, aber es ist eine andere Sache, die Menschen zu lieben, zu denen wir predigen. Wir müssen das Predigen lieben und auch die Menschen lieben, zu denen wir predigen.</p>



<p>Fußnoten</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1">Siehe das Buch dieses Autors: Morte na panela, erschienen bei Editorial Hagnos, 2007, das sich speziell mit diesem Thema beschäftigt. <a href="#ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2025/die-berufung-zum-hirten/">Die Berufung zum Hirten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Gemeinde braucht Älteste</title>
		<link>https://kfg.org/2024/die-gemeinde-braucht-aelteste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Richard Haverkamp]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2024 22:40:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18108</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Pastor ist nicht dazu da, dass er die Arbeit für die Leute tut, sondern dass er den Leuten beibringt, wie man die Arbeit tut. Gemeinden werden aufgebaut, indem man die Gläubigen befähigt, geistliche Aufgaben zu übernehmen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Unser Ziel ist die lebendige, aktive, unabhängige Gemeinde. In einer Stadt von etwa 100.000 Menschen hätte ich lieber zehn Gemeinden mit je 50 Mitgliedern als <em>eine </em>Gemeinde mit 500 Mitgliedern. Denn zehn Gemeinden mit je 50 Menschen erreichen viel mehr Leute als eine Gemeinde mit 500 Mitgliedern.</p>



<p>In einer Gemeinde mit je 50 Mitgliedern muss jeder aktiv sein. Man kann sich immer noch alle zwei oder drei Monate mit den zehn Gemeinden zusammen treffen für eine gemeinsame Konferenz.</p>



<p>Um Gemeinde zu bauen, sind verschiedene Schritte notwendig: Wir müssen als erstes Kontakte knüpfen; zweitens Menschen zur Bekehrung führen; drittens müssen wir die Bekehrten taufen; viertens müssen wir sie lehren; fünftens müssen wir sie in eine Gemeinde führen; sechstens müssen wir ihnen Übung geben. Mit diesem Thema möchten wir uns jetzt befassen. Wir werden über die Führer und die Ältesten in der Gemeinde sprechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Aufgabe der Leiter</h2>



<p>In Epheser 4,11-12 lesen wir: „<em>Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, dass die Heiligen zugerüstet würden zum Werk des Dienstes, dadurch soll der Leib Christi erbaut werden.</em>“</p>



<p>Diese Leute sind dazu gegeben, um die Heiligen auszurüsten, um die Arbeit des Dienstes zu tun. Wir sollen nicht die Arbeit für sie tun, wir sollen ihnen beibringen, wie man die Arbeit tut, so dass wir weitergehen können.</p>



<p>Der Rest dieses Abschnittes ist wunderschön. In Vers 16 lesen wir: „<em>(Christus), von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, dadurch ein jegliches Glied dem andern kräftig Handreichung tut nach seinem Maße und macht, dass der Leib wächst und sich selbst auferbaut in der Liebe.</em>“</p>



<p>Die Betonung liegt auf „jegliches Glied.“ Das müssen wir unseren Leuten beibringen. Wir sind verantwortlich, dass wir jedes Glied, jeden Gläubigen, aktivieren.</p>



<p>Es wird Zeit, dass Sie Ihre Gemeinde Epheser 4 lehren. Der Pastor ist nicht dazu da, dass er die Arbeit für die Leute tut, sondern dass er den Leuten beibringt, wie man die Arbeit tut. Die Arbeit des Dienstes ist nicht nur den Boden zu putzen. Das beinhaltet auch die Kranken zu besuchen, zu predigen und zu lehren. Das beinhaltet den ganzen Dienst. Jeder Gläubige sollte ausgerüstet werden entsprechend den Gaben, die er empfangen hat.</p>



<p>Paulus sagt in 2. Timotheus 2,2: „<em>Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die da tüchtig sind, auch andere zu lehren.</em>“</p>



<p>Paulus spricht hier von Multiplikation. Wenn ich in diesem Jahr eine Person für Christus gewinne, dann sind wir zwei. Wenn jeder von uns im nächsten Jahr einen Menschen für Christus gewinnt, dann sind wir vier. Im folgenden Jahr sind wir acht, dann 16, dann 32, 64, 128, 256, und in 32 Jahren haben wir mehr als vier Milliarden Menschen erreicht. In 32 Jahren könnten wir theoretisch die Welt evangelisieren – ohne eine Großevangelisation!</p>



<p>Wenn Sie eine neue Gemeinde anfangen, dann denken Sie schon daran, wann Sie die nächste gründen wollen. Sagen wir, Sie haben 35 Leute in Ihrer Gemeinde. Wenn Sie ihre Leute begeistern, unterweisen, ihnen Übung geben, so dass im nächsten Jahr jeder einen gewinnen kann, dann haben Sie im nächsten Jahr 70 Leute in dieser Gemeinde. In zwei Jahren wären es 140, in drei Jahren 280, in vier Jahren 500 und in fünf Jahren über 1.000.</p>



<p>Natürlich gibt es einige, die unfähig sind, jemand für Christus zu gewinnen, aber dafür gibt es andere, die zwei, drei, oder vier gewinnen können. Sagen Sie Ihren Leuten, sie haben 365 Tage, um zu beten und um zu arbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Schulung der Gemeindeglieder</h2>



<p>In 2. Timotheus 2,2 spricht Paulus eigentlich von der Schulung von Leitern. Unsere Arbeit als Leiter ist die, dass wir uns aus unserer Arbeit herausarbeiten. Wir sollten immer andere einarbeiten, dass wir verschwinden können. Zur Zeit lehre ich einige Männer, wie sie diese zehn Studien aus Johannes 1 – 3 lehren können, sodass sie die neuen Bibelabende halten können.</p>



<p>Es gibt vier Gebiete, in denen wir die Leute einarbeiten müssen:</p>



<p><strong>Lehre</strong></p>



<p>Wir müssen die Leute einarbeiten, dass sie das Wort Gottes z.B. in einer Sonntagschule lehren können.</p>



<p><strong>Evangelisation</strong></p>



<p>Zweitens müssen wir die Leute lehren, wie sie evangelistische Hauskreise halten können. Das schließt praktische Schulung mit ein. Die Leute müssen lernen, ein Zeugnis zu geben. Sie müssen lernen, wie sie Menschen treffen können und wie man mit Menschen umgeht. Das einfachste ist, man nimmt sie einfach mit und zeigt ihnen, wie man es tut.</p>



<p><strong>Der Hirtendienst</strong></p>



<p>Wir müssen die Männer lehren, wie sie einen Hirtendienst ausführen können. Es ist nicht leicht, Hirten zu finden. Wir müssen den Herrn der Ernte bitten, Hirten zu schenken.</p>



<p><strong>Dienen</strong></p>



<p>Wir müssen die Leute auch einarbeiten, praktische Arbeiten zu tun. Auch das ist Dienst.</p>



<p>Dies sind die vier wichtigsten Gebiete, und fast jeder in der Gemeinde fällt unter eine dieser vier Kategorien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Entwicklung von Führungskräften</h2>



<p><strong>Wir brauchen viel Gebet</strong></p>



<p>Es ist die Arbeit des Herrn. Jesus will seine Gemeinde bauen. Der Heilige Geist macht Brüder zu Leitern. Wir haben schon wunderbare Gebetserhörungen erlebt, was die Ältesten betrifft.</p>



<p><strong>Wir müssen die Leute lehren</strong></p>



<p>Ich rede hier nicht nur von den Ältesten. Wir lehren die vier Gebiete, die ich eben angesprochen habe.</p>



<p><strong>Praktische Anleitung</strong></p>



<p>Wir müssen ein Beispiel sein und die Person mitnehmen. Wir sollten die Leute mitnehmen, wenn wir evangelisieren. Meine Frau nimmt andere Frauen mit, wenn sie in der Sonntagschule lehrt. Wenn es in der Gemeinde Probleme gibt, nehme ich einige Männer mit, um sie zu lehren, wie man Probleme löst.</p>



<p><strong>Wir müssen Verantwortung weitergeben</strong></p>



<p>Das ist sehr wichtig. Die Leute müssen das Gefühl haben, dass wir ihnen vertrauen. Wenn wir wollen, dass sie wachsen und aktiv werden, müssen wir ihnen Aufgaben abgeben. Sie werden Fehler machen. Sie werden wirklich dumme Dinge tun. Ich könnte euch viele Geschichten erzählen. Aber dies ist der einzige Weg, auf dem wir die Leute zum Wachstum bringen.</p>



<p><strong>Die Ausübung von Kontrolle</strong></p>



<p>Wir müssen zusammen überprüfen, was getan wurde. Wenn jemand eine Bibelstunde gehalten hat oder einen Krankenbesuch gemacht hat, müssen wir zurückgehen und die Sache überprüfen. Wir müssen sehen, was richtig oder was falsch war oder was verbessert werden sollte.</p>



<p><strong>Verlassen und weiterziehen</strong></p>



<p>Dann kommt aber der Augenblick, wo wir die Gemeinde einfach verlassen müssen. Man muss die Leute die Arbeit tun lassen. Indem sie es versuchen, lernen sie eine Menge.</p>



<p><strong>Wir müssen zurückkommen</strong></p>



<p>Wir müssen zurückkommen, um beim Lösen von Problemen zu helfen.</p>



<p><strong>Zwei begehbare Wege</strong></p>



<p>Eines der größten Bedürfnisse in der Gemeinde sind gute, gottesfürchtige Leiter. Das ist ein Bedarf, der in der ganzen Welt existiert. In einer gewissen Weise können wir sagen, dass Führungsleute geboren werden. Führungsleute können aber auch herangebildet werden.</p>



<p><strong>Die Ausübung von „Führung“</strong></p>



<p>Ich verlasse die Gemeinde, ohne Älteste einzusetzen. Von unseren 20 Gemeinden gibt es nur etwa vier oder fünf, die z.Z. Älteste haben. Eine Gemeinde zu verlassen erscheint uns so fremd. Viele Leute sind schockiert, wenn ich ihnen erzähle, dass ich eine Gemeinde verlasse. Dies ist jedoch biblisch.</p>



<p>Paulus kam in ein Gebiet und gründete eine Gemeinde. Dann ging er weg. Nach ein oder zwei Jahren kam er zurück. Dann hat er Älteste ernannt.</p>



<p>Normalerweise ist es während dieser Zeit, dass die „Ältesten“ in den Vordergrund kommen. Wenn ich eine Gemeinde verlasse, dann kommt alles vorübergehend zum Stillstand. Die Sache wächst nicht mehr und nach einer Weile werden einige Männer unzufrieden. Sie sagen: „Da stimmt etwas nicht. Wir müssen etwas tun.“ Dann werden einige aktiv. Dann sehen sie, wo die Führung in der Zukunft herkommen wird.</p>



<p><strong>Die Heranbildung von Führern</strong></p>



<p>Vergangenes Jahr gingen wir aus gesundheitlichen Gründen für sechs Monate nach Kanada. In Westbelgien waren drei neue Gemeinden, die keine Ältesten und keine anerkannten Leiter hatten. Als ich zurückkam, kamen einige Leute zu mir und sagten: „Richard, wir brauchen Leute, die uns führen.“ Das Bedürfnis war da. Ich musste die Gemeinde nicht lehren, dass sie Älteste brauchten.</p>



<p>Folglich rief ich die ganze Gemeinde zusammen. Dann hatte ich ein langes Bibelstudium mit ihnen über das, was die Bibel über Älteste sagt. Normalerweise beginne ich im Alten Testament. Dann gehen wir durch das Neue Testament, insbesondere die Apostelgeschichte. Da sehen wir, wie zuerst die Apostel die Führer waren. Dann sehen wir, wie mit den Aposteln einige Männer genannt werden; zuerst heißt es „Apostel und Älteste“. Dann heißt es erstaunlicherweise „Älteste“, und die Apostel sind gegangen. So sollte es auch heute sein.</p>



<p><strong>Die Schulung der Ältesten</strong></p>



<p>Zuerst lehre ich die Gemeinde über die Qualifikationen und die Arbeit eines Ältesten. Dann sage ich: „Jetzt machen wir es praktisch! Nächste Woche treffe ich mich mit all den Männern, die denken, dass sie in der Zukunft Älteste sein könnten.“</p>



<p>Oft kommen dann etwa sieben oder acht Männer. Es sind einige da, die nicht da sein sollten. Meistens fehlen auch einige, die da sein sollten. Die besuche ich dann persönlich.</p>



<p><strong>Studium der Qualifikationen</strong></p>



<p>In dieser Gruppe treffen wir uns dann alle drei Wochen. Wir studieren zusammen die Qualifikationen. Bei jedem Treffen müssen sie zwei oder drei der Qualifikationen studieren. Sie müssen die Bibel studieren. Sie müssen verschiedene Übersetzungen gebrauchen. Sie müssen das Lexikon verwenden. Sie müssen mir sagen, was die einzelnen Worte bedeuten.</p>



<p>Meistens ist es so, dass nach dem ersten oder zweiten Abend einige wegbleiben. Entweder können sie einige dieser Qualifikationen nicht erfüllen, oder sie haben einfach das Gefühl, dass sie nicht zu dieser Gruppe gehören sollten.</p>



<p><strong>Studium der Aufgaben</strong></p>



<p>Ich lehre sie auch über die Arbeit eines Ältesten. Wir nehmen uns viel Zeit dazu. Natürlich bekommen sie wieder Hausaufgaben. Sie müssen Texte über „Hirten“ im Neuen Testament nachschlagen. Sie müssen jeden Text über „Älteste“ im Neuen Testament nachschlagen. Sie müssen aus Hesekiel 34 die Beschreibung eines „Hirten“ herausarbeiten. Sie bekommen auch andere Hausaufgaben.</p>



<p><strong>Zeit für Bewährung</strong></p>



<p>Im 1. Timotheusbrief heißt es, dass ein Ältester bewährt sein muss. Das bedeutet, dass sie Zeit brauchen, in der sie praktische Arbeit verrichten. Deshalb haben wir eine Art „Zwischenstellung“. Wir sagen, hier sind vier „mögliche Älteste“. Wir nennen sie „Verantwortliche“. Sie bekommen nun zwei Jahre Zeit, um zu zeigen, dass sie wirklich „Älteste“ sind. Manchmal fällt einer aus oder ein anderer wird hinzugefügt.</p>



<p>Manche Leute denken, dass wir zu langsam vorgehen. Das mag wahr sein, aber ich möchte da nicht zu hastig vorgehen, denn was sollen wir tun, wenn jemand Ältester ist und es stellt sich heraus, dass er nicht Ältester sein sollte? Ältester ist man nicht für zwei oder drei Jahre. Entweder man ist Ältester, oder man ist es nicht.</p>



<p><strong>Persönliches und gemeinsames Gebet</strong></p>



<p>Man braucht auch viel persönliches und gemeinsames Gebet. Manchmal haben wir spezielle Gebetstreffen einberufen, um für die Heranbildung und Einsetzung von Ältesten zu beten. Wir hatten halbe Tage des Gebets. Wir hatten halbe Tage mit Fasten und Gebet. Es ist ein Wunder, was Gott als Antwort auf Gebet tun kann.</p>



<p><strong>Die Ernennung der Ältesten</strong></p>



<p>Die Bibel sagt sehr wenig über die Ernennung und Einsetzung von Ältesten. Die Bibel gibt uns einen gewissen Freiraum. Es ist jedoch deutlich, dass in der Ernennung der Ältesten vier Personen oder Gruppen von Personen beteiligt sind.</p>



<p><strong>Der Heilige Geist</strong></p>



<p>Sie kennen Apostelgeschichte 20: „Der Heilige Geist hat euch zu Aufsehern gemacht“. Paulus hat sie nicht zu Ältesten gemacht. Der Heilige Geist hat das getan. Es ist wichtig, dass wir die Wirklichkeit und Wichtigkeit des Heiligen Geistes erkennen.</p>



<p>Gott wirkt immer durch zwei Werkzeuge: sein Wort und seinen Geist. Wir brauchen hier ein Gleichgewicht. Die Brüder haben das Wort, die Lehre betont, und sie haben manchmal wenig vom Wirken des Heiligen Geistes. Das gibt dann trockene, tote Orthodoxie. Die Pfingstler haben den Heiligen Geist betont, und sie haben manchmal recht wenig vom Wort. Das gibt dann manchmal wilden Fanatismus. Beides gehört zusammen. Was wir brauchen ist also eine Kreuzung zwischen „Brüdern und Pfingstlern“.</p>



<p>Gott sei Dank für das Wort. Als ich einen Arzt und seine Frau zum ersten Mal besuchte (sie kamen, um seinen Schwager zu besuchen), da haben sie zwei Priester mitgebracht. Sie haben es nicht gewagt, mit mir allein zu sprechen.</p>



<p>Der Priester sagte: „Was ist falsch daran, Kinder zu taufen? Wenn der Heilige Geist es den Eltern ins Herz legt, das Baby taufen zu lassen, was kann daran falsch sein?“</p>



<p>Das hört sich so geistlich an, nicht wahr? Ich sagte: „Entschuldigen sie bitte, mein Herr, aber das ist Blödsinn! Der Heilige Geist ist nicht dumm. Der Heilige Geist hat in seinem Buch geschrieben, dass Menschen, die bekehrt sind, getauft werden sollen!“</p>



<p>Es gibt 80 Texte, die von der Taufe reden. Nicht einer spricht von der Taufe von Babys. Der Heilige Geist arbeitet nicht gegen sich selbst. Wenn ich eine innere Stimme vernehme, die gegen die Lehre der Bibel ist, dann wird das wohl ein Geist sein, aber nicht der Heilige Geist.</p>



<p>Ich habe von einer verheirateten Frau gehört. Sie hatte fünf Kinder. Als ein Evangelist zu einer großen Evangelisation in die Stadt kam, besuchte die Familie jeden Tag die Veranstaltungen. Eines Tages kam die Frau nach Hause und sagte zu ihrem Mann und zu ihren Kindern: „Es tut mir leid, aber ich werde euch verlassen. Der Heilige Geist hat mir heute Abend klar gemacht, dass ich mit diesem Evangelisten reisen soll, um ihm bei seinen Evangelisationen zu helfen.“</p>



<p>Das hört sich sehr geistlich an, oder?</p>



<p>Unsinn! Der Heilige Geist sagt in seinem Wort, dass der Ort der Frau daheim bei ihrem Mann und bei ihren Kindern ist.</p>



<p><strong>Der Ältestenanwärter</strong></p>



<p>Nicht nur der Heilige Geist ist beteiligt, sondern auch der Mann selbst. 1. Timotheus 3 spricht von einem Mann, der das Ältestenamt begehrt. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder hat der Mann den Wunsch, dieses Amt für den Herrn auszuüben oder er weiß in seinem Herzen, dass Gott ihn auf diese Weise gebrauchen möchte und er rebelliert dagegen.</p>



<p>Viele Männer und Frauen Gottes haben gegen Gott rebelliert, als sie herausfanden, was Gott von ihnen wollte. Denken wir an Mose, Jeremia und andere. Tief in ihrem Herzen wussten sie, dass Gott sie berufen hatte. So glaube ich, dass der Mann, der ein Ältester werden soll, auch diesen inneren Eindruck haben muss.</p>



<p><strong>Die Apostel oder Missionare</strong></p>



<p>Wenn ich eine neue Gemeinde anfange, dann sehe ich oft schon von Anfang an, der oder jener wird einmal ein Ältester sein. Das liegt sicherlich teilweise an meiner Erfahrung, es liegt aber auch am Wirken des Heiligen Geistes in uns.</p>



<p><strong>Die Gemeinde</strong></p>



<p>Es ist die Gemeinde, die die Ältesten erkennt und anerkennt. Paulus spricht davon in 1. Thessalonicher 5.</p>



<p>Gehen wir zurück zum ersten, dem Heiligen Geist. Der Heilige Geist ernennt, aber wie wissen wir, wen der Geist Gottes ernannt hat? Wenn diese drei Punkte übereinstimmen, dann haben wir Gewissheit. Wenn es der Mann selbst empfindet, wenn die Gemeindegründer es empfinden und wenn die Gemeinde es empfindet, dann haben wir Gewissheit, dass wir den richtigen Mann haben.</p>



<p><strong>Die praktische Anwendung</strong></p>



<p>Nachdem einige Männer einige Zeit aktiv in der Gemeinde tätig waren, riefen wir die Gemeinde zusammen. Nach einer längeren Gebetszeit gab ich nochmals einige Anweisungen. Dann gaben wir jedem ein Stück Papier. Dabei muss jedem deutlich sein, dass dies keine Wahl ist.</p>



<p>Ich sagte den Leuten: „Schreibt nicht eure eigenen Gefühle auf. Schreibt auf, wer nach eurem Eindruck vom Herrn, Ältester der Gemeinde sein soll.“</p>



<p>Da waren vierzig Leute anwesend. Alle sagten: „Dieser Mann.“ Fünfunddreißig Leute sagten: „Dieser Mann.“ Sie sagten: „Der erste und der zweite Mann.“ Einundzwanzig sagten: „Der dritte.“</p>



<p>Ich habe mich mit dem Dritten unterhalten und er sagte: „Das ist vom Herrn. Weder meine Frau noch ich sind dafür bereit. Wir haben den Eindruck, dass noch Einiges in unserem Leben geschehen muss.“</p>



<p>Am nächsten Sonntag kamen die zwei Männer nach vorne und wir haben die Hände auf sie gelegt und für sie gebetet. Jetzt wurden sie als die Ältesten der Gemeinde anerkannt.</p>



<p>Sie hätten sehen sollen, wie der dritte Mann innerhalb eines Jahres geistlich gewachsen ist. Es war wunderbar; und genau ein Jahr später wurde auch er als Ältester anerkannt. Sie sehen, eigentlich ist es so einfach.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Dienst der Ältesten</title>
		<link>https://kfg.org/2024/der-dienst-der-aeltesten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Strauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2024 22:36:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18106</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf einer Konferenz betonte der Autor die Notwendigkeit biblischer Ältester, ihre Qualifikationen und Aufgaben sowie praktische Wege zur Einsetzung und Unterstützung von fähigen Leitern in der Gemeinde.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<em>Zusammengefasst nach einer Mitschrift von Michael Brosch</em>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Wir haben viel Grund zum Danken, dass der Herr diese Sonderkonferenz zu einem notvollen Thema möglich machte und Alexander Strauch seinen Deutschland-Aufenthalt verlängerte, um als Hauptredner einen wertvollen Dienst zu tun. Das Ringen um biblische, „gottgemäße“ (1Petr 5,3) Gemeindeleitung in unserer Zeit der Führerkrise, Prioritätenvielfalt und des Individualismus führte ein voll ausgebuchtes Haus von engagierten Christen zusammen. Auffallend war der junge Altersdurchschnitt; ein Großteil der Teilnehmer war zwischen 30 und 40 Jahre alt, und die Mehrzahl war als Ehepaar da. Das ist sehr erfreulich, wenn sich junge Gläubige verantwortlich für die Gemeinde Gottes einsetzen wollen, und noch erfreulicher, wenn sie sich auf einer solchen Konferenz dafür zurüsten lassen möchten.</p>



<p>Alexander Strauch, der selbst langjähriger Ältester in einer Brüdergemeinde in Littleton im US-Bundesstaat Colorado ist, wurde in Deutschland durch sein Buch „Biblische Ältestenschaft“ bekannt. Dieses Standardwerk zum Thema Gemeindeleitung hat seit seinem ersten Erscheinen Anfang der 80er Jahre in den USA viele Gemeinden zu einer schriftgemäßen Leitung umdenken und praktisch umkehren lassen. Auch im deutschsprachigen Raum war es bereits von großer Hilfe, insbesondere in Verbindung mit den beiden Studienkursen für angehende Älteste und deren Mentoren.</p>



<p><strong>Einheit unter Brüdern</strong></p>



<p>Strauchs erster Vortrag hatte ein überraschendes Thema: Psalm 133 – der Wert und das Wesen echter geistlicher Einheit. Doch bei der Auslegung wurde deutlich, welch grundlegende Bedeutung Einheit für die Leiterschaft der Gemeinde hat. Strauch zeigte auf, dass Einheit unter Brüdern etwas Heiliges ist: wie das heilige Öl, mit dem der Hohepriester gesalbt wurde (Ps 133,2; 3Mo 8,12). Wir Zuhörer waren von seiner Botschaft getroffen, als er eindrücklich klar machte, wie durch unsere Leichtfertigkeit und Boshaftigkeit die heilige Einheit der Gemeinde zerstört werden können: z.B. durch Klatsch und Tratsch. Eine Gemeinde kann sogar per Telefon gespalten werden, denn die Zunge ist das gefährlichste Glied an unserem Körper (Jak 3,6). In der Liste Gott verhasster Dinge in Sprüche 6,17-19 ist „freier Lauf von Zank zwischen Brüdern“ das übelste Gräuel in Gottes Augen.</p>



<p>So wie das Öl auf den Kopf gegossen wurde (Ps 133,2), so geht auch die Einheit der Gemeinde stets vom Kopf, von den Führern aus, die deshalb große Verantwortung tragen und Gebet brauchen. Leben und Segen kann in einer Gemeinde nur dann bestehen, wenn sie in sich eins und nicht zerstritten ist. Das verdeutlicht das Bild vom Tau, der vom Berg Hermon herabfließt und dem trockenen Land Israel lebensspendendes Wasser bringt (Ps 133,3). Wenn wir bedenken, dass die Erbauung des Leibes Christi – der Aufbau der Gemeinde – das Allerwichtigste ist, was auf dieser Erde geschieht, werden wir nicht mehr so leichtfertig die Einheit aufs Spiel setzen, von der so viel abhängt, sondern die „Einheit des Geistes bewahren durch das Band des Friedens“ (Eph 4,3).</p>



<p><strong>Warum braucht die Gemeinde Älteste?</strong></p>



<p>Paulus selbst bezeichnete eine örtliche Gemeinde ohne qualifizierte, anerkannte Älteste als „fehlerhaft“ (Tit 1,5). Aus der Abschiedsrede von Paulus an die Ältesten von Ephesus lernen wir, dass der Heilige Geist selber bestimmte Brüder als Leiter für die Herde Gottes einsetzt (Apg 20,28). Hier warnt Paulus auch, dass diese Herde vor inneren und äußeren Gefahren beschützt werden und außerdem geleitet werden muss. Praktisch bedeutet dies, dass eine Gemeinde ohne Älteste schutz- und orientierungslos ist und ihr die Schau für ihren Auftrag und dessen Umsetzung fehlt. Das schlägt sich nieder in fehlender systematischer Belehrung, wenig gezielter Evangelisation und mangelnder Schau für die Weltmission. Zu diesen und anderen Aktivitäten ist Leitung unverzichtbar. Wenn jedoch keine biblische Leiterschaft vorhanden ist, wird sie unausweichlich durch eine von Menschen entworfene – offizielle oder inoffizielle – Führung ersetzt.</p>



<p><strong>Biblische Qualifikationen für Älteste</strong></p>



<p>Im nächsten Themenkomplex ging es um die qualifizierenden Charaktermerkmale und Fähigkeiten eines Ältesten. Darüber hat die Bibel viel zu sagen (z.B. in 1Tim 3; Tit 1; 1Petr 5), denn die Gemeinde muss vor unqualifizierten Ältesten geschützt werden. Nichts könnte zu schlimmeren Problemen führen als die falschen Ältesten. Eine treffende Illustration dafür ist das „Versagen“ der Chinesischen Mauer: Gewiss ein gewaltiges Bauwerk, dennoch war es in der Verteidigung nutzlos, weil sich die Torhüter bestechen ließen und so den Feinden Eintritt gewährten. Der Schwachpunkt dieses Bollwerks war also der Charakter der eigenen Leute, die es bewachten. Es ist ein Problem unserer Zeit, moralisch qualifizierte Männer zu finden, da manche durch ihr Vorleben oder aufgrund von Entgleisungen endgültig disqualifiziert sind. Es gibt sogar ganze Gemeinden, die auf eine nächste Generation von qualifizierten Brüdern warten müssen.</p>



<p><strong>Wie wird eine Einsetzung von Ältesten praktisch angestrebt?</strong></p>



<p>Eine wichtige praktische Hilfe sind die „vier Säulen für die Einsetzung von Ältesten“, die Strauch mehrmals herausstellte:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Der persönliche Wunsch eines Bruders, Ältester zu sein (1Tim 3,1);</li>



<li>Die biblische Qualifikation (1Tim 3; Tit 1; 1Petr 5);</li>



<li>Die Prüfung dieser Qualifikation durch die Gemeinde (1Tim 3,10; 5,22-25) und</li>



<li>die öffentliche Einsetzung (Apg 14,23).</li>
</ol>



<p>Bei der Einsetzung kommt es dabei nicht auf die richtige zeremonielle Durchführung an wie bei Amtseinsetzungen im AT, sondern das NT lässt dazu eine Freiheit der Durchführung, keine Freiheit jedoch bezüglich Qualifikation und Dienst der Ältesten.</p>



<p>Wenn eine bestehende oder neu gegründete Gemeinde keine Ältesten hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Einsetzung von Ältesten anzustreben. Die „vier Säulen“ müssen dabei aber auf jeden Fall beachtet werden. Es kann eine „Kommission“ von vertrauenswürdigen Brüdern mit der Aufgabe betraut werden herauszufinden, wen der Heilige Geist als Älteste in der Gemeinde einsetzt, oder es können Älteste aus einer anderen Gemeinde zur Leitung durch diesen Prozess zu Hilfe geholt werden. So können bereitwillige Brüder der Gemeinde als „Kandidaten“ für die Ältestenschaft vorgeschlagen und anschließend geprüft werden. Notfalls kann ein neu eingesetzter Ältester zurücktreten, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass es nicht seine Aufgabe ist. Wenn Älteste da sind, ist es wichtig, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen und für die Heranbildung neuer Ältester sorgen (2Tim 2,2).</p>



<p><strong>Was sind die Qualifikationen für die Ehefrau eines Ältesten?</strong></p>



<p>Die Ehe muss prinzipiell eine gute Ehe sein, da der Mann ansonsten nicht „untadelig“ ist. Außerdem muss die Frau voll und ganz hinter dem Dienst ihres Mannes stehen. Ein empfindlicher Bereich ist hier die Vertraulichkeit, da die Inhalte der Ältestenbesprechungen häufig noch nicht einmal für die Ohren der Ehefrauen geeignet sind.</p>



<p><strong>Wie lange dient ein Ältester?</strong></p>



<p>Es ist weise, wenn die Ältesten jüngere Brüder als Nachfolger heranbilden und dann selber abtreten, bevor sie der Gemeinde zur Last werden. Prinzipiell gibt es keine Grenze nach oben, und wenn ein Bruder auch im hohen Alter noch flexibel genug für diesen Dienst ist, ist das umso erfreulicher.</p>



<p><strong>Was ist von einer »Brüderstunde« anstelle einer Ältestenschaft zu halten?</strong></p>



<p>Eine »Brüderstunde« ist in der Bibel unbekannt und eine menschliche Einrichtung. Ein solches Gremium kann sich um organisatorische und finanzielle Belange kümmern, erfüllt aber nicht die geistlichen Qualifikationen einer Ältestenschaft und kann daher keinen geistlichen Hirtendienst leisten.</p>



<p><strong>Die Aufgaben eines Ältesten</strong></p>



<p>Bereits zur Zeit der Apostel waren diese von den wirklich wichtigen Dingen abgelenkt und setzten deshalb Diakone ein, um sich dem Gebet und dem Dienst des Wortes zu widmen. Heute leben wir erst recht in der Zeit der Ablenkung und so ist es umso wichtiger, die richtigen Prioritäten zu setzen und die Zeit zu nutzen. Das muss jede Generation wieder neu lernen. Bei Ältesten ist die Gefahr der Unterlassungssünden besonders groß: es wäre für sie ein schlimmes Versäumnis und Sünde, nicht oder zu wenig zu beten.</p>



<p>Auf der praktischen Seite lassen sich vier spezifische Aufgabenbereiche von Ältesten aufzeigen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Die Gemeinde vor falschen Lehren schützen,</li>



<li>in der Gemeinde lehren,</li>



<li>die Gemeinde leiten und</li>



<li>um praktische Nöte besorgt sein.</li>
</ol>



<p>Weil es zu den ernstlichsten Warnungen des NTs gehört, dass Irrlehrer viel Schaden anrichten werden, müssen die Ältesten unbedingt lehrmäßig begabt und fähig sein (Tit 1,9). Ein angehender Ältester sollte daraufhin von den anderen Ältesten intensiv geprüft werden, z.B. durch ausführliche „Testbefragungen“. So kann festgestellt werden, ob der Kandidat imstande ist, falsche Lehren zu erkennen und den biblischen Glauben zu verteidigen. Er muss nicht unbedingt ein großartiger Redner sein, aber er muss das Evangelium plausibel erklären und die Gemeinde durch das Wort ermuntern, ermahnen und korrigieren können.</p>



<p>Die Kirchengeschichte lehrt uns, dass die Zeiten des Niedergangs immer die waren, in denen das Predigen und Lehren des Wortes vernachlässigt wurde und andererseits Erweckungen stets mit fleißiger Predigt und gesunder Lehre einhergingen. Die Gemeinde ist der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit (1Tim 3,15); sie muss eine Evangeliums-Schule sein. Dafür tragen die Ältesten Verantwortung. Der Herr hat dafür allen Gläubigen Gaben gegeben, damit die Heiligen für das Werk des Dienstes zugerüstet werden und so die Gemeinde wachsen und gedeihen kann (Eph 4,11-12). Hierin haben die Ältesten einen besonderen Auftrag. Wenn sie viel Zeit für die Arbeit an Wort und Lehre aufwenden und dadurch ihren Beruf vernachlässigen, ist auch eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde angebracht (1Tim 5,17-18).</p>



<p>Die Aufgabe des Lehrens bezieht sich für die Ältesten allerdings nicht nur auf das öffentliche Predigen von der Kanzel. Viel zu sehr vernachlässigt ist leider das persönliche Lehren und Anleiten, so wie der Herr die Jünger anleitete, oder wie Paulus es mit Timotheus praktizierte und ihn beauftragte, desgleichen mit weiteren treuen Leuten zu tun (2Tim 2,2). Älteste müssen einen Blick für die Wichtigkeit des persönlichen Anleitens von verheißungsvollen jungen Brüdern haben. Sie können sie z.B. zu ihren Ältestentreffen mitnehmen, mit ihnen Bibelbücher durchstudieren, sie zum Essen einladen oder mit ihnen Besuche bei Geschwistern machen.</p>



<p>Bei der Aufgabe der Leitung der Gemeinde wird deutlich, ob die Ältestenschaft effektiv ist. Jeder Älteste sollte ständig darauf bedacht sein, seine Fähigkeit als Hirte zu verbessern. Dazu kann er z.B. die Bibel gezielt unter dem Gesichtspunkt studieren, was gottgemäße Leiterschaft ist. Auch die Effektivität der Ältestentreffen sollte kritisch unter die Lupe genommen werden, denn dabei darf keine Zeit vergeudet werden. Dazu gehört sicherlich eine gute Vorbereitung dieser Besprechungen, eine konzentrierte Durchführung mit Hilfe eines „Moderators“, der aufpasst, dass man nicht zu lange vom Thema abschweift, und nicht zuletzt das konkrete, ausführliche gemeinsame Gebet, das am besten an den Beginn des Treffens gesetzt wird. Gebet hat für Älteste höchste Priorität (Apg 6,4) und ist ihre Arbeit. Inhaltlich trifft auf die Ältestentreffen das Sprichwort zu: Das Wichtigste ist, dass das Wichtigste das Wichtigste ist. D.h. dass es in den Besprechungen der Hirten nicht nur um Nebensächlichkeiten wie die Farbe der neuen Stühle geht, sondern um die Grundelemente des Gemeindelebens: biblische Belehrung, Gebet, Evangelisation und Weltmission usw.</p>



<p>Wichtig bei der Leitung ist außerdem die Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern in den Diensten der Gemeinde. Die Ältesten sollten sich z.B. regelmäßig mit den Sonntagsschul- und Jugendmitarbeitern zu Besprechungen treffen. Ein weiterer Bereich ist die Überprüfung und Korrektur der Gesinnung der Gläubigen. Wenn sich eine missmutige oder lethargische Stimmung breit macht, ist es notwendig, dass die Ältesten ermahnen und korrigieren. In der Leiterschaft können die Ältesten auch sicherlich profitieren, wenn sie erfahrene Älteste, Mitarbeiter oder Lehrer aus befreundeten Gemeinden zum Austausch einladen; für einen zwischengemeindlichen Austausch gibt uns die Bibel reichlich Beispiele.</p>



<p><strong>Wachen über die Seelen</strong></p>



<p>Im letzten Vortrag ging es um die Frage, wie man die Aufgabe, über „die Seelen zu wachen“ (Hebr 13,17) erfüllen kann. Hierzu lieferte Alexander Strauch eine Reihe praktischer Regeln:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Liebe zu den Menschen,</li>



<li>Ein Leben der Selbstaufopferung,</li>



<li>Gastfreundschaft: verwende dein Heim für Christus,</li>



<li>Habe ein aufmerksames, geschultes Auge für die Schafe,</li>



<li>Präge dir die Namen gut ein,</li>



<li>Bete täglich für die Menschen, die dir anvertraut sind,</li>



<li>Ermutige die Geschwister,</li>



<li>Übe Dienste der Barmherzigkeit („Die Leute kümmert es nicht, wieviel du weißt, solange sie nicht wissen, dass du sich um sie kümmerst“),</li>



<li>Führe angefangene Arbeit treu und beharrlich zu Ende,</li>



<li>Achte auf deine Integrität,</li>



<li>Sei feinfühlig.</li>
</ol>



<p><strong>Gestresste Älteste</strong></p>



<p>Abschließend beantwortete Strauch noch einmal eine Reihe von schriftlich eingereichten Fragen, von denen hier nur eine sehr aktuelle und relevante Frage beispielhaft herausgegriffen sei:</p>



<p>Was tut man, wenn einige Brüder im Leitungskreis (in einer Gemeinde, die noch keine Älteste hat), wenig Freudigkeit im Dienst zeigen und durch viel Geschäftigkeit abgehalten werden?“ Strauchs Antwort: Wir leben in einer sehr betriebsamen Zeit, in der der Kult des Geschäfts fast ein neuer Götze ist. Wir müssen diese zeitliche Überbelastung im Privatleben bekämpfen, in der Gemeinde und auch im Leitungskreis ansprechen und müssen den leitenden Brüdern kreative Ideen und Hilfen vermitteln, wie sie sich Zeit nehmen können für ihr Bibelstudium usw. Wir müssen einfach lernen, Nein zu Beschäftigungen zu sagen, um mehr Zeit zu haben und nach Wegen suchen, wie man sich darin gegenseitig helfen kann. Hilfreich ist es, einen Überblick zu verschaffen, wie viele Stunden man vernünftigerweise für die Gemeinde einsetzen kann. Als irdische Gefäße sind wir schwach und dürfen nicht unrealistisch sein und z.B. nur 5 oder 10 Stunden pro Woche veranschlagen. Dann sollten wir diese Zeit sinnvoll nutzen und wissen, wofür wir sie einsetzen sollen. Niemand kann alles tun, selbst wenn man vollzeitig im Dienst ist. Niemand ist eine Arbeitsmaschine.</p>



<p>Eine andere Möglichkeit ist, „Sabbate“ – Pausenzeiten – einzuschalten, insbesondere wenn besondere Probleme in Familie, Arbeit usw. vorliegen. Dann ist es vernünftig, wenn die Leiter sagen: Wir wollen dich über lange Zeit als Ältester und deshalb solltest du dich jetzt eine Zeitlang zurückziehen und dich auf dein Bibelstudium konzentrieren. Prinzipiell ist Arbeitsteilung und -planung sehr wichtig, um einander zu entlasten; auch gemeinsame Rüstzeiten oder ein gemeinsames Essen kann vor dem Ausbrennen bewahren.</p>



<p>Ermutigend und motivierend war aber nicht nur die Stimmung, denn die ist nach einer solchen Konferenz schnell vorüber. Besonders anspornend war vor allem der Blick und die konkrete Anleitung, dass unser Herr in seinem Wort vollkommen für die Praxis des Gemeindelebens vorgesorgt hat – auch für die des 21. Jahrhunderts – und biblische Ältestenschaft keine irreale Utopie sein muss, sondern real praktizierbar ist, wenn man nur will. Wir dürfen zuversichtlich sein, dass nach dieser Konferenz viele inspirierte Geschwister sowohl aus etablierten wie auch neu entstandenen Gemeinden sich gegenseitig die Hände stärken und ans Werk gehen werden, sodass der Herr Jesus seine Gemeinde weiter baut – zu seiner Verherrlichung.</p>
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			</item>
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		<title>Ich tue Buße!</title>
		<link>https://kfg.org/2024/ich-tue-busse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eberhard Platte]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2024 22:29:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18104</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sehr offen und ehrlich werden die eigenen Versäumnisse im Bereich Jüngerschaft und Investition in die nächste Generation reflektiert. Ein Appell an alle reifen Brüder und Schwestern, aus diesen Fehlern zu lernen. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<em>Dieses Bekenntnis drucken wir mit freundlicher Erlaubnis des Autors aus dem Buch „Staffelübergabe“ (S. 11-18 ) von Eberhard Platte ab (ISBN: 978-3-947405-01-5). Wir möchten die gesamte Buchreihe (drei Bände) herzlich empfehlen. Die Redaktion</em>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„<em>Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, denn sie ist groß</em>“ (Psalm 25,11)</p>



<p>Ja, ich muss mich von ganzem Herzen vor Gott beugen und Buße tun. Aber auch vor meinen Geschwistern der Gemeinde und dort vor allem vor der jungen Generation! Ich werde älter (oder besser gesagt: Ich bin alt!), und meine Gedanken gehen zu meinen jungen Brüdern und Schwestern, die das geistliche Erbe der Väter, die Gemeinde, fortführen werden. Was kann ich ihnen weitergeben? Und was habe ich ihnen bisher weitergegeben? Werden sie damit das wunderbare Geschenk unseres Herrn Jesus Christus, seine Gemeinde, in ihrer Zeit weiterleben können nach den Gedanken unseres Herrn? Die Generation vor mir hatte das schwere Erbe des Krieges und des Wiederaufbaus zu stemmen. Sie hatte hautnah miterlebt, wie vermeintliche Weltbilder zerschlagen wurden, wie Illusionen zerplatzten und wie sie sich neu anhand des Wortes Gottes ausrichten musste. Flucht, Vertreibung, Tod, Leid und viel Elend haben die Christen damals erlebt. Das war nicht einfach, in den Trümmern der Heimat und der verlorenen Heimat an ihrem Glauben festzuhalten und sich als Gemeinde zu versammeln. Ich mache jener Generation keinen Vorwurf, dass manches nach heutigen Maßstäben und Erkenntnissen nicht unserem Bibelverständnis entsprochen haben mag. Aber sie haben sich aufrichtig bemüht, Gemeinde nach dem Neuen Testament zu leben.</p>



<p>Die nachfolgende Generation – also meine – beneide ich ebenso wenig. Wir mussten uns auseinandersetzen mit Kapitalismus und Wirtschaftswachstum, dem Hinterfragen aller Werte und Konventionen, den Ideologien der 68er-Generation, der freien Liebe, einem nie dagewesenen Wertewandel und der Relativierung der Wahrheit. Dazu im geistlichen Bereich die Auswirkungen der modernen Theologie und der Entmythologisierung der Bibel, die Frage der Ökumene, die Entwicklung der neuen Medien und die Neuorientierung in der Kunst und Musik. Wo stehen wir heute und wohin wird die Reise gehen?</p>



<p>Wie wird die nächste Generation ihren Weg finden und trotzdem ganz nahe bei der Bibel bleiben können? Sie wächst in einer stark säkularisierten Welt auf. Wie soll sie ihre Kinder erziehen und vor zerstörerischen Weltbildern (wie sexueller Vielfalt<sup data-fn="6fb23776-7b20-4b17-8917-7089b56ece38" class="fn"><a href="#6fb23776-7b20-4b17-8917-7089b56ece38" id="6fb23776-7b20-4b17-8917-7089b56ece38-link">1</a></sup> und Gender-Mainstreaming<sup data-fn="a5c5f53a-bc8c-46b1-aaa4-423653ff5e9f" class="fn"><a href="#a5c5f53a-bc8c-46b1-aaa4-423653ff5e9f" id="a5c5f53a-bc8c-46b1-aaa4-423653ff5e9f-link">2</a></sup>), vor Bibelkritik und Evolutionstheorie, vor Islamisierung und Esoterik, vor Gleichgültigkeit und Gesetzlichkeit bewahren? Was kann sie auf die Herausforderungen der emergenten<sup data-fn="97639f1e-2b66-43ea-a193-fee4ac69079c" class="fn"><a href="#97639f1e-2b66-43ea-a193-fee4ac69079c" id="97639f1e-2b66-43ea-a193-fee4ac69079c-link">3</a></sup> und missionalen<sup data-fn="bcbf96b5-8400-4a89-8aa3-2a525e7f9f5d" class="fn"><a href="#bcbf96b5-8400-4a89-8aa3-2a525e7f9f5d" id="bcbf96b5-8400-4a89-8aa3-2a525e7f9f5d-link">4</a></sup> Gedankengänge wie auf die der Kontextualisierung<sup data-fn="790d58e3-f5ca-44a5-a351-69b91ee501b5" class="fn"><a href="#790d58e3-f5ca-44a5-a351-69b91ee501b5" id="790d58e3-f5ca-44a5-a351-69b91ee501b5-link">5</a></sup> und Transformationsbestrebungen<sup data-fn="34979cbc-2d12-4d40-ba62-d85a9ba625bc" class="fn"><a href="#34979cbc-2d12-4d40-ba62-d85a9ba625bc" id="34979cbc-2d12-4d40-ba62-d85a9ba625bc-link">6</a></sup> des heutigen Bibelverständnisses entgegnen? Wie kann die Gemeinde den Gläubigen der nächsten Jahre helfen, ihnen Orientierung geben und sie stark machen, in einer immer schwierigeren Welt die Werte des Wortes Gottes und den Glauben an den wiederkommenden Herrn aufrecht zu halten?</p>



<p>Wie kann in einer Zeit, in der Bibeltreue mit gewaltsamem Fundamentalismus gleichgesetzt wird, das Evangelium weitergesagt werden und Mission in unserem Land praktiziert und Menschen für Jesus gewonnen werden?</p>



<p><strong>Ein Blick in meinen Rückspiegel</strong></p>



<p>Ich habe viel in meinem Glaubensleben versäumt, obwohl ich viel für meinen Herrn und für die Gemeinde – örtlich wie überörtlich – getan habe. Mit neun Jahren habe ich mich nach einer Predigt des Evangelisten Ewald Rau, dem Vater des späteren Bundespräsidenten Johannes Rau, bekehrt. Er hatte über die kommende Entrückung (1. Thessalonicher 4,13-18) gepredigt. Ich hatte Angst, nicht dabei zu sein. Und so hab ich an dem Abend vor meinem Bett gekniet und den Herrn Jesus gebeten, mich mitzunehmen, wenn er kommt. Nun, die Erfüllung dieser kindlichen Bitte steht bis heute noch aus. Und doch weiß ich, dass ich in diesem Gebet ihn gebeten habe, dass er in mein Leben kommt, mein Herz reinwasche von meinen Sünden und dass er mein Herr sein und bleiben möge. Erst später habe ich verstanden, dass ich ein großer Sünder bin. Dann erst habe ich die Größe des Werkes auf Golgatha wirklich verstanden. Als ich mit 18 Jahren noch einmal eine bewusste Hinwendung und Lebensübergabe an meinen Herrn und Retter vollzog, hatte ich den Wunsch, von nun an ihm zu dienen und für ihn da zu sein. Dabei wurde mir die örtliche Gemeinde und die Jugendarbeit sehr wichtig. Auch mit meiner Begabung und meinem späteren Beruf als Grafik-Designer wollte ich dem Herrn Jesus dienen. Und ich bin ihm von Herzen dankbar, dass er mich gebraucht hat.</p>



<p>Bald jedoch merkte ich, dass ich das Wort Gottes nicht gut genug kannte, um die Fragen der Jugendlichen der Gemeinde anhand der Bibel erklären zu können. So fragte ich meinen Vater, ob ich eine Bibelschule besuchen solle, um möglichst schnell in meiner Bibel zuhause zu werden. Er riet mir aber davon ab: „Besuche regelmäßig die Bibelstunden und Gottesdienste der Gemeinde, nimm an Konferenzen und Bibelwochen und -seminaren teil. So wirst du zwar langsamer, aber intensiver im Glauben und gleichmäßig in deiner Bibel wachsen. Mit einer Bibelschulzeit wächst zwar dein Wissen schneller, aber dein Glaubensleben wird hinterherhinken. Die Bibel darf man nicht nur im Kopf haben, sondern sie muss im Herzen verankert sein, um sie im täglichen Leben praxisnah umsetzen zu können.“</p>



<p>Zunächst habe ich diesen Rat nicht recht verstanden. Doch im Nachhinein muss ich sagen, dass dieser Rat meines Vaters sehr weise gewesen ist. Ich habe zwar später selbst an einer Bibelschule als Gastdozent unterrichtet, jedoch ist mir aufgefallen, dass an vielen Bibelschulen zwar sehr gutes biblisches Wissen vermittelt wird, aber kaum ein wirklich biblisches Gemeindebild gelehrt wird. Warum? Da diese Schulen vielen verschiedenen Gemeinderichtungen dienen wollen, möchten sie es sich offenbar nicht mit ihnen verderben, indem sie deren jeweilige Gemeindepraxen kritisch anhand der Bibel hinterfragen. Das aber verhindert, dass Gemeinden entstehen, die bemüht sind, sich allein auf der Grundlage des Wortes Gottes zu versammeln. Dadurch bleiben die unterschiedlichen Gemeindeformen bestehen, bzw. es entstehen Freikirchen, die sich in der Lehre mehr und mehr angleichen. Es entstehen häufig demokratisch gewählte Strukturen, wie man sie vom Vereinswesen kennt. Die Predigt- und die Seelsorgedienste werden zunehmend zu einem Berufsstand und stehen damit in der Gefahr, klerikal wie die Amtskirchen zu werden.</p>



<p>Wie aber kann Gemeinde nach dem Neuen Testament der nächsten Generation vermittelt werden? An diesem Punkt habe ich – und ich glaube, viele mit mir aus meiner Generation – Entscheidendes versäumt! Ja, ich habe mit der Hilfe meines Herrn den Dienst in der Gemeinde getan. Er hat geholfen, zu predigen und zu evangelisieren, missionarisch-diakonisch zu arbeiten, seelsorgerlich zu dienen, Konferenzen und Bibelwochen und Seminare zu organisieren und durchzuführen – aber ich habe den Eindruck, dass ich versäumt habe, „Jünger zu machen“, d.h. Einzelne der nächsten Generation persönlich heranzubilden (wie Paulus einen Timotheus), damit sie selbständig Gemeinde bilden und leben kann.</p>



<p>Deshalb möchte ich meinen Herrn um Vergebung bitten für das, was ich versäumt habe. Und ebenso möchte ich die junge Generation bitten, mir zu vergeben.</p>



<p><strong>Und noch ein paar Fragen, die mich bewegen</strong></p>



<p>Diesen Abschnitt, der mich bewegt, habe ich bereits in meinem letzten Buch „Gesunde Gemeinden wachsen“ behandelt, aber er ist mir nach wie vor so wichtig, dass er auch hier noch einmal genannt werden soll: Die allgemeine Situation unserer Gemeinden in unserem Land bzw. in Europa. Unser Land und unser Volk stehen in einem starken Umbruch. Strukturen verändern sich und Werte werden über Bord geworfen. Alles wird digitalisiert und vernetzt, der Mensch wird zunehmend transparent, kontrollierbar, manipulierbar. Jeder meint, frei zu sein – und ist doch Opfer des allgemeinen Mainstreams. Political correctness, individuelle Wahrheit, intolerante Toleranz, kontrollierte Meinungsfreiheit. Wer etwas gegen den Zeittrend sagt, gilt schon gleich als phobiegefährdet, fundamental ultrakonservativ und damit allgemeingefährlich und wird misstrauisch beäugt. Man nimmt sich alle Freiheiten – und ist doch nicht frei, was man denken und äußern darf.</p>



<p>Das, was sich in den letzten vierzig Jahren in unserem Land, in Europa und der Welt vollzieht, ist nicht ohne Einfluss auf unsere Gemeinden geblieben. Auch hier, im evangelikalen Umfeld, werden die Gläubigen vom allgemeinen Mainstream geprägt. Wenn vielleicht auch um ein paar Jahre versetzt, doch ebenso unaufhaltsam und gefahrvoll.</p>



<p><strong>Wo sind die Christen, die sich allein an Gottes Wort, der Bibel, orientieren und ihre Stimme erheben?</strong> Die mutig gegen den Zeitgeist einstehen und Flagge zeigen? Die nicht mit jeder neuen christlichen Welle mitschwimmen, aber auch nicht nur auf überkommenen Traditionen beharren?</p>



<p><strong>Weshalb wird so viel von Gemeindewachstum und -methoden geschrieben und gesprochen? Und doch sterben zunehmend Gemeinden in unseren Breitengraden.</strong> Warum kommen so wenige Menschen zum lebendigen Glauben? Warum zerbrechen Gemeinden an nebensächlichen Punkten oder an Gleichgültigkeit und Laufenlassen? Oder sie wachsen vermeintlich wie Krebsgeschwüre der Aktionen und Programme? Warum sind dabei so viele Gemeinden krank an Zwistigkeiten und falschen Lehren?</p>



<p><strong>Was sagt die Bibel dazu?</strong> Wie können wir auch heute Gemeinde nach dem Vorbild und den Aussagen der Bibel leben? Wie werden und wie bleiben unsere Gemeinden gesund?</p>



<p>Fragen, die mir zunehmend auf dem Herzen brennen. Wir wollen uns in diesem Buch eingehend damit befassen. Weshalb stagnieren so viele Gemeinden? Warum ist vielerorts so wenig geistliche Motivation bei Gemeindegliedern und -mitarbeitern festzustellen? Liegt es an der „Endzeit“ oder an dem „harten Boden“ oder an der Säkularisierung unserer Umwelt?</p>



<p>Was sagt die Bibel, Gottes Wort, über den Plan Gottes mit seiner Gemeinde? Was sagt der Sohn Gottes selbst über seine Gemeinde? Was ist die Basis und was sind die Säulen, was können wir von den ersten neutestamentlichen Gemeinden lernen? Was sind ihre Kennzeichen gewesen und was waren ihre Ziele, die sie verfolgten?</p>



<p>Haben wir diese Ziele in den vergangenen Jahren aus den Augen verloren? Sind diese Ziele auch heute noch realisierbar und wie können wir sie praktisch umsetzen? Dazu ist es notwendig, dass wir eine kritische Diagnose unseres eigenen Glaubenslebens und unserer Gemeinden vornehmen und herausfinden, was sie krank macht bzw. wo ihre Wachstumsstörungen liegen.</p>



<p>Nur Gesundes wächst. Wie aber können unsere Gemeinden gesunden? Was sagt die Schrift über die gesunde Lehre, über gesunden Glauben, gesunde Ehen, Familien und Beziehungen?</p>



<p>Deshalb möchte ich mit diesem Buch versuchen, Versäumtes nachzuholen. Ich möchte in den folgenden Kapiteln aufzeigen, was dazu gehört, um Gemeinde nach dem Neuen Testament auch in der nächsten Generation praktisch werden zu lassen, ohne all den säkularen und theologischen Einflüssen zu erliegen. Ich möchte aufzeigen, was den Männern Gottes vor mir aus der Bibel groß geworden ist. Und ich möchte meine Gedanken anfügen, die mir in all den Jahren in Bezug auf das Wunder der Gemeinde wichtig geworden sind.</p>



<p>Vielleicht ist es möglich, dass die verantwortlichen Brüder in den Gemeinden anhand dieses Buches mit jungen Brüdern ein Jüngerschafts-Programm beginnen, damit diese wiederum junge Brüder schulen können. So wie der Apostel Paulus es seinem Jünger Timotheus in seinem letzten Brief als Vermächtnis hinterlassen hat: „Du nun, mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist; und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!“ 2. Timotheus 2,1-2. Das ist mein Wunsch und mein Traum.</p>



<p><em>Fußnoten</em></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="6fb23776-7b20-4b17-8917-7089b56ece38">Die Initiativen dieser Gesinnung treten für die Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt ein. Vom Berliner Senat wurde dieses Konzept bereits 2010 angenommen. In mehreren Bundesländern sind die Aktionspläne inzwischen genehmigt worden und werden in den Lehrplänen der Schulen umgesetzt. <a href="#6fb23776-7b20-4b17-8917-7089b56ece38-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a5c5f53a-bc8c-46b1-aaa4-423653ff5e9f">Strategie zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter. Der englische Ausdruck gender bezeichnet das soziale oder psychologische Geschlecht einer Person im Unterschied zu ihrem biologischen Geschlecht (engl. sex). Gender wird mithin als durch Menschen gemachte, soziale Realität gesehen und nicht als natürlich gegebenes Faktum. Sowohl im Recht der Europäischen Union als auch im nationalen Verfassungsrecht und in Bundesgesetzen in Deutschland ist aktive Gleichstellungspolitik verankert, die im Sinne des Gender-Mainstreaming interpretiert wird. <a href="#a5c5f53a-bc8c-46b1-aaa4-423653ff5e9f-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="97639f1e-2b66-43ea-a193-fee4ac69079c">Eine dezentrale Bewegung von verschiedenen Christen, die in Kirchen und Gemeinden auf die Herausforderungen der Postmoderne reagieren. Die Emerging Church (lat. emergere = auftauchen, zum Vorschein kommen) erstrebt eine angepasste Kirche des 21. Jahrhunderts. Besondere Namen der Bewegung: Peter Aschoff, Mike Bischoff, Christina Brudereck, Martin Dreyer, Tobias Faix, Johannes Reimer. <a href="#97639f1e-2b66-43ea-a193-fee4ac69079c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="bcbf96b5-8400-4a89-8aa3-2a525e7f9f5d">Ausgehend von einer falsch verstandenen Jüngerschaftslehre, nach der die Gemeinde die ganze Welt, ganze Volksgruppen und Nationen kollektiv für Christus gewinnen und zu Jüngern machen müsse. Besonderer Name der Bewegung: Brian D. McLaren <a href="#bcbf96b5-8400-4a89-8aa3-2a525e7f9f5d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="790d58e3-f5ca-44a5-a351-69b91ee501b5">Bemüht sich die Kirchen und Gemeinden an die Kulturen und Religionen der Welt anzupassen. Die Anschauung wurde in Kreisen des liberal-ökumenischen Weltrates der Kirchen entwickelt und später von der evangelikalen Theologie übernommen. Sie dringt heute mehr und mehr auch in bibeltreue Kreise ein. <a href="#790d58e3-f5ca-44a5-a351-69b91ee501b5-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 5 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="34979cbc-2d12-4d40-ba62-d85a9ba625bc">Falsche Missionslehre, nach der es die Aufgabe der Gemeinde sei, in die Welt zu gehen und sich mit der Welt zu verbinden, um die Welt religiös, sozial und politisch zu „erlösen“, zu „versöhnen“ und zu „transformieren“, also zu verändern. <a href="#34979cbc-2d12-4d40-ba62-d85a9ba625bc-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 6 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2024/ich-tue-busse/">Ich tue Buße!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Staffelübergabe – »den Stab weitergeben«</title>
		<link>https://kfg.org/2024/staffeluebergabe-den-stab-weitergeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Andreas Kreuter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2024 22:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frühzeitige Nachfolgeplanung, Mentoring und Schulung sind für eine erfolgreiche Leitungsübergabe und Kontinuität in der christlicher Gemeindeleitung essentiell. Das zeigen auch eigene Erfahrungen aus Heidelberg.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Warum kann ich zu diesem Thema vielleicht etwas beitragen?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das sind zunächst viele eigene Erfahrungen und Eindrücke aus verschiedenen Gemeinden in den letzten 30 Jahren</li>



<li>In unserer Gemeinde in Heidelberg haben wir vor 15 Jahren den Übergang zu einer benannten Ältestenschaft selbst mitgestaltet</li>



<li>Wir haben in unserer Gemeinde in Heidelberg selbst eine Staffelübergabe und Staffelübernahme mitgemacht</li>



<li>Vor zwei Jahren (2017) haben wir eine Staffelübergabe in unserem Gemeindeableger/ Tochtergemeinde in Sandhausen gemacht</li>



<li>Es gibt einige Erfahrungen in der Beratung anderer Gemeinden in Leitungsfragen</li>
</ul>



<p>In diesem Artikel geht es weniger um die Auslegung der Bibelstellen zu biblischer Leiterschaft und Staffelübergabe. Es geht vielmehr um das Wie, um die Umsetzung.</p>



<p>Wenn ich dabei einige Erfahrungen weitergebe, die ich bzw. wir gemacht haben, dann bin ich mir bewusst, dass nicht alles übertragbar ist und dass Gemeindesituationen ganz unterschiedlich sind. Manche Gemeinden stehen vor einem solchen Wechsel, andere haben ihn bereits vollzogen, in manchen Gemeinden gibt es vielleicht niemanden mehr, der das Staffelholz übernehmen könnte, usw. Wir erheben in Heidelberg auch nicht den Anspruch, alles richtig zu machen oder dass es nur so geht, wie wir es gemacht haben. Wir haben viel Grund zur Demut und müssen Gott für seine Gnade danken. Dennoch ist es mein Wunsch und Gebet, dass ihr auch ganz praktisch etwas aus diesem Beitrag mitnehmen könnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Staffelübergabe – den Stab weitergeben</h2>



<p>„<em>In einer Staffel laufen nacheinander mehrere Läufer in einer Gruppe und geben dabei einen Stab von Läufer zu Läufer weiter. Das muss in einem 20m langen Wechselraum passieren und ist der anspruchsvollste Moment des ganzen Laufes. Dieses Bild aus der Leichtathletik haben wir vor Augen. Für den Betrachter sieht das, was die Sportler leisten, alles sehr diszipliniert, sportlich und gekonnt aus. Wenn es um das Gemeindeleben und die Mitarbeiterschaft in der Gemeinde geht, entdecken wir, dass das mit der Stabweitergabe gar nicht immer ganz so einfach ist&#8230;</em>“ (Zitat aus dem Einladungsflyer zum „Reher Kreis“ 2019).</p>



<p>Auch in der Leichtathletik ist das nicht ganz so leicht! Wenn die Läufer das Wechselfenster, also die Strecke, innerhalb derer der Stab übergeben werden muss, verpassen, dann werden sie disqualifiziert! Bei der Leichtathletik-WM 2019 in Doha, Vereinigte Arabische Emirate, übergab die chinesische 4x100m Frauen-Staffel den Stab zu spät, lief dann zurück, übergab den Stab nochmal. Das alles wirkte chaotisch und lustig zugleich – für den Zuschauer. Für die Staffelläuferinnen aus China aber war das sehr beschämend, für sie persönlich und für das ganze Land!</p>



<p>Wenn bei uns in den Gemeinden die Staffelübergabe nicht klappt, dann ist das auch beschämend – und dann betrifft uns das nicht nur als Leiter selbst, sondern die ganze Herde!</p>



<p>Für eine erfolgreiche Staffelübergabe kommt es auf drei Phasen an:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Annähern </strong>– Blick auf den nächsten Läufer, nah rankommen</li>



<li><strong>Übergabe </strong>– das richtige Wechselfenster erwischen, ein Stück zusammenlaufen, den Stab sicher übergeben</li>



<li><strong>Loslassen </strong>– den Stab loslassen</li>
</ul>



<p>Anhand dieser 3 Punkte möchte ich die Staffelübergabe in der Gemeinde anschauen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Annähern</h3>



<p>Für eine Staffelübergabe muss selbstverständlich zunächst einmal jemand da sein, dem man die Staffel übergeben kann. Das klingt logisch, oder? Aber allzu oft ist niemand da! Da sind die Ältesten plötzlich 80, fangen an zu überlegen, wer von den Jungen, also den 50-60-Jährigen, mal in die Gemeindeleitung kommen könnte, und wundern sich, dass niemand da ist oder niemand will.</p>



<p>Das mag etwas flapsig ausgedrückt sein, aber trifft leider allzu oft den Kern. Wir müssen uns frühzeitig mit diesem Thema beschäftige. Deshalb:</p>



<p><strong><em>Halte Ausschau!</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sprecht regelmäßig in eurem Ältesten-Kreis über junge Brüder! Wer kommt in Frage? Wer hat das Potenzial? Wer entwickelt sich geistlich nach vorne? Wir sprechen regelmäßig in unserem Ältesten-Kreis darüber. Wer „passt“ auf die Kriterien von Ältesten im Neuen Testament? (Kennst du die Kriterien? In der Bibel wird viel mehr Fokus auf den Charakter als auf Fähigkeiten gelegt!)</li>



<li>Beispiel Eli und Samuel: Eli hatte viele Schwachpunkte, aber er hatte einen Blick für Samuel, er wusste, dass Gott zu ihm sprach und sah das Potenzial in ihm.</li>



<li>Beispiel Paulus-Timotheus: Habt ihr euch mal gefragt, wie Paulus zu Timotheus gekommen ist? Mit Sicherheit hat er Ausschau nach jungen Brüdern mit Potenzial gehalten!</li>
</ul>



<p><strong><em>Halte Verantwortung bereit!</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Älteste fallen nicht so einfach vom Himmel&#8230; Diesen Dienst muss man lernen.</li>



<li>Biblische Prinzipien: Treue im Kleinen, dann mehr Verantwortung. Aber dafür braucht es eben erstmal Aufgaben im Kleinen.</li>



<li>Biblisches Prinzip für Älteste: nicht durch Wahl, durch Verleihung des Amtes, sondern solche die bereits dienen, die bewährt sind! Die Berufung bspw. von Barnabas und Paulus in Apostelgeschichte 13 erfolgte, während sie dienten.</li>



<li>Mose hat Josua zunächst als Kundschafter geschickt. Dort hat er sich bewährt und hinterher wurde Josua der Führer des Volkes.</li>



<li>Überlegt euch, Brüder mit Potenzial in Verantwortungen zu stellen: Jugendleitung, Sonntagsschule, Moderation, Organisation von Veranstaltungen. Das ist eure Verantwortung als Älteste!</li>



<li>Achtung! Es ist viel einfacher, die Aufgaben selber zu machen, als andere anzuleiten! Oft braucht es mehr Zeit, mit jüngeren Brüdern eine Predigt vorzubereiten, als selbst eine zu halten.</li>



<li>Aber das ist die Verantwortung der Ältesten! Wir haben vor kurzem wieder ein paar jüngere Brüder bewusst in die Brüderstunde eingeladen, um sie mit in die erste Verantwortung für die Gemeinde zu nehmen.</li>
</ul>



<p><strong><em>Halte Beziehung!</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Dranbleiben ist wichtig! Wenn ihr junge Brüder in Verantwortungen stellt, dann kümmert euch weiter um sie. Am besten als Mentoren.</li>



<li>Ermutigung ist notwendig! Beispiel Paulus-Timotheus: Timotheus war schüchtern. Lest mal die Timotheus-Briefe mit Blick auf das Mentorenverhältnis Paulus-Timotheus: Paulus gibt dem jungen Timotheus viele Ratschläge (wie man Gespräche führt mit Älteren, Frauen usw.), Ermutigungen (niemand verachte deine Jugend, halte an mit dem Predigen), Ermahnungen (tue nichts nach Gunst!)</li>



<li>Auch das ist wieder die Verantwortung als Älteste, Beziehung zu jüngeren Brüdern zu halten. Einzelne Treffen mit jungen Brüdern ausmachen und begleiten. Bspw. im Dienst, in der Vorbereitung von Aufgaben, im geistlichen Leben Rückmeldung geben. Bsp. Begleitung bei Predigten, Rückmeldung zu Predigten und anderen Diensten!</li>
</ul>



<p><strong><em>Gib Halt durch Ausbildung und Schulung!</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Unsere jungen Leute müssen die Chance haben, die notwendigen Fähigkeiten auch erlernen zu können.</li>



<li>Achtung: nicht die eigenen Ideale absolut setzen. „Ich selber habe mir das auch selbst beigebracht&#8230; da wächst du schon irgendwie rein!“ „Schulung braucht man nicht&#8230;“</li>



<li>Wir können dankbar sein, dass wir heute viele Schulungsmöglichkeiten haben. Predigtschulungen, Jüngerschaftsschulungen, Leiterschulungen. Das ist gut so.</li>



<li>Und wieder: Eure Verantwortung als Älteste, die jungen Brüder dahin zu schicken (vielleicht auch mal das Seminar zu bezahlen).</li>



<li>Bei uns in HD schauen wir darauf, dass die jungen Brüder und auch andere Mitarbeiter regelmäßig zu Schulungen gehen. Bspw. die Sonntagsschulmitarbeiter zu den Seminaren in Rehe oder an anderen Orten.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">2. Übergeben</h3>



<p>Wenn ihr Brüder habt, die sich so bewährt haben im Kleinen und die die biblischen Voraussetzungen für Älteste erfüllen (Achtung, keine geistlichen Supermänner!), dann wird es Zeit, die nächsten Schritte zu gehen, sie nämlich konkret in den Ältestendienst und dann in den Ältestenkreis mit reinzunehmen.</p>



<p>WIE funktioniert das?</p>



<p><strong><em>Mit in die Ältestenkreistreffen reinnehmen</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ansprechen, einladen. Dringende Empfehlung, das nicht an die große Glocke zu hängen! Damit kein Druck von außen entsteht, und auch wieder ein Rausgehen ohne Schaden möglich ist.</li>



<li>Wir hatten über zwei Jahre jüngere Brüder bei uns in Heidelberg im Ältesten-Kreis dabei, ohne dass das in der Gemeinde bekannt war. Sie konnten uns beobachten, sehen, wie wir miteinander umgehen, wie wir über Themen sprechen, Probleme lösen, dienen. Diese Brüder sind heute die Ältesten unseres Gemeindeablegers, der neuen Gemeinde in Sandhausen.</li>
</ul>



<p><strong><em>Zu Ältestendiensten mitnehmen</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bei Besuchen, bei Gemeindeaufnahmegesprächen junge Brüder mitnehmen</li>



<li>Bibl. Vorbilder: Barnabas-Paulus, Paulus-Silas, Elia-Elisa</li>
</ul>



<p><strong><em>In den Ältestenkreis aufnehmen</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das richtige Zeitfenster: (= im Staffellauf das Wechselfenster erwischen)</li>



<li>Negatives Beispiel: David-Salomo (1. Könige 1). Bathseba kommt flehend zu David. Adonija ist gerade dabei, sich selbst zum König zu machen. David liegt alt und entkräftet in seinem Gemach und lässt sich von einer jungen Frau, Abischag, verwöhnen. Bathseba: „Wenn du jetzt nichts tust, müssen wir alle leiden!“</li>



<li>Übergabe Mose-Josua 5. Mose 34: „Und Mose war hundert und zwanzig Jahre alt, als er starb; sein Auge war nicht schwach geworden und seine Kraft nicht geschwunden.“ Das war eine Übergabe in Kraft.</li>



<li>Das richtige Zeitfenster: Wie alt müssen Brüder für Ältestendienst sein? Welches Alter steht in der Bibel? Keins!</li>



<li>„Junge Brüder“. 40-50-jährige? Wir scheinen manchmal eine schräge Vorstellung von Jugend zu haben. Wie alt waren z.B. die Gründerväter der Brüderbewegung? Endzwanziger! Biblische Kriterien (1Tim 3; Tit 1): Befähigung/Charakter, Wunsch, Bewährung, Erkennung, Anerkennung durch die Gemeinde. Schaut Euch die 30-jährigen an! Familienväter, Verantwortung im Beruf, aber in der Gemeinde sollen sie zu jung sein, um Verantwortung zu übernehmen?</li>



<li>Wir haben in Heidelberg ein Generationenloch. Das ist ein Phänomen, das sich auch in anderen Gemeinden findet. Die Generation der Nachkriegsbrüder kam früh in Verantwortung, weil die älteren Brüder schlicht nicht mehr da waren. Und diese Brüder haben dann den Ältesten-Dienst über Jahre und Jahrzehnte treu getan, manchmal 30, 40, 50 Jahre lang. Aber danach kommt eine Lücke! Wir sind damals mit 30 Jahren Altersabstand in Heidelberg nachgerückt. Es fehlt eine Generation, warum?</li>



<li>Es wurde ja immer alles getan, die Ältesten machten alles, es lief in der Gemeinde – da brauchte die nächste Generation ja gar nicht aktiv zu werden. Das ist kein Vorwurf an die ältere Generation, aber wir sollen daraus lernen. Als Älteste sind wir heute in Heidelberg im Wesentlichen um die 50 und wir müssen unbedingt nach den Brüdern in den 20igern und 30igern schauen, auch deshalb, weil wir gerade einige dieser neuen Leiter in unsere Gemeindeneugründung nach Sandhausen abgegeben haben.</li>



<li>Es ist gut, wenn man verschiedene Generationen im Ältesten-Team hat. In Heidelberg haben wir noch einen der älteren Brüder über 70 dabei! Dafür sind wir dankbar.</li>



<li>Älteste öffentlich benennen. Dieser Schritt ist auch wichtig. Darüber im Detail zu sprechen, wäre ein ganz separates Thema, was den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">3. Loslassen</h3>



<p>Der dritte Punkt der Staffelübergabe ist das Loslassen. Das klingt irgendwie einfach, logisch, klar. Staffelübergabe: Da muss man das Staffelholz ja irgendwie irgendwann mal loslassen, oder? Ich bin ehrlich – das ist wahrscheinlich das schwierigste Thema überhaupt!</p>



<p>Unzählige Beispiele aus Politik und Wirtschaft belegen das Problem, dass große Führungspersönlichkeiten einfach nicht loslassen können (s. Churchill, Kohl). Übrigens auch niemand anderes hochkommen lassen (s. Merkel). Meint ihr, dass das nur in Wirtschaft und Politik ein Problem ist? Ich glaube, auch in Gemeinden.</p>



<p>Bleiben wir beim Staffellauf. Frage: Was passiert, wenn der Läufer den Stab nicht loslässt?</p>



<p>Die Läufer werden langsam, es gibt Streit, sie behindern sich gegenseitig, sie sind mit sich selbst beschäftigt. Das Risiko steigt, dass der andere ohne Stab losrennt oder dass der Stab (=das anvertraute Gut) runterfällt&#8230;</p>



<p>All das zeigt: Wir müssen also loslassen. Das beginnt im Ältestenkreis, wenn neue Brüder dazukommen! Werden sie gehört? Gilt ihr Wort etwas? Können sie eigene Akzente setzen, Dinge anders machen? Wie geht ihr miteinander um im Ältestenkreis? Gibt es Offenheit, Vertrauen? Könnt ihr unterschiedliche Sichtweisen ehrlich besprechen, miteinander ringen? Bleibt alles, was im Ältestenkreis gesagt wird, auch im Ältestenkreis und werden nach außen dann alle gefundene Positionen gemeinsam vertreten?</p>



<p>Noch schwieriger ist aber das Loslassen nach dem Ausscheiden aus dem Ältestenkreis. Warum ist es so schwer?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Auf einmal bekommt man nicht mehr alles mit.</li>



<li>Man wird auch nicht mehr für alles gefragt.</li>



<li>Verlust an Ansehen, Einfluss, Macht (?) in der Gemeinde.</li>



<li>Das fällt auch deshalb schwer, weil wir uns als Brüder in Verantwortung manchmal ganz tief drinnen für unentbehrlich halten, oder?</li>
</ul>



<p>Loslassen heißt wirklich, den Stab loslassen, die Verantwortung abgeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fünf Ratschläge zum Loslassen</h3>



<p>A: Die Autorität der Ältesten nicht untergraben! Das ist das Wichtigste.</p>



<p>B: Bete für die Ältesten! Wahrscheinlich gibt es nach dem Ausscheiden aus dem Ältestenkreis weniger Dienste oder Aufgaben und deshalb mehr Zeit zum Beten.</p>



<p>C: Zuspruch und Ermutigung für die neuen Ältesten! In vielen Staffelläufen sieht man, wie die vorherigen Läufer nach der Übergabe die nachfolgenden Läufer anfeuern. Das wünsche ich mir auch in unseren Gemeinden!</p>



<p>D: Daseinsversprechen: Da zu sein, wenn die Ältesten um Rat fragen, aber auch nicht da zu sein, wenn sie nicht fragen. Denn die Rolle ändert sich. Siehe das Beispiel von David:</p>



<p><em>Aber eines Tages änderten sich die Dinge. „David zog hinab und seine Knechte mit ihm, und sie kämpften mit den Philistern. Und David war erschöpft“ (2Sam 21,15). David entging nur knapp dem Tod, weil Abisai dazu kam und ihn rettete. David wurde allmählich alt. Seine körperliche Kraft und Ausdauer ließen nach. Er fühlte es. Seine Freunde wussten es. Seine Feinde konnten es sehen.</em></p>



<p><em>Wenn in unserem Herzen immer noch die Leidenschaft brennt, kann es schwierig sein, unsere eigene körperliche Realität anzuerkennen. Davids Männer, seine Freunde, stellten sich um ihn herum und „schworen ihm und sprachen: Du sollst nicht mehr mit uns ausziehen in den Kampf, damit du die Lampe (Leuchte) Israels nicht auslöschst!“ (V. 17). Wie hättest du als König reagiert? Das war keine Empfehlung, ein Sabbatjahr einzulegen. Das war eine Aufforderung an ihn, das Kämpfen aufzugeben und nie wieder mit ihnen zusammen in einen Krieg zu ziehen. Sein Dienst, seine Rolle, änderte sich. (Quelle: „VOM KÄMPFER ZUR LAMPE“, zu finden auf GESUNDE-GEMEINDEN.DE)</em></p>



<p>E: Erfreue dich an Veränderung! Ja, freue dich wirklich an Veränderung und meckere nicht dagegen.</p>



<p>Die meisten Menschen, auch Älteste, haben Angst vor Veränderung. Man könnte ja etwas falsch machen, einen falschen Weg gehen. Veränderung wird oft auch als Kritik am eigenen Tun verstanden.</p>



<p>Ein nicht selten gehörtes Zeichen von Nicht-Loslassen ist es, wenn ein Bruder sagt: „Das könnt ihr machen, wenn ich beim Herrn bin.“ Das klingt fromm, ist aber im Grunde sehr egoistisch.</p>



<p>Viele Bewegungen der Kirchengeschichte – auch die Brüderbewegung – waren gekennzeichnet von Veränderung, deshalb wurde sie ja auch Brüderbewegung genannt! Bitte nicht falsch verstehen – an der Bibel, am Wort, an den biblischen Prinzipien müssen wir unbedingt festhalten. Aber die Form, wie wir diese Prinzipien umsetzen, die kann sich ändern – ja die muss sich sogar ändern!</p>



<p>Und da brauchen wir Weisheit, zwischen Prinzip und Form zu unterscheiden.</p>



<p>Ein Bruder bei uns in der Gemeinde wollte bspw. nach vielen Jahren einen Dienst übergeben, aber der Nachfolger durfte diesen Dienst nur genauso machen, wie er das immer gemacht hatte. Überrascht es euch, dass wir niemanden für diesen Dienst gefunden haben?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schluss</h3>



<p>Das Prinzip des Staffellaufs finden wir in 2. Timotheus 2,2:</p>



<p>„<em>Was du (2) von mir (1) gehört hast vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Menschen (3) an, die tüchtig sind, auch andere (4) zu lehren</em>“ (2Tim 2,2).</p>



<p>Wie viele Leute sind eigentlich in 2. Timotheus 2,2 beteiligt? Vier! Das ist ein voller Staffellauf!</p>



<p>Wir haben uns die drei Phasen der Staffelübergabe angeschaut: Annähern – Übergabe – Loslassen. Die Staffelübergabe ist unsere Verantwortung als Älteste.</p>



<p>Ein Staffellauf ist nur dann erfolgreich, wenn die Übergabe funktioniert. Es nützt nichts, wenn ich der schnellste Läufer auf meinem Teilstück bin und alle abhänge. Ohne gelungene Übergabe scheitert der ganze Lauf.</p>



<p>Haben wir nicht alle den Wunsch, dass der Staffellauf gelingt? Dass der Stab, das anvertraute Gut, weitergegeben wird? Den Wunsch nach Befestigung unseres Tuns? Lasst uns wie Mose in Psalm 90 beten:</p>



<p>„<em>Und befestige über uns das Werk unserer Hände, ja, das Werk unserer Hände, befestige es!</em>“</p>



<p>Und lasst uns unsere Verantwortung, das Werk unserer Hände, die Staffelübergabe als biblische und gottgegebene Aufgabe übernehmen. Dazu möge der HERR uns Gnade schenken!</p>
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