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	<title>Wilfried Plock &#8211; KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</title>
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	<description>Konferenz für Gemeindegründung e.V.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 29 Sep 2025 22:25:54 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wie cool darf Kirche sein?</title>
		<link>https://kfg.org/2025/wie-cool-darf-kirche-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Plock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 22:24:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde-Gründung, -Bau und -Wachstum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18462</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Hauptsache, es funktioniert“!? Nach diesem Motto scheinen einige moderne Gemeinden, wie die ICF, zu agieren. Doch der Gott der Bibel ist nicht pragmatisch, sondern heilig (3Mo 19,2; 1Petr 1,15-16). Er ist mehr an Heiligkeit interessiert als an Nützlichkeit und Effektivität. Seine Prinzipien stehen himmelhoch über allen noch so gut gemeinten menschlichen Gefühlsregungen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Die International Christian Fellowship (ICF)</h2>



<p><strong>Das Phänomen ICF</strong></p>



<p>Sie ist cool, sie ist hip, sie ist trendy: Die Freikirche ICF hat moderne Gottesdienstformen erfolgreich aus den USA importiert und begeistert mit „celebrations“ und „Jesus-Pop“ insbesondere junge Leute aus dem evangelikalen Milieu.</p>



<p>Die „International Christian Fellowship“ (ICF) – auf Deutsch: „Internationale Christliche Gemeinschaft“ – unter der Leitung von Leo Bigger zählt zu den bekanntesten freikirchlichen Bewegungen im deutschsprachigen Raum. Seit der Gründung 1996 in Zürich hat sich die Kirche stark ausgeweitet, sowohl räumlich als auch über digitale Kanäle, und gilt heute als modernes Aushängeschild evangelikaler Spiritualität in der Schweiz und darüber hinaus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie entstand die ICF?</h2>



<p>Ich möchte nur ein paar wenige Stationen anführen. Am Anfang stand Heinz Strupler (Jahrgang 1945), gelernter Florist und später Theologe. Er gründete zahlreiche christliche Werke – darunter das „Institut für Gemeindebau und Weltmission“ (IGW) sowie die ICF Zürich. 1990 initiierte er den ersten überkonfessionellen Lobpreisgottesdienst in Zürich, aus dem später die ICF-Kirche entstand. 1994 übergab er die operative Leitung an Leo Bigger, blieb aber als spiritueller Mentor weiterhin prägend.</p>



<p><strong>Leo Bigger</strong></p>



<p>Bigger wurde 1968 geboren und wuchs in Buchs SG in einer katholischen Familie auf. Er organisierte Discos und leitete die Jugendrockband blackout. Nach seiner Ausbildung zum Offsetdrucker besuchte er die IGW-Bibelschule in Zürich und lernte dort Heinz Strupler kennen.</p>



<p>1995 lebten Leo und Susanna Bigger für etwa drei Monate in Chicago, wo sie in der Willow Creek-Kinderkirche mitarbeiteten und die dortige Gemeindearbeit gründlich studierten. Der USA-Aufenthalt führte dazu, dass Bigger den Ruf Gottes hörte, nach Zürich zurückzukehren und mit neuer Vision in der ICF-Gruppe mitzuarbeiten.</p>



<p>Zur gleichen Zeit diente Matthias Bölsterli als Pastor in der evangelische Limmatgemeinde Zürich. 1996 gründeten Leo Bigger, Matthias Bölsterli und Micky Conod die „International Christian Fellowship Church“ (ICF) als Verein. Seither leitet Bigger diese Kirche, die sich in etlichen Städten der Schweiz, in Deutschland und Europa ausgebreitet hat.<sup data-fn="41dfbe8a-58c4-43eb-981c-d1a63c0e197b" class="fn"><a id="41dfbe8a-58c4-43eb-981c-d1a63c0e197b-link" href="#41dfbe8a-58c4-43eb-981c-d1a63c0e197b">1</a></sup></p>



<p>Zu Biggers Vorbildern gehören die US-amerikanischen Evangelikalen Bill Hybels und Rob Bell und der deutsche Evangelist Reinhard Bonnke, der auch beim fünfzehnjährigen Bestehen der &#8222;International Christian Fellowship Church&#8220; 2011 als Redner auftrat.<sup data-fn="4019f31e-1e30-437f-b4fc-833d2067067a" class="fn"><a id="4019f31e-1e30-437f-b4fc-833d2067067a-link" href="#4019f31e-1e30-437f-b4fc-833d2067067a">2</a></sup></p>



<p>Beim 20-jährigen Jubiläum gratulierte Bill Hybels dem ICF und Pastor Leo Bigger im Hallenstadion Zürich und sprach vom besonderen Segen, der auf der Bewegung ruhen würde. Er erzählte, dass Willow Creek Biggers ICF entscheidend geprägt habe. Das ICF stammt also aus der „Besucherfreundlichen Bewegung“, die im deutschsprachigen Raum vor allem durch Bill Hybels und Rick Warren (Saddleback) bekannt wurde.</p>



<p>Mittlerweile hat sich die ICF-Bewegung – „movement“ genannt – laut eigenen Angaben auf mehr als 65 Gemeinden in 13 Ländern Europas ausgebreitet.<sup data-fn="c6b0516a-6af4-40a1-8a61-74fa00326c4d" class="fn"><a id="c6b0516a-6af4-40a1-8a61-74fa00326c4d-link" href="#c6b0516a-6af4-40a1-8a61-74fa00326c4d">3</a></sup> Das sind stattliche Zahlen.<sup data-fn="77e99442-3dc6-4324-87d8-6f4ddbfbf411" class="fn"><a id="77e99442-3dc6-4324-87d8-6f4ddbfbf411-link" href="#77e99442-3dc6-4324-87d8-6f4ddbfbf411">4</a></sup> Zürich ist übrigens weiterhin der Trendsetter. Der Pastor vom ICF Karlsruhe sagte in einer Predigt in Zürich: „Wir haben jetzt auch ‚Locations‘. Wir machen euch alles nach.“</p>



<p>Die oben angeführten Zahlen kommen nicht von ungefähr. Darum wollen wir fragen:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was macht die ICF-Bewegung gut?</h2>



<p>Ich gestehe unumwunden ein, dass ich ein zwiespältiges, ambivalentes Verhältnis zur ICF habe. Doch ich möchte fair sein. Es gibt Dinge, die gut sind, ja es gibt m.E. sogar vorbildliche Dinge. Wo können wir uns positive Scheiben abschneiden?</p>



<p><strong>1. Die Mitarbeiter der ICF – und besonders die Leiter – sind motiviert bis in die Haarspitzen</strong></p>



<p>Das oben Beschriebene hätte ohne den Einsatz ungezählter Mitarbeiter nicht erreicht werden können. Die meisten von ihnen tun das ehrenamtlich, also unentgeltlich. Das ist wirklich beeindruckend. Ich nenne zwei Beispiele:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einige der ICFs haben keine eigenen Gemeindehäuser. Das bedeutet, dass jeden Sonntag die gesamte Veranstaltungstechnik auf- und wieder abgebaut werden muss. Manche Mitarbeiter stehen deswegen um 5:00 Uhr morgens auf. In großen ICF-Kirchen folgen drei oder gar vier Gottesdienste über den Tag verteilt. Darüber hinaus engagieren sich viele Freiwillige in ungezählten Teams in allen anderen Bereichen des Gemeindelebens. Das ist durchaus vorbildlich.</li>



<li>Die Predigten sind meistens gut vorbereitet, werden weitgehend frei vorgetragen und oft durch visuelle Veranschaulichungen unterstützt. Das alles ist durchdacht und benötigt immensen Zeitaufwand. Die „messages“ sind auch oft mutig. Gesellschaftlich umstrittene Themen wie Homosexualität werden thematisiert. Das bringt dem ICF vonseiten „der Welt“ viel Kritik ein.<sup data-fn="28b9deda-1322-45d9-a070-f58d41dde252" class="fn"><a id="28b9deda-1322-45d9-a070-f58d41dde252-link" href="#28b9deda-1322-45d9-a070-f58d41dde252">5</a></sup></li>
</ul>



<ol class="wp-block-list">
<li></li>
</ol>



<p><strong>2. In den ICFs sollen die Menschen mit Jesus Christus in Kontakt kommen</strong></p>



<p>Das nehme ich den Protagonisten ab: Es geht ihnen darum, dass verlorene Zeitgenossen für Zeit und Ewigkeit gerettet werden. Viele Predigten präsentieren (in Ansätzen) das Evangelium von Jesus Christus – und schließen meistens mit einem Aufruf zur Bekehrung oder auch zu neuer Hingabe (oft „commitment“ genannt) der Gläubigen. Ich freue mich aufrichtig über jede Seele, die im Umfeld der ICF-Gemeinden zum rettenden Glauben kommt (Mt 16,25; Luk 15,24; Phil 1,18).</p>



<p>Wie viele Besucher im Umfeld der ICF-Veranstaltungen tatsächlich zum rettenden Glauben kommen, das weiß natürlich allein unser Gott. <em>„Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen!“</em> (2Tim 2,19)</p>



<p><strong>3. In den ICF-Gemeinden gibt es ein starkes Anliegen, den bedürftigen Menschen ganzheitlich zu helfen</strong></p>



<p>Der Mensch wird gesehen. Das beginnt mit einer wirklich herzlichen Begrüßung. Es kann sein, dass einem vier bis fünfmal die Hand geschüttelt wurde, bis man auf seinem Platz sitzt.<sup data-fn="83cf8f4f-5a7f-4559-b2d2-c9970703bc98" class="fn"><a id="83cf8f4f-5a7f-4559-b2d2-c9970703bc98-link" href="#83cf8f4f-5a7f-4559-b2d2-c9970703bc98">6</a></sup> Dann wird sehr persönlich, zupackend gepredigt (dass oft lehrmäßiger Tiefgang fehlt, steht auf einem anderen Blatt). Und schließlich gibt es so gut wie nach jeder Verkündigung die Gelegenheit zu reagieren sowie Gebet bzw. Seelsorge in Anspruch zu nehmen. Gerade Menschen im urbanen Raum, die oft unter Einsamkeit der Großstadt leiden, wissen diese Angebote sehr zu schätzen.</p>



<p>Diese Zugewandtheit zu den Menschen ist wirklich stark. Und ich halte sie für echt. Man möchte den Menschen nicht nur predigen, sondern ihnen wirklich – im richtigen Sinn verstanden – ganzheitlich helfen. Seminare, Workshops, Schulungen unterstreichen dieses Anliegen. Das ist lobenswert.</p>



<p>Ich möchte hier ergänzen, dass die ICF-Veranstaltungen oft relevante Lebensfragen der Zuhörer direkt adressieren – und das in einer Sprache, die von den Menschen gesprochen und verstanden wird. „Kanaanäisch“ ist wirklich verpönt. Eine weitere Stärke der ICF-Bewegung ist sicherlich ihre Präsenz in den Sozialen Medien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kritische Anfragen an die ICF-Bewegung</h2>



<p>Manche Leser werden vielleicht jetzt denken: Muss das sein? Warum kann man nicht einfach alles stehen lassen? Wieso immer diese Besserwisserei?</p>



<p>Antwort: Weil uns der HERR gebietet, Lehren und Gemeindebaukonzepte an der Schrift zu prüfen – natürlich nicht in überheblicher Art, sondern demütig und nüchtern (Apg 17,11; 1Thess 5,20-22).</p>



<p>Ich habe kein Gefallen am Aufdecken der Fehler und Schwächen anderer. Mir wäre es lieber, ich könnte hier schließen. Ich bin mir auch sehr wohl meiner eigenen Schwächen bewusst. Aber gerade, weil ICF einen solchen Einfluss auf viele Christen und Gemeinden ausübt, darum müssen sich Leo Bigger und alle anderen ICF-ler mit ihrem Konzept an den Maßstäben der Heiligen Schrift messen lassen. Es geht letztlich um die Wahrheiten des Evangeliums und des neutestamentlichen Gemeindebaus.</p>



<p><strong>1. Sind die Predigten fast immer thematisch und insgesamt zu oberflächlich?</strong></p>



<p>Ich habe mir „messages“ aus ganz unterschiedlichen ICFs angehört. Leider war keine einzige auslegende Botschaft dabei. Die Ausführungen sind thematisch und oft psychologisch gefärbt. Sie drehen sich stark um die Veränderung der Persönlichkeit. Bei einigen Themen wurde Jesus Christus mehr als „kosmischer Therapeut“ präsentiert. Das heißt nicht, dass unser Gott auf diese Weise nicht auch Menschen ansprechen könnte. Aber folgende Anfragen entstehen:</p>



<p>Entfaltet diese Art der Verkündigung echte biblische Lehre? Wird bei dieser Vorgehensweise der ganze Ratschluss Gottes verkündigt (Apg 20,27)? Bekommen die gläubigen Hörer biblische Hilfe zu einem gottwohlgefälligen Leben? Oder dominiert am Ende mehr christlich verbrämte Unterhaltung?</p>



<p><strong>2. Erinnert der Rahmen der Events eher an eine Jugend-Disco als an den Gottesdienst einer neutestamentlichen Gemeinde?</strong></p>



<p>Der Raum ist abgedunkelt. Bühnennebel steigt auf. Der sogenannte Worship erreicht eine Lautstärke<sup data-fn="25102d4f-09f1-4181-b2f4-391b2cf4a99d" class="fn"><a id="25102d4f-09f1-4181-b2f4-391b2cf4a99d-link" href="#25102d4f-09f1-4181-b2f4-391b2cf4a99d">7</a></sup> von bis zu 95 Dezibel. Viele (junge) Leute „rocken“ die Lieder mit, als wären sie auf einem Konzert ihrer Lieblingsband. Die coolen Verkündiger haben ihre Predigtnotizen auf dem Smartphone in der Hand oder auf dem Tablet, das auf dem Stehtisch liegt.</p>



<p>Dann ist da manchmal eine unglaublich schnoddrige Sprache: „Gott ist nicht „ar…ig.“ etc. und sehr viel Denglisch. Der Gottesdienst ist „celebration“, die Liturgie „programing“, die Predigt ist „message“ und der Veranstaltungsort ist die „location“. ‚Okay, Jesus, ich fühle mich nicht „ready“; ich habe „struggles“‘, „freedoms nights“, „explore“, „get free“ und alle sind „easy drauf“.</p>



<p>Auf einer ICF-Website las ich:</p>



<p><em>„Ab sofort treffen wir uns sonntags vor der Abend-Celebration zum Tanz-Hangout!</em></p>



<p><em>• 16:30 bis 16:45 chill-in</em></p>



<p><em>• 16:45 Bring &amp; Share Snack</em></p>



<p><em>• 17:00 bis ca. 18:30 Dance</em></p>



<p><em>Bringt hierzu gerne Freunde mit, jeder Skill vom Anfänger bis Advanced ist herzlich willkommen!“</em></p>



<p>Der Prediger sollte natürlich stylisch gekleidet sein. Sneakers statt Lederschuhe, löchrige Jeans statt Stoffhose, Lederjacke statt Jackett – und am besten noch eine auffällige Halskette und ein paar Tattoos. Das Outfit muss cool sein. Jeder „move“ wird schließlich auf der Bühne und auf den Großbildleinwänden zu sehen sein. Telegenität ist gefragt.</p>



<p>Die ganze Veranstaltung wirkt auf mich mehr wie eine Darbietung, eine Show, eine kulturell-relevante Performance, ein Entertainment-Programm, zugeschnitten auf das Individuum.</p>



<p>Warren W. Wiersbe schreibt in seinem Kommentar:</p>



<p><em>„Die religiösen Neuheiten in den heutigen Gemeinden mögen die Menschen zwar begeistern und unterhalten, doch die Gemeinde wird durch sie weder erbaut noch tragen sie zur Verherrlichung des Herrn bei. Der Gemeindesaal wird zum Theater, die Anbetung zur Unterhaltung, der Gottesdienst wird zu einer Vorstellung und die Gemeinde zum Publikum.“</em><sup data-fn="d66477a1-0022-41b4-9112-97469c1bce69" class="fn"><a id="d66477a1-0022-41b4-9112-97469c1bce69-link" href="#d66477a1-0022-41b4-9112-97469c1bce69">8</a></sup></p>



<p>Eine Aussteigerin berichtet: <em>„Es war wichtig, cool zu sein, „Style“ zu haben. Wenn man nicht cool war, stieg man in der ICF auch nicht auf: Nur die lässigen Leute erschienen auf der Bühne, predigten oder sangen. Dies führte dazu, dass man nie jemanden sah, der dick war.“</em></p>



<p>Jemand sagte sinngemäß: <em>„Das ICF-Christentum hat viele flapsige Sprüche. Aber es umgeht den Kern: Bekehrung, Wiedergeburt, Heiligung, Kreuzesnachfolge. Das alles kommt viel zu wenig vor. Sondern es ist ein lustiger, interessanter Selbstverwirklichungstrip, christlich garniert, mit viel Rock- und Popmusik, mit viel Action sowie mit viel Aktivismus.“</em></p>



<p><strong>3. Absorbiert die ICF-Bewegung viele religiöse Ideen, die gerade auf dem Markt sind?</strong></p>



<p>Noch einmal die Aussteigerin: <em>„Die Lehre der ICF rückte durch den ständigen Wechsel in den religiösen Praktiken und in der Organisation in den Hintergrund. So wurden dauernd neue Konzepte und Ideen anderer „Mega-Churches“ übernommen.</em></p>



<p><em>Als ich der ICF beitrat, war sie nach Vorbild einer koreanischen Kirche organisiert, die über Hauszellen funktionierte, später wurde dann nach dem Vorbild einer amerikanischen Kirche Workshops gegründet. Das Konzept der g/12-Gruppen war hingegen von einer südamerikanischen Gemeinde abgeleitet. Es wurden auch verschiedene Gebetsarten praktiziert. Es gab beispielsweise ein koreanisches Gebet, während dem in der Gruppe alle laut vor sich hin beteten und das beinahe zu einem Geschrei ausartete, durch welches man Jesus lobte und pries.</em></p>



<p><em>Auch in den Gottesdiensten wurden immer wieder neue Themen aufgenommen, wie beispielsweise das Fasten, woraufhin alle zu fasten begannen und Fasten lässig fanden. Bis ein neues Thema Geltung erlangte.</em></p>



<p><em>Einen wichtigen Stellenwert hatten sogenannte Prophetien. Propheten waren Menschen auch aus anderen Kirchen, denen man die Gabe der Prophetie zusprach. Ihre Aussprüche wurden ernst genommen und fanden auch in den Zielsetzungen der ICF Geltung. Es schien, als ob die ICF immer wieder neue Kicks brauchten, damit die Leute dabeiblieben. Da immer etwas lief, hatte man gar keine Zeit, um über die Lehre nachzudenken.“</em><sup data-fn="8544a309-24d5-46bb-b50a-0e14475d9c7b" class="fn"><a id="8544a309-24d5-46bb-b50a-0e14475d9c7b-link" href="#8544a309-24d5-46bb-b50a-0e14475d9c7b">9</a></sup></p>



<p>Ich denke nicht, dass wir nicht von anderen lernen dürften. Im Gegenteil. Aber ständig neue Konzepte aus anderen Kulturen zu hypen, statt biblische Prinzipien in den Mittelpunkt des Gemeindebaus zu stellen, ist durchaus fragwürdig. Hier einige weitere übernommene Elemente:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aus Insider-Informationen weiß ich, dass in einer großen ICF der Sozo-Grundkurs der Bethel-Church gemacht wurde. Es nahmen mehr als 100 Leute teil. Sozo ist das griechische Wort für <em>heilen </em>und <em>retten</em>. Bei dieser Praxis, die von der Bethel Church stammt, geht es nicht um körperliche, sondern um emotionale und geistliche Heilung.<sup data-fn="4350203a-a08b-46e5-acaf-61b36be14526" class="fn"><a id="4350203a-a08b-46e5-acaf-61b36be14526-link" href="#4350203a-a08b-46e5-acaf-61b36be14526">10</a></sup> Die Bethel-Church in Redding, Kalifornien, mit ihrem Pastor Bill Johnson gehört zu den umstrittensten Gemeinden der „Neuen Apostolischen Reformation“ (NAR).</li>



<li>Leider werden auch viele pseudo-charismatische Elemente praktiziert. Mir fiel auf, dass oft zum Heiligen Geist gebetet wird. Die Schrift lehrt, dass wir zum Vater oder zum Sohn beten sollen (Mt 6,6-8; 1Kor 1,1-2) – aber sie berichtet von keinem einzigen Gebet zum Heiligen Geist, zu Engeln oder zu Menschen.<sup data-fn="49579e5f-0eba-415e-a6be-0353495e332d" class="fn"><a id="49579e5f-0eba-415e-a6be-0353495e332d-link" href="#49579e5f-0eba-415e-a6be-0353495e332d">11</a></sup></li>



<li>Zur charismatisch geprägten, lauten Musik, in die Elemente von Hillsong und Bethel einfließen, will ich hier gar nichts weiter ausführen. Ich lasse stattdessen Dr. Hanniel Strebel zu Wort kommen. Er berichtet, dass er einmal mit seiner Familie die ICF Zürich besuchte.<sup data-fn="99c65d28-a84a-47a0-9e41-538d05e56630" class="fn"><a id="99c65d28-a84a-47a0-9e41-538d05e56630-link" href="#99c65d28-a84a-47a0-9e41-538d05e56630">12</a></sup> Es war für ihn befremdlich zu erleben, dass Kinder unter einem bestimmten Alter nicht am „Gottesdienst“ teilnehmen konnten, weil die Lautstärke der Musik (wie bereits erwähnt: bis zu 95 Dezibel) es nicht zuließ.<sup data-fn="011a55b7-ea33-4ab3-84a3-1d9e686f5fd7" class="fn"><a id="011a55b7-ea33-4ab3-84a3-1d9e686f5fd7-link" href="#011a55b7-ea33-4ab3-84a3-1d9e686f5fd7">13</a></sup> Übrigens, mir wurde aus zuverlässiger Quelle bekannt, dass die Lobpreisleiter einer ICF gebeten wurden, in der ersten Reihe zu sitzen, um den Lobpreis gleich von Beginn an anzufeuern und auf „high energy“ zu bringen. Kommentar überflüssig.</li>



<li>Eine Leiterin einer großen ICF-Gemeinde, die auch immer wieder predigt, befürwortete Yoga-Kurse für Christen.</li>



<li>ICF propagiert die völlige Gleichstellung von Mann und Frau, also das egalitäre und nicht komplementäre (biblische) Modell. Ob diese falsche Sicht übernommen wurde oder von den Gründern mitgebracht wurde, konnte ich nicht herausfinden. Auf jeden Fall predigen, lehren und leiten immer wieder Frauen die Veranstaltungen. Das widerspricht nach meiner Erkenntnis eindeutig der Schrift (Eph 5,23-24; 1Tim 2,12-14).</li>
</ul>



<p>Fazit: Da in der ICF-Bewegung offensichtlich viel zu wenig an der Schrift geprüft wird, ist man scheinbar für alle möglichen und unmöglichen Strömungen offen. Konzepte werden implementiert, es wird experimentiert – und wenn es nicht passt, wird alles wieder eingestampft. Was das mit den beteiligten Menschen macht, darüber haben die Leiter scheinbar wenig nachgedacht.</p>



<p><strong>4. Baut die ICF-Bewegung die Gemeinden nach „pragmatischer“ Philosophie?</strong></p>



<p>Der 1997 verstorbene chinesische Staatsmann Deng Xiaoping definierte Pragmatismus einmal auf originelle Weise: „Es spielt keine Rolle, ob eine Katze schwarz oder weiß ist. Wenn sie Mäuse fängt, ist es eine gute Katze!“ Pragmatismus ist also die Einstellung, Dinge nicht nach übergeordneten Prinzipien zu beurteilen, sondern lediglich nach ihrer Funktionalität. Pragmatismus ist Zweckmäßigkeitsdenken. Hauptsache, es funktioniert! Ist diese Einstellung biblisch haltbar?</p>



<p><strong><em>Kommt „Pragmatismus“ in der Bibel vor?</em></strong></p>



<p>Oh ja! In 4. Mose 20 wird berichtet, dass Mose zu dem Felsen in der Wüste reden sollte. Doch Mose schlug den Stein mit seinem Stab. Das Schlagen hatte Jahre zuvor gemäß Gottes Anweisung schon einmal funktioniert (2Mos 17). Bei Mose vermischten sich Routine, Ungehorsam und Pragmatismus. Hauptsache, der Erfolg stellt sich wiederum ein!</p>



<p>Mose war ungehorsam. Nun müsste man erwarten, dass kein Tropfen Wasser käme. Doch obwohl Mose im Ungehorsam handelte, floss das Wasser in Strömen. Der sichtbare Erfolg war gegeben. Phänomenologisch – vom äußeren Erscheinen her beurteilt – schien Mose alles richtig gemacht zu haben. Aber Gott ist nicht pragmatisch. Mose und Aaron durften wegen dieses Ungehorsams nicht in das verheißene Land!</p>



<p>Die Passage im 4. Buch Mose warnt nach meiner Erkenntnis vor pragmatischem Erfolgsdenken: „Hauptsache, es funktioniert!“ – Es kommt aber gar nicht zuerst darauf an, ob etwas funktioniert. Es kommt vor allem drauf an, ob eine Handlung dem Willen Gottes entspricht!</p>



<p>Natürlich kann die ICF-Bewegung mit großen Zahlen glänzen. Die Zeitschrift Idea Deutschland machte in ihrer Ausgabe Nr. 27/2025 mit der ICF München auf. Schlagzeile: „Deutsche Megakirche – Wie Tobias Teichen und ICF München Menschen begeistern“. Mit wie vielen Kompromissen und weltlichen Anleihen dieser Erfolg womöglich erkauft wurde, wird in dem Artikel gar nicht thematisiert.</p>



<p>Pragmatismus ist kurzsichtig. Er sieht nur den augenblicklichen Vorteil. Nachteile und Spätfolgen werden bewusst oder unbewusst ausgeblendet. Biblische oder ethische Grundsätze und Überzeugungen werden für das Linsengericht eines momentanen Vorteils verkauft. So sieht es auch A.W. Tozer. Er schreibt in seinem brillanten Aufsatz „Pragmatismus und Christentum“:</p>



<p><em>„Die Schwäche dieser Theorie ist ihre tragische Kurzsichtigkeit. Sie betrachtet geistliche Aktivitäten nie auf lange Sicht (sie wagt es nicht einmal), sondern fährt fröhlich fort zu glauben, dass alles gut und richtig sei, weil es wirksam ist. Sie wird geheiligt vom augenblicklichen Erfolg und verwirft jeden Vorwurf, dass am Tage Christi vielleicht alles in Rauch und Flammen aufgeht.“</em><sup data-fn="71786e30-d57c-4b46-beff-e70b8afd20a0" class="fn"><a id="71786e30-d57c-4b46-beff-e70b8afd20a0-link" href="#71786e30-d57c-4b46-beff-e70b8afd20a0">14</a></sup></p>



<p>Der Gott der Bibel ist weder kleinlich noch pragmatisch, sondern heilig (3Mo 19,2; 1Petr 1,15-16). Er ist mehr an Heiligkeit interessiert als an Nützlichkeit und Effektivität. Seine Prinzipien stehen himmelhoch über allen noch so gut gemeinten menschlichen Gefühlsregungen.</p>



<p>Darum muss sich die ICF-Bewegung diese Anfrage gefallen lassen: Wird wirklich gefragt: Was hat Gott in seinem ewig gültigen Wort über neutestamentlichen Gemeindebau angeordnet? Es geht in der Schrift nie um die Frage: Wie werden wir attraktiv für unsere Zeitgenossen?<sup data-fn="c8aa2297-f770-4f58-83e7-30d7e5172e5d" class="fn"><a id="c8aa2297-f770-4f58-83e7-30d7e5172e5d-link" href="#c8aa2297-f770-4f58-83e7-30d7e5172e5d">15</a></sup></p>



<p>Auf der Homepage der größten deutschen ICF-Gemeinde ist beispielsweise zu lesen:</p>



<p><em>„Das ICF München ist eine überkonfessionelle Freikirche auf biblischer Grundlage, die aus dem Traum entstanden ist, Kirche für die Menschen wieder dynamisch, lebensnah und zeitgemäß zu gestalten.“</em></p>



<p>Hier will man Kirche für Menschen attraktiv machen – nicht für Gott! Dieser Ansatz muss auf lange Sicht unweigerlich vom Ziel wegführen. Gottes heiliges Wort muss die Richtschnur sein – nichts anderes! Wenn wir Gemeinden gottzentriert bauen und die Gläubigen dort wirklich „Speise“ für das Wachstum des inneren Menschen bekommen, werden sie auch anziehend für Nichtchristen sein.</p>



<p><em><strong>Der Bauplan für neutestamentliche Gemeinden</strong></em></p>



<p>Alle, die im 21. Jahrhundert Gemeinden bauen wollen, sollten fragen: Was sagt die Schrift? Nicht: Was sagte die Brüderbewegung, der Pietismus, die Puritaner? Ja, nicht einmal: Was sagten die Reformatoren? Sondern: Was lehrt das Neue Testament über Gemeindebau? Dort lesen wir zum Beispiel klipp und klar, dass die gottesdienstliche Versammlung einer Gemeinde drei Stoßrichtungen haben sollte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>nach oben: Anbetung</li>



<li>nach innen: Erbauung und geistliches Wachstum der Gläubigen</li>



<li>nach außen: Zurüstung, um einer sterbenden Welt das Evangelium zu bringen.</li>
</ul>



<p>In 1. Korinther 14 wird die gottesdienstliche Versammlung der Gemeinde beschrieben. Es gibt einen Hauptbegriff in diesem Kapitel: Auferbauung. Das Wort für „Auferbauung“ (Griechisch: oikodomē; Englisch: edification) findet sich insgesamt sieben Mal! Viermal in substantivischer Form (V. 3,5,12 und 26) sowie dreimal in verbaler Form (2x in V. 4 und in V. 17). Es meint gemäß V. 3 auferbauen, ermutigen, trösten. Das darf man nicht übersehen.</p>



<p>Das bedeutet: Nach den Vorgaben Gottes ist der Hauptzweck der gottesdienstlichen Versammlung die Auferbauung der Gläubigen – nicht die Evangelisierung der Welt! Wenn ein Nichtchrist hereinkommt, wird er selbstverständlich nicht abgewiesen (1Kor 14,23-25). Aber das ist nicht dasselbe wie einen Gottesdienst gezielt auf Nichtchristen auszurichten.</p>



<p>Nach der Schrift sollen die Heiligen durch die verständliche Weitergabe des Wortes Gottes – nicht durch Zungenreden!<sup data-fn="cc9e4907-2488-4cba-a08e-2734a46742e2" class="fn"><a id="cc9e4907-2488-4cba-a08e-2734a46742e2-link" href="#cc9e4907-2488-4cba-a08e-2734a46742e2">16</a></sup> – auferbaut oder geistlich belebt werden. ICF stellt die biblischen Aussagen auf den Kopf. Wir dürfen unsere Gottesdienste nicht zu einer „evangelistischen Dauerkonferenz“ machen. Wenn wir es dennoch tun, handeln wir pragmatisch!</p>



<p>Paulus schreibt sehr ernste Worte an die Korinther:</p>



<p><em>„Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch“</em> (1Kor 3,11-15).</p>



<p><em><strong>Nebeneffekt „Oberflächlichkeit“</strong></em></p>



<p>Die ICF-Bewegung ist – wie wir bereits gesehen haben – stark von dem besucherfreundlichen Konzept Willow Creeks geprägt. Hat man in Zürich und an anderen Orten auch die warnenden Aussagen aus Chicago vernommen? Hören wir, was Bill Hybels selbst dazu äußerte. Nach einer Sommerstudienpause kam er mit folgenden Gedanken zurück:</p>



<p><em>„Ich war immer noch dabei, mich in der Segnung zu sonnen, die ich bei der Taufe von fast vierhundert Erwachsenen unserer Gemeinde am letzten Juni-Sonntag erlebt hatte. Aber dieses Sonnenbad endete abrupt, als ich mir die ernüchternde Frage stellte: »Ich möchte gerne wissen, wie viele dieser vierhundert gerade Getauften in acht Wochen, bei meiner Rückkehr, immer noch Gott treu folgen, in ihm wachsen und für ihn Frucht bringen.« Die ehrliche Antwort konnte ich mir nur schmerzlich eingestehen. Über den Zeitraum von dreizehn Jahren in dieser Gemeinde haben sich Tausende als auf das Steinige Gesäte erwiesen und als unter die Dornen Gesäte, deren Glaube verwelkte.“</em><sup data-fn="8f214bc2-e94c-4032-8151-1b9e89d962e0" class="fn"><a id="8f214bc2-e94c-4032-8151-1b9e89d962e0-link" href="#8f214bc2-e94c-4032-8151-1b9e89d962e0">17</a></sup></p>



<p>Jemand sagte: „Die ICF-Bewegung ist 20 Kilometer breit – aber nur fünf Zentimeter tief.“</p>



<p><strong>5. Schädigt die ICF-Bewegung andere Gemeinden?</strong></p>



<p>Das wäre ein schwerer Vorwurf.</p>



<p>Seit vielen Jahren kommen solche Klagen an meine Ohren: „Unsere Jugendlichen sind zum ICF abgewandert.“ – „Da war solch eine nette Familie; aber jetzt sind sie beim ICF.“</p>



<p>Mir liegt keine seriöse Statistik vor. Aber ich habe Insider befragt, sogar vollzeitliche angestellte Mitarbeiter, wie viele Besucher (beim ICF gibt es keine Verbindliche Zugehörigkeit oder Mitgliedschaft) ihrer Meinung nach aus anderen Kirchen / Gemeinden zum ICF gewechselt sind. Die Schätzungen schwankten allesamt zwischen 60 und 80 Prozent!</p>



<p>Im Umfeld einer ICF ist die Jugend einer evangelikalen Freikirche geschlossen zum ICF gewechselt. Liebe Freunde, das ist nicht in Ordnung! Ich behaupte nicht, dass solche Dinge bewusst oder absichtlich geschehen würden – aber die ICF nimmt sie zumindest billigend in Kauf.</p>



<p>Wenn ICF-Leiter mit diesen Fakten konfrontiert werden, kommt immer die gleiche Antwort: „Hättet ihr diesen jungen Leuten mehr geboten, wären sie nicht gewechselt.“</p>



<p>Das kann ich nicht gelten lassen. Eine kleine Gemeinde auf dem Land hat weder die Mittel noch die Kraft, solche Events auf die Beine zu stellen. Vielleicht will es diese Land-Gemeinde auch gar nicht. Solche verführerischen Angebote machen falsche Versprechen und fördern eine unberechtigte Unzufriedenheit bei jungen Leuten. Berechtigte Unzufriedenheit mit realen Problemen in der Gemeinde sollte dazu führen, dass Jung und Alt gemeinsam daran arbeiten.</p>



<p>Ich behaupte nicht, dass Leute nur wegen des Musik-Programms und anderer äußerer Angebote zum ICF wechseln. Besonders junge Menschen werden stark von authentischen Persönlichkeiten, z.B. Jugendleitern, angezogen. Trotzdem macht mir die hier erwähnte Statistik allergrößte Sorgen. Die ICF arbeitet sehr stark Event-orientiert. Jungen Menschen wird hier unter Umständen suggeriert, dass sich ein Christenleben von Event zu Event abspielt.</p>



<p>Von der größten deutschen ICF-Community in München ist bekannt, dass sie mehrmals in der Umgebung von München bombastische ICF-Konzerte durchgeführt hat – und siehe da: Einige Zeit später entstand dort eine neue ICF-Gemeinde oder ein Start-Up.</p>



<p>Was hat eine kleine bibeltreue Landgemeinde einer solchen Sogkraft entgegenzusetzen? Steckt hier vielleicht Methode dahinter? Auf jeden Fall existiert inzwischen ein ICF-Netzwerk mit Gemeinden in Augsburg und Freising sowie Startups in Starnberg und Passau.</p>



<p><strong><em>Vitamin-Mangel in der Gemeinde Jesu Christi</em></strong></p>



<p>Ich bin davon überzeugt, dass jedes Aufkommen einer fragwürdigen oder falschen Strömung auf „Vitaminmangel“ in der Gemeinde Jesu zurückzuführen ist.</p>



<p>Was fehlt dem Leib Christi? Fehlt nicht weithin das Erschrecken vor Gottes Heiligkeit, Buße über Lauheit und Kompromisse mit der Sünde, klare Abgrenzung zum materialistischen Lebensstil, sowie die Treue zu Christus und seinem Wort? Fehlt nicht weithin ein authentisches Christentum in der Kraft des Heiligen Geistes? Fehlen nicht geisterfüllte Gläubige und biblisch ausgerichtete Gemeinden in unserem Land?</p>



<p>Bevor wir also das Thema ICF eilfertig abhaken, sollten wir die guten Anregungen von dort aufnehmen und als Anfrage an uns sehen. Darüber hinaus sollten wir uns ernstlich prüfen: Ist unser persönliches Leben völlig an Jesus Christus hingegeben? Hat der christliche Kreis, zu dem wir gehören, wirklich das Anliegen, Gemeinde nach dem Neuen Testament zu sein und immer mehr zu werden? Wollen wir wirklich biblisch bauen? Brennt in uns die Liebe zu Christus gleichermaßen wie die Liebe zu den verlorenen Menschen? Wenn nicht, wollen wir bitte vor der eigenen Türe kehren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Wort an ICF-ler</h2>



<p>Solltest du zu einer ICF-Kirche gehören oder mit der Bewegung sympathisieren, so bitte ich dich als älterer Diener Gottes herzlich: Überprüfe deine Einstellung. Überprüfe deine Motive. Nimm deine Bibel in die Hand und studiere, was das Neue Testament über Gemeinde und ihre Gottesdienste sagt. Und schließe dich bitte unbedingt einer biblisch ausgerichteten Versammlung von Gläubigen an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Wort an die Verantwortlichen der ICF-Bewegung</h2>



<p>Brüder, Gott hat euch reich begabt! Ihr könntet dem Herrn meines Erachtens wohlgefälliger dienen, wenn ihr einen konsequent biblisch ausgerichteten Weg gehen würdet. Die konservativen Werte, die ihr durchaus vertretet, passen gar nicht zu dem flippigen Äußeren, in das ihr eure Kernbotschaft verpackt. Schlimmer. Sie passen nicht zu dem Bild, das uns die Schrift von einer neutestamentlichen Gemeinde zeichnet.</p>



<p>Darum bitte ich euch: Werft die Philosophie des Pragmatismus und der Beliebigkeit im Blick auf Gemeindebau über Bord. Ich ermutige euch, auch im Blick auf die Form zu den schlichten Wegen zurückzukehren, die das Evangelium lehrt.</p>



<p><em>Fussnoten</em></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="41dfbe8a-58c4-43eb-981c-d1a63c0e197b">2002 besuchte ich die junge ICF-Gemeinde in Zürich. Eine Predigt gab es an jenem Sonntag nicht – stattdessen ein lässiger Talk von Bigger und Bölsterli auf einer Bühnen-Couch. <a href="#41dfbe8a-58c4-43eb-981c-d1a63c0e197b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="4019f31e-1e30-437f-b4fc-833d2067067a">https://www.ezw-berlin.de/publikationen/artikel/icf-feierte-15-jaehriges-bestehen-mit-reinhard-bonnke <a href="#4019f31e-1e30-437f-b4fc-833d2067067a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="c6b0516a-6af4-40a1-8a61-74fa00326c4d">Der ICF-Jahresbericht 2024 von ICF Zürich nennt insgesamt 68 ICF-Kirchen weltweit in 13 Ländern. Quelle: https://annualreport.icf.ch <a href="#c6b0516a-6af4-40a1-8a61-74fa00326c4d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="77e99442-3dc6-4324-87d8-6f4ddbfbf411">Inzwischen haben einige Gemeinden die ICF-Bewegung wieder verlassen, z.B. Frankfurt (wurde zur Urban Lights Church), Leipzig oder Emmental in der Schweiz. <a href="#77e99442-3dc6-4324-87d8-6f4ddbfbf411-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="28b9deda-1322-45d9-a070-f58d41dde252">Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Videos und Podcasts im Netz, die der ICF-Bewegung Homophobie, „purity culture“ etc. vorwerfen. <a href="#28b9deda-1322-45d9-a070-f58d41dde252-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 5 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="83cf8f4f-5a7f-4559-b2d2-c9970703bc98">Kritiker sprechen allerdings in diesem Zusammenhang vom sogenannten „love bombing“ (deutsch: mit Liebe bombardiert werden). <a href="#83cf8f4f-5a7f-4559-b2d2-c9970703bc98-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 6 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="25102d4f-09f1-4181-b2f4-391b2cf4a99d">Ich bedaure persönlich sehr, dass offenbar in weiten Teilen der Gemeinde Jesu Christi das Bewusstsein verloren gegangen ist, dass Gott vor allem in der Stille wirken will (z.B. Ps 46,11). <a href="#25102d4f-09f1-4181-b2f4-391b2cf4a99d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 7 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d66477a1-0022-41b4-9112-97469c1bce69">Wiersbe-Kommentar AT, Band I, CVD 2016, 1. Aufl., S. 2014 <a href="#d66477a1-0022-41b4-9112-97469c1bce69-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 8 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8544a309-24d5-46bb-b50a-0e14475d9c7b">https://www.infosekta.ch/media/pdf/ICF_Friess-Interview_Style.pdf Wenn wir hier von der Schweizer Seite infosekta zitieren, wollen wir damit ausdrücklich nicht sagen, dass es sich bei den ICF-Gemeinden um klassische Sekten handelt. Es sind vielmehr charismatisch geprägte Freikirchen, deren Art, Gemeinde zu bauen, wir hier hinterfragen. <a href="#8544a309-24d5-46bb-b50a-0e14475d9c7b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 9 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="4350203a-a08b-46e5-acaf-61b36be14526">Vgl. „Das gefälschte Gottesreich“, CVD 2024, S. 196-199 <a href="#4350203a-a08b-46e5-acaf-61b36be14526-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 10 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="49579e5f-0eba-415e-a6be-0353495e332d">In seinem Buch „Geist Gottes“, Fontis Verlag, 5. Aufl. 2023, schreibt Leo Bigger wiederholt, der Heilige Geist sei unser größter Fan (S.12). Wo steht das in der Bibel? <a href="#49579e5f-0eba-415e-a6be-0353495e332d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 11 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="99c65d28-a84a-47a0-9e41-538d05e56630">Vgl. „Bibel und Gemeinde“, https://bibelbund.de/2022/04/wenn-die-form-den-inhalt-dominiert-eine-persoenliche-reflektion-zu-elementen-der-icf-movement <a href="#99c65d28-a84a-47a0-9e41-538d05e56630-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 12 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="011a55b7-ea33-4ab3-84a3-1d9e686f5fd7">Ich empfehle die kleine Schrift „Generation Lobpreis – kapitulieren wir?“ von Dr. Steffen Kirstein (CMD-Verlag, früher: Hünfeld, jetzt: Bochum <a href="#011a55b7-ea33-4ab3-84a3-1d9e686f5fd7-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 13 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="71786e30-d57c-4b46-beff-e70b8afd20a0">A.W. Tozer: „Gott liebt keine Kompromisse“, Hänssler-Verlag, ohne Jahresangabe, S. 63 <a href="#71786e30-d57c-4b46-beff-e70b8afd20a0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 14 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="c8aa2297-f770-4f58-83e7-30d7e5172e5d">Es gibt im deutschsprachigen Raum eine ganze Reihe Kirchen, die nach ähnlichen Konzepten arbeiten wie die ICF-Bewegung. Ich nenne einige Beispiele: Kirche im Pott – Gelsenkirchen, Hillsong Germany – Düsseldorf, München, Konstanz (Teil der Hillsong Church, Australien), Elim Kirche – Hamburg (BFP), Gospel Forum – Stuttgart (charismatisch, große Eventkirche), C3 Church – Berlin, Leipzig, Köln (C3 Movement, Australien), Jesus Gemeinde – Dresden (BFP, stark missionarisch), Mosaik Church – Frankfurt (modern, interkulturell) etc. Wir beschränken uns hier in unserer Darstellung auf die ICF-Kirchen. <a href="#c8aa2297-f770-4f58-83e7-30d7e5172e5d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 15 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="cc9e4907-2488-4cba-a08e-2734a46742e2">Der sympathische Leo Bigger ist ein begeisterter Zungenredner. Er erzählt in seinem Buch „Geist Gottes“ (Fontis Verlag), wie er diese vermeintliche Geistesgabe empfing (S. 96) und entfaltet dann auf den folgenden Seiten eine in meinen Augen völlig falsche Lehre über das Zungenreden. U.a. behauptet er, die 3.000 Juden, die sich an jenem ersten Pfingsttag bekehrten, seien durch die Gabe des Zungengebets zur Umkehr gebracht worden (S. 99). In Wirklichkeit gebrauchte Gott die Predigt des Petrus von Kreuz und Auferstehung (Apg 2,36-38). <a href="#cc9e4907-2488-4cba-a08e-2734a46742e2-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 16 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8f214bc2-e94c-4032-8151-1b9e89d962e0">Pritchard, Gregory: Willow Creek Seeker Services, Evaluating a New Way of Doing Church, Baker Books, Grand Rapids, MI 1996, S. 277 <a href="#8f214bc2-e94c-4032-8151-1b9e89d962e0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 17 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2025/wie-cool-darf-kirche-sein/">Wie cool darf Kirche sein?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zehn praktische Anregungen zur schriftlichen Kommunikation</title>
		<link>https://kfg.org/2025/zehn-praktische-anregungen-zur-schriftlichen-kommunikation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Plock]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Mar 2025 11:19:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Konflikte im Spiel sind, ist der mündliche Weg der schriftlichen Kommunikation prinzipiell vorzuziehen. Manche Dinge müssen jedoch schriftlich weitergegeben werden. Für diese Fälle möchte der Autor zehn praktische Impulse weitergeben.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Grundsätzlich gilt: Physikalisch gesehen ist Papier ein schlechter Wärmeleiter. Ich überlege also, wann ich<br>Dinge besser im direkten mündlichen Gespräch ansprechen kann. Wenn Konflikte im Spiel sind, ist der mündliche Weg prinzipiell vorzuziehen. Manche Dinge müssen jedoch schriftlich kommuniziert werden. Für diese<br>Fälle möchte ich nachfolgend zehn praktische Impulse weitergeben.</p>



<p>1. Ich schreibe grundsätzlich immer mit Bitte und Danke.</p>



<p>2. Wenn ich um etwas gebeten werde und ich kann es nicht gleich erledigen, gebe ich einen „Zwischenbescheid“. Dann sieht der andere, dass ich seine Nachricht erhalten habe. Und er weiß, wann er etwa mit der Antwort oder Erledigung rechnen kann. Leider muss ich oft nach einer oder mehreren Wochen bei jemandem nachfragen, ob er meine Mitteilung erhalten hat.</p>



<p>3. Wenn ich jemanden um etwas bitte und ich erhalte daraufhin eine Absage, bekommt der Betreffende auf jeden Fall eine freundliche Antwort. Sonst denkt er am Ende, ich sei beleidigt.</p>



<p>4. Ich bemühe mich, keinen emotionsgeladenen, aggressiven oder zynischen Schreibstil zu pflegen.</p>



<p>5. Wenn ich eine Nachricht mit persönlichem Inhalt schreibe, setze ich niemanden in das so genannte BCC; d.h. ich lasse keine Dritten heimlich mitlesen. So etwas geht gar nicht! Ich leite auch später niemandem diese Mail weiter.</p>



<p>6. Wenn ich eine Nachricht bekomme und möchte sie gerne einen Dritten lesen lassen, frage ich beim Absender um Erlaubnis dafür.</p>



<p>7. Wenn eine Mail an einen bestimmten Personenkreis gerichtet war, antworte ich nur diesem Personenkreis und nehme nicht – ohne Erlaubnis – weitere Personen mithinein.</p>



<p>8. Ich leite keine Problem-Mails aus unserer Familie, Gemeinde oder unserem Missionswerk an Dritte weiter, die damit gar nichts zu tun haben. Auch so etwas ist tabu.</p>



<p>9. Ich halte es für sehr schädlich, wenn die schriftliche Kommunikation zu folgenden sündigen Verhaltensweisen missbraucht wird: Diffamierung bzw. Diskreditierung einer Person, Rufschädigung, Verleumdung, Weitergabe von ungesicherten oder gar falschen Informationen, Keile-Treiben zwischen Christen etc. Im Blick auf Punkt 9 habe ich auch schon versagt und musste dazuzulernen.</p>



<p>10. Ich benutze schriftliche Äußerungen keinesfalls, um Beschlüsse von Autoritäten auf diesem Wege zu unterlaufen oder sogar, um Leiter zu stürzen.</p>



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<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>40 Jahre KfG &#8211; Wie die KfG mein Leben verändert hat</title>
		<link>https://kfg.org/2023/40-jahre-kfg-wie-die-kfg-mein-leben-veraendert-hat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Plock]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Oct 2023 21:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18206</guid>

					<description><![CDATA[<p>In dieser Ausgabe blicken wir auf 40 Jahre KfG-Arbeit zurück. Im Gründungsjahr 1983 war ich noch bei der Liebenzeller Mission und meine Frau Lehrerin in ihrer Kärntner Heimat. Doch dann...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In dieser Ausgabe blicken wir auf 40 Jahre KfG-Arbeit zurück. Im Gründungsjahr 1983 war ich noch bei der Liebenzeller Mission und meine Frau Lehrerin in ihrer Kärntner Heimat. Doch dann bekamen wir 1988 die KfG-Zeitschrift Nr. 14 in die Hände. Wir ahnten nicht, dass sich dadurch unser ganzes Leben verändern sollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eckehard Strickert und Ernst G. Maier</h2>



<p>Anfangs der 1980er Jahre hatten sie sich in der Wohnung des amerikanischen Kindermissionars Dale Sigafoos in der Hafenstr. 17 in Mainz kennengelernt – Eckehard, der Norddeutsche, und Ernst, der Urschwabe. Sie waren sehr verschieden. Eckehard war mehr ein praktischer Pionier, Ernst hingegen ein Lehrer durch und durch.</p>



<p>Beide hatten zunächst Bibelschulen besucht. Eckehard das Bibelseminar Wuppertal, Ernst die Bibelschule Beatenberg. Doch das reichte Ernst nicht. Er ging in die USA, studierte am Grace Seminary in Winona Lake, Indiana, und schloss mit einem lic. theol. ab.</p>



<p>Der eine hatte – nach verschiedenen Pastorendiensten – bereits zwei Gründungsarbeiten in Kaufbeuren und Groß-Gerau hinter sich, bzw. war noch dabei; während der andere aus den Staaten zurückgekommen war und in Reutlingen / Württemberg eine Gemeinde gründen wollte. Weil Familie Maier mit ihren drei Jungs in Reutlingen keine geeignete Wohnung fand, starteten sie im benachbarten Pfullingen. Dort entstand eine biblisch ausgerichtete Gemeinde, die später mehrere Tochtergemeinden ablegen sollte.</p>



<p>Als ich die Zeitschrift „<em>Gemeindegründung</em>“, Heft 14 (damals noch im Din A5-Format), in die Hände bekam, waren meine Frau und ich vom Inhalt sofort angesprochen. Der Inhalt der Zeitschrift war ein Volltreffer. Ernst Maier beleuchtete die Grundsätze der Gemeinschaftsbewegung (Gnadauer Verband), zu der wir ja damals gehörten, kritisch. Er zeigte die Inkonsequenz des Slogans „In, mit – aber nicht unter der Kirche“ auf. Wir fanden in dem Heft auch die Telefonnummer von Eckehard Strickert, riefen ihn an und vereinbarten einen Besuchstermin in Groß-Gerau. Am Ostersamstag 1989 lernten wir Eckehard und seine Frau Bärbel kennen. Damals ahnte ich natürlich nicht im Geringsten, dass ich wenige Jahre später die Leitung der KfG von ihm übernehmen sollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Seminar für Gemeindegründung in Pfullingen</h2>



<p>Meine Frau und ich lebten zu jener Zeit mit unserem einjährigen Sohn in Karlsruhe. Ich war Prediger der Liebenzeller Mission in einer Art Stadtmissionsarbeit mitten in der badischen Hauptstadt. Ich gehörte noch zur Evangelischen Landeskirche und war nicht auf biblische Weise getauft.</p>



<p>In jenem ersten Exemplar der KfG-Zeitschrift wurde auch ein „<em>Seminar für Gemeindegründung</em>“ in Pfullingen inseriert. Es sollte im Juni 1989 stattfinden. Wir reichten Urlaub ein und meldeten uns als Prediger-Ehepaar mit samt unserem Söhnchen an.</p>



<p>Das Seminar mit Ernst Maier benutze unser Herr, um unseren Horizont zu erweitern. Ernst lehrte systematisch Theologie. Alles, was er sagte, hatte Hand und Fuß. Besonders hilfreich waren seine Ausführungen über die so genannte Gemeinschaftsbewegung. Ich war im Pietismus groß geworden. Mein Großvater Heinrich Plock hatte in unserer nordhessischen Heimat 1909 in seinem Haus in Borken-Kleinenglis im Schwalm-Eder-Kreis eine Landeskirchliche Gemeinschaft gegründet. In meinem Elternhaus in Bad Zwesten fand am Sonntagnachmittag um 14 Uhr die „Stund“ statt und am Freitagabend traf sich in unserem Wohnzimmer der EC-Jugendbund.</p>



<p>Und nun entfaltete Ernst Maier eine glasklare neutestamentliche Gemeindelehre, die in unseren Herzen auf vorbereiteten Boden fiel. Schon während meiner Ausbildung in Bad Liebenzell hatte das Gemeinschaftsmodell Risse bekommen. Im Unterricht arbeiteten wir u.a. das Buch „Die Krisis der Gemeinschaftsbewegung“ von Friedrich Heitmüller, Hamburg, durch. Anfang 1985 fuhren wir als Fünftklässler des Liebenzeller Missionsseminars ein Wochenende lang nach Langenthal / Schweiz. Dort hatte Armin Mauerhofer im großen Segen gewirkt, und mit Gottes Hilfe war die damals größte „Freie evangelische Gemeinde“ (FEG) der Schweiz entstanden. Am Sonntag erklärte er uns Seminaristen nach dem Mittagessen in seinem Wohnzimmer den Aufbau der Langenthaler Gemeinde. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wiederum hätte ich damals niemals ahnen können, dass sich einmal eine solch herzliche Verbindung zwischen Armin und mir entwickeln sollte.</p>



<p>Der Same war also bereits gelegt. Nun schlug Ernst in dieselbe Kerbe. Hinzu kamen die guten Gespräche bei den Mahlzeiten und an den Abenden. Wir wohnten im Gemeindehaus; im selben Gebäude lebte auch Familie Maier. Dort fand das Seminar statt. Manchmal kamen noch Gastreferenten. So lernten wir auch Roger Peugh kennen, der damals noch im 40 Kilometer entfernten Stuttgart in einer Gemeindegründungsarbeit diente. Es war einfach eine unglaublich gesegnete Woche. Wir wurden in unserem Entschluss bestätigt, die Gemeinschaftsbewegung zu verlassen und in die Arbeit der Gemeindegründung zu gehen. Wir waren bereit, die sichere Anstellung und Absicherung eines großen Missionswerkes zu verlassen und einen Glaubensweg einzuschlagen. Wohin wussten wir allerdings damals noch nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Komm herüber … und hilf uns!</h2>



<p>Anfang Januar 1990 fuhren wir als junge Familie nach Vals / Südtirol. Die Liebenzeller Mission veranstaltete dort eine Ski-Freizeit, und ich sollte den Teilnehmern die Bibelarbeiten halten. Ich hatte mich gegen diesen Auftrag innerlich gesträubt, weil ich nicht Ski fahren kann und weil ich auch nicht unbedingt in einem ziemlich luxuriösen Hotel wohnen wollte. Aber es half nichts. Am Abend des 1. Januar kamen wir gut in den Dolomiten an.</p>



<p>Die Freizeit begann mit einer Vorstellungsrunde. Besondere Aufmerksamkeit erregte bei mir ein Arzt aus Mannheim. Er sagte wörtlich: „Ich war 37 Jahre lang katholisch – seit drei Jahren bin ich Christ.“ Ich sprach ihn später im Foyer des Hotels an. Er erzählte mir, dass seine Frau und er beide zum Glauben gekommen waren und dass sie gerne in ihrem Haus mit Gemeindegründungsarbeit beginnen würden. Zu diesem Zweck hatten sie sogar schon 15 Stühle erworben, die in ihrem Keller auf ihre Nutzer warteten. Dann erzählte ich ihm, Dr. Wunschik, dass wir in Karlsruhe quasi auf gepackten Koffern saßen. Da staunte er nicht schlecht. Zwei Tage später waren wir auf den Knien und dankten Gott für seine großartige Führung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ernst Maiers Zeitschrift „Perspektive“</h2>



<p>Im September 1990 zogen wir ins Dachgeschoß von Familie Wunschik nach Mannheim und begannen in ihrem Haus mit der Gemeindegründungsarbeit. Ernst Maier druckte damals jeden Monat viele tausend Exemplare einer sehr guten, kleinen, preiswerten evangelistischen Zeitschrift. Der Innenteil war für alle Empfänger gleich, der Mantel des Blattes wurde für jede Gemeinde, die es einsetzte, individuell gestaltet. Wir Mannheimer ließen jeden Monat 5.500 Exemplare drucken. Zum Heften der Zeitschrift fuhr ich nach Pfullingen und stand den ganzen Tag an der Maschine. Zum Mittagessen war ich immer bei Maiers. So konnte ich mit Ernst und Ilse meine unzähligen Fragen besprechen. Ich war jung und hatte kaum Ahnung von Gemeindegründung. Aber der Herr war treu. In den ersten beiden Jahren dufte ich stark von Ernsts Erfahrungen profitieren. Mit einem Kofferraum voll Zeitschriften fuhr ich jedes Mal dankbar nach Hause.</p>



<p>Übrigens, dieses Blatt steckten wir zwei Jahre lang in sämtliche Briefkästen des Stadtteils Mannheim-Käfertal. Die ersten Menschen, die wir erreichen konnten, von denen sich – Gott sei Dank – auch einige bekehrten, kamen alle aufgrund der Perspektiven mit uns in Kontakt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Meine ersten KfG-Konferenzen</h2>



<p>Im Herbst 1990 konnte ich zum ersten Mal bei einer KfG-Konferenz dabei sein. Sie fand damals noch im Blaukreuz-Heim in Burbach-Holzhausen statt. Kjell Nilzon aus Schweden sprach über Seelsorge. Mehr als von den Vorträgen profitierte ich jedoch von den Begegnungen. Ich lernte viele Brüder kennen, die hauptberuflich oder ehrenamtlich in Gemeindegründungs- oder Aufbauarbeiten mitwirkten. Der Austausch an den Tischen, in den Pausen und auf den Zimmern war unbeschreiblich wertvoll. Ich kam von dieser Konferenz (und später von vielen andern) gestärkt, motiviert und mit vielen Anregungen erfüllt in unsere Arbeit zurück.</p>



<p>1991 war Fred Colvin aus Salzburg der Sprecher. Seine Botschaften schlugen bei vielen der 120 Teilnehmer ein wie eine Bombe. Fred spannte den Bogen von der „Persönlichen Evangelisation“ über praktisch gelebte Jüngerschaft bis hin zur Einsetzung von Ältesten. Sein Vortrag über „Niko und das Murmeltier“ wird vielen unvergesslich geblieben sein. Anhand eines Kinderbuches entfaltete er die Prinzipien der Persönlichen Evangelisation. Bei dieser Konferenz war Wolfgang Bühne zum ersten Mal dabei. Er übernahm dann mehr als 30 Jahre lang bei fast jeder Konferenz den Büchertisch und hielt meistens auch einen Abendvortrag.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="561" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert-1024x561.jpg" alt="" class="wp-image-18209" srcset="https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert-1024x561.jpg 1024w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert-300x164.jpg 300w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert-768x421.jpg 768w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert-1536x842.jpg 1536w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert-500x274.jpg 500w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert-700x384.jpg 700w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/e-strickert.jpg 1806w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eckehard Strickert, ein Pionier</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Eckehard Strickert</h2>



<p>Der frühere Bundeskanzler Konrad Adenauer soll einmal gesagt haben: „Jeder ist, wie er ist – und andere gibt´s keine.“ Das stimmt. Und so war auch Eckehard Strickert, wie er war. Und Gott gebrauchte ihn. Nach allem, was wir wissen, hatte er zuerst die Idee einer „Konferenz für Gemeindegründung“. Warum er und Ernst, den er für diesen Gedanken gewinnen konnte, an eine „Konferenz“ dachten und nicht an einen Bund, das möchte ich weiter unten erläutern. Eckehard konnte im Umgang manchmal schwierig sein. Aber vielleicht wird man das auch einmal von mir sagen.</p>



<p>Als ich ihn kennenlernte, wirkte er noch in Groß-Gerau (südlich von Frankfurt a.M.). Kurze Zeit später zog er um nach Gernsheim am Rhein. Dort gründete er mit etlichen russland-deutschen Familien eine freie Bibelgemeinde. Nach einiger Zeit verließen Eckehard und Bärbel die Gemeinde und kamen zu uns ins etwa 50 Kilometer südlich gelegene Mannheim. Schon in Gernsheim und erst recht in der Mannheimer Zeit lernten meine Frau und ich Eckehard sehr gut kennen. Er war ein Pionier – mit allen Stärken und Schwächen.</p>



<p>1993 zogen die Strickerts nach Rasdorf im Landkreis Fulda, unmittelbar an der Grenze zu Thüringen gelegen. Eckehard wollte bewusst in der Mitte Deutschlands wohnen, um in alle Richtungen seinen Reisedienst ausüben zu können. Doch dazu sollte es leider nicht kommen. Kaum hatte er ein Wohnhaus und Bürogebäude renoviert, da trat eine schreckliche Krankheit auf. Etwa ein Jahr vor dem Heimgang gründete er im Jahr 1995 noch mit zwei weiteren Ehepaaren die heutige „Bibelgemeinde Nordrhön“ in Hünfeld, die Sonntag für Sonntag von mehr als 200 Personen besucht wird. Dem Herrn sei Dank! Eckehard war nicht solch ein herausragender Lehrer wie Ernst. Dafür diente er mehr als Evangelist und Pionier. Unser Gott gebrauchte ihn zur Gründung etlicher Gemeinden und letztlich auch zur Entstehung der KfG.</p>



<p>An dieser Stelle möchte ich hervorheben, dass die Gründerväter nicht irgendwie technisch über Gemeindegründung dachten. Beide hatten ein Herz für verlorene Menschen. Sie waren davon überzeugt, dass Gott diese Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn an das schreckliche Kreuz dahingab (Joh 3,16). Diese Botschaft galt und gilt es jedem Menschen zu vermitteln. Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden (Apg 2,21).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die KfG als Plattform</h2>



<p>Die Gründerväter trafen sich ab 1983 zu verschiedenen Treffen. Zuerst nannte sich der Kreis „TMG“ (Tagung für Missionare im Gemeindebau), dann zwischenzeitlich „KMG“ (Konferenz für Missionare im Gemeindebau“ und schließlich dann ab 1986 „KfG“ (Konferenz für Gemeindegründung).</p>



<p>Eckehard Strickert, Ernst Maier, Roger Peugh, Rudi Tetzlaff und andere konzipierten die KfG bewusst als „Konferenz“ für Gemeindegründung. Warum? Nun, sie sahen sehr wohl, dass es Vorteile hat, wenn eine Gemeinde zu einem Bund gehört. Vor allem finanzielle. Ich kenne eine junge Gemeinde, die von einem freikirchlichen Gemeindebund sage und schreibe 40.000 Euro Startkapital zur Verfügung gestellt bekam. Manche Gründungsarbeiten wollen durch die Zugehörigkeit zu einem großen, etablierten Gemeindebund von vornherein aus dem Sektenverdacht herauskommen. Schließlich empfinden manche jungen Gemeinden einen Bund sogar als identitätsstiftend. Hier ist leider nicht der Raum, um diese Ansätze von der Schrift her weiter zu beleuchten.</p>



<p>Eckehard Strickert und Ernst Maier hingegen sahen die Nachteile eines Bundes bei Weitem größer als die Vorteile. Bünde gab es in ihren Augen bereits genug. Und sie sahen besonders einen großen Nachteil: Fast alle Bünde haben eigene theologische Ausbildungsstätten. Die Männer und Frauen, die von dort kommen, bringen in der Regel auch die Theologie dieser Ausbildungsstätte mit. Solange dort bibeltreu unterrichtet wird, ist alles gut. Aber was, wenn dort liberales Gedankengut Einzug hält? Die Geschichte einiger Seminare im deutschsprachigen Raum bestätigt die Sorge der KfG-Gründerväter. Und ich bin so dankbar, dass der KfG-Vorstand danach diesen Weg ohne Bund weiter verfolgte.</p>



<p>Die Brüder Strickert und Maier wollten daher eine Plattform schaffen, auf der sich Menschen treffen konnten, die an bibeltreuer Gemeindegründung und Gemeindeaufbau interessiert waren. Deswegen ist die KfG weder ein Dachverband, noch ein Bund, schon gar nicht ein Pseudo-Bund und auch nicht der „Bund der Bundlosen“. Dieses Modell einer Plattform hat sich in den vergangenen 40 Jahren bewährt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gute Redner aus den USA</h2>



<p>Ernst Maier wurde 1994 – er war damals erst 54 Jahre alt – von Gott in die Ewigkeit abberufen. Die Nachricht von seinem Heimgang erreichte mich im Urlaub in Kärnten. Ich wollte ihm unbedingt die letzte Ehre geben. Ich fuhr die Nacht durch und war am Morgen des 5. August 94 in Pfullingen. Am Vormittag verbrachte ich noch eine Zeit allein an seinem offenen Sarg. Ich dankte dem Herrn sehr für das Lebenswerk von Ernst Maier. Ich hatte ihn nur fünf Jahre lang gekannt – aber wie wertvoll war diese Zeit!</p>



<p>Ein Jahr später erkrankte auch Eckehard Strickert schwer und wurde 1996 in die Ewigkeit abgerufen. Ein Jahr vor seinem Heimgang bat er mich, die Leitung der KfG zu übernehmen. Im November 1995 wurde ich während einer weiteren Konferenz mit Fred Colvin zum 1. Vorsitzenden gewählt und vor den Konferenzteilnehmern unter Gebet eingesetzt. Ich war damals 37 Jahre alt und ich empfand die Last der Bürde. Aber der treue Herr half mir. Die Arbeit ging ohne Bruch weiter.</p>



<p>Ernst Maier hatte durch sein Studium in den USA das Netzwerk der „Independent Fundamental Churches of America“ (IFCA) kennengelernt, zu dem auch Brüder wie John MacArthur, Arnold Fruchtenbaum und Dale Sigafoos gehörten. Aus diesem Hintergrund konnten gute Konferenzredner gewonnen werden. Darum reiste ich zwischen 1996 und 2000 vier Mal in die USA, um Gemeinden und zukünftige Redner kennenzulernen. Auf den folgenden Konferenzen sprachen dann oft Brüder aus den Staaten: Arnold Fruchtenbaum (1996), John MacArthur (1999), Alexander Strauch (2000), Dave Hunt (2001), Jim Petersen (2002), Wayne Mack (2007), Roger Peugh (2010) und so weiter. Diese Männer – und die Sprecher aus Europa ebenso – wurden vom Herrn sehr gebraucht. Unsere bescheidene Arbeit durfte wachsen. Die Konferenzen in Rehe wurden mehrmals von 300 Teilnehmern besucht.</p>



<p>Wichtiger als die Besucherzahlen waren die Auswirkungen. Von manchen wissen wir, anderes werden wir wohl erst in der Ewigkeit erfahren. Ein Beispiel: Die Vorträge von den Konferenzen mit Richard Haverkamp (1984 + 1985) gelangten in Form von Kassetten in die Hände des quirligen Architekten Erwin Keck. Der Herr zündete ein Feuer an, sodass in den Folgejahren etliche Gemeinden im schwäbischen und bayrischen Allgäu entstanden. Auf diese Weise entwickelte sich also ein begabter Gemeindegründer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Zeitschrift „Gemeindegründung“</h2>



<p>Ernst Maiers Lehrgabe war wirklich außergewöhnlich. Er nutzte sie sowohl in der Verkündigung als auch in der Literaturarbeit. Zudem war er sehr fleißig. Tagsüber schrieb er, nachts wurde gedruckt. Ernst übernahm von Anfang an die Aufgabe des Schriftleiters. Ich weiß nicht, ob er den Satz von Lenin kannte: „Ich will lieber eine kleine Broschüre schreiben als auf zwanzig Massenversammlungen zu sprechen.“ Lenin kannte offensichtlich die Macht des gedruckten Wortes. Aber Ernst Maier auch. So kam schon im Januar 1985 die erste KfG-Zeitschrift heraus. Als sparsamer Schwabe verschwendete er keinen Platz, sondern bedruckte schon die Titelseite mit dem ersten Artikel – in diesem Fall ein großartiges Plädoyer von Richard Haverkamp „Ich werde meine Gemeinde bauen“ (Abdruck seines Vortrages von der KfG-Konferenz im November 1984).</p>



<p>Dann besuchte Ernst Maier die Bibelschulen und Seminare im deutschsprachigen Raum und stellte die neue Zeitschrift „Gemeindegründung“ vor. Er bot an, die Zeitschrift in der gewünschten Menge gratis an die Ausbildungsstätten zu schicken. So ist es bis zum heutigen Tag geblieben. Auch hier wird die Ewigkeit zeigen, wie viele Seminaristen inspiriert worden sind, in eine Gemeindegründungsarbeit zu gehen.</p>



<p>Prof. Dr. Friedhelm Jung schrieb in seinem Aufsatz „Was ist evangelikal?“ im Mai 2007: „Mit ihrer viermal jährlich erscheinenden Zeitschrift Gemeindegründung wirkt die KfG verbindend und zugleich lehrbildend unter den ihr nahestehenden Gemeinden.“ (Bibelbund – Biblisch Glauben, Denken, Leben Nr. 75, S.7)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="723" height="1024" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986-723x1024.jpg" alt="" class="wp-image-18211" srcset="https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986-723x1024.jpg 723w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986-212x300.jpg 212w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986-768x1087.jpg 768w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986-1085x1536.jpg 1085w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986-500x708.jpg 500w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986-700x991.jpg 700w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-1986.jpg 1276w" sizes="(max-width: 723px) 100vw, 723px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mitteilungen der Konferenz für Gemeindegründung (1986)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Das Internet</h2>



<p>Heute hat jeder Kaninchenzuchtverein eine eigene Homepage – damals nicht. Wir als KfG starteten recht früh. 1997 ging www.kfg.org an den Start. Falls sich ein Leser fragt, warum nicht www.kfg.de – nun die Katzen-Freunde Germania (KFG) waren noch schneller als wir. :-) Selbstverständlich half dieses Medium, das Anliegen der KfG bekannt zu machen und gutes Material zum Download bereitzustellen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="578" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-1024x578.jpg" alt="" class="wp-image-18208" srcset="https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-1024x578.jpg 1024w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-300x169.jpg 300w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-768x433.jpg 768w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-1536x867.jpg 1536w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-2048x1156.jpg 2048w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-500x282.jpg 500w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2024/08/kfg-webseite-700x395.jpg 700w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Internetseite der KfG (2023)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">KfG-Schweiz und KfG-Ost</h2>



<p>In unserem Nachbarland Schweiz gab es ebenfalls Freunde der KfG. 1997 durfte ich zwei Brüder zusammenbringen, die dann gemeinsam die Arbeit starteten. Schon ein Jahr später fand die erste KfG-Konferenz-Schweiz mit dem Kanadier Richard Haverkamp in Beatenberg statt. Es folgten weitere, bis vor einigen Jahren das Interesse an solchen Veranstaltungen sank. Die KfG-Schweiz existiert noch, veranstaltet allerdings zurzeit keine Konferenzen für Gemeindegründung.</p>



<p>Leider besuchten nur sehr wenige Teilnehmer aus den jungen Bundesländern unsere Herbstkonferenz in Rehe / Westerwald. Der Weg war weit und die Kosten relativ hoch. So hatten wir manchmal bei 300 Teilnehmern nur eine Handvoll Ostdeutsche dabei.</p>



<p>Da wurde uns klar, dass wir zu ihnen in den Osten gehen sollten. 2001 unternahm ich eine Erkundungsfahrt und schaute mir ein Haus im Norden von Brandenburg an: Groß Väter am gleichnamigen See. Von 2002 bis 2019 hatten wir dort sehr gute Konferenzen mit Sprechern wie Haverkamp, Colvin, Herrmann, Peters, Mauerhofer, Fruchtenbaum, den Tripp-Brüdern u.a. Während der Corona-Zeit mussten wir im Osten pausieren. Seit 2023 finden die Ost-Konferenzen in der Lutherstadt Wittenberg statt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gibt es eine Perspektive für die Zukunft?</h2>



<p>Heute haben wir glücklicherweise nicht mehr die gleiche Situation wie in 1983. „Gemeindegründung“ war an vielen theologischen Ausbildungsstätten ein Unwort. Ich denke daran, wie ich 1997 an einer Bibelschule die Arbeit der KfG vorstellen sollte. Ich wurde allerdings vom Leiter gebeten, das Wort „Gemeindegründung“ möglichst nicht zu verwenden. Inzwischen wird an fast allen Bibelschulen das Fach „Gemeindegründung“ gelehrt. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Wird dann die KfG überhaupt noch gebraucht?</p>



<p>Im Mai 2023 trafen wir uns mit zirka 30 überwiegend jungen Brüdern in Mittelfranken. Wir stellten ihnen die Arbeit der KfG vor und dachten gemeinsam mit ihnen über Gemeindegründung in der Zukunft nach (siehe Artikel von Andreas Edinger). Wir hatten völlige Übereinstimmung darin, dass Gemeindegründung und bibeltreuer Gemeindebau im deutschsprachigen Raum gebraucht wird wie eh und je.</p>



<p>Bitte beten Sie mit uns, dass engagierte Brüder bereit sind, sich nicht nur in ihrem örtlichen Kontext für Gemeindegründung einzusetzen, sondern auch darüber hinaus! Wir älteren Brüder möchten gerne den Stab an die nächste Generation weitergeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie die KfG mein Leben verändert hat</h2>



<p>Nein, es war natürlich nicht die KfG, sondern der lebendige Gott hat dieses kleine Missionswerk gebraucht, um mir die Augen für die Wichtigkeit von Gemeindegründung und bibeltreuem Gemeindeaufbau zu öffnen. Er hat mich mit Eckehard Strickert und Ernst Maier Vorbilder gegeben, die für diese Anliegen gelebt haben. Später kamen viele andere hinzu: Fred Colvin, Daniel Herrmann, Richard Haverkamp, Walter Mauerhofer, Roger Peugh etc. Es bleibt dabei – Gemeinde baut der, der gesagt hat: „Ich werde meine Gemeinde bauen“ (Mt 16,18). Er tut es mit uns schwachen Werkzeugen. Aber er tut es.</p>



<p>1989 hielt Eckehard Strickert einen Vortrag, in dem er die Zielsetzung der „Konferenz für Gemeindegründung“ (KfG) wie folgt beschrieb:</p>



<p>„Wir wollen keinen Utopien nacheifern. Wir haben auch nicht vor, die bestehenden Kirchen abzubrechen. Wir sind jedoch realistisch genug, um zu erkennen, dass sich der Einfluss der Kirchen in den kommenden Jahren weiter verringern wird. Deshalb brauchen wir, um Deutschland zu missionieren, viele neue Gemeinden, die sich zur ganzen Bibel bekennen. Wir sollten den Mut haben, einen Neuanfang zu wagen.“ Quelle: Gemeindegründung, Nr. 20, Okt.-Dez. 1989, S. 41</p>



<p><strong><em>Genau. Lasst uns für eine Neubelebung beten!</em></strong></p>
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