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	<title>Biblische Lehre / Theologie &#8211; KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</title>
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	<description>Konferenz für Gemeindegründung e.V.</description>
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	<item>
		<title>Das Profil eines Gläubigen, Jüngers, Arbeiters und Leiters</title>
		<link>https://kfg.org/2025/das-profil-eines-glaeubigen-juengers-arbeiters-und-leiters/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LeRoy Eims]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 21:50:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre / Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindepraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18454</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vier Profile beschreiben den geistlichen Weg vom Gläubigen bis zum Leiter: Der Gläubige erlebt neues Leben und liebt Jesus. Der wachsende Jünger lebt hingebungsvoll, meidet Sünde, folgt Gottes Wort und bekennt sich zu Christus. Der Arbeiter führt andere zu Jesus und begleitet sie im Glauben. Der Leiter schließlich formt Jünger zu Arbeitern, führt Teams und lebt in Treue und Verantwortung.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dieser Anhang enthält die Profile jeder einzelnen, der genannten Entwicklungsphasen. Die Profile können als Checkliste dienen, um zu prüfen, wie man im jeweiligen Stadium vorankommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Profil eines Gläubigen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er hat die Anzeichen eines neuen Lebens (2Kor 5,17).</li>



<li>Er liebt Jesus.</li>



<li>Er verabscheut Sünde.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">2. Profil eines wachsenden Jüngers</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist ein Nachfolger Jesu Christi, und der Herr steht für ihn in den wichtigsten Lebensbereichen an erster Stelle. Er unternimmt Schritte, um sich von Sünde fernzuhalten (Lk 9,23; Röm 12,1-2).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er hält am Wort Gottes fest, indem er es sich durch Bibelstudium oder das Auswendiglernen der Schrift einverleibt. Mithilfe des Heiligen Geistes wendet er das Wort Gottes beständig in seinem Leben an (s. Joh 8,31; Jak 1,22-25; Ps 119,59).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er lebt ein Leben in beständiger Hingabe und wächst im Glauben und in der Fürbitte für andere (Mk 1,35; Hebr 11,6; Kol 4,2-4).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er besucht regelmäßig die Gemeindezusammenkünfte und lebt die Liebe Christi aus, indem er sich mit anderen Gläubigen identifiziert und ihnen dient (s. Ps 122,1; Hebr 10,25; Joh 13,34-35; 1Joh 4,20-21; Gal 5,13).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>In seinem Umfeld und an seinem Arbeitsplatz ist er für sein Bekenntnis zu Jesus Christus bekannt, hat ein Anliegen für das Zeugnisgeben, erzählt freimütig seine Bekehrungsgeschichte und gibt mit wachsender Wirksamkeit das Evangelium weiter (Mt 5,16; Kol 4,6; 1Petr 3,15).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist offen, lernbereit und lehrfähig (Apg 17,11).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er folgt sichtbar Jesus Christus nach und lernt von ihm, und er zeigt in all den oben genannten Punkten Beständigkeit und Treue (Lk 16,10).</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">3. Profil eines Arbeiters</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er wächst weiter in den Fähigkeiten und Eigenschaften, die unter dem Profil eines wachsenden Jüngers beschrieben sind (1Petr 3,18).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er hat ein starkes Anliegen für die Verlorenen, und hat die offensichtliche Fähigkeit, Menschen zu Christus zu führen (Mt 9,36-38; Röm 1,6).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gott gebraucht ihn, um Neubekehrte und Jünger durch persönliche Beziehungen oder in einem Jüngerschaftsteam zu festigen (Kol 1,28-29).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist auch gegenwärtig damit beschäftigt, Menschen zu Jüngern zu machen (Mt 28,19).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Regelmäßiges Bibelstudium in allen Variationen und die Stille Zeit sind in seinem Leben feste Gewohnheiten geworden (Phil 4,9).</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">4. Profil eines Leiters</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist ein fähiger Arbeiter, der in den Fähigkeiten und Eigenschaften unter dem Profil eines Arbeiters noch weiterwächst.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gott hat ihn gebraucht, um andere Jünger zu Arbeitern zu machen (2Tim 2,2).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er bringt Arbeiter zusammen und leitet sie darin an, wie man den Verlorenen das Evangelium bringt und Gläubigen hilft, fest zu werden (Mk 1,38).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Treue und Aufrichtigkeit sind die Kennzeichen seines Lebens und Dienstes (2Tim 2,19-21).</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="680" height="427" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze.png" alt="" class="wp-image-18445" srcset="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze.png 680w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze-300x188.png 300w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze-500x314.png 500w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Wachstum nach Grundsätzen</title>
		<link>https://kfg.org/2025/wachstum-nach-grundsaetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred Colvin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2025 22:44:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre / Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde-Gründung, -Bau und -Wachstum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie können Gemeinden gesund wachsen? „Wachstum auf Kosten von Grundsätzen“ ist genauso unbiblisch wie „Treue ohne Frucht“. Der Autor zeigt eine bewährte und schriftgemäße Alterantive.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2025/wachstum-nach-grundsaetzen/">Wachstum nach Grundsätzen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Gemeindewachstumsbewegung ist „eine anregende, jedoch umstrittene Entwicklung in den heutigen Gemeinden.“<sup data-fn="8d70c5d4-91d7-41eb-89c4-21cb4250afd2" class="fn"><a href="#8d70c5d4-91d7-41eb-89c4-21cb4250afd2" id="8d70c5d4-91d7-41eb-89c4-21cb4250afd2-link">1</a></sup> So heißt es in einem zitierten Bericht von C. Peter Wagner, einem ihrer führenden Sprecher.<sup data-fn="2023f1e0-e016-498b-868e-aea85d9a8066" class="fn"><a href="#2023f1e0-e016-498b-868e-aea85d9a8066" id="2023f1e0-e016-498b-868e-aea85d9a8066-link">2</a></sup> Diese Bewegung dringt in erschreckender Weise in die Versammlungen von Christen vor, die von ihrer Tradition her bekannt dafür sind, dass sie ihren Schwerpunkt auf neutestamentliche Grundsätze legen. Getreu seinem Ruf hat sich dieser neue Einfluss sowohl als anregend als auch als umstritten erwiesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wir brauchen Anregung</h2>



<p>Das Wachstum und die Multiplikation von Gemeinden ist biblisch (Apg 9,31; 16,5; 1Kor 3,6; Eph 4,11-16). Wachstum ist auch unserem HERRN äußerst wichtig. Wenn unsere Kinder aufhören würden zu wachsen, wären wir verzweifelt. Uns könnte nichts außer der genauen Erklärung der Wachstumshindernisse und eine angemessene und effektive Behandlung der Krankheit beruhigen. Als das Volk des HERRN sollten wir Sein Interesse an der Ausbreitung des Wortes und am Wachstum der Gemeinden teilen.</p>



<p>Wir brauchen Anregung. Streitereien brauchen wir nicht. Streitfragen sind aber aufgekommen. Einige Fürsprecher des Gemeindewachstums scheinen das Festhalten an neutestamentlichen Grundsätzen der Gemeinde (manchmal als „Merkmale der Versammlungen“ oder „Tradition der Brüdergemeinden“ bezeichnet) mit Wachstumshindernissen gleichzusetzen. Sie schlagen Veränderungen vor, die uns nicht gerade wenig Anlass zur Besorgnis geben. Denn wir haben uns verpflichtet, uns gemäß der Schlichtheit des Neuen Testaments zu versammeln.</p>



<p>Der Autor dieses Artikels verließ als Erwachsener eine Denomination, weil er Überzeugungen über neutestamentliche Grundsätze von Versammlungen angenommen hatte. Gemeindegründung ist heute mein täglich’ Brot. Das Anliegen des Gemeindewachstums auf der einen Seite und die Verpflichtung gegenüber den Grundsätzen der Versammlung haben mich dazu gezwungen, über diese Dinge gründlich nachzudenken. Ich wurde oft daran erinnert, dass mich meine Eltern vor Menschen ohne Prinzipien gewarnt hatten. Sie warnten vor Menschen, deren Handeln nicht durch die Verpflichtung Prinzipien gegenüber bestimmt wird, sondern durch den Zweck, den sie durch ihr Handeln erreichen wollen. Dieser Zweck rechtfertige und heilige die Mittel. Zugegeben, Gemeindewachstum ist ein hoher biblischer Anspruch. Aber es ist nicht das einzige Prinzip, das wir beachten müssen. Wir sind dem vollen Ratschluss Gottes gegenüber verpflichtet. Wenn eine Strategie für Gemeindewachstum andere biblische Prinzipien beeinträchtigt, dann könnte man das Ergebnis „prinzipienloses Wachstum“ nennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wachstum ist nicht gleich Wachstum</h2>



<p>Nicht jede Form des Wachstums ist gesund und wünschenswert. Es ist eine Tatsache, dass unkontrolliertes Wachstum in einem menschlichen Körper tödlich sein kann. Wachstum von Krebszellen könnte man „Wachstum um des Wachstums willen auf Kosten des Prinzips der Gesundheit“ nennen. Fettsucht ist auch eine Art von Wachstum, aber die kann schwerlich als wünschenswert bezeichnet werden. Gesundes Wachstum, sei es in einem physischen oder geistlichen Leib, wird nicht nur ein quantitatives, sondern auch ein qualitatives sein.</p>



<p>Das Aufkommen der Gemeindewachstumsbewegung polarisiert uns und treibt uns zu einer von zwei unbefriedigenden Möglichkeiten. Einige werden mit fliegenden Fahnen zu dieser Bewegung überwechseln. Andere werden sich sogar gegen gesunde Veränderungen stellen, indem sie sich auf die Prinzipien einer immer kleiner werdenden Anzahl von Gemeinden zurückbesinnen. Die erste Möglichkeit nennen wir „Wachstum auf Kosten von Grundsätzen“. Die andere wurde spöttisch als „Treue, die keine Früchte bringt“ bezeichnet. Keiner dieser Ansätze hält einer Prüfung durch die Schrift stand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ansatz 1: Wachstum auf Kosten von Grundsätzen</h2>



<p>Ich rede töricht:</p>



<p><em>Wir werden damit beginnen, unsere „Marketingstrategie“ zu planen. Dr. Wagner nennt das „Philosophie des Dienstes“. Fallstudien an erfolgreichen Großgemeinden werden eine Schlüsselrolle bei unseren strategischen Planungssitzungen spielen. Wenn es schließlich in Willow Creek (Chicago) und in Saddleback (Los Angeles) funktionierte, dann wird es auch für uns gut sein. Demographische Erhebungen werden uns zeigen, wer die möglichen „Kunden“ in unserem Zielgebiet sind und was ihre Bedürfnisse und „Vorlieben und Abneigungen“ sind. Diese Daten werden sich als von unschätzbarem Wert herausstellen, wenn wir unser Marketingprogramm zuschneiden, das die Bedürfnisse und Wünsche der „Kunden“ befriedigen soll. Studien zeigen, dass viele gern am Sonntag zu Gemeindeveranstaltungen gehen. Weiterhin wird ein bestimmter Prozentsatz wiederkommen, wenn wir einen guten Ersteindruck auf sie machen. Besucherorientiertes Handeln ist eine bewährte Methode des Gemeindewachstums. Wenn die Leute glücklich sind und weiterhin kommen, sind die Prozentsätze auf unserer Seite. Und heute – in den Tagen der abnehmenden Loyalität gegenüber Grundsätzen – springen Christen sowieso hin und her. Wenn sie unsere Programme mögen, dann können wir ihnen vielleicht ein neues gemeindliches „Zuhause“ bieten. Der Kunde ist König. Der Tag des HERRN kann zum Tag der Menschen werden. Wir haben vielleicht unwissentlich das Motto „vox populi“ (das Gesetz der Volksstimme) angenommen. Ein Beispiel: Studien zeigen, dass in diesem Jahr mehr Frauen mit Universitätsabschluß als Männer in die Arbeitswelt eintreten. Da draußen sind eine Menge Feministinnen, die auch Christus brauchen. Wir wollen sie doch nicht vergraulen! Es ist höchste Zeit, die Rolle der Frau in den Versammlungen zu überdenken, oder? Studien zeigen, dass 56% der erwachsenen Amerikaner Rockmusik mögen. Geben wir ihnen also Musik mit „Beat“. Anspiele sind „in“ – räumen wir ihnen Zeit ein. Zur Übereinstimmung mit den Aufmerksamkeitsspannen sollten wir noch die Predigt kürzen. Studien zeigen, dass die Leute nicht wiederkommen, wenn der Prediger ein Langweiler ist. Also laufen wir zur Höchstform auf. Wir haben beschlossen, es nicht „Ein-Mann-Dienst“ zu nennen. Unser Mann sollte unbedingt über relevante Themen sprechen. Also finden wir heraus, was die Leute hören wollen. Das predigen wir. Das ist relevant. Die Konkurrenz ist groß. Die Messlatte liegt hoch. Wir proben das Ganze besser noch mal. Alles noch mal von Anfang an! Was aber, wenn die Leute in der Gemeinde diese ganzen Neuerungen nicht mögen? Dann sollten sie besser 1. Korinther 9 lesen. Wir sind „allen alles geworden, damit wir auf alle Weise einige erretten.“ Nennen Sie es Kontextualisierung. Nennen Sie es Marketing. Nennen Sie es, wie Sie wollen. Wir sind dabei zu wachsen. Wenn wir keine Zustimmung zu unserer „Philosophie des Dienstes“ bekommen, dann können wir ja ein Gemeindegründungsteam bilden und woanders hin gehen.</em></p>



<p>Wollen wir uns etwas Zeit nehmen, um einige kritische Fragen zu stellen, bevor wir uns anderen unbefriedigenden Lösung zuwenden. Zuerst einmal: Ist das Konzept des besucherorientierten Handelns biblisch belegbar? Der Herr Jesus scheint es ganz offensichtlich ignoriert zu haben. Er vermied grundsätzlich Publicity und die umschwärmten Leute. Er lockte nicht mit „relevanten“ Predigtthemen, sondern mit einem Dienst der Liebe und mit dem Evangelium der Gnade. Gleichzeitig reduzierte Er die Menge durch Seine harten Bedingungen der Jüngerschaft. Der HERR war nicht beunruhigt, wenn die Leute wegen Seiner „harten Rede“ nicht mehr wiederkamen (Joh 6,60f; Lk 16,16-23). Hingabe an die Wahrheit hielt Leute wie Petrus bei der Stange (Joh 6,66-69). In seinen Anweisungen an den jungen Hirten Timotheus stellte Paulus sogar die Praxis zu predigen, was den Leuten angenehm ist, als einen Widerspruch zu dem treuen Dienst am Wort dar (2Tim 4,1-4). Die Predigten von Petrus, Stephanus und Paulus offenbarten ein großes Verständnis für ihre Zuhörer. Aber das apostolische Predigen verbunden mit den heiligen Maßstäben der ersten Gemeinde schreckten eher ab, als dass sie diejenigen, welche sich nicht festgelegt hatten, anzogen. Während einer Zeit beispiellosen Gemeindewachstums wagten die Fernstehenden nicht, „sich der Gemeinde anzuschließen, doch das Volk rühmte sie“ (Apg 5,12-14). Es war möglich, dass Ungläubige Gottesdienstversammlungen der Gemeinde beiwohnten (1Kor 14,23-25). Aber man wird die Schrift vergebens nach einem Hinweis auf Zusammenkünfte der Gemeinde absuchen, die der Evangelisation dienten. Dazu gingen die Christen auseinander!</p>



<p>Die Bibel lässt keinen Zweifel daran, was das Ziel von Zusammenkünften der Gemeinde ist. Sie kamen zusammen zur Erbauung, um Gemeinschaft zu haben, zum Gedenken im Abendmahl und zum Gebet (Apg 2,42+20,7; 1Kor 11,17f+14,23-26). Die Schrift wendet sich also gegen besucherorientiertes Handeln.</p>



<p>Wachstum durch besucherorientiertes Handeln bringt auch Nachteile. Es ist nur allzu leicht für einen Nichtchristen, sich nach und nach der Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde anzugleichen, wenn seine Begegnung mit der Gemeinde darauf ausgelegt ist, ihm das Gefühl der Zugehörigkeit zu geben. Die „Demarkationslinie“ verwischt, wenn „zur Gemeinde gehen“ vor der Bekehrung kommt. „Nicht richtig bekehrte“ Gemeindemitglieder sind selbst in großer Gefahr und könnten auch der Gemeinschaft der Gemeinde zu späterem Zeitpunkt Schaden zufügen.</p>



<p>Ein weiterer Nachteil des besucherorientierten Handelns ist die illusorische Natur des daraus resultierenden Wachstums. Das Bedienen der religiösen Kundschaft wird nicht nur die Gemeindefernen anziehen, sondern auch unzufriedene Christen und Mitglieder anderer lokaler Gemeinden. Ich war erfreut, als ich von einer nordamerikanischen Gemeinde las, die in nur zwei Jahren von Fünfzig auf Vierhundert angewachsen war. Doch ein Gemeindeältester erzählte mir später, dass sie in jener Zeit (nur) zwanzig Bekehrungen gesehen hätten. Durch einfaches Kopfrechnen kommt man auf 330 Abwanderer. Wirkliches Gemeindewachstum bedeutet jedoch das Hinzufügen durch echte Bekehrungen (Apg 2,47+4,14) – nicht Wachstum durch Abwandern auf Kosten anderer Gemeinschaften.</p>



<p>Wachstum durch Abwanderer bringt auch oft Pluralismus hervor, was in Folge dessen die Hingabe einer Gemeinde an neutestamentliche Versammlungsprinzipien abschwächt. An der Schrift ausgerichtete Versammlungen passen nicht gut mit den aktuellen „Dienstphilosophien“ zusammen. Diejenigen, deren Prinzipientreue nur ein Lippenbekenntnis ist, neigen dazu, alles zu vereinfachen, indem sie unsere Prinzipien entweder ausweiten oder neu definieren bis sie irgendwann bei Prinzipienlosigkeit ankommen.</p>



<p>Der große tschechische Staatsmann Thomas Masaryk lehrte: „Nationen leben von den Prinzipien, die bei ihrer Gründung Pate standen.“ Pflichtschuldige Hingabe an die „Wurzeln der Brüdergemeinden“ sind auch nicht die Lösung. Neutestamentliche Gemeindegrundsätze sollten unsere „Philosophie des Dienstes“ bestimmen und nicht umgekehrt.</p>



<p>Ist der „Ein-Mann-Dienst“ einfach nur eine Frage der Rückbesinnung? Ist die Ordnung des Gottesdienstes strenggenommen eine Frage der Dienstphilosophie? Hat die Bibel darüber gar nichts zu sagen? Paulus schreibt doch vom geordneten Dienst am Wort durch die vielfältige Beteiligung ganz unterschiedlich begabter Brüder unter der Leitung des Heiligen Geistes (1Kor 14,26-34; Eph 5,18-21).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und die Studien?</h2>



<p>Studien zeigen uns sehr viele Dinge. Sie können sehr nützlich sein, wenn wir effektivere Arten und Methoden suchen, um die unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten zu erreichen. Gemeindegründung auf dem sandigen Untergrund von Konventionen ist jedoch ein riskantes Geschäft. Wenn die Studien unsere Praxis von neutestamentlichen Prinzipien revidieren wollen, führen sie uns in die Irre. Heute fehlt mir oft der lautstarke Ausruf „Das Wort Gottes sagt &#8230;“</p>



<p>Ist es biblisch, sich auf 1. Korinther 9,19 als Autorität zu berufen, um die Ordnung und Funktion von Gemeindegottesdiensten zu verändern? Ist es fair diese Verse zu zitieren, wenn wir darüber reden, wie „sich die Gemeinde versammelte“? Haben wir vergessen, dass Paulus hier die Grenzen der notwendigen geistlichen Freiheit und kulturellen Flexibilität aufzeigt, bezogen auf die Evangelisation von Einzelnen aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen in der Welt? Der Apostel spricht hier auf keinen Fall darüber, Elemente, die in der heidnischen oder jüdischen Welt bekannt waren, in die gottesdienstlichen Versammlungen zu integrieren. Nichtchristen dürfen es sich in der Gemeinde einfach nicht gemütlich machen!</p>



<p>Die Griechen waren weltweit die Experten in Sachen Theaterstücke. So weltlich die Korinther auch waren, sie führten doch keine Dramen in die Versammlungen ein (1Kor 14). Paulus schreibt darüber, was man sich nach einer hitzigen Diskussion in der Synagoge zum Essen bestellen kann, oder wie man sich an einem heidnischen Esstisch verhält. Innere Beherrschung durch das „Gesetz Christi“ (die Herrschaft des Herrn Jesus Christus) bestimmen unser Leben und unser kulturell feinfühliges Zeugnis in der Welt. Andere Prinzipien, die auch in diesem Korintherbrief verkündet sind, bestimmen unser Verhalten in den gottesdienstlichen Versammlungen.</p>



<p>Wenig wird über wirkliche Buße, echten Zerbruch, über das „gekreuzigte Ich“, das Tun der ersten Werke oder das Harren auf Gott bezüglich Erweckung in Gemeindewachstumskreisen gesagt. Es scheint, dass</p>



<p>Marketingstrategien das zeiterprobte Konzept des göttlichen Segens zu ersetzen drohen. Ein führender Experte erzählte seiner Seminargruppe, dass die Prinzipien und Methoden, die er in seinem Gemeindewachstums-Seminar unterrichtet, gleichermaßen in verschiedenen Organisationen anwendbar seien. Er sagte weiter, dass sie bei den Mormonen und im „Kawanis Club“ funktionierten, und sie würden auch in der Gemeinde funktionieren. Aber unsere echten Probleme sind geistlicher Natur. Und echte Erneuerung unserer Versammlungen ist durch unsere geistliche Verfassung bestimmt, nicht durch das Annehmen verschiedener Werkzeuge, Methoden und Reklametricks. Selbst wertvolle Methodik und Einsichten werden zu einem Arsenal von fleischlichen Waffen, wenn sie überbetont werden oder man sich allein darauf verlässt.</p>



<p>Juan Carlos Ortiz berichtet von einer Lektion, die er vom HERRN nach zwei Jahren der Organisation und Evangelisation lernte:</p>



<p>Das Erste, was er sagte, war: „Du verbreitest das Evangelium so, wie Coca-Cola Coke verkauft und wie Reader’s Digest Bücher und Zeitschriften verkauft. Du benutzt alle menschlichen Tricks, die du in der Schule gelernt hast. Aber wo ist meine Hand in all diesem?“ Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.</p>



<p>Dann sagte mir der HERR eine zweite Sache: „Ihr wachst nicht“ sagte er. „Ihr denkt nur, ihr wachst, weil ihr euch von 200 auf 600 vermehrt habt. Aber ihr wachst nicht – ihr werdet bloß fett.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ansatz 2: „Treue ohne Frucht“</h2>



<p>Dieses Missverhältnis dieser Sorte von „Treue“ erschütterte mich während einer frühen Begegnung mit Christen, die sich „Versammlungsprinzipien“ verschrieben hatten. Ein wohlmeinender Bruder pries eine Versammlung, die so weit zusammengeschrumpft war, dass sie auf ein Sofa passte. Anscheinend saß auf diesem Sofa kein Pastor. Die Gruppe kam wöchentlich zusammen, um das Brot auf eine Weise zu brechen, die viele von uns noch schätzen. Unser Bruder</p>



<p>sagte: „Sie sind einfach treu.“ Ich erinnere mich, mir in Gedanken eine Notiz gemacht zu haben, um darüber nachzudenken. Treue und Unfruchtbarkeit? Was für ein seltsames Paar! Während man über unterschiedliche Dinge unterschiedlicher Meinung sein kann, ist man mehr oder weniger dazu gezwungen, die Verbindung von Treue und Unfruchtbarkeit auf anderen Gebieten zu sehen. Ganz sicher verbindet die Bibel diese beiden. Menschenfischer zu werden ist eine Funktion der Nachfolge Christi (Mk 1, 17). Frucht zu bringen ist das Zeichen wahrer Jüngerschaft (Joh 15, 8). Das Einbringen von Ernte ist die Verheißung an diejenigen, die nicht müde werden, Gutes zu tun (Gal 6, 9).</p>



<p>Ein Auszug aus einem Brief eines leitenden Bruders in Nordamerika fasst diese moderne Anomalie sehr schön zusammen: „Wir hören viele sagen, dass ‘Gemeinden sterben’, oder ‘ohne Veränderungen sind wir passé’. Aber die Tatsache ist, dass sterbende Gemeinden die „obersten Grundsätze“ verlassen haben. Sie haben die Evangelisation vergessen und betrauern den Mangel an Wachstum.“</p>



<p>Was ist dann das Problem? Mangelnde Treue! Wie kann das Vernachlässigen der „obersten Grundsätze“ der Evangelisation, sowohl persönlich als auch als Gemeinde, des effektiven Hirtendienstes und der Ausbildung von Leitern als „Treue“ bezeichnet werden? Unser echtes Problem ist nicht so sehr unsere Unfruchtbarkeit als vielmehr unsere Untreue gegenüber den „obersten Grundsätzen“. Die vorherrschende Einstellung mag präziser als selektive Treue bezeichnet werden. Wir sind den wichtigen biblischen Grundsätzen treu geblieben, die von anderen Seiten vernachlässigt worden sind und welche zu unserem schmerzlichen Bedauern gegenwärtig von manchen Gemeinden verworfen werden. Als Ergebnis verdoppeln wir unsere Anstrengungen, unsere besondere Art von Treue zu erhalten. Aber die Aufmerksamkeit dafür und die Pflege dieser Besonderheit entbindet uns nicht von der Treue auf anderen wichtigen Gebieten. „Treue ohne Frucht“ bedeutet, über unsere eigenen Grundsätze zu stolpern.</p>



<p>Der Ausdruck „Wahrheit ohne Wachstum“ ist eine andere Variation desselben Themas. Wenn Treue und Fruchtlosigkeit schon seltsame Gefährten sind, dann ist Wahrheit ohne Wachstum eine traurige, unnötige Scheidung, eine Scheidung, die durch einen Mangel an Liebe verursacht wurde. Paulus verband Wahrheit mit Gemeindewachstum im Epheserbrief. Durch „das Bekennen der Wahrheit in Liebe“ wird das „Wachstum des Leibes der Gemeinde“ bewirkt (Eph 4,15-16). Wenn die Heiligkeit der ersten Gemeinde die Fernstehenden auf Abstand hielt, dann war es ihre Liebe und Einmütigkeit, die sie anzogen (Apg 4,32 – 5,14). Wenn uns Gemeindewachstums-Forscher sagen, dass Freundlichkeit und Wärme zu den wichtigsten Faktoren des Gemeindewachstums gehören, dann berichten sie nur das ohnehin Bekannte.</p>



<p>Überleben ohne Vision ist unmöglich. Menschen und Gemeinden kommen um vor Verlangen nach einer Vision (Spr 29,18). Ich fragte einmal den tonangebenden Ältesten einer schrumpfenden Gemeinde, was er bevorzugen würde: Wäre es ihm lieber, wenn ein paar neue Familien dazukämen, damit sie sich weiterhin versammeln könnten, oder dass die Reserven der Gemeinde mobilisiert würden, um die Verlorenen zu evangelisieren und eine ganz neue Generation von Leitern heranzubilden? Ich war erschrocken angesichts seiner Bevorzugung der ersten Möglichkeit. Ich bin nicht erschrocken darüber, dass ihr Gemeindehaus zum Verkauf steht. Gleichgültigkeit gegenüber Wachstum, geringe Erwartungen oder Unglaube und Zufriedenheit mit dem gegenwärtigen Status Quo sind der Todesstoß für viele Gemeinden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der bessere Weg: „Wachstum nach Grundsätzen“</h2>



<p>Man muss angesichts dieser Notlage nicht verzweifeln. Es gibt einen viel besseren Weg. Die neutestamentlichen Grundsätze funktionieren. Sie funktionieren in einer Anzahl beispielhafter Gemeinden in Nordamerika. Missionare und Einheimische auf verschiedenen Feldern beweisen, dass sie heute noch funktionieren. Wir haben zehn kurze Jahre lang in einer wohlhabenden westeuropäischen Stadt gearbeitet, die für ihren Widerstand dem Evangelium gegenüber bekannt ist. In Zusammenarbeit mit einem anderen Missionarsehepaar und</p>



<p>Österreichern haben wir Christen geschult. Wir waren Zeugen von Geburt und Wachstum von mehr als einem Dutzend Gemeinden in unserem Gebiet. Die Wachstumsrate dieser Arbeit in den vergangenen zwanzig Jahren hat uns in Erstaunen versetzt. Gott segnet! Mehr denn je sind wir von der Zeitlosigkeit der neutestamentlichen Grundsätze überzeugt und möchten kurz ein paar praktische Vorschläge weitergeben für diejenigen, die an „Wachstum nach Grundsätzen“ interessiert sind. Manche Vorschläge werden sich mit dem decken, was einige Gemeindewachstums-Experten an anregenden Vorschlägen anbieten.</p>



<p><strong><em>1. Ehrliche Einschätzung des geistlichen Zustandes der Gemeinde</em></strong></p>



<p>Die Leitung der Gemeinde könnte damit beginnen, eine Bestandsaufnahme ihres eigenen Lebens und Dienstes zu machen. Mangelt es uns als Gruppe an einer Vision? Sind wir zu beschäftigt mit weltlichen Dingen? Hängen wir mit ganzer Hingabe am HERRN und haben uns dem Bau Seiner Gemeinde verpflichtet? Widerstehen wir Veränderungen? Sind wir aktiv damit beschäftigt, die Herde zu weiden? Neutestamentliche Gemeinden bestehen aus neutestamentlichen Christen. Wie würden wir den geistlichen Zustand der Herde beschreiben? Was sind die größten Schwierigkeiten, denen wir uns als Gemeinde gegenüber sehen? Welche größeren Wachstumshindernisse können wir herausfinden? Hat unsere Gemeinde klar umrissene Ziele, die den meisten der Mitglieder bekannt sind und von ihnen geteilt werden? Praktizieren wir wirklich die „obersten Grundsätze“? Wird unsere Versammlung von Liebe bestimmt? Oder von Kritik? Werden wir regelmäßig Zeugen davon, dass sich Erwachsene bekehren? Werden sie in die Gemeinde integriert? Wie viele waren es in den vergangenen zwei Jahren? Wie viele Arten von Evangelisation haben wir ausprobiert? Welche hat sich als effektiv herausgestellt?</p>



<p>Eine liebevolle, realistische Selbsteinschätzung kann Vernachlässigung und Unterlassungssünden enthüllen und Gelegenheit zur Buße und Sündenbekenntnis geben. Erkannte Schwächen sollten auf klar umrissene Entscheidungen und Pläne zur Veränderung zielen.</p>



<p><strong><em>2. Verpflichtung zu geistlicher Erneuerung</em></strong></p>



<p>Die Gemeinde ist ein geistlicher Organismus und die Mehrheit der Wachstumshindernisse sind geistlicher Natur. Die mächtige Waffe des Gebetes wird nur allzu oft von denen vernachlässigt, die es besser wissen sollten. Bereits existierenden Gebetsversammlungen mangelt es oft an Lebendigkeit. Jemand beschrieb eine typische Gebetsversammlung einmal als einen Ort, wo man hingeht, um zu hören, wer krank oder arbeitslos ist. Die Ziele unserer Versammlung und speziell das Ziel der Evangelisation sollten hier eine zentrale Rolle spielen. Wir Leiter treffen uns dienstags um 6.00 Uhr morgens zum Gebet. Wir geben einander Rechenschaft. Das hält uns geistlich in Form.</p>



<p><strong><em>3. Besuche und Hirtendienst</em></strong></p>



<p>Viele Älteste handeln in erster Linie als Manager und „Entscheidungsfäller“ anstatt Hirten zu sein. In manchen Gemeinden gibt es keinen Besuchsdienst. Wenn es so ist, dann sollten wir etwas unternehmen.</p>



<p><strong><em>4. Training zur Ausrüstung von Mitarbeitern</em></strong></p>



<p>Evangelisten, Hirten und Lehrer sind der Gemeinde nicht nur gegeben, um ihren Bedürfnissen abzuhelfen, sondern auch als Zurüster und Ausbilder der Heiligen zum Dienst. Gottes Plan für das Wachstum nach Grundsätzen ist eine stetig wachsende Anzahl von Arbeitern, die ihre Aufgabe im „Leib“ gefunden haben und zugerüstet sind, um dort zu dienen (Eph 4,11-16). Neutestamentliche Versammlungen sind hierfür strukturiert, aber bedauerlicherweise fehlt in diesem Zusammenhang oft Training und Ermutigung.</p>



<p>Unser Training beinhaltet persönliche Gespräche mit einigen wenigen und Gruppentraining im größeren Kreis. Persönliche Evangelisation, Ausbildung für den Besuchsdienst, Jüngerschaftskurse, Ausbildung von Lehrern, Methoden des Bibelstudiums, Hirtendienst, das Studium des Neuen Testamentes, Predigen, das Leben eines Leiters sind größere Themen, die wir in Österreich während der letzten Jahre in Angriff genommen haben. Unsere Langzeitinvestition zahlt sich aus. Wir besetzen unseren Mitarbeiterstab mit selbst ausgebildeten Männern und Frauen.</p>



<p>Bei Nachforschungen innerhalb der Gemeinschaft der erwachsenen Gläubigen in der Salzburger Gemeinde stellten wir fest, dass eine bestimmte Anzahl begabter, sehr williger Gläubiger nicht aktiv im Dienst standen. Sie warteten, dass wir die Initiative ergreifen würden. In vielen Fällen haben wir das auch getan. Wir fragen uns nicht: „Wer ist der oder die Richtige für diese Aufgabe?“ Wir fragen stattdessen: „Was ist die richtige Aufgabe für diesen Christen?“ Idealerweise sollten wir eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Heiligen frei fühlen, selbst die Initiative im Werk des HERRN zu ergreifen.</p>



<p><strong><em>5. Training zum Evangelisieren für alle</em></strong></p>



<p>Alle Christen sollten in den Grundlagen des Evangeliums unterrichtet sein; sie sollten wissen, wie man Beziehungen zu seiner Umgebung aufbaut und wenigstens in einigen Möglichkeiten, das Evangelium weiterzugeben. Zu diesem Thema sind viele gute Bücher erhältlich. Jeder Gläubige hat Beziehungen innerhalb eines großen Netzwerks von Ungläubigen. Wir müssen den Heiligen helfen, diese Netzwerke zu erkennen und diese natürlichen Gelegenheiten zum Evangelisieren zu nutzen. Wir sollten denjenigen, die mit unseren Gläubigen in Kontakt sind, „Erntewagen“ zur Verfügung stellen. Jeder neugeborene Christ kann sagen „Komm und sieh!“ Evangelistische Bibelstunden, Glaubensgrundkurse und speziell geplante evangelistische Treffen mit besonderen Rednern sind nur ein paar der vielen Möglichkeiten, die man hat. Ein großer Prozentsatz der Gläubigen im Land Salzburg sind durch eine Kombination von persönlichem Zeugnis, evangelistischen Treffen in Wohnzimmern oder in einem örtlichen Hotel und evangelistischen Besuchen durch den Gläubigen und den Sprecher der Evangelisation zum Glauben gekommen.</p>



<p><strong><em>6. Wärme in den Versammlungen und Gastfreundschaft in den Häusern</em></strong></p>



<p>Viele von uns sind anfangs nicht durch Redekunst oder Predigten von der Relevanz des Evangeliums überzeugt worden, sondern durch die sichtbare Liebe und Einheit unter den Heiligen. Dies ist ein vielfach vernachlässigtes neutestamentliches Prinzip.</p>



<p><strong><em>7. Unterweisung in neutestamentlichen Versammlungsgrundsätzen</em></strong></p>



<p>Mir wurde in Nordamerika viel Dankbarkeit entgegengebracht für Vorträge, die ich hielt, und für private Diskussionen über neutestamentliche Versammlungsgrundsätze. Wir setzen zu viel als selbstverständlich voraus. Nicht wenige, die in Gemeinden aufwachsen, sind anscheinend schlecht unterrichtet, was unsere Grundsätze betrifft. Wir sollten also die Betonung auf die Inhalte und deren Bedeutung legen. Wenn wir mit Gläubigen über die Aufnahme in die Gemeinde reden, dann geben wir ihnen einen Artikel über die Überzeugungen unserer Gemeinschaft. Wir erklären auch die verschiedenen Ziele. Das war noch nie schwierig mit jemandem, der sich „aus der Welt“ bekehrt hatte – nur mit denen, welche die Gemeinde wechseln wollten. Eine frisch bekehrte Frau flüsterte: „Warum tragen die Frauen Kopftuch?“ Ihre Nachbarin flüsterte: „Es steht in 1Korinther 11.“ &#8211; „Oh, danke schön, ich bin erst bei Lukas!“</p>



<p>Neutestamentliche Gemeindeprinzipien verhinderten im ersten Jahrhundert das Gemeindewachstum nicht. Sie verhinderten es mit Sicherheit auch im letzten Jahrhundert nicht. Wenn sie vernünftig angewendet werden, werden sie auch heute kein gesundes Gemeindewachstum verhindern. Es ist höchste Zeit, dass wir unsere gegenwärtige Dienstauffassung im Licht des Neuen Testamentes überprüfen. Wir profitieren am besten von den Vorschlägen und Beispielen unserer offensichtlich erfolgreichen Geschwister, indem wir alles prüfen, was wir hören und lesen und nur das festhalten, was dem Test durch die Schrift standhält. Wir müssen uns nicht für das Festhalten an neutestamentlichen Prinzipien entschuldigen. Es ist eine Tatsache, dass wir zu den „obersten Grundsätzen“ zurückkehren müssen, wenn wir „Wachstum nach Grundsätzen“ erleben wollen.</p>



<p></p>



<p><strong>Fußnoten</strong></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="8d70c5d4-91d7-41eb-89c4-21cb4250afd2">C. Peter Wagner, Your Church Can Grow, Ventura, CA: Regal Books <a href="#8d70c5d4-91d7-41eb-89c4-21cb4250afd2-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="2023f1e0-e016-498b-868e-aea85d9a8066">Charles Peter Wagner (1930 – 2016) war ein US-amerikanischer evangelikaler Theologe, Missionswissenschaftler, Referent, Autor und Experte zu Gemeindeaufbau, Gemeindewachstum und der neuen apostolischen Bewegung. Wagner gilt als Mitbegründer des umstrittenen Konzeptes der geistlichen Kampfführung. Quelle: Wikipedia vom 20.05.2025 <a href="#2023f1e0-e016-498b-868e-aea85d9a8066-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2025/wachstum-nach-grundsaetzen/">Wachstum nach Grundsätzen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Berufung zum Hirten</title>
		<link>https://kfg.org/2025/die-berufung-zum-hirten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Hernandes Dias Lopes]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2025 07:58:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Älteste]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre / Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18373</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Die Berufung zum Hirtenamt ist die erhabenste aller Berufungen.“ Nicht die Gemeinde, nicht ein Mensch, sondern Gott selbst beruft zu diesem Dienst. Es geht dabei jedoch nicht um irgendwelche Privilegien oder Eitelkeiten, sondern darum, die Menschen zu lieben, denen man dient.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Der Artikel von Hernandes Dias Lopes ist aus dem wertvollen Buch „Der Anspruch des Hirtendienstes” (siehe Seite 10) entnommen. Wir danken dem CMV-Verlag, Bielefeld, herzlich für die Abdruckerlaubnis. Die Redaktion</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Die Berufung zum Hirtenamt ist die erhabenste aller Berufungen. John Jowett sagt in seinem Buch <em>The Preacher, His Life and His Work</em>, dass die pastorale Berufung nicht eintritt, wenn man versucht, Medizin zu studieren, und die Prüfung nicht besteht, es mit dem Ingenieurswesen probiert und keinen Erfolg hat, an die Tür eines anderen Studiengangs klopft und ebenfalls scheitert, und dann zu dem Schluss kommt, dass Gott die Tür des Pastorendienstes öffnet. Im Gegenteil: Pastorale Berufung bedeutet, dass alle anderen Türen offen sind, man sich aber nur danach sehnt, durch die Tür des Dienstes einzutreten. Berufung ist wie unsichtbare Handschellen. Der Ruf Gottes ist unwiderruflich und nicht übertragbar. Wenn er ruft, ruft er wirksam!</p>



<p>Gott beruft verschiedene Menschen, in verschiedenen Lebensumständen, in verschiedenen Altersstufen, für verschiedene Ämter. Er rief Jeremia im Bauch seiner Mutter. Er rief Jesaja zur Zeit einer nationalen Krise. Er rief Petrus, nachdem dieser geheiratet hatte. Er rief Paulus, als dieser die Gemeinde verfolgte.</p>



<p>Der Prophet Jeremia sagt, dass Gott derjenige ist, der seinem Volk Hirten nach seinem Herzen gibt (Jeremia 3,15): <em>„Und ich will euch Hirten nach meinem Herzen geben, die sollen euch weiden mit Erkenntnis und Einsicht.“</em> Der Hirte ist kein freiwilliger Helfer, sondern eine von Gott berufene Person. Sein Dienst wird nicht gesucht, er wird empfangen (vgl. Apostelgeschichte 20,24). Seine Berufung ist nicht irdisch, sondern himmlisch (Apostelgeschichte 26,19). Seine Motivation gründet sich nicht auf menschliche Vorteile, sondern auf die Erfüllung der göttlichen Ziele.</p>



<p>Es ist eine große Gefahr, den Hirtendienst mit anderen Zielen oder Motivationen anzutreten. Der Dienst ist keine Erfolgsbühne, sondern eine Arena des Todes (vgl. 1. Korinther 4,9). Der Dienst ist keine Künstlergarderobe, in der wir uns Masken aufsetzen und eine Rolle annehmen, die sich von dem unterscheidet, was wir wirklich sind, sondern er ist ein Arbeitsfeld, dessen Kern die Heiligkeit ist. Das Leben des Hirten ist das Leben seines Dienstes. Das Pastorenamt ist keine Plattform der Privilegien, sondern ein Feld des Dienstes; es ist kein Jahrmarkt der Eitelkeiten, sondern ein Ort der demütigen, aufopfernden Arbeit.</p>



<p>Das Ideal des Dienstes anzunehmen, bedeutet, andere Ideale aufzugeben. Ich war von Mutterleib an Gott geweiht. Meine Mutter war mit einem schrecklichen Dilemma konfrontiert. Sie musste zwischen ihrem Leben und meinem wählen. Ihre Risikoschwangerschaft ließ ihr keine Wahl. Der medizinischen Prognose zum Trotz gab sie Gott ein Gelübde: Wenn der Herr ihr und mein Leben verschonen würde, würde sie mich für den Dienst weihen. Gott erhörte ihr Gebet, und ich wurde geboren. Meine Mutter bewahrte dieses Gelübde in ihrem Herzen und betete beständig zum Herrn, dass Gott mich in den Dienst rufen würde. Sie erzählte mir nichts von ihrem Gelübde, um mich nicht zu beeinflussen. Mein Traum seit meiner Kindheit war es, Anwalt und Politiker zu werden. Seit meiner Kindheit verpasste ich keine einzige Wahlveranstaltung. Ich hörte den Rednern aufmerksam zu und begeisterte mich immer mehr für eine politische Karriere. An dem Tag, an dem ich 18 wurde, bekam ich meine Wahlkarte und trat einer Partei bei. Mein Verstand war aufgewühlt und mein rastloses Herz sehnte sich leidenschaftlich danach, in dieses Leben einzutreten. Aber Gott hatte Wohlgefallen daran, mein Leben zu berühren und mich in den Dienst zu rufen, bevor ich 19 wurde. Ich habe sofort meine Träume aufgegeben und mich auf Gottes Bestimmung eingelassen. Heute würde ich den Dienst gegen kein anderes Privileg eintauschen. Ich weiß, dass es keinen erhabeneren Beruf gibt als Botschafter Gottes, Diener der Versöhnung, Hirte der Seelen, Prediger des heiligen Evangeliums Christi zu sein. Ich bin durch ganz Brasilien gereist, habe in anderen Ländern gepredigt. Ich habe die gute Nachricht des Evangeliums bis in die entlegensten Winkel unseres Landes und der Welt gebracht. Keine irdische Freude, die die Welt demjenigen bieten kann, der ein Prediger des Evangeliums Jesu Christi ist, ist mit der Freude vergleichbar, Prediger des Evangeliums zu sein.</p>



<p>Jemand hat einmal gesagt, dass, wenn das Ideal größer ist als das Leben, es sich lohnt, sein Leben für das Ideal zu geben. Charles Studd, ein Spitzensportler in England, der sich im 19. Jahrhundert zu Christus bekehrte, ließ den Ruhm der Sportwelt hinter sich, um sein Leben der Missionsarbeit in Indien und Afrika zu widmen. Als ihn jemand fragte, ob das, was er tat, nicht ein zu großes Opfer sei, antwortete er: „Wenn Jesus Christus Gott ist und er sein Leben für mich gegeben hat, gibt es kein zu großes Opfer, das ich für ihn bringen kann.” Ich stimme mit dem Märtyrer in Südamerika, dem Missionar Jim Elliot, überein, wenn er sagt: „Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.”</p>



<p>Betrachten wir einige wichtige Wahrheiten, die mit Jeremia 3,15 im Zusammenhang stehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">GOTT gibt seiner Gemeinde Hirten</h2>



<p>Es gibt zwei Wahrheiten, die ich hier hervorheben möchte. Erstens: <em>Die göttliche Wahl beruht nicht auf unseren Fähigkeiten, sondern auf Gnade.</em> Wir sehen das an der Berufung Jeremias. Dieser war noch sehr jung, als er in den Prophetendienst berufen wurde (vgl. Jeremia 1,6). Er sah sich nicht im Stande, zum Volk zu reden. Es war Gott, der ihm das Wort in den Mund legte. Jona war ein Mann, der Schwierigkeiten hatte, seinen Feinden zu vergeben, und Gott rief ihn und sandte ihn, gegen seinen Willen, um sein Werk zu tun (vgl. Jona 1,2; 3,1.2). Paulus betrachtete sich als den kleinsten der Apostel, den geringsten der Heiligen und den Sündigsten von allen, aber Gott stellte ihn an den Platz der höchsten Ehre in der Geschichte der Gemeinde. Unsere Wahl für den Dienst beruht nicht auf Verdiensten, sondern auf Gnade. Das Tor zum Dienst ist die Demut. Kein Hirte kann mit Hochmut und Stolz wirksam das Werk Gottes tun. Stolz geht dem Verderben voraus. Eitelkeit ist die Vorstufe zum Scheitern. Alle Ehre, die nicht Gott gegeben wird, ist eitle Ehre. Wir sind nicht im Dienst, weil wir jemand sind, wir sind im Dienst, um den Einzigen zu verkünden, der würdig ist, alle Ehre, alle Herrlichkeit und alles Lob zu empfangen.</p>



<p>Zweitens ist es <em>Gott, der den Gliedern des Leibes ihren Platz zuweist, wie es ihm gefällt</em>. Alle Erlösten haben Gaben und Aufgaben im Leib, aber nicht alle sind für das Hirtenamt berufen (vgl. Epheser 4,11). Nicht wir entscheiden, sondern Gott. Wer für diese erhabene Arbeit berufen ist, kann nicht stolz sein, denn er hat nichts, was er nicht empfangen hat. Eine gläubige Person darf nicht in den Pastorendienst treten, ohne speziell zu diesem Dienst berufen worden zu sein, noch sollte eine berufene Person diesen Ruf ablehnen.</p>



<p>Viele Menschen denken irrtümlicherweise, dass der Pastor einen herausragenden Platz in der Hierarchie der Gemeinde einnimmt. Aber in der Gemeinde Gottes gibt es keine Hierarchie. Der Pastor ist nicht höher als das kleinste Mitglied der Gemeinde. Er ist ein Diener Christi und Diener der Gemeinde. Diejenigen, die in den Dienst treten und Gottes Herde mit unangemessener Strenge behandeln und meinen, sie hätten die Herrschaft über Gottes Schafe, befinden sich in einem gefährlichen Irrtum (vgl. 1. Petrus 5,1-4).</p>



<p>Wir haben mit großer Traurigkeit gesehen, wie manche Pastoren versuchen, sich selbst abzuschirmen, indem sie in einem Elfenbeinturm leben, jenseits von Gut und Böse. Ermahnungen und Korrekturen durch Gemeindeglieder oder sogar andere Pastoren akzeptieren sie nicht. Sie verteidigen sich inbrünstig und sagen, dass niemand den „Gesalbten des Herrn“ antasten dürfe. Sie reißen den Text aus seinem Zusammenhang und benutzen das Wort Gottes nur, um sich selbst zu schützen oder ihre Sünden zu verbergen. Die pastorale Leiterschaft ist lediglich eine Position. Der Pastor ist nicht wichtiger als jede andere Person in der Herde. So wie der Ehemann das Haupt der Ehefrau ist, aber nicht wichtiger als die Ehefrau. So wie Gott das Haupt Christi, aber nicht größer als Christus ist. In gleicher Weise ist auch die Leiterschaft des Pastors eine funktionelle Leiterschaft. Der Hirte und die Gemeindeglieder stehen alle auf der gleichen Ebene; alle sind Diener Christi und sollten sich als solche gegenseitig ermahnen.</p>



<p>Der Apostel Paulus sagte zu den Ältesten von Ephesus (Apostelgeschichte 20,24): <em>„Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht; mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.”</em> Der Dienst ist keine Aufgabe, auf die wir uns aus eigener Initiative stürzen, er ist ein Auftrag, den wir von Jesus bekommen. Er ist kein Aufruf zur Bequemlichkeit, sondern eine Aufforderung zur Selbstverleugnung. Er ist nicht das Streben nach Status und Macht, sondern der Wunsch nach einem anstrengenden, aber vorzüglichen Werk (vgl. 1. Timotheus 3,1).</p>



<p>Ashbell Green Simonton war das neunte Kind einer gottesfürchtigen Familie. Sein Vater war ein Arzt, und zwei Legislaturperioden lang Abgeordneter der Kammer. Simonton war der Jüngste unter seinen Geschwistern. In seiner Kindheit weihten ihn seine Eltern dem Herrn, und zu seiner Zeit berief ihn Gott in den Dienst. Er trat in das Princeton Seminary in New Jersey, USA, ein. Er war ein brillanter Student. Als er bei seinem Abschluss eine Predigt von Charles Hodge hörte, wurde er von Gott aufgefordert, sich der Missionsarbeit zu widmen. Gott neigte sein Herz nach Brasilien. Einige Leute versuchten, ihn von seinem Vorhaben abzuhalten, indem sie ihm sagten, dass es verrückt sei, seine Familie, sein Land und so vielversprechende Angebote der Kirche seines Landes aufzugeben, um in ein so armes und von so vielen epidemischen Krankheiten betroffenes Land zu gehen. Simonton antwortete daraufhin: „Der sicherste Ort, an dem ein Mensch sein kann, wenn auch umgeben von Bedrohungen und Gefahren, ist im Zentrum des Willens Gottes.“ Dieser junge Mann verließ im Alter von 26 Jahren sein Heimatland und ging nach Brasilien. Tapfer und mutig arbeitete er und hatte nach einer äußerst kurzen Zeitspanne von nur acht Jahren die Presbyterianische Kirche von Brasilien organisiert, eine Glaubensgemeinschaft, die bis heute der treuen Predigt der Heiligen Schriften verschrieben ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gott gibt seiner Gemeinde HIRTEN</h2>



<p>Gott ruft nicht nur, sondern er legt auch den Auftrag fest. Was ist ein Hirte? Was bedeutet es, eine Herde zu weiden? Zuallererst ist es die Aufgabe eines Hirten, <em>die Herde Gottes mit dem Wort Gottes zu versorgen.</em> Es ist nicht unsere Aufgabe, für die Nahrung zu sorgen, sondern die Nahrung anzubieten. Die Nahrung ist das Wort. Dem Volk Gottes das Wort vorzuenthalten, ist eine schwere Sünde. Viele Gemeinden sind heute krank, weil sie sich von giftigen Kräutern ernähren.<sup data-fn="ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1" class="fn"><a id="ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1-link" href="#ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1">1</a></sup> Da ist der Tod im Topf! Es gibt viele Irrlehren, die auf den evangelikalen Kanzeln kursieren. Es gibt viele Neuerungen, die dem Wort Gottes fremd sind, die in die Liturgie, in die Botschaft und in die Musik eindringen und am Ende das geistliche Leben der Gemeinde schwächen. Es gibt Gemeinden, die hungern, weil sie die nahrhafte Speise des Wortes nicht erhalten. Ihre Pastoren geben sich nicht dem Wort hin. Sie studieren das Wort nicht und sinnen nicht darüber nach. Sie predigen aus der Leere ihres Verstandes und der Täuschung ihres Herzens. Es gibt immer noch Gemeinden, die ausgelaugt und unterernährt sind, weil sie nicht ausreichend Nahrung erhalten. Der Hirte muss ein unermüdlicher Student des Wortes Gottes sein. Er muss jeden Tag reichlich Nahrung für seine Herde haben. Ein hungriges Schaf wird unruhig und neigt dazu, sich an gefährliche Stellen zu verirren. Es gibt auch Gemeinden, die sich mit der Spreu menschlicher Traditionen füllen, statt die reiche göttliche Versorgung zu bekommen. Wir brauchen dringend eine Erweckung auf den Kanzeln.</p>



<p>Eine weitere Aufgabe des Hirten ist es, <em>die Herde Gottes vor den Angriffen reißender Wölfe zu schützen.</em> Jesus warnte vor der Tatsache, dass der Teufel die Söhne des Bösen dann in die Gemeinde einschleust, wenn diese schläft (vgl. Matthäus 13,24.25). Paulus hält die Hirten der Gemeinde zur Wachsamkeit an, damit die reißenden Wölfe nicht in die Herde eindringen (vgl. Apostelgeschichte 20,29.30). Irrlehren sind die Zähne des Wolfes. Wenn die Kirche aufhört, die apostolische Lehre zu wahren, gelangen die neuesten Waren des Glaubensmarktes in die Gemeinde, und in diesem Zuge kommen oft Praktiken, die der Heiligen Schrift fremd sind. Die Hirten müssen die Literatur, die in die Gemeinde kommt, daraufhin überprüfen, ob sie dem Wort entspricht. Sie müssen die Texte der Lieder, die in der Gemeinde gesungen werden, analysieren, um nicht lehrmäßigen Missverständnissen zu verfallen. Gemeindeleiter dürfen die Kanzel der Gemeinde nicht Personen überlassen, von denen bekannt ist, dass sie sich nicht der Treue der Schrift gegenüber verpflichtet haben.</p>



<p>Einmal, an einem Sonntagmorgen, predigte ich in der Kirche, der ich seit über zwanzig Jahren vorstehe, als eine auffällig gekleidete Frau hereinkam und sich in den vorderen Teil der Kirche, in die dritte Bank setzte. Während ich predigte, ließ sie mir einen kleinen Zettel aushändigen: „Der Heilige Geist hat mich heute hierher gesandt, weil ich eine Botschaft von Gott für diese Gemeinde zu überbringen habe.“ Ich las die Notiz, steckte sie in meine Tasche und beendete meine Botschaft, erteilte den Segen und ging zur Tür, um die Gläubigen zu begrüßen. Diese Frau, die nun wütend war, konfrontierte mich an der Tür der Kirche und sagte mir, dass ich den Heiligen Geist daran gehindert hätte, an diesem Morgen zur Gemeinde zu sprechen. Ich antwortete ihr: „Der Heilige Geist hat zur Gemeinde gesprochen, Sie haben nicht zugehört. Ich habe heute Morgen treu das Wort Gottes gepredigt.” Dann sagte ich noch: „Ich kenne Sie nicht, ich weiß nicht, woher Sie kommen, noch, wohin Sie gehen. Ich weiß nicht, was Sie glauben, und ich habe Verantwortung für diese Herde, deswegen kann ich die Kanzel nicht jemandem überlassen, den ich nicht kenne.” Die Frau ging wütend davon und ich erfuhr, dass sie in dieser Woche in einigen Gemeinden große Spannungen verursachte, indem sie auf verschiedene Kanzeln stieg und das Gift gefährlicher Irrlehren verbreitete.</p>



<p>Drittens bedeutet das Hirtenamt, <em>Freude am „Geruch der Schafe” zu finden.</em> Die Aufgabe des Hirten ist es zu weiden. Das Schaf ist ein Tier, das nicht auf sich selbst aufpassen kann. Wenn es sich von der Herde entfernt, wird es eine leichte Beute der Räuber. Das Schaf ist kurzsichtig und kann die rutschigen und gefährlichen Stellen nicht deutlich sehen. Das Schaf braucht einen Hirten und der Hirte muss in der Nähe des Schafes sein, um ihm in seinen Bedürfnissen zu helfen. Es ist der Hirte, der die hungrigen Schafe zu grünen Weiden und die durstigen Schafe zu ruhigen Wassern führt. Es ist der Hirte, der mit den Schafen durch die dunklen Täler geht und ihnen Sicherheit gibt. Es ist der Hirte, der das schwache Schaf in seinen Armen trägt und das in den Abgrund gefallene rettet. Es ist der Hirte, der das bockige Schaf zurechtweist, welches das Leben der Herde in Gefahr bringt.</p>



<p>Viertens ist es die Aufgabe des Hirten, <em>die Schafe zu ermutigen.</em> Der Hirtendienst ist sehr umfangreich. Der Hirte lehrt, weidet, führt, schützt, erzieht, stärkt, ermutigt und tröstet die Schafe. Es ist nicht seine Aufgabe, das zerbrochene Schilfrohr zu zerbrechen oder den glimmenden Docht zu löschen (vgl. Matthäus 12,20). Es ist nicht seine Aufgabe, die Schafe einzuschüchtern oder sie wegen ihrer Fehler zu schlagen. Der Hirte handelt mit der Beharrlichkeit eines Vaters (vgl. 1. Korinther 4,14-21) und der Sanftheit einer Mutter (vgl. 1. Thessalonicher 2,7). Der Hirte benutzt die Rute der Zucht, aber auch den Hirtenstab der Rettung. Der Hirte ist jemand, der bereit ist, das Schaf in seinen Armen zu tragen und sein Leben dafür zu geben. Er muss nicht nur Freude daran haben, zu seiner Herde zu predigen, sondern auch Freude an der Herde haben, zu der er predigt. Seine Aufgabe ist es, ein Ermutiger derer zu sein, die auf dem Weg ins himmlische Kanaan sind!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gott gibt Hirten nach seinem Herzen</h2>



<p>Der Hirte nach dem Herzen Gottes ist sich dessen bewusst, dass Gott ihn berufen hat, Christus zu lieben und die Schafe in Demut zu weiden. Der Hirte ist nicht der Herr der Herde. Gott gibt uns nie Macht, indem er uns das Recht überträgt, die Gemeinde zu besitzen. Die Kirche gehört nicht uns, sondern Gott. Die Schafe sind nicht unser, sondern Gottes Eigentum.</p>



<p>Das Pastorenamt ist keine privilegierte Position, sondern eine Plattform des Dienstes. Es gibt viele Pastoren, die sich wie Gutsbesitzer verhalten. Sie sind die Besitzer der Schafe, nicht ihre Hirten. Diese Hirten schauen darauf, was sie an den Schafen verdienen können, nicht darauf, wie sie den Schafen dienen können. Diese Hirten suchen den Gewinn, nicht das Wohl der Schafe. Statt das Leben für die Schafe zu geben, wollen sie, dass die Schafe ihr Leben für sie geben. Es gibt andere Hirten, die wie Mietlinge erscheinen. Das sind die betrügerischen Arbeiter, die die Schafe ausbeuten und für sich ausnutzen. Anstatt ihre Zeit, ihr Herz und ihr Leben in das Leben der Schafe zu investieren, versuchen sie, alles aus den Schafen herauszuholen, was sie können. Sie sind Hirten ihrer selbst, nicht Hirten der Herde Gottes.</p>



<p>Der Hirte nach dem Herzen Gottes weidet die Herde unter dem Stab des Oberhirten. Kein Hirte hütet die Herde Gottes treu, wenn er sein Hirtenamt nicht unter dem Stab Christi ausübt und dem Volk Gottes eine gesunde Lehre vermittelt. Die Weisung der Wahrheit muss in seinem Mund sein. Die treue Lehre der Heiligen Schrift muss die Richtschnur seines Dienstes sein. Wir sind nicht berufen, unsere eigenen Ideale zu predigen, sondern das Wort Gottes zu verkünden!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Vortrefflichkeit, mit der der Hirtendienst verrichtet werden sollte</h2>



<p>Wir haben zwei wichtige Wahrheiten hervorgehoben: Erstens muss ein Hirte <em>die Herde Gottes mit Erkenntnis weiden</em>. Er muss ein Gelehrter sein. Er muss das Wort kennen, sich von dem Wort ernähren und das Wort predigen. Paulus sagt, dass diejenigen, die sich im Wort mühen, einer doppelten Ehre würdig sind (1. Timotheus 5,17). Wir müssen bis zur Erschöpfung studieren. Wir müssen die Goldminen der Wahrheit freilegen und den unergründlichen Reichtum des Evangeliums Christi dem Volk Gottes anbieten. Wir sind Verwalter: Wir müssen dem Volk Gottes ein appetitliches und ausgewogenes Menü anbieten.</p>



<p>Die weltlichen Lehrstühle beschämen die Kanzeln, denn obwohl sie eine menschliche, irdische, zeitliche Botschaft verkünden, bereiten sie sich gründlicher und hingegebener darauf vor, als die Prediger auf den Kanzeln, und diese predigen eine göttliche, himmlische, ewige Botschaft. Wir müssen uns als bewährte Mitarbeiter darstellen. Wir müssen bei der Verrichtung des Dienstes einen überragenden Standard an den Tag legen. Auch muss der Hirte über ein großes Allgemeinwissen verfügen. Er sollte auf dem neuesten Stand sein. Er muss den Text und den Kontext lesen. Die Bibel und die Menschen lesen. Er muss die Bibel in der einen und die Zeitung in der anderen Hand haben. Der Hirte darf kein welt- und gesellschaftsfremder Mann sein. Er muss ein genauer Kenner seiner Zeit sein (vgl. 1. Chronik 12,32). John Stott sagt, dass die Predigt, die der Pastor hält, eine Brücke zwischen zwei Welten sein müsse: dem alten Text und dem zeitgenössischen Hörer. Der Hirte muss beide Welten kennen: sowohl den Text als auch seine Zuhörer.</p>



<p>Zweitens muss ein Hirte <em>die Herde Gottes mit Verstand weiden</em>. Das bedeutet, Gottes Herde mit Weisheit und Feingefühl zu weiden. Weisheit bedeutet, Wissen für den besten Zweck einzusetzen. Wir müssen die Schafe Gottes mit Zärtlichkeit behandeln. Paulus sagt, dass der Hirte wie ein Vater und auch wie eine Mutter ist (vgl. 1. Thessalonicher 2,7-12). Er weint mit denen, die weinen, und freut sich mit denen, die fröhlich sind. Der Hirte behandelt jedes Schaf entsprechend seiner Bedürfnisse, seinem Temperament, seiner besonderen Wesensart. Er ist sanft zu den Kindern, wie es auch Jesus war, der sie in seine Arme nahm. Er begegnet den Gleichaltrigen wie Brüdern und den Älteren wie Vätern. Es ist eine Sache, das Predigen zu lieben, aber es ist eine andere Sache, die Menschen zu lieben, zu denen wir predigen. Wir müssen das Predigen lieben und auch die Menschen lieben, zu denen wir predigen.</p>



<p>Fußnoten</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1">Siehe das Buch dieses Autors: Morte na panela, erschienen bei Editorial Hagnos, 2007, das sich speziell mit diesem Thema beschäftigt. <a href="#ae467763-9eaf-4278-a673-55d284dc6cd1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2025/die-berufung-zum-hirten/">Die Berufung zum Hirten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Werden Christen nicht mehr krank?</title>
		<link>https://kfg.org/2024/werden-christen-nicht-mehr-krank/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerrid Setzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 21:03:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre / Theologie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18249</guid>

					<description><![CDATA[<p>Immer wieder hört man Stimmen, die behaupten, dass Christen nicht krank zu sein brauchen. Es wird gesagt: „Wenn ihr nur genug Glauben hättet, könntet ihr alle geheilt werden. Das ist das volle Evangelium. Niemand braucht zu leiden.“ Was ist davon zu halten? Sind Krankheiten ein Übel, das es auszuhalten gilt? Was für eine Bedeutung haben Krankheiten im Leben eines Gläubigen?</p>
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<p><em>Diesen Artikel haben wir mit freundlicher Erlaubnis des Autors der Internetseite „www.bibelstudium.de“ entnommen. Die Redaktion</em></p>



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<p>Immer wieder hört man Stimmen, die behaupten, dass Christen nicht krank zu sein brauchen. Es wird gesagt: „Wenn ihr nur genug Glauben hättet, könntet ihr alle geheilt werden. Das ist das volle Evangelium. Niemand braucht zu leiden.“</p>



<p>Was ist davon zu halten? Sind Krankheiten ein Übel, das es auszuhalten gilt? Was für eine Bedeutung haben Krankheiten im Leben eines Gläubigen?</p>



<p>Vor einigen Jahren sprach ich mit einem Glaubensbruder aus der charismatischen Bewegung<sup data-fn="be7f244b-5ab7-4694-be8b-92a187e1b11f" class="fn"><a id="be7f244b-5ab7-4694-be8b-92a187e1b11f-link" href="#be7f244b-5ab7-4694-be8b-92a187e1b11f">1</a></sup>, der sich als Ungläubiger mit HIV infiziert hatte. Er war davon überzeugt, dass die Krankheit bei ihm nicht ausbrechen würde. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Gott ihn leiden lassen würde. Hatte der gute Gott ihm nicht Segen verheißen? – Aber was passiert, wenn die Krankheit eines Tages doch ihren Tribut fordert? Wird er an Gott verzweifeln, weil Er seine Verheißungen nicht wahrzumachen scheint? Oder wird er an sich selbst verzweifeln, weil er angeblich nicht genug an die Verheißungen Gottes geglaubt hat? Eine ernste Glaubenskrise und ein emotionaler Absturz wären dann geradezu vorprogrammiert.</p>



<p>Das macht deutlich, wie wichtig es ist, klar und ausgewogen über das Thema Krankheit und Heilung zu denken. Wir wollen uns deshalb einige Argumente ansehen, die gebraucht werden, um zu „beweisen“, dass Gläubige nicht krank zu sein brauchen und jederzeit mit Heilung rechnen können.</p>



<p><strong>Hat Gott Heilung versprochen?</strong></p>



<p>Im Kontext der charismatischen Bewegung wird gesagt: Die Bibel enthält großartige Verheißungen, dass wir geheilt werden können. Stellen wie 2. Mose 15,26 oder 2. Mose 23,25 reden eine deutliche Sprache. In 5. Mose 7,15 steht: <em>„Der Herr wird jede Krankheit von dir abwenden.“</em> Siehe ferner Psalm 103,3; Jesaja 29,18 sowie Jesaja 35,4.5. Und Markus 11,24 sagt doch, dass der im Glauben Bittende alles empfängt – sind darin Heilungen nicht eingeschlossen?</p>



<p>Wenn wir die Schrift richtig auslegen wollen, müssen wir darauf achten, an wen ihre Aussagen unmittelbar gerichtet sind. Es ist wichtig zu fragen: Geht es in dieser Stelle um Israeliten, die unter Gesetz sind, oder geht es um Christen, die nicht unter Gesetz stehen (Röm 6,14)? Das muss man unterscheiden. Paulus schreibt: <em>„Wir wissen aber, dass alles, was das Gesetz sagt, es zu denen redet, die unter Gesetz sind“</em> (Röm 3,19).</p>



<p>Die angeführten Stellen aus den Büchern Mose richten sich direkt an Israeliten. Sie würden nicht krank werden, wenn sie Gottes Geboten gehorchten. Diese alttestamentliche Verheißung, die für das irdische Volk Gottes galt, dürfen wir nicht einfach auf Christen übertragen, denen himmlische Segnungen gehören (Eph 1,3)!</p>



<p>Wer die Zusage der Heilung für sich in Anspruch nehmen will, müsste konsequenterweise alles, was das Gesetz sagt, auf sich beziehen<sup data-fn="5efb6150-7631-495d-8b7e-b8e54c690198" class="fn"><a id="5efb6150-7631-495d-8b7e-b8e54c690198-link" href="#5efb6150-7631-495d-8b7e-b8e54c690198">2</a></sup>2. Zum Beispiel die Anweisungen über die tierischen Schlachtopfer, die in den Büchern Mose einen breiten Raum einnehmen, oder auch die schrecklichen Flüche (5Mos 28,15 ff.). Man tut dem Wort Gottes Gewalt an, wenn man sich aus dem Gesetz das herauspickt, was einem gefällt, und es als für Christen verbindlich erklärt. Dass wir das Alte Testament als von Gottes Geist inspiriert erachten und wertvolle Belehrungen daraus schöpfen, ist klar (2Tim 3,16; Röm 15,4), aber das ist etwas anderes, als Christen unter das Gesetz stellen zu wollen.</p>



<p>Die angeführten Stellen aus den Psalmen und Propheten weisen auf das tausendjährige Friedensreich hin, wenn Gott sein Volk Israel von Krankheit und Gebrechen befreien wird. Die „Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters“ (Hebr 6,5) werden sich unter ihnen entfalten, sodass Blinde sehend und auch andere wunderbare Dinge geschehen werden. Das hat aber nichts mit der gegenwärtigen Zeit zu tun, in der Gott sich aus allen Nationen ein Volk für seinen Namen sammelt, das darauf wartet, dem Herrn entgegengerückt zu werden.</p>



<p>Und die Worte aus Markus 11,24 sollen uns sicher nicht vermitteln, dass wir alles bekommen, was wir uns wünschen und in Worte des Gebets kleiden. Der Angelpunkt dieses Verses ist der Glaube. Der Glaube ist die geistliche Fähigkeit, Gottes Gedanken aufzunehmen. Wenn wir eine Verheißung für Heilung im Neuen Testament hätten, könnten wir sehr wohl freimütig und vertrauensvoll um Heilung bitten und würden erhört werden. Doch wir Christen haben keine Zusage, dass wir von allen Krankheiten befreit werden. Darum kann sich unser Glaube auch nicht darauf stützen.</p>



<p><strong>Hat Christus unsere Krankheiten am Kreuz getragen?</strong></p>



<p>Manchmal wird gesagt: Der Herr Jesus hat am Kreuz sowohl die Sünden der Gläubigen als auch ihre Krankheiten getragen. Wer an Jesus Christus und sein Werk glaubt, wird seine Krankheiten genauso wie seine Sünden los. Denn es steht geschrieben: <em>„Er [Jesus] hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen &#8230; doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden“</em> (Jes 53,4.5). </p>



<p>In diesen beiden Versen stehen das Tragen der Leiden und das Zerschlagenwerden um der Sünde willen in der Tat dicht beieinander. Doch das beweist nicht, dass beides am Kreuz auf Golgatha geschehen ist. Die Schrift lehrt etwas anderes. In Matthäus 8,16.17 lesen wir: <em>„Er [Jesus] trieb die Geister aus mit einem Wort, und er heilte alle Leidenden, damit erfüllt würde, was durch den Propheten geredet ist, der spricht: ‚Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten.&#8217;“</em> Das macht klar: Der Herr Jesus trug die Krankheiten und Leiden der Menschen, als Er sie in seinem Dienst auf der Erde heilte. Er heilte nicht einfach, indem Er in göttlicher Majestät ein Wunder vollbrachte, sondern Er machte sich innerlich eins mit dem Kranken – Er trug die Krankheiten und Leiden der Menschen auf seinem Herzen. So erfüllte sich Jesaja 53,4! Unsere Sünden aber trug Er in den drei Stunden der Finsternis am Kreuz, als Er um unserer Übertretungen willen verwundet und um unserer Missetaten willen zerschlagen wurde.</p>



<p>Jesaja 53,4 spricht also von seinem Dienst in seinem Volk und Jesaja 53,5 von seinem Werk am Kreuz. Das wird dadurch unterstrichen, dass Petrus in 1. Petrus 2,24, als er von dem Sühnungswerk Christi spricht, sich nur auf Vers 5 aus Jesaja 53 bezieht und nicht auf Vers 4.</p>



<p>Zu vermerken ist noch, dass in Jesaja 53 der zukünftige jüdische Überrest spricht, der bewundernd und mit Buße auf den Dienst des Herrn Jesus unter seinem irdischen Volk zurückblicken wird. Es geht also in Jesaja 53 nicht direkt darum, dass der Herr die Krankheiten und Schmerzen von Christen getragen hat. Dennoch dürfen wir, wenn wir krank sind, natürlich mit dem besonderen Mitleid des Herrn rechnen. Er war zwar selbst nicht krank, hat aber Schmerzen gehabt und hat die Krankheiten der Menschen getragen, die Er geheilt hat, und Er weiß aus Erfahrung, was Leiden sind.</p>



<p>Halten wir fest: Christus hat unsere Sünden am Kreuz getragen. Wer an sein Werk glaubt, darf sich der Vergebung gewiss sein (Hebr 10,17.18). Christus hat aber nicht unsere Krankheiten am Kreuz getragen.</p>



<p><strong>Kommt jede Krankheit vom Teufel?</strong></p>



<p>Manche behaupten: Jede Krankheit kommt vom Teufel. Christus ist gekommen, um die Werke des Teufels zu vernichten (1Joh 3,8), darum muss kein Christ krank sein.</p>



<p>Diese Rechnung geht nicht auf. Denn erstens sagt 1. Johannes 3,8 nicht, dass die Werke des Teufels heute schon alle vernichtet sind. Das wird erst dann so sein, wenn es einen neuen Himmel und eine neue Erde gibt, in denen alles in Überstimmung mit Gott sein wird.</p>



<p>Zweitens können Krankheiten nicht einfach dem Teufel zugeschrieben werden, auch wenn es wahr ist, dass er im Garten Eden die Menschen zur Sünde verleitet hat und infolgedessen Schmerz, Tod und Krankheit in die Welt gekommen sind (1Mo 3). Der Grund dafür, dass es Krankheiten überhaupt gibt, liegt also in dem Sündenfall, der die gesamte Schöpfung in Mitleidenschaft gezogen hat (vgl. Röm 8,22.23).</p>



<p>Aber es ist dem Teufel nicht gegeben, die Menschen nach Belieben mit Krankheiten zu schlagen. Die Schrift zeigt nur wenige Fälle, wo der Teufel Menschen – und auch nur dann, wenn Gott es zuließ – krank gemacht hat. Wir denken an Hiob, der von Satan mit Geschwüren gepeinigt wurde (Hiob 2,4-7). Auch der dämonisch besessene Mann, der nicht hören und reden konnte, ist ein vergleichbarer Fall (Mk 9,25). Aber so etwas darf nicht verallgemeinert werden. Zacharias zum Beispiel konnte eine Zeit lang nicht sprechen, weil Gott ihn für seinen Unglauben züchtigte (Lk 1,20.64). </p>



<p>Viele Bibelstellen zeigen, dass Gott Krankheiten sendet: Er schlug die Ägypter mit Geschwüren (2Mo 9,9) und die Asdoditer mit Beulen (1Sam 5,6); Er ließ einen Sohn Davids todkrank werden (2Sam 12,15); Er sandte Joram eine schwere Krankheit der inneren Organe (2Chr 21,15) und strafte Ussija mit Aussatz (2Chr 26,20).</p>



<p>Wenn Gott Krankheiten sendet, wie kann man dann behaupten, jede Krankheit komme vom Teufel und kein Gläubiger brauche krank zu sein? Und selbst wenn bei einer Krankheit der Teufel seine Hand im Spiel hat (was wir aber in der Regel gar nicht wissen), lernen wir gerade bei Hiob, wie man sich in dieser Situation verhalten soll: Er nahm alles Leid aus Gottes Hand an und vertraute Ihm (vgl. Hiob 1,21; 2,10).</p>



<p><strong>Schickt der gute Gott böse Krankheiten?</strong></p>



<p>Es wird gesagt: Kinder Gottes brauchen nicht krank zu sein, weil der gute Gott ihnen nur Gutes gibt. Wir, die wir böse sind, geben unseren Kindern gute Gaben und halten Übel von ihnen fern (vgl. Mt 7,11). Sollte Gott etwa weniger gütig sein?</p>



<p>Das mag auf den ersten Blick plausibel klingen, ist aber ganz verkehrt. Wenn Gott auch <em>„nicht von Herzen Menschen plagt und betrübt“</em> (Klgl 3,33), so tut Er es manchmal doch. Eltern, die ihre Kinder erziehen, geben ihnen ja auch nicht alles, was die Kinder schön und angenehm finden. Gottes Handeln zielt nicht darauf ab, dass seine Kinder ein möglichst bequemes und einfaches Leben haben. Er hat mehr als ihr körperliches Wohlergehen im Auge (obwohl Er auch das oft schenkt).</p>



<p>Wir dürfen wissen: Gott will durch Krankheit viel Gutes in unserem Leben bewirken. Er will erreichen, dass wir</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>seinen Sohn mehr verherrlichen (Joh 11,4),</li>



<li>uns selbst und Ihn besser kennenlernen (Hiob 42,5.6),</li>



<li>mehr ausharren (Jak 1,2-4),</li>



<li>geheiligter leben (Hebr 12,4-17),</li>



<li>abhängiger vom Herrn werden (2Kor 12,710),</li>



<li>uns im Glauben bewähren (1Pet 1,6.7),</li>



<li>unsere Hoffnung auf Ihn richten (Röm 5,1-5),</li>



<li>Buße tun und somit nicht mit der Welt verurteilt werden (1Kor 11,29-32),</li>



<li>fähig werden, andere zu trösten (2Kor 1,3-4),</li>



<li>uns mit ewigen Dingen beschäftigen (vgl. 2Kor 4,17).</li>
</ul>



<p><strong>Christen können krank sein</strong></p>



<p>Natürlich werden Christen krank. Das kann man an sich selbst und um sich her erleben. Das ist so, weil unser Körper – im Gegensatz zu unserem inneren Menschen – noch nicht erlöst ist (Röm 3,24; 8,23). Die Erlösung des Leibes wird geschehen, wenn der Herr Jesus wiederkommen wird, <em>„der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit“</em> (Phil 3,21). Dann werden wir nicht mehr einen schwachen, natürlichen Leib haben, sondern einen geistigen Leib, der von Krankheit und Tod nicht angetastet werden kann (1Kor 15,43.53-54).</p>



<p>Jetzt aber „seufzen“ wir noch in der „Hütte des Leibes“, die zerfällt und schließlich zerstört wird (2Kor 5,1-4). Krankheiten, Alterserscheinungen und Tod betreffen jeden Menschen auf dieser Erde. Christen bilden keine Ausnahme. Sie altern, sie sterben – und sie werden auch krank. Und das nicht deshalb, weil sie nicht genug Glauben haben, sondern weil ihr Körper noch nicht erlöst, sondern Teil der gefallenen Schöpfung ist.</p>



<p>Die Schrift spricht von vielen Gläubigen, die krank waren, ohne dass Gottes Wort ihnen irgendwie konkrete Sünden oder mangelnden Glauben anlasten würde. Hier einige Beispiele:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Paulus (2Kor 12,7.8)</li>



<li>Epaphroditus (Phil 2,27)</li>



<li>Trophimus (2Tim 4,20)</li>



<li>Timotheus (1Tim 5,23)</li>



<li>Dorkas (Apg 9,37)</li>



<li>Lazarus (Joh 11,1-3)</li>
</ul>



<p>Auch heute gibt es viele treue Gläubige, die krank sind. Manche plagen sich ein Leben lang mit bestimmten Gebrechen. Andere werden nach einer gewissen Zeit wieder gesund, manchmal vielleicht sogar auf eine besondere Art und Weise, durch ein Wunder Gottes. Doch die Erfahrung bestätigt, dass Christen nicht damit rechnen können, dass sie immer gesund bleiben oder wieder geheilt werden.</p>



<p><strong>Was tun bei Krankheit?</strong></p>



<p>Was machen Christen, wenn sie krank sind? Sie suchen die Nähe Gottes und vertrauen darauf, dass ihnen <em>„alle Dinge zum Guten mitwirken“</em> (Röm 8,28). Sie scheuen sich nicht, um Genesung zu beten, aber sie tun es im Bewusstsein, dass nicht ihr Wille, sondern der Wille Gottes geschehen soll. Ärztliche Hilfe und Medizin nehmen sie dankbar in Anspruch (vgl. Mt 9,12; Kol 4,14). In biblischen Zeiten leisteten Balsam (Jer 46,11), Feigenkuchen (Jes 38,21), Öl (Lk 10,34; Jak 5,14) und Wein (1Tim 5,23) gute Dienste; heute gibt es andere Medikamente und Heilverfahren, zu denen Ärzte raten. Wenn wir auch diesen Rat befolgen, so setzen wir unser Vertrauen doch nicht auf Menschen, wie Asa es getan hatte (2Chr 16,12). Wir möchten vielmehr Gott vertrauen, der die Bemühungen der Ärzte segnen muss, wenn wir gesund werden sollen. Was auch geschieht: Wir möchten uns in jeder Situation an der Gnade des Herrn genügen lassen (2Kor 12,9).</p>



<p></p>



<p><strong>Fußnoten</strong></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="be7f244b-5ab7-4694-be8b-92a187e1b11f">Vor ungefähr 60 Jahren entstand die charismatische Bewegung, als das Gedankengut der Pfingstkirchen in viele christliche Kreise hineingetragen wurde. In dieser Bewegung spielen zwei Gnadengaben (griech. charisma) eine große Rolle: das Reden in Sprachen und die Wunderheilungen. <a href="#be7f244b-5ab7-4694-be8b-92a187e1b11f-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="5efb6150-7631-495d-8b7e-b8e54c690198">Auch wenn Israel Heilung versprochen war, so werden in 2000 Jahre ihrer Geschichte nicht einmal zwei Dutzend konkrete Krankenheilungen berichtet. Der Herr Jesus sagt ausdrücklich, dass es viele Aussätzige zur Zeit Elisas (!) gab, aber dass nur Naaman der Syrer geheilt wurde (Lk 4). Und Elisa selbst, der viele Wunder gewirkt hat, ist selbst krank geworden und gestorben. <a href="#5efb6150-7631-495d-8b7e-b8e54c690198-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2024/werden-christen-nicht-mehr-krank/">Werden Christen nicht mehr krank?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich werde meine Gemeinde bauen …</title>
		<link>https://kfg.org/2023/ich-werde-meine-gemeinde-bauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Richard Haverkamp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Oct 2023 15:35:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre / Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde-Gründung, -Bau und -Wachstum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18185</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dies war der erste Artikel in der KfG-Zeitschrift Nr. 1. Grundlage war ein Vortrag, der am 18.11.1984 auf der 2. "Konferenz für Gemeindegründung" von Richard Haverkamp gehalten und von Rainer Ehmann übersetzt wurde. Der Vortrag wurde vom Schriftleiter [Ernst Maier] überarbeitet, wobei der Vortragsstil weitgehend beibehalten wurde.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Einer meiner Lieblingstexte ist Römer 1,16, wo Paulus sagt: „<em>Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist die Macht Gottes zur Rettung!</em>“ Dieses Buch funktioniert wirklich. Sie fragen, wie geschieht das in Belgien, wie machen Sie es, dass all diese Leute gerettet werden? Es ist gar nicht so schwierig. Es ist das Wort Gottes! Sie erinnern sich an Martin Luther. Luther hat gesagt: „Ich habe überhaupt nichts getan, als das Wort Gottes verkündigt.“</p>



<p>Was wir in Westeuropa wirklich brauchen, ist eine neue Reformation! Und die kann nur kommen, wenn wir zur Bibel zurückgehen! Es ist mein Anliegen, dass die Bibel in jede Familie in Belgien kommt, und dass jeder Belgier die Bibel liest.</p>



<p>Unser Thema heißt „Gemeindebau.“ Ich habe es in drei Teile eingeteilt. Erstens: „Was ist unser Ziel?“ Zweitens: „Was ist unsere Strategie (unser Plan, um dieses Ziel zu erreichen)?“ Und drittens: „Was sind unsere Hilfsmittel?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist unser Ziel?</h2>



<p>Gott ist im Baugeschäft. Gott gab Mose Anweisungen zum Bau der Stiftshütte. Im verheißenen Land haben David und Salomo im Auftrag Gottes den Tempel gebaut. lm Neuen Testament sagt Jesus: „<em>Ich werde meine Gemeinde bauen!</em>“ In Apostelgeschichte 2 sehen wir den Anfang davon. Auch Petrus und Paulus reden davon. Petrus sagt in 1. Petrus 2: „<em>Lasst euch zu lebendigen Steinen gebrauchen zu einem geistlichen Haus.</em>“</p>



<p>Paulus schrieb den Korinthern: „<em>Wisset ihr denn nicht, dass ihr der Tempel des lebendigen Gottes seid?</em>“ Den Ephesern schrieb er, dass die Apostel und Propheten die Grundsteine des neuen Gebäudes sind.</p>



<p>Mein ganzes Leben gründet sich auf diesen Vers in Matthäus 16,18. Die Katholiken sagen, dass dies der wichtigste Vers in der Bibel ist. Ich stimme ihnen zu. Wo wir mit den Katholiken nicht ganz übereinstimmen, ist, wo man die Betonung hinsetzt. Sie betonen den ersten Teil: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen &#8230;.“ Ich betone den zweiten Teil: „Ich werde meine Gemeinde bauen und die Tore der Hölle werden nicht dagegen ankommen.“ Das ist mein Lebensvers. Auf diese Wahrheit stelle ich mich. Liebe Brüder und Schwestern, ich glaube, dass der Kampf des Gemeindebaus hier gewonnen wird.</p>



<p>Bevor wir ins Detail des Gemeindebaus gehen, möchte ich Zeit nehmen, um hier ein wirklich gutes Fundament zu legen auf das wir dann bauen können. Alles andere worüber wir reden werden, wird darauf aufbauen. Sie müssen sich diese Worte ganz tief in ihr Herz einprägen. Sie müssen immer wieder auf diese Worte zurückkommen. Das wird sie durchbringen, und in Westeuropa werden sie es brauchen. Ich nenne diese Aussage Jesu: „Die sieben große Worte von Christus,“ und ich möchte eines nach dem anderen besprechen.</p>



<p><strong><em>Der Baumeister</em></strong></p>



<p>Der Baumeister ist Jesus Christus. Mit anderen Worten: Gemeindebau ist nicht meine Aufgabe. Gemeindebau ist die Aufgabe Jesu. Ich baue keine Gemeinden in Belgien. Ich predige und lehre das Wort Gottes. Das ist alles. Und wenn ich das tue, ändert Gott die Menschen. Gott weckt die Toten auf. Gott wirkt das Wunder der Wiedergeburt. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „<em>Alle Macht ist mir gegeben worden im Himmel und auf Erden. Ihr geht, und ich werde mit euch sein!</em>“ Derselbe Jesus sagte: „<em>ICH werde meine Gemeinde bauen!</em>“ Wir müssen das wirklich in unser Herz einprägen. Ich habe mir das in mein Herz und in meine Gedanken eingeprägt. Jesus sagt: „Richard, du gehst nach Belgien, und ich werde meine Gemeinde bauen.“</p>



<p><strong><em>Die Gewissheit</em></strong></p>



<p>Die Betonung liegt nun auf <strong><em>„werde“</em></strong>. Jesus sagt nicht: „Ich werde mal versuchen, möglicherweise werde ich, wenn ihr mitmacht.“ Er sagt: „<em>Ich werde.</em>“ Wenn Gott sagt: „Ich werde,“ dann meint er es auch so!</p>



<p><strong><em>Der Besitzer</em></strong></p>



<p>Jesus sagte: „<em>Ich werde <strong>meine </strong>Gemeinde bauen!</em>“ Dies hat eine zweifache Bedeutung. Er sagt erstens: „Das ist meine Gemeinde, lasst ihr eure Finger davon! Ihr habt überhaupt nichts, worauf oder worüber ihr stolz sein könntet, es ist meine Gemeinde, sie ist mein Besitz.“</p>



<p>Zum Zweiten sagte Jesus, dass die Gemeinde und der Bau der Gemeinde seine Verantwortung ist. Wenn irgendetwas schiefläuft, dann gehe ich zurück zu IHM. In einer Stadt in Belgien, in der ich gearbeitet habe, gibt es heute eine Gemeinde mit etwa 65 Geschwistern. Aber vor etwa fünf Jahren waren da nur fünf Leute übriggeblieben. Es gab einige Probleme und die Sache ging wirklich rückwärts. Verschiedene Leute sagten zu mir: „Richard, warum hörst du an diesem Ort nicht einfach auf? Es ist da so schwierig. Du verschwendest deine Zeit. 15 km weiter in der nächsten Stadt gibt es eine evangelikale Gemeinde. Die Leute können ja dahin gehen?“ Und ich habe wirklich ernsthaft darüber nachgedacht. Aber ich hatte Matthäus 16 in meinen Gedanken, und eines Tages ging ich auf meine Knie und betete: „Nun, Herr Jesus, du musst dich an Matthäus 16,18 erinnern. Du hast gesagt: <em>Ich werde meine Gemeinde bauen, und die Tore der Hölle werden sie nicht überwältigen.</em> Die Tore der Hölle überwältigen dich im Augenblick. Willst du das zulassen? Es ist deine Gemeinde. Es ist deine Arbeit. Dein Name ist in Gefahr. Willst du das zulassen?“ Und heute gibt es dort eine Gemeinde mit 65 bis 70 Leuten.</p>



<p>Ich erinnere mich, vor vier Jahren hatte ich eine Konferenz in Frankreich. Zwei Tage bevor ich zu dieser Konferenz ging, geschah es, dass in einer neuen Gemeinde, die erst ein halbes Jahr alt war, zwei der führenden Männer sich gegen mich wandten. Es gab wirklich tiefe Probleme und ich musste zu einer Konferenz gehen. Ich erinnere mich, wie ich von Paris nach Lyon fuhr. Auf dem ganzen Weg betete ich: „Herr Jesus, es ist deine Gemeinde. Es ist dein Problem. Ich gehe jetzt zu dieser Konferenz.“ Das ganze Problem löste sich und heute ist dort eine Gemeinde mit 65 Erwachsenen plus Kinder.</p>



<p><strong><em>Das Bauwerk</em></strong></p>



<p>Der Herr Jesus baut seine <strong><em>Gemeinde</em></strong>. Es heißt nicht, dass er einzelne Leute aufbaut. In unserer heutigen Zeit wird viel zu viel Betonung auf den Einzelnen gelegt. Verschiedene christliche Organisationen arbeiten mit Einzelnen. Sie sehen wie Einzelne sich bekehren und sie machen Nacharbeit oder Jüngerschaftsschulung mit diesen Einzelnen. Jesus hat nicht gesagt, dass wir Entscheidungen treffen sollen. Er sagte, wir sollen Jünger machen, und ich glaube, dass kein Christ ein wirklicher Jünger sein kann, ohne dass er zu einer örtlichen Gemeinde gehört. Erinnern sie sich an Epheser 5, wo Paulus über die Ehe spricht und sagt: „<em>Christus liebt die Gemeinde, er reinigt die Gemeinde, er präsentiert die Gemeinde vor dem Vater.</em>“ Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Gemeinde aus einzelnen Leuten besteht. Aber die einzelnen Leute müssen eine Gemeinde bilden.</p>



<p><strong><em>Die Bauarbeit</em></strong></p>



<p>Gemeindearbeit ist Bauarbeit. Um ein Haus zu <strong><em>bauen </em></strong>braucht man mindestens vier wichtige Dinge. Erstens benötigt man ein <em>Fundament</em>. Dies ist das Wort Gottes. Zweitens benötigt man <em>Steine</em>, um auf dieses Fundament zu bauen. Das sind die einzelnen Gläubigen. Drittens benötigt man <em>Balken</em>, um das Ganze zusammenzuhalten. Das sind die Ältesten.</p>



<p>Man braucht noch ein Viertes. Man kann die Steine nicht lose aufeinanderlegen, sonst würde das Gebäude in sich zusammenfallen. Die Steine werden mit <em>Zement </em>zusammengeklebt. Der Zement ist die von Gott gegebene Liebe. Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen. Diese Liebe hält die Steine zusammen.</p>



<p><em><strong>Der Widerstand</strong></em></p>



<p>Der Herr Jesus redet von den Toren der Hölle, die die Gemeinde nicht überwältigen werden. Von wem redet Jesus da? Er redet von Satan und allen seinen Dämonen. Ich möchte euch etwas sagen. Ich bin nach Frankreich gegangen, und die Leute kamen zu mir und sagten: „Richard, du kennst Frankreich nicht. Du hast in Frankreich noch nicht gearbeitet. Frankreich ist das härteste Land der Welt.“</p>



<p>Ich war in London (Kanada). London ist eine große Stadt, und die Leute sind dort zu mir gekommen und sagten: „Richard, du kennst London nicht. London ist die schwierigste Stadt.“</p>



<p>Ich war in anderen Städten und in anderen Ländern, und die Leute sagten: „Dies ist der härteste Platz der Welt.“ Überall wo ich hingehe, da wird irgendjemand zu mir kommen und sagen: „Richard, dies ist der härteste Platz der Welt.“ Als ich nach Belgien ging, sagte ich auch: „Dies ist der härteste Platz der Welt.“</p>



<p>Warum sehen wir den Tatsachen nicht einfach ins Auge? Die ganze Welt ist hart! Die ganze Welt ist Satans Gebiet. Aber vergessen sie nicht, dass Jesus gesagt hat: „<em>Ich werde meine Gemeinde bauen!</em>“ Wir müssen die Gemeinde nicht bauen. Das ist viel zu schwierig. lm Himmel kann jeder eine Gemeinde bauen, aber es gibt nur Einen, der eine Gemeinde auf der Erde aufbauen kann, das ist Jesus Christus, und er hat gesagt: „Ich will es tun, und die Tore der Hölle werden die Gemeinde nicht überwältigen.“</p>



<p><strong><em>Der Sieg</em></strong></p>



<p>Die Tore der Hölle werden die Gemeinde nicht überwältigen. Dies heißt nicht, dass sie es nicht versuchen werden. In Belgien ist es zurzeit so: Je mehr die Christen dort mit dem Herrn gehen, je mehr sie sich vom Herrn gebrauchen lassen, desto intensiver werden die Angriffe des Feindes. Ich könnte ein dickes Buch darüber schreiben. Die Tore der Hölle sitzen nicht still! Sie werden uns körperlich angreifen. Sie werden uns geistig angreifen. Sie werden uns geistlich angreifen. Sie werden meine Frau und meine Ehe angreifen. Sie werden meine Kinder angreifen. Satan wird ihre Mitarbeiter angreifen. Er wird ihre Arbeit angreifen. Er wird alles angreifen.</p>



<p>Die Tore der Hölle werden nicht still sitzen. Aber preist den Herrn, sie werden uns nicht überwältigen. Während der letzten 13 Jahre habe ich das gelernt. Ich habe verschiedene Zeiten erlebt, wo ich auf die Knie ging und betete: „Herr, du tust jetzt besser etwas.“ Und immer wieder hat die Gemeinde überlebt. Wir haben jetzt mehr als 20 Gemeinden. Die Kleinste hat 25 Gläubige, die Größte hat über 100. Durchschnittlich hat eine Gemeinde etwa 50 Gläubige.</p>



<p>Wir haben keine ausgebildeten Pastoren. Wir haben keine ausgebildeten, hauptamtlichen Mitarbeiter, und trotzdem haben wir keine falsche Lehre, die hereinkommt. Wir hatten keine Gemeindespaltung innerhalb der letzten 13 Jahre. Das ist erstaunlich.</p>



<p>Wir haben Männer, die Bibelstunden halten, die nie eine Bibelschule gesehen haben. Wir haben jeden Sonntagmorgen offene Versammlungen. Jeder kann aufstehen und reden. Und das tun die Brüder auch. Wir haben kein Problem mit falscher Lehre. Wir müssen es lernen, uns auf dieses Wort des Herrn Jesus Christus zu stützen.</p>



<p>Unser Ziel ist eine lebendige, aktive, unabhängige Gemeinde. Natürlich wollen wir, dass Leute gerettet werden, und wir wollen sie getauft sehen. Und wir wollen Jünger sehen. Aber das Ziel ist: lebendige, aktive, unabhängige Gemeinde! Das ist biblisch. Das ist Neues Testament. Das ist es, was wir brauchen.</p>



<p>Übrigens, ist ihnen aufgefallen, dass Jesus ein Ziel hat? Viele Menschen leben heute ohne Ziel in ihrem Leben. Sie leben eben. lm Englischen gibt es ein schönes Sprichwort: „Wenn du auf nichts zielst, dann triffst du garantiert.“ Und viele Christen leben so. Viele christliche Arbeiter leben so. Kein Ziel.</p>



<p>Jesus hatte ein Ziel vor sich. Wenn ich sie frage, was war Christi Ziel, bin ich sicher, dass einige von ihnen sagen würden: „Er kam, um für uns zu sterben.“ Es tut mir leid, aber das stimmt nicht! Sein Ziel war nicht zu sterben, sein Ziel finden wir hier: „<em>meine Gemeinde bauen!</em>“ Er wusste, dass er sterben müsste, um dies möglich zu machen, aber sein Ziel, war, eine Gemeinde zu bauen. Das Ziel war, Menschen aus dieser von Satan beherrschten Welt zu sammeln, um etwas Neues anzufangen. Wenn dies das Ziel Christi ist, sollten wir nicht dasselbe Ziel haben?</p>



<p>Übrigens, Christus hat nicht gesagt: „Ich werde die ganze Welt evangelisieren.“ Das war nicht sein Ziel. Er hat nicht gesagt: „Ich werde ein Traktat in jeden Briefkasten stecken.“ Das war nicht sein Ziel. Er hat nicht gesagt: „Ich werde mein Reich auf diese Welt herunterbringen.“ Das wird geschehen, aber nicht jetzt. Er hat nicht gesagt: „Ich werde viele Radiosendungen haben.“ Verstehen sie mich bitte nicht falsch. Es ist überhaupt nichts Falsches, Traktate zu verteilen, oder Radiosendungen zu produzieren und auszustrahlen, aber sie sind nicht das Ziel. Das Ziel ist: Seine Gemeinde gebaut zu sehen.</p>



<p>Ich habe viele Missionsrundbriefe gelesen, die sagen, wir haben mit so und so vielen Leuten Kontakt. Das ist wunderbar, aber das Ziel sind nicht Kontakte. Manchmal wundere ich mich, was mit all diesen Kontakten geschieht. Ich möchte nicht mehr als 20 Kontakte, und ich möchte so schnell wie möglich mit diesen in Verbindung sein. Ich möchte sie aussuchen und sortieren, bis ich etwa ein oder zwei übrighabe, denen es wirklich ernst ist. Das Ziel ist, dass wir lebendige, unabhängige und aktive Gemeinden haben. Je schneller, desto besser.</p>



<p>Die größte Not die wir haben ist die, dass wir zurückgehen müssen zum Wort Gottes. Wir müssen es so wörtlich nehmen wie möglich. Wir sagen den Menschen in Belgien immer wieder: „Wir müssen uns an das Wort Gottes halten. Wenn ihr uns Dinge zeigen könnt, die nicht im Neuen Testament sind, dann sagt es uns und dann werden wir damit aufhören. Oder wenn es Dinge gibt im Neuen Testament, die wir nicht tun, dann zeigt sie uns und wir werden sie tun.“</p>



<p>Es ist erstaunlich, was wir in Belgien erleben. Wir sehen in Belgien eine kleine Reformation. Wir sehen, wie sich mindestens 200 Katholiken im Jahr bekehren, und wir führen niemand zu Jesus. Wir beten nie mit den Leuten. Wir sagen nie zu ihnen: „Würdest du jetzt gern Christus aufnehmen?“ Wir lehren sie das Wort Gottes, Woche um Woche. Und sie werden gerettet. Mein erstes Ziel ist nicht, die Menschen gerettet zu bekommen, mein erstes Ziel ist es, sie mit der Bibel zu konfrontieren. Und wenn ich sie für die Bibel interessieren kann, und wenn ich sie dazu bringen kann, dass sie dieses Buch lesen, dann wird der Herr den Rest tun.</p>



<p>Genau das ist während der Zeit der Reformation geschehen. Jede Erweckung in der Geschichte der christlichen Gemeinden war immer das Resultat der Rückkehr zum Wort Gottes.</p>
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