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	<title>Praktisches Christenleben &#8211; KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</title>
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	<description>Konferenz für Gemeindegründung e.V.</description>
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	<item>
		<title>Das Profil eines Gläubigen, Jüngers, Arbeiters und Leiters</title>
		<link>https://kfg.org/2025/das-profil-eines-glaeubigen-juengers-arbeiters-und-leiters/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LeRoy Eims]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 21:50:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre / Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindepraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vier Profile beschreiben den geistlichen Weg vom Gläubigen bis zum Leiter: Der Gläubige erlebt neues Leben und liebt Jesus. Der wachsende Jünger lebt hingebungsvoll, meidet Sünde, folgt Gottes Wort und bekennt sich zu Christus. Der Arbeiter führt andere zu Jesus und begleitet sie im Glauben. Der Leiter schließlich formt Jünger zu Arbeitern, führt Teams und lebt in Treue und Verantwortung.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dieser Anhang enthält die Profile jeder einzelnen, der genannten Entwicklungsphasen. Die Profile können als Checkliste dienen, um zu prüfen, wie man im jeweiligen Stadium vorankommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Profil eines Gläubigen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er hat die Anzeichen eines neuen Lebens (2Kor 5,17).</li>



<li>Er liebt Jesus.</li>



<li>Er verabscheut Sünde.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">2. Profil eines wachsenden Jüngers</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist ein Nachfolger Jesu Christi, und der Herr steht für ihn in den wichtigsten Lebensbereichen an erster Stelle. Er unternimmt Schritte, um sich von Sünde fernzuhalten (Lk 9,23; Röm 12,1-2).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er hält am Wort Gottes fest, indem er es sich durch Bibelstudium oder das Auswendiglernen der Schrift einverleibt. Mithilfe des Heiligen Geistes wendet er das Wort Gottes beständig in seinem Leben an (s. Joh 8,31; Jak 1,22-25; Ps 119,59).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er lebt ein Leben in beständiger Hingabe und wächst im Glauben und in der Fürbitte für andere (Mk 1,35; Hebr 11,6; Kol 4,2-4).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er besucht regelmäßig die Gemeindezusammenkünfte und lebt die Liebe Christi aus, indem er sich mit anderen Gläubigen identifiziert und ihnen dient (s. Ps 122,1; Hebr 10,25; Joh 13,34-35; 1Joh 4,20-21; Gal 5,13).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>In seinem Umfeld und an seinem Arbeitsplatz ist er für sein Bekenntnis zu Jesus Christus bekannt, hat ein Anliegen für das Zeugnisgeben, erzählt freimütig seine Bekehrungsgeschichte und gibt mit wachsender Wirksamkeit das Evangelium weiter (Mt 5,16; Kol 4,6; 1Petr 3,15).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist offen, lernbereit und lehrfähig (Apg 17,11).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er folgt sichtbar Jesus Christus nach und lernt von ihm, und er zeigt in all den oben genannten Punkten Beständigkeit und Treue (Lk 16,10).</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">3. Profil eines Arbeiters</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er wächst weiter in den Fähigkeiten und Eigenschaften, die unter dem Profil eines wachsenden Jüngers beschrieben sind (1Petr 3,18).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er hat ein starkes Anliegen für die Verlorenen, und hat die offensichtliche Fähigkeit, Menschen zu Christus zu führen (Mt 9,36-38; Röm 1,6).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gott gebraucht ihn, um Neubekehrte und Jünger durch persönliche Beziehungen oder in einem Jüngerschaftsteam zu festigen (Kol 1,28-29).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist auch gegenwärtig damit beschäftigt, Menschen zu Jüngern zu machen (Mt 28,19).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Regelmäßiges Bibelstudium in allen Variationen und die Stille Zeit sind in seinem Leben feste Gewohnheiten geworden (Phil 4,9).</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">4. Profil eines Leiters</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ist ein fähiger Arbeiter, der in den Fähigkeiten und Eigenschaften unter dem Profil eines Arbeiters noch weiterwächst.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gott hat ihn gebraucht, um andere Jünger zu Arbeitern zu machen (2Tim 2,2).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er bringt Arbeiter zusammen und leitet sie darin an, wie man den Verlorenen das Evangelium bringt und Gläubigen hilft, fest zu werden (Mk 1,38).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Treue und Aufrichtigkeit sind die Kennzeichen seines Lebens und Dienstes (2Tim 2,19-21).</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="680" height="427" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze.png" alt="" class="wp-image-18445" srcset="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze.png 680w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze-300x188.png 300w, https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/163-Profil-Glaeugiber-Juenger-Arbeiter-Leister-Skizze-500x314.png 500w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Prozess vom Jünger zum Arbeiter</title>
		<link>https://kfg.org/2025/der-prozess-vom-juenger-zum-arbeiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LeRoy Eims]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 22:10:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jesu Auftrag lautete und lautet, Menschen zu Jüngern zu machen (Mt 28,19) – und sie nicht nur zur Bekehrung zu führen. Wer diesem Ruf folgen will, muss bereit sein, Gläubige auf ihrem Weg zu begleiten, bis sie selbst reife und fruchtbare Nachfolger werden, die wiederum andere zu Jüngern machen. Erst dann ist der nächste Schritt erreicht: die Bereitschaft, als Arbeiter im Reich Gottes zu dienen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Mit freundlicher Genehmigung des Betanien-Verlags drucken wir hier einige Auszüge aus „Die verlorene Kunst des Jüngermachens“ von LeRoy Eims, 3. Auflage 2023, ab. Die Redaktion</em></p>



<p>Der Befehl Jesu lautete, Menschen zu Jüngern zu machen (Mt 28,19). Das ist ein bedeutender Schritt weiter als die bloße Ermahnung, selber Jünger zu werden. Wenn wir gemäß Gottes wunderbaren Plan handeln wollen, müssen wir Menschen helfen, zu Jüngern zu werden. Das zu unterlassen bedeutet, die Genialität des Auftrags Jesu nicht begriffen zu haben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik2.jpg"><img decoding="async" width="95" height="225" src="https://kfg.org/wp-content/uploads/2025/09/grafik2.jpg" alt="" class="wp-image-18453"/></a></figure>



<p>Ich möchte fragen: „Wenn du jemanden zu Christus geführt hast, bist du dann glücklich?“ – Natürlich. Du bist begeistert, wie alle anderen unmittelbar Betroffenen – die Person selbst und Gottes Engel im Himmel. Doch bist du zufrieden? – Nein, du solltest nicht zufrieden sein. Jesus befahl uns mehr, als nur Menschen zur Bekehrung zu führen. Er trug uns auf, Jünger zu machen. Darum musst du an demjenigen, den du zu Christus geführt hast, „dranbleiben“ und ihm helfen zu wachsen, bis er selber zu denen gehört, die eifrig und effektiv an der Sache des Herrn arbeiten. Dann wird man ihn als einen reifen, hingegebenen, fruchtbaren Nachfolger Jesu Christi sehen.</p>



<p>Freust du dich nun, dass der Gläubige ein Jünger geworden ist? – Natürlich. Doch bist du zufrieden? – Nein, solange er nicht selber, dauerhaft und ernstlich daran interessiert ist, anderen zu helfen, ebenso zu Jüngern zu werden. Erst dann ist er bereit zum nächsten Schritt in dem Prozess, wie Gott ihn in seinem Reich einsetzen kann: Er ist bereit, ein Arbeiter zu werden.</p>



<p>Doch es gibt auch solche, die nie dieses Stadium erreichen. Sie sind echte Jünger Jesu Christi. Sie bekennen sich öffentlich zum Herrn. Sie leben in Gemeinschaft mit ihm durch das Lesen im Wort und das Gebet. Die Früchte des Geistes werden an ihnen sichtbar (Gal 5,22-23), und sie leisten ihren einzigartigen Beitrag am Leib Christi. Sie unterrichten in der Sonntagschule. Sie bringen sich in verschiedenen Gremien und Gruppen ein. Sie bereichern diese nicht allein durch ihr Wissen über und ihr Engagement, sondern durch ihr gottesfürchtiges Leben und ihren geistlichen Tiefgang. Doch anscheinend fehlt ihnen die Gabe und Berufung, persönlich und aktiv mit anderen zu arbeiten, um sie zu Jüngern zu machen. Es wäre falsch zu versuchen, sie weiter in diese Richtung zu drängen. Sind sie Jünger? Ja! Sind sie Arbeiter, die selbst andere zu Jüngern machen? Nein! Es kann schlimmer Schaden angerichtet werden, wenn übereifrige Lehrmeister versuchen, Leute zu weit zu drängen und sie jenseits ihrer Begabung und Berufung durch Gott zu führen.</p>



<p>Aus der Schrift sehen wir, dass die Sache Jesu ein großes Spektrum verschiedenartiger Mitarbeiter umfasst. Worauf wir in diesem Kapitel und in den nächsten beiden abzielen, hat mit besonderen Arbeitern zu tun. Als Jesus feststellte, dass es nur wenige Arbeiter gibt (Mt 9,37), sprach er von solchen Arbeitern, die direkt an der Ernte beteiligt sind. Von diesen Erntearbeitern sprach Jesus, als er sagte, dass es <em>wenige </em>Arbeiter gibt. Im Reich Gottes sind das die Arbeiter, die direkt in diesem besonderen Dienst stehen, Seelen für Jesus Christus zu ernten, und diesen zu helfen, ebenso in der Ernte mitzuarbeiten. Das soll weder die Arbeit der anderen Jünger Jesu abwerten, noch sie zu Bürgern zweiter Klasse erniedrigen. Auch</p>



<p>die Finanzen der Gemeinde müssen ordentlich verwaltet werden. In der Sonntagsschule werden dringend Mitarbeiter benötigt. Andere Arbeiter in der Gemeinde erledigen treu ihre Aufgaben.</p>



<p>Keine Frage: Die Arbeit derer, die lehren, in Gremien tätig sind, und sich um eine Unzahl anderer Gemeindearbeiten kümmern, ist von ebenso großem Wert. Aber hier geht es speziell um die Sorte von Arbeitern, die Jesus erwähnt (Mt 9,37): Um auf Männer und Frauen, die inbrünstige Zeugen Jesu Christi und weise Bauarbeiter im Leben anderer sind. In diesem Sinn werden wir den Begriff „Arbeiter“ gebrauchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">A. Eigenschaften eines potentiellen Arbeiters</h2>



<p>Wer zu dieser Aufgabe berufen ist, andere zu Jüngern zu machen, braucht weitere Unterweisung, um für den Dienst ausgerüstet zu werden, zu dem Christus ihn berufen, und den er ihm aufs Herz gelegt hat. Solche Christen haben eine Vision für die Multiplikation von Jüngern und wirken begeistert an dieser Sache mit. Sie haben ein Herz für Menschen und wollen unbedingt ihr Leben dafür einsetzen, ihnen zu helfen. Darum muss ihnen das nötige „Know-how“ beigebracht werden.</p>



<p><strong><em>Ein Anliegen für Multiplikation.</em></strong></p>



<p>Wenn sich jemand nicht wirklich bewusst ist, welche Kraft in der Multiplikation von Jüngern verborgen liegt, wird er nie mit einem anderen durch dick und dünn gehen. „Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen; wozu ich mich auch bemühe und kämpfend ringe gemäß seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt in Kraft“ (Kol 1,28-29).</p>



<p>Ein Experiment verdeutlicht die einschlägige Kraft der Multiplikation: Wenn ein Stück Dünndruckpapier, so dünn wie eine Seite der Bibel, fünfzig Mal gefaltet werden könnte, wie dick wäre es dann? Der Computer gab eine erstaunliche Antwort – es wäre fast 30 Millionen Kilometer hoch. Um das irgendwie in ein für uns greifbares Verhältnis zu setzen, können wir den Vergleich heranziehen, dass der Mond etwa nur 385.000 km von uns entfernt ist.</p>



<p>Auch im geistlichen Bereich ist Multiplikation möglich, wie Paulus Timotheus schrieb: <em>„Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!“</em> (2Tim 2,2). Paulus, Timotheus, treue Menschen, andere – dies ist Multiplikation auf geistlichem Gebiet. Wenn jemand einen Jünger hervorgebracht hat, hat er sich als Jünger reproduziert. Er ist ein Arbeiter geworden. Wenn jemand einen Arbeiter herangebildet hat, hat er sowohl weitere Jünger hervorgebracht, als auch sich selbst als Arbeiter reproduziert. Die Multiplikation auf geistlichem Gebiet bringt sowohl Jünger als auch Arbeiter hervor.</p>



<p><strong><em>Ein Anliegen für Menschen.</em></strong></p>



<p>Neben einem Anliegen für diese Art der Multiplikation muss der angehende Arbeiter ein Anliegen für Menschen haben. Er muss fähig sein, bei anderen das Potenzial zu sehen, das Gottes ihnen gegeben hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">B. Das Prinzip, am Leben des anderen teilzuhaben</h2>



<p>Jesus kam in diese Welt, um sich um sein Volk zu kümmern. Und während der gemeinsamen Zeit mit seinen Jüngern bildete er sie aus. Von daher ergibt sich folgender Grundsatz: Ohne persönliche Anteilnahme</p>



<p>kein wirkliches Training. Um die Bedürfnisse unseres Schützlings zu treffen, müssen wir ihn kennen und eine Beziehung zu ihm haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">C. Eignungskriterien eines potentiellen Arbeiters</h2>



<p>An diesem Punkt deiner Beziehung zu einem Menschen bist du schon viel weiter als das, was in einer Gruppe und durch die Weitergabe allgemeiner Ratschläge für geistliche Gesundheit erreicht werden kann. Weil nun der Zeitfaktor eine wichtige Rolle spielt, kannst du dir nicht leisten, deine Zeit in irgendetwas anderes zu investieren, als in das, was bestimmten Bedürfnissen entspricht und zum Erreichen bestimmter Ziele beiträgt. Da dein Tag nur 24 Stunden hat, und da du nur ein Leben hast, kannst du dir nicht leisten, Zeit zu verschwenden. Das bedeutet, dass du sichergehen musst, dass die Leute, in die du dein Leben investierst, auch die richtigen sind. Sie müssen bereit und imstande sein eifrig das aufzunehmen, was du ihnen vermitteln willst. Und du musst sicherstellen, dass deine Lehrinhalte auch tatsächlich dem entsprechen, was sie für ihr Leben brauchen.</p>



<p>Auswahl ist auch einer der Schlüssel, wenn man Menschen zu Jüngern machen will. Jesus lehrte diesen Grundsatz, indem er auch unter seinen Jüngern eine Auswahl traf. Viele Jünger folgten ihm nach; einmal lesen wir von mindestens siebzig (Lk 10,1). Doch aus ihnen allen erwählte er die Zwölf, um sie in besonderer Weise auszubilden. Zuerst sollten sie ihm nachfolgen und dann in den Dienst miteinbezogen werden. <em>„Kommt, mir nach! Und ich werde euch zu Menschenfischern machen“</em> (Mt 4,19).</p>



<p>Auf was müssen wir achten, wenn wir Arbeiter für ein Jünger machendes Team auswählen? Ich glaube, dass in Jesaja 58,10 das Hauptkriterium genannt wird: „Wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.“ Die Antwort liegt in dem Wort „Hunger“. Die Menschen, die wir auswählen, müssen einen Hunger danach ver-spüren, Menschen zu Jüngern zu machen. Und dieser Hunger kann in drei Punkten zum Ausdruck kommen.</p>



<p><strong><em>1. Ein Hunger, beim Jüngermachen mitzuarbeiten.</em></strong></p>



<p>Deine Seele auszuschütten bedeutet, dein Leben zu geben. Das kostet dich und fordert enorme Belastbarkeit. Wenn du versuchst, dein Leben mit jemandem zu teilen, der nicht dazu bereit ist, wird er abgeschreckt sein. Es wäre zu schnell zu viel. Bedenke, dass ein Baby schneller krank wird, wenn es überfüttert wird, als wenn es einmal zu wenig bekommt. Such darum einen Menschen, der wirklich mitarbeiten will. Dies zeigt sich allgemein darin, dass er sich zur Verfügung stellt. Wenn du ihn brauchst, ist er da. Wenn ihr euch vor dem Frühstück treffen wollt und euch für sechs Uhr früh verabredet, kommt er schon um 5.45 Uhr und kann es kaum erwarten loszulegen.</p>



<p><strong><em>2. Hunger nach Gott.</em></strong></p>



<p>Außer dem Hunger nach Mitarbeit, sollte er auch einen Hunger nach Gott selbst haben. Sein Leben sollte stark auf die Beziehung „himmelwärts“ ausgerichtet sein. Er sollte wie der Psalmist, der seinen Hunger nach Gott im Psalm 42 zum Ausdruck brachte, sagen können: „Wie eine Hirschkuh lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott!“ (Ps 42,2) David sagte: „Meine Seele hängt an dir, deine Rechte hält mich aufrecht“ (Ps 63,9).</p>



<p><strong><em>3. Ein Hunger danach, jeden Preis zu zahlen</em></strong></p>



<p>Er muss die Kosten überschlagen haben und bereit sein, sie zu tragen. An diesem Punkt musst du Klartext reden und ihn wie Jesus herausfordern: <em>„Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!“</em> (Lk 9,23)</p>



<p>Wenn bei dem Kandidaten in diesen drei Punkten ein Hunger vorhanden ist – dabei zu sein, für Gott persönlich, um jeden Preis –, kann er ein Arbeiter Jesu Christi werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">D. Worauf beim Training eines Arbeiters zu achten ist</h2>



<p>In deiner Arbeit mit einem Jünger auf einer persönlichen Ebene – einer Zweierschaft – solltest du dich auf vier Dinge konzentrieren: die Überzeugung, Perspektive, Vorzüglichkeit und Charakterstärke.</p>



<p><strong><em>1. Überzeugung</em></strong></p>



<p>Bis zu diesem Zeitpunkt hat der angehende Arbeiter deine Überzeugungen übernommen. Er weiß, warum du Bibelstellen auswendig lernst, die Bibel studierst und betest. Aber auf lange Sicht wird ihm das nicht ausreichen. Er braucht eigene Überzeugungen. Diese Überzeugungen können sich auf zwei Arten entwickeln: durch sein eigenes Bibelstudium und durch die Beantwortung der Fragen nach dem „Warum“.</p>



<p>Ein anderes Mal arbeitete ich mit einer Gruppe von Leuten zusammen, denen es schwerfiel, die Wichtigkeit von Gottes Wort in ihrem Leben anzuerkennen. Ich schlug vor, einmal Psalm 119 durchzuarbeiten. Das war nichts, das zu schwierig oder umfangreich gewesen wäre. Wir lasen einfach nur den Psalm durch, und achteten auf die verschiedenen Verben. Später lasen wir ihn wieder durch, um nach den verschiedenen Begriffen zu suchen, die für das Wort Gottes gebraucht werden. Beim dritten Lesegang versuchten wir, die Haltung des Psalmisten gegenüber Gottes Wort herauszufinden. Es dauerte ziemlich lange, aber am Ende der Bibelstunde hatten sie sich von Gott selbst von der Wichtigkeit seines Wortes überzeugen lassen.</p>



<p>Zu eigenen Überzeugungen kommt jemand auch, wenn man ihn einmal alle Gründe aufschreiben lässt, warum er all das tun sollte. Warum Stille Zeit haben? Warum beten? Warum die Bibel studieren? Das kann ein echtes Schlüsselerlebnis werden. An Glaubenssätzen hält man fest, aber von Überzeugungen ist man selbst ergriffen.</p>



<p><strong><em>2. Perspektive</em></strong></p>



<p>Wenn du einen Mitarbeiter zurüstest, musst du an seiner Perspektive arbeiten. Wenn jemand zu Christus findet, bleibt er zunächst immer noch ein auf sich selbst fixiertes Individuum. Wenn man dann aber beginnt, im Herrn zu wachsen, verändert sich der Blickwinkel allmählich. Er ist nicht mehr nur auf sich selbst fixiert. Langsam wird er sich der Nöte seiner Mitchristen bewusst. Er beginnt die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.</p>



<p><strong><em>3. Vorzüglichkeit</em></strong></p>



<p>Ein Drittes, was ein Mitarbeiter</p>



<p>besitzen sollte, ist der Sinn für Vorzüglichkeit. Er darf sich nicht mit dem Durchschnitt zufriedengeben. Seinen Dienst für andere soll er mit Fleiß und Kompetenz ausüben. Sein Zeugnis, sein Dienst, seine Mitarbeit sollen das Zeugnis Jesu widerspiegeln, denn <em>„Er hat alles wohlgemacht“</em> (Mk 7,37). Wie geschrieben steht:</p>



<p><em>„Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“</em> (Hebr. 13,20-21).</p>



<p>Wenn wir mit allem Guten ausgerüstet sein sollen, um Gottes Willen zu tun, muss dies durch Jesus Christus geschehen. Schließlich ist er der Einzige, der jemals alles wohlgemacht hat. Wenn also in unseren Schützlingen der Wunsch heranwachsen soll, ihr Bestes zu geben, müssen wir sie dazu bringen, sich ganz Jesus auszuliefern und ihn durch sich leben lassen.</p>



<p><strong><em>4. Charakterstärke</em></strong></p>



<p>Als Letztes möchten wir auf die Beziehung des Mitarbeiters zu Gott und seinen geistlichen Charakter eingehen. <em>„Denn das Reich Gottes besteht nicht im Wort, sondern in Kraft“</em> (1Kor 4,20). Dies ist moralische Kraft und Seelenqualität. Dies ist von lebenslanger Bedeutung. Wir werden in diesem Leben nie perfekt im Glauben, in der Reinheit, der Ehrlichkeit, Demut und anderen Tugenden sein. Wir wachsen und reifen lediglich auf diese Ziele zu.</p>



<p>Der Apostel Johannes sagte:</p>



<p><em>„Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es. Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist“ </em>(1Joh 3,1-3).</p>



<p>Ein Arbeiter ist nun ein Jünger plus noch etwas. In der Schrift wird er als ein Feldarbeiter beschrieben, als Erntearbeiter. Er sät und erntet (Joh 4,37-38). Er pflanzt und bewässert (1Kor 3,7-9). Er legt den Grund und ein anderer baut darauf (1Kor 3,10). Er macht Menschen zu Jüngern (Mt 28,19-20). Ein Arbeiter ist damit beschäftigt, die Verlorenen zu gewinnen und die Gläubigen aufzuerbauen.</p>



<p>Das ist die Bedeutung von Evangelisation und Zurüstung. Arbeiter am Reich Gottes die helfen, den Missionsbefehl auszuführen. Jesus sagte, dass genau da eine Not herrscht. In erster Linie sollte unser Anliegen sein, dass aus unserem Dienst Arbeiter hervorgehen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Paulus und das missionarische Team</title>
		<link>https://kfg.org/2025/paulus-und-das-missionarische-team/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Lüling]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2025 21:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18448</guid>

					<description><![CDATA[<p>Paulus war kein Einzelgänger – nur selten finden wir ihn ohne Weggefährten. Im Laufe seines Dienstes arbeitete er mit über 40 verschiedenen Mitarbeitern zusammen. Es lohnt sich, seine Arbeitsweise und den Teamgedanken, der sein Wirken prägte, näher zu betrachten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Paulus war kein Einzelkämpfer. Wir sehen ihn selten allein. Insgesamt bestand sein Team (seine Mannschaft) aus mehr als 40 Mitarbeitern. Wir wollen uns seine Arbeitsweise genauer anschauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Junge Leute</h2>



<p>Junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren sind voller Tatendrang und Energie. Es ist ein besonderes Alter, voller Kraft und Unermüdlichkeit. Noch stehen so viele Zukunftsperspektiven offen. Pläne werden geschmiedet, die Karriere gestartet, geliebt und geheiratet, Familien gegründet und Häuser gebaut. Es ist die Zeit der größten Lernfähigkeit und Abschlüsse. Hier müssen viele Prüfungen bestanden und wichtigste Entscheidungen getroffen werden. Später werden nie wieder so viele Leistungstests gemacht wie in dieser Zeit.</p>



<p><em>„Der Schmuck der Jünglinge ist ihre Kraft, und graues Haar die Zierde des Alters“</em> (Spr 20,29).</p>



<p>Gott beruft häufig gerade Menschen in diesem Alter. Er berief den Stamm Levi und gab klare Anweisungen, in welcher Altersspanne dieser Stamm und insbesondere die Familie Aarons arbeiten sollten.</p>



<p>Leviten starteten ihren Dienst in der Stiftshütte und später im Tempel mit 25 Jahren (4Mo 8,24), Priester mit 30 Jahren (4Mo 4,3.23.30.35.39.43.47) und endeten jeweils mit 50 Jahren! Samuel, David, Daniel und Jeremia waren jung, als Gott sie für seinen Dienst berief.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alte und Junge</h2>



<p>Zudem ist es in der Bibel interessant festzustellen, dass Gott häufig mit jungen Leuten arbeitet, die von älteren angeleitet werden. Schon Mose hatte seinen Schüler Josua lange um sich. Elisa hatte seine Prophetenschüler. Unser Herr gab neben seinem Verkündigungsdienst das vollkommene Vorbild der Anleitung von jungen Mitarbeitern. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die zwölf Jünger zwischen 18 und 30 Jahren alt waren, als der Herr sie in die Nachfolge berief. Die meisten von ihnen waren unverheiratet und hoch flexibel. Paulus setzte genau das fort. Zunächst wurde er wenige Tage an die Hand genommen, dann ein Jahrzehnt in der Einsamkeit zugerüstet, bevor er im Team auf die erste Missionsreise ging. Auch Petrus hatte Mitarbeiter (1Petr 5,12). Was die meisten Vorbilder verbindet, ist die Tatsache, dass ein Älterer Jüngere anleitet und diese Personen noch häufig unterwegs waren. Ausnahmen wie Johannes der Täufer oder Elia bestätigen diese Regel; sie wurden für besondere Dienste vom Herrn verwendet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Beispiel Paulus</h2>



<p>Paulus war selten alleine unterwegs, er hat vielmehr die meiste Zeit mit einem Team zusammengearbeitet. Es überrascht, dass Paulus mit insgesamt mehr als 40 (mit)reisenden Mitarbeitern zusammengewirkt hat. Doch nur 15 dieser Mitreisenden haben über einen bedeutenden Zeitraum mit ihm zusammengearbeitet. Zehn hielten bis zu seinem Tod einen nennenswerten Kontakt aufrecht. Diese zehn Mitarbeiter arbeiteten mit Paulus über einen Mindestzeitraum von 14 Jahren bis zu max. 25 Jahren zusammen. Diese Zeiträume lassen sich aus dem Bericht der Apostelgeschichte und Erwähnungen in den Briefen ableiten.</p>



<p>Tabelle 1 zeigt überdeutlich, dass Paulus ein Stratege war. Ständig umgab er sich mit jungen Leuten, die ihm halfen, von ihm lernten, ihn unterstützten und dabei die Art und Weise seines Dienstes verstanden und übernahmen.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td></td><td><strong>Stelle</strong></td><td><strong>Name</strong></td><td><strong>Tat</strong></td><td><strong>Besonderheiten</strong></td><td></td></tr><tr><td>1</td><td>Apg 9,10-19</td><td>Ananias</td><td>Erste Schritte</td><td></td><td></td></tr><tr><td>2</td><td>Apg 12,24-25; 13,2f</td><td>Barnabas</td><td>Erste Schritte<br>Erste Missionsreise</td><td>Apg 13,9<br>Apg 13,13</td><td>„Paulus“<br>Zuerst genannt</td></tr><tr><td>3</td><td>Apg 12,24-25; 13,1-; Kol 4,10;<br>Phlm 1,24</td><td>Johannes Markus</td><td>Diener und Schüler</td><td>Apg 13,13</td><td>Trennung!!<br>War auch mit Petrus unterwegs<br>1Petr 5,13</td></tr><tr><td>4</td><td>Apg 13,1</td><td>Simeon Niger</td><td>Gemeinsamer Dienst</td><td></td><td></td></tr><tr><td>5</td><td>Apg 13,1</td><td>Luzius</td><td>Gemeinsamer Dienst</td><td></td><td></td></tr><tr><td>6</td><td>Apg 13,1</td><td>Manaen</td><td>Gemeinsamer Dienst</td><td></td><td></td></tr><tr><td>7</td><td>Apg 15,40</td><td>Silas</td><td>Zweite Missionsreise</td><td>War auch mit Petrus unterwegs 1Petr 5,12</td><td></td></tr><tr><td>8</td><td>Apg 16,1</td><td>Timotheus</td><td>Diener und Schüler</td><td></td><td></td></tr><tr><td>A</td><td>Apg 16,14</td><td>Lydia</td><td>Helferin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>9-10</td><td>Apg 18; Röm 16,3-5</td><td>Aquila, Priscilla</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>11</td><td>Apg 18,24; Tit 3,13</td><td>Apollos</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>12</td><td>Apg 19,22</td><td>Erastus</td><td>Diener</td><td></td><td></td></tr><tr><td>13</td><td>Apg 19,29; 20,4</td><td>Gajus</td><td>Reisegefährte</td><td></td><td></td></tr><tr><td>14</td><td>Apg 19,29; 20,4; Kol 4,10; Phlm 1,24</td><td>Aristarchus</td><td>Reisegefährte</td><td></td><td></td></tr><tr><td>15</td><td>Apg 20,4</td><td>Sopater</td><td>Begleiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>16</td><td>Apg 20,4</td><td>Sekundus</td><td>Begleiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>17</td><td>Apg 20,4; Eph 6,21; Kol 4,7; 2Tim 4,12; Tit 3,12</td><td>Tychikus</td><td>Begleiter, Mitknecht, treuer Diener, geliebter Bruder</td><td></td><td></td></tr><tr><td>18</td><td>Apg 20,4; 21,29; 2Tim 4,20</td><td>Trophimus</td><td>Begleiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>19</td><td>Apg 20,6; Kol 4,14; Phlm 24</td><td>Lukas</td><td>Begleiter Schreiber</td><td></td><td></td></tr><tr><td>B</td><td>Röm 16,1</td><td>Phöbe</td><td>Schwester und Beistand</td><td></td><td></td></tr><tr><td>20</td><td>Röm 16,7</td><td>Andronikus</td><td>Mitgefangener</td><td></td><td></td></tr><tr><td>21</td><td>Röm 16,7</td><td>Junias</td><td>Mitgefangener Junia</td><td></td><td></td></tr><tr><td>22</td><td>Röm 16,9</td><td>Urbanus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>23</td><td>1Kor 1,1</td><td>Sosthenes</td><td>Bruder</td><td></td><td></td></tr><tr><td>24</td><td>1Kor 16,17</td><td>Stephanas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>25</td><td>1Kor 16,17</td><td>Fortunatus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>26</td><td>1Kor 16,17</td><td>Achaikus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>27</td><td>2Kor 2,13; 7,7.13.14; 8,6.16.23</td><td>Titus</td><td>Mitarbeiter, Genosse</td><td></td><td></td></tr><tr><td>28</td><td>Phil 2,25</td><td>Epaphroditus</td><td>Mitarbeiter, Mitstreiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>C</td><td>Phil 3,2</td><td>Evodia</td><td>Mitkämpferin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>D</td><td>Phil 3,2</td><td>Syntyche</td><td>Mitkämpferin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>29</td><td>Phil 3,3</td><td>Clemens</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>30</td><td>Kol 4,9</td><td>Onesimus</td><td>geliebtes Kind</td><td></td><td></td></tr><tr><td>31</td><td>Kol 4,11</td><td>Jesus Justus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>32</td><td>Kol 1,7; 4,12; Phlm 1,23</td><td>Epaphras</td><td>geliebter Mitknecht, treuer Diener, Knecht</td><td></td><td></td></tr><tr><td>33</td><td>Kol 4,14; 2Tim 4,10; Phlm 24</td><td>Demas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>34</td><td>2Tim 4,10</td><td>Kreszens</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>35</td><td>2Tim 4,20</td><td>Erastus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>36</td><td>2Tim 4,21</td><td>Eubulus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>37</td><td>2Tim 4,21</td><td>Pudens</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>38</td><td>2Tim 4,21</td><td>Linus</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>E</td><td>2Tim 4,21</td><td>Klaudia</td><td>Mitarbeiterin</td><td></td><td></td></tr><tr><td>39</td><td>Tit 3,12</td><td>Artemas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>40</td><td>Tit 3,13</td><td>Zenas</td><td>Mitarbeiter</td><td></td><td></td></tr><tr><td>41</td><td>Phlm 1,2; Kol 4,17</td><td>Archippus</td><td>Mitkämpfer</td><td></td><td></td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Tabelle 1 – Paulus&#8216; Mitarbeiter</figcaption></figure>



<p>Seine Prioritäten, seine Ängste und Nöte genauso wie alle Wunder, die er erlebte, konnten sie hautnah miter-leben. Darüber hinaus aber konnte Paulus dadurch seinen Wirkungskreis deutlich erweitern, oder anders gesagt: Bei ihm gab es immer Quantität mit Qualität. Beides litt nicht, obwohl er nicht überall zugleich sein konnte. Paulus lernte, dem Heiligen Geist in seinen Mitarbeitern zu vertrauen, und lehrte das auch seine Nachahmer. Auf diese Weise wurden die vom ihm gelebten Prinzipien multipliziert.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Person</strong></td><td><strong>Jahre der Verbundenheit</strong></td><td><strong>Jahre am gleichen Ort</strong></td><td><strong>Dauerhafte physische Anwesenheit</strong></td></tr><tr><td>Titus</td><td>25</td><td>13</td><td>50&nbsp;%</td></tr><tr><td>Timotheus</td><td>19</td><td>9</td><td>50&nbsp;%</td></tr><tr><td>Lukas</td><td>18</td><td>6,5</td><td>30&nbsp;%</td></tr><tr><td>Aristarchus</td><td>11-17</td><td>6,5</td><td>30&nbsp;%</td></tr><tr><td>Aquila &amp; Priscilla</td><td>17</td><td>4</td><td>25&nbsp;%</td></tr><tr><td>Tychikus</td><td>14</td><td>4</td><td>25&nbsp;%</td></tr><tr><td>Trophimus</td><td>14</td><td>2</td><td>15&nbsp;%</td></tr><tr><td>Markus</td><td>20</td><td>2,5</td><td>10&nbsp;%</td></tr><tr><td>Erastus</td><td>16</td><td>2</td><td>10&nbsp;%</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Tabelle 2 – Langzeitteam <em>(Harold W. Hoehner, Chronology of the Apostolic Age (Th.D.). Dallas, TX: Dallas Theological Seminary)</em></figcaption></figure>



<p>Obenstehende Tabelle 2 verdeutlicht eine realistischere Sicht auf Paulus&#8216; Beziehungen innerhalb der Teams. Nicht alle Mitarbeiter hatten im Rahmen seines Dienstes die gleiche Nähe zu ihm. Die Dauer des gemeinsamen Dienstes für jeden Arbeiter ist eine Schätzung, keine exakte Größe. Ebenso ist die prozentuale Zeit der persönlichen Anwesenheit eine gerundete Nennung. Lukas und Aristarchus sind in dieser Liste der gemeinsamen Zeit mit Paulus ganz oben angesiedelt. Die meiste Zeit, die sie zusammen mit Paulus verbrachten, war während der Gefängnisaufenthalte und auf den Missionsreisen. Es ist tröstlich zu beobachten, dass Paulus dort auch nicht immer alleine war.</p>



<p>Selten hatte Paulus mehr als zwei dieser Männer zur gleichen Zeit bei sich. Die Tabelle 3 zeigt einen Überblick über die Zahl der Mitarbeiter, die Paulus zu einer bestimmten Phase seiner Missionsarbeit begleiteten. In den Fällen, wo Paulus nicht im Sinne einer Pionierarbeit tätig war oder wenn er sich für einen ungewöhnlich langen Zeitraum in einer Stadt niederließ, ist der Ort in Klammern angegeben.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Anzahl der Personen mit Paulus</strong></td><td><strong>Zusammensein mit Paulus (Monate)</strong></td><td><strong>Namen</strong></td></tr><tr><td>2</td><td>3</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Barnabas, Markus</span></td></tr><tr><td>1</td><td>14</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Barnabas</span></td></tr><tr><td>1</td><td>7</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Barnabas (Antiochien)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>1</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas</span></td></tr><tr><td>2</td><td>2</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas, Timotheus</span></td></tr><tr><td>3</td><td>4</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas, Timotheus, Lukas</span></td></tr><tr><td>2</td><td>5</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Silas, Timotheus</span></td></tr><tr><td>2</td><td>1</td><td><span style="background-color:lightgreen;">Aquila, Priscilla</span></td></tr><tr><td>4</td><td>18</td><td>Silas, Timotheus, Priscilla, Aquila</td></tr><tr><td>2</td><td>6</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus, Titus (?) (Antiochien)</span></td></tr><tr><td>13 (an- und abwesend)</td><td>3,5 Jahre</td><td><span style="background-color:yellow;">(Ephesus)</span></td></tr><tr><td>8-11</td><td>1</td><td><span style="background-color:yellow;">(Reise nach Jerusalem)</span></td></tr><tr><td>10 (an- und abwesend)</td><td>2 Jahre</td><td><span style="background-color:yellow;">(Gefangenschaft in Rom)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>6</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus (Ephesus)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>12</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus (Ephesus)</span></td></tr><tr><td>1</td><td>2 Jahre (?)</td><td><span style="background-color:yellow;">Titus (Spanien ?)</span></td></tr><tr><td>5 (an- und abwesend)</td><td>4</td><td><span style="background-color:yellow;">Timotheus, Tychikus, Artemas, Apollos, Zenas (Kleinasien, Griechenland)</span></td></tr><tr><td>3 (an- und abwesend)</td><td>12</td><td><span style="background-color:yellow;">Titus, Erastus (?), Trophimus (?) (Nikopolis)</span></td></tr><tr><td>8 (an- und abwesend)</td><td>6</td><td>(Gefangenschaft in Rom)</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Tabelle 3 – Größe des Teams (Ebd.)<br>(<span style="background-color:lightgreen;">Grün</span>: vorwiegend Pionierarbeit | <span style="background-color:yellow;">Gelb</span>: vorwiegend Gemeindearbeit)</figcaption></figure>



<p> </p>



<p>Im Durchschnitt waren nicht mehr als zwei Partner bei Paulus – oft hatte er auch nur einen Mitarbeiter um sich. Es fällt auf, dass die von Paulus am meisten favorisierten Mitarbeiter (Timotheus und Titus) selten mit ihm als Trio zusammen gewesen sind. Die Drei können nur einige wenige Male für insgesamt ein paar Monate gemeinsam ausgemacht werden. Demnach bestand keine Notwendigkeit, diese unterschiedlichen Persönlichkeiten für längere Dienstzeiten zusammenzuschmieden. Ganz selten war Paulus in einem größeren Mitarbeiterteam unterwegs.</p>



<p>Zu beobachten ist, dass im Durchschnitt die Pionierarbeit relativ wenig</p>



<p>Zeit beanspruchte Paulus aber der Arbeit in der Gemeinde relativ viel Zeit beimaß. Paulus verweilte auf seinen drei Missionsreisen nur kurz an einem Ort. Menschen bekehrten sich und wurden relativ schnell der Gemeinde hinzugefügt. Er reiste dann in der Regel weiter, manchmal freiwillig, andere Male gezwungenermaßen.</p>



<p>Ähnlich verhielt es sich mit der Größe des Teams. Bei der Pionierarbeit waren es relativ kleine Gruppen, in der Gemeindearbeit über einen längeren Zeitraum relativ große Gruppen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Führung</h2>



<p>Die Hierarchie innerhalb des Teams war klar. Paulus war als Apostel die Führungspersönlichkeit. Bei dem Herrn Jesus und seinen zwölf Jüngern war es ebenso. Das scheint im Neuen Testament ein durchgehender Gedanke zu sein. Die, die das Christentum maßgeblich geprägt haben, unser Herr (Fundament) und Paulus (Baumeister), haben gleichzeitig das Prinzip der Schulung vorgelebt. Pädagogik heißt „an die Hand nehmen“ – das haben uns diese großen Lehrer vorgemacht. Gab es wirkungsvollere „Weltveränderer“? Auch im Alten Testament wird deutlich, dass es Erste unter Gleichen gab. In der gesamten Schrift ist es Gottes durchgehender Gedanke, dass die Autorität von oben kommt. Daher ist es ratsam und richtig, sich an dieses Vorbild zu halten. Auch wenn der Teamgedanke in Betrieben und in unseren Schulen heute anders definiert wird.</p>



<p>Das missionarische Team des Paulus hatte neben der Gemeindearbeit wichtige Funktionen. Sicher, es war die Gründungs- und Pionierzeit der Gemeinde Jesu. Und der die göttliche Offenbarung über die Ordnung in den Gemeinden vermittelte, war gerade Paulus. Und doch beschreibt das Neue Testament Paulus und seine Mitarbeiter ausführlich. Sie waren im Team unterwegs und in den Gemeinden sehr wichtige (wenn auch nur vorübergehend) Unterstützer und Mitarbeiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<p>Wenn wir alle Geschichten und Verse über das missionarische Team lesen, gewinnt man folgenden Eindruck:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Paulus mit seinen mehr als 40 Mitarbeitern war sehr flexibel und äußerst effizient. Wenn es an einem Ort Schwierigkeiten gab oder Unterstützung notwendig war, konnte dem schnell nachgekommen werden, was sicherlich auch an der moralischen Autorität des Paulus lag, der an vielen Orten ja der Gemeindegründer war.Offensichtlich gab es eine sehr gute Kommunikation im Team. Paulus war in den vielen Ortsgemeinden immer auf dem Laufenden. Und sein Gebetsleben ist außergewöhnlich, was in jedem seiner Briefe an die Gemeinden deutlich wird.<br> </li>



<li>Paulus konnte „im Vorbeigehen“ junge Leute zum Dienst am Evangelium und in der Gemeinde anleiten. Der Eindruck wird erweckt, dass der Schwerpunkt für diese Anleitung mehr intern (im allgemeinen Gemeindeleben) als extern (in der Missionsarbeit und Evangelisation) lag. Das mag besonders daran gelegen haben, dass sich in vielen Gemeinden immer wieder ungute Entwicklungen einstellten. In Apostelgeschichte 16 nahm er den jungen Timotheus einfach mit. Dieser hatte ein gutes Zeugnis, aber er war jung und unerfahren. Sobald sie unterwegs waren, hatte Paulus „Orientierungsschwierigkeiten“. Diese Herausforderungen waren die ersten Eindrücke, die der Schüler mitnahm. Dabei lernte Timotheus den Menschen, Diener und Apostel hautnah kennen und wertschätzen. Und dabei konnte er auch seine Bewältigungsstrategien abschauen.<br> </li>



<li>Sie lernten bei der Zusammenarbeit seine Arbeitsweise, seine Liebe, seine Gesinnung kennen: „Du aber hast genau erkannt meine Lehre, mein Betragen, meinen Vorsatz, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, mein Ausharren, meine Verfolgungen, meine Leiden“ (2Tim 3,10-11). Im 1. Thessalonicherbrief beschreibt Paulus ausführlich seine Beweggründe bei der Missionsarbeit. Und diese lernten seine Mitarbeiter „im Vorbeigehen“ und konnten diese später nachahmen, wie zum Beispiel Timotheus in Philipper 2.<br> </li>



<li>Es war Jüngerschaft bei jeder Gelegenheit: im Schiff, beim Wandern, und nicht nur in der Schule des Tyrannus (die zwei Jahre dauerte). Es war kein Schulklima, sondern die Realität. Die „Hausaufgaben“ wurde unterwegs erledigt und Paulus konnte ihnen helfen (learnig by doing). Es waren keine rein „geistlichen“, sondern praktische Übungen. Und daher erscheint diese Art der Ausbildung so effektiv. Vielleicht nach folgendem Schema:
<ul class="wp-block-list">
<li>Ich arbeite! Du schaust zu!</li>



<li>Ich arbeite! Du hilfst mir!</li>



<li>Du arbeitest! Ich helfe dir!</li>



<li>Du arbeitest! Ich schaue zu!<br> </li>
</ul>
</li>



<li>Folgende Schritte wären dabei sicher gut zu beachten:
<ul class="wp-block-list">
<li>Sag ihm „warum“</li>



<li>Zeig ihm „wie“</li>



<li>Begleite ihn Schritt für Schritt durch den Vorgang</li>



<li>Erkläre ihm, was ihr getan habt</li>



<li>Beobachte seine Fortschritte<br> </li>
</ul>
</li>



<li>Durch diese Arbeitsweise konnte der Wirkungskreis deutlich vergrößert werden. Selbst dann, wenn Paulus im Gefängnis festgesetzt war, konnte das Team weiterarbeiten. In der Regel war er unterwegs, machte seine Missionsreisen, blieb nicht mehr als drei Jahre an einem Ort. Aber die Auferbauung der Heiligen ging durch seine Mitarbeiter weiter. Titus hat an vielen Orten geholfen, die Grundlagen der Apostel zu vertiefen und darauf aufzubauen.<br> </li>



<li>An ihm konnten sie besonders Demut lernen. Paulus vermeidet falsche Herrschaftsansprüche (vgl. 1Kor 1,12-13 und 3,4.22). Er war nur ein Mitarbeiter, der gepflanzt hatte. Andere hatten begossen und die Korinther hatten ihre Verantwortung. Er macht den Korinthern deutlich, und damit auch seinem ganzen Mitarbeiterstab, um was es eigentlich ging. „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn.“ Aus unterschiedlichen Persönlichkeiten und Gaben werden oft unterschiedliche Theologien konstruiert, doch darauf ließ sich Paulus nicht ein! Er arbeitete aktiv gegen Spaltungen und niemals band er seine Leute an sich, sondern an das Haupt der Gemeinde.<br> </li>



<li>Paulus arbeitete viel mit Ledigen zusammen! Es waren junge Männer, die hingegeben, einsatzfreudig und lernwillig waren! Dieser Punkt erklärt besonders seine Effektivität. Sein Dienst wurde durch sie weitergeführt und sein Wirkungskreis vergrößert. Aquila und Priscilla sind eine Ausnahme dieser Regel. Sie waren aber genauso flexibel und mobil wie die Ledigen und werden sehr ausführlich im Neuen Testament beschrieben. Sicher sind die beiden ein gutes Beispiel für jedes Ehepaar, nicht zu bürgerlich zu werden. Petrus war ja auch verheiratet und dennoch drei Jahre mit seinem Meister unterwegs.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Und wir?</h2>



<p>Teamarbeit ist ein biblisches Prinzip. Es ist notwendig, dies auch in unserer Zeit umzusetzen. Paulus war kein Übermensch, was an den Gebetsaufrufen für ihn selbst deutlich wird (Röm 15,30; Kol 4,3; 1Thess 5,25; 2Thess 3,1).</p>



<p>Wir schaffen das alles auch nicht allein. Aber sollten diese Beobachtungen uns nicht dahin bringen, unsere Vorstellungen von (Gemeinde-)Leben zu überdenken? Deutschland ist Missionsland, und es gibt zu viele Gegenden ohne lebendige und biblisch funktionierende Gemeinden!</p>



<p>Wer zieht dort hin? Wer macht dort „Pionierarbeit“ mit einem Team? Gibt es ältere vorbildhaft Vorangehende, die jüngere Geschwister mitnehmen und sie anleiten?</p>



<p>Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!</p>



<p></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zehn praktische Anregungen zur schriftlichen Kommunikation</title>
		<link>https://kfg.org/2025/zehn-praktische-anregungen-zur-schriftlichen-kommunikation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Plock]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Mar 2025 11:19:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18345</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn Konflikte im Spiel sind, ist der mündliche Weg der schriftlichen Kommunikation prinzipiell vorzuziehen. Manche Dinge müssen jedoch schriftlich weitergegeben werden. Für diese Fälle möchte der Autor zehn praktische Impulse weitergeben.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Grundsätzlich gilt: Physikalisch gesehen ist Papier ein schlechter Wärmeleiter. Ich überlege also, wann ich<br>Dinge besser im direkten mündlichen Gespräch ansprechen kann. Wenn Konflikte im Spiel sind, ist der mündliche Weg prinzipiell vorzuziehen. Manche Dinge müssen jedoch schriftlich kommuniziert werden. Für diese<br>Fälle möchte ich nachfolgend zehn praktische Impulse weitergeben.</p>



<p>1. Ich schreibe grundsätzlich immer mit Bitte und Danke.</p>



<p>2. Wenn ich um etwas gebeten werde und ich kann es nicht gleich erledigen, gebe ich einen „Zwischenbescheid“. Dann sieht der andere, dass ich seine Nachricht erhalten habe. Und er weiß, wann er etwa mit der Antwort oder Erledigung rechnen kann. Leider muss ich oft nach einer oder mehreren Wochen bei jemandem nachfragen, ob er meine Mitteilung erhalten hat.</p>



<p>3. Wenn ich jemanden um etwas bitte und ich erhalte daraufhin eine Absage, bekommt der Betreffende auf jeden Fall eine freundliche Antwort. Sonst denkt er am Ende, ich sei beleidigt.</p>



<p>4. Ich bemühe mich, keinen emotionsgeladenen, aggressiven oder zynischen Schreibstil zu pflegen.</p>



<p>5. Wenn ich eine Nachricht mit persönlichem Inhalt schreibe, setze ich niemanden in das so genannte BCC; d.h. ich lasse keine Dritten heimlich mitlesen. So etwas geht gar nicht! Ich leite auch später niemandem diese Mail weiter.</p>



<p>6. Wenn ich eine Nachricht bekomme und möchte sie gerne einen Dritten lesen lassen, frage ich beim Absender um Erlaubnis dafür.</p>



<p>7. Wenn eine Mail an einen bestimmten Personenkreis gerichtet war, antworte ich nur diesem Personenkreis und nehme nicht – ohne Erlaubnis – weitere Personen mithinein.</p>



<p>8. Ich leite keine Problem-Mails aus unserer Familie, Gemeinde oder unserem Missionswerk an Dritte weiter, die damit gar nichts zu tun haben. Auch so etwas ist tabu.</p>



<p>9. Ich halte es für sehr schädlich, wenn die schriftliche Kommunikation zu folgenden sündigen Verhaltensweisen missbraucht wird: Diffamierung bzw. Diskreditierung einer Person, Rufschädigung, Verleumdung, Weitergabe von ungesicherten oder gar falschen Informationen, Keile-Treiben zwischen Christen etc. Im Blick auf Punkt 9 habe ich auch schon versagt und musste dazuzulernen.</p>



<p>10. Ich benutze schriftliche Äußerungen keinesfalls, um Beschlüsse von Autoritäten auf diesem Wege zu unterlaufen oder sogar, um Leiter zu stürzen.</p>



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<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kommunikation unter Christen</title>
		<link>https://kfg.org/2025/kommunikation-unter-christen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes P. Fijnvandraat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Mar 2025 07:21:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kfg.org/?p=18338</guid>

					<description><![CDATA[<p>Man muss nicht „in Zungen“ reden, um für andere unverständlich zu sein. Ein lautes und gut artikuliertes Sprechen ist bestimmt nicht ohne weiteres eine Garantie für gutes Verstehen! Der natürliche Mensch versteht die Dinge nicht, die vom Geist Gottes sind, auch wenn man noch so laut und deutlich spricht. Aber auch für Mitgläubige kann man eine unverständliche Sprache sprechen oder schreiben.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Originaltitel: „Gedankenaustausch unter Brüdern“ aus Hilfe und Nahrung, Ernst-Paulus-Verlag, 1988, S. 55–62</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Einleitung</h2>



<p>Trotz aller unserer fast vollkommenen Kommunikationsmittel werden die Missverständnisse, Zwistigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Menschen in dieser Zeit immer größer statt kleiner! Offenbar gibt es Hindernisse nicht technischer Art, die einem guten Gedankenaustausch zwischen den Menschen im Weg stehen. Diese Hindernisse müssen nicht in den Kommunikationsmitteln gesucht werden, sondern in den Menschen, die miteinander in Verbindung treten wollen. Kommunikationsmittel, ob es sich nun um Papier, Telefon, Satelliten im All oder was auch immer handelt, sind in sich völlig neutrale Dinge. Das Problem besteht aber darin, dass man von Papier, selbst Briefpapier mit einem bunten gedruckten Briefkopf, und von allen anderen Kommunikationsmitteln einen bösen Gebrauch machen kann. Es ist wichtig, dass wir uns auf die Bedingungen für eine fruchtbare und segensreiche Kommunikation besinnen. Bevor wir das tun, ist es aber notwendig, die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte kennzeichnende Eigenschaft von Kommunikation zu richten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jede Kommunikation ist in gewisser Hinsicht subjektiv</h2>



<p>Wenn zwei Menschen miteinander sprechen, ist das auf beiden Seiten eine subjektive Sache, d.h., es ist für beide Seiten nicht bloß eine äußerliche, sondern vor allen Dingen eine innerliche Erfahrung. Wenn ich jemandem zuhöre, wird das, was ich von dem Gesagten aufnehme, durch mein Wahrnehmungsvermögen, mein Urteilsvermögen, meine Fähigkeit zu folgen, zu verarbeiten, anzuwenden usw. mitbestimmt. Wenn zwei Menschen dasselbe sagen hören, hören sie damit noch nicht dasselbe. Der eine wird unter den folgenden Worten etwas völlig anderes verstehen als der andere: „Der Doktor sagte, der Notar sei ein ganz netter Mann.“ Es hängt von meiner Meinung über den Doktor und den Notar ab, was ich unter diesen Worten verstehe! Viele Schwierigkeiten zwischen Gläubigen sind auf diese Eigenschaft jeder Kommunikation, die Subjektivität, zurückzuführen. Ein Bruder oder eine Schwester sagt etwas, zwei andere Gläubige hören daraus zwei verschiedene Dinge und ziehen daraus total verschiedene Schlussfolgerungen, und schon ist eine Meinungsverschiedenheit geboren. Kommt der Faktor Misstrauen noch dazu, dann folgen rasch gegenseitige Beschuldigungen von Unwahrhaftigkeit, Lügen und vieles mehr!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bedingungen für einen guten Gedankenaustausch zwischen Gläubigen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Eine erste Forderung ist <strong>Verständlichkeit</strong></h3>



<p>Man muss wirklich noch nicht „in Zungen“ reden, um für andere unverständlich zu sein. Ein lautes und gut artikuliertes Sprechen oder selbst Schreien ist bestimmt nicht ohne weiteres eine Garantie für gutes Verstehen! Der natürliche Mensch versteht die Dinge nicht, die vom Geist Gottes sind, auch wenn man noch so laut und deutlich spricht. Aber auch für Mitgläubige kann man eine unverständliche Sprache sprechen oder schreiben. Die Forderung nach Verständlichkeit hat deshalb folgende Konsequenzen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Man muss sich in die Denk- und Gefühlswelt des (oder der) anderen hineindenken. Das erfordert Aufmerksamkeit, Mühe und Selbstzucht. Dieser Faktor ist auch in den Worten des Paulus mit eingeschlossen: <em>„Ich bin den Juden geworden wie ein Jude … und den Schwachen bin ich geworden wie ein Schwacher.“</em></li>



<li>Man muss sich klar ausdrücken und vermeiden, verworren zu reden. Lukas zeigt das deutlich in Lukas 1,3.</li>



<li>Menschliche Sprache ist eine Sache des Geistes und nicht nur des Gefühls. Unsere Rede sollte deshalb von einem gesunden Verstand beherrscht sein.</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">2. Ein zweites Erfordernis ist <strong>gutes Zuhören</strong></h3>



<p>Beim Empfangen von Mitteilungen muss man auch innerlich gut hören. Dabei sollte man versuchen, sich recht in die Gedanken und Gefühle des anderen hineinzuversetzen. Auch das bedeutet, sich Mühe zu geben und nicht egozentrisch zu sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Ferner ist Kommunikation eine Sache <strong>unseres Willens</strong></h3>



<p>Bei gegenseitiger Kommunikation muss man sich für den anderen öffnen und sich damit unter Umständen eine Blöße geben. Vor allem das Letzte bedeutet, dass man bereit ist, sich verwundbar zu machen. Manche Kommunikation zwischen Gläubigen misslingt, weil man nicht bereit ist, sich dem anderen zu öffnen. Man fürchtet, das eigene Terrain, das eigene Gesicht oder die eigene Überzeugung zu verlieren mit der Folge, dass man sich äußerst krampfhaft und unbeugsam benimmt und nicht wirklich sagt, was man denkt oder fühlt. Bei unterschiedlicher Einsicht führt dies unvermeidlich zu einer bedauernswerten Verhärtung der Standpunkte.</p>



<p>Sich selbst verwundbar zu machen, bedeutet unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eigene Unsicherheit nicht verschleiern durch nachdrückliche Beteuerungen, die die eigene Möglichkeit eines Fehlers oder Irrtums verneinen. Paulus lässt sich in 1. Korinther 1,16 in Frage stellen, indem er schreibt: <em>„Sonst weiß ich nicht, ob ich jemand anders getauft habe.“</em> Gerade dadurch wurden seine Ausführungen bekräftigt!</li>



<li>Nicht schweigen, um persönlichen Vorwürfen aus dem Weg zu gehen. Abraham schwieg, als der Pharao ihm seine Halblüge vorwarf (1Mo 12,18-20). Erst nachdem er zum zweiten Mal denselben Fehler gemacht hat, kommt er dazu, die volle Wahrheit zu sagen (siehe 1Mo 20,11.13).</li>



<li>Dem anderen eine wirkliche Chance geben, damit er sich verteidigen, deine Auffassungen widerlegen oder Kritik üben kann. Es ist eine schlechte Gewohnheit, jemanden nach stundenlangen Gesprächen über allerlei Dinge beim Aufbrechen, wenn keine Zeit mehr bleibt, um viel zu entgegnen, die eigentlichen Beschwerden vorzubringen. Der Satz <em>„Ach ja, was ich dir noch sagen wollte …“</em> – obwohl man gerade deswegen das Gespräch angeknüpft hatte – zeugt meistens von Unaufrichtigkeit! Aus demselben Grund ist auch das In-Eile-Weitergeben von ein paar kritischen Bemerkungen nach dem Ablauf einer Zusammenkunft, wenn kaum Zeit für ein ausführliches Gespräch besteht, eine deutliche Weigerung, sich selbst in Frage stellen zu lassen. Man missbraucht den Faktor Zeit, um sich selbst zu decken! Matthäus 18,5 lehrt mit den Worten <em>„Geh hin und …“</em>, dass man für so etwas eine besondere Zeit reservieren muss!</li>



<li>Von vornherein die eigenen schwachen Stellen erkennen und sie auch nennen, wo es ehrlicherweise notwendig ist oder auch nur notwendig erscheint. Petrus scheut sich nicht zu erklären, dass er das eine oder andere in den Briefen des Paulus schwer verständlich findet, und bekennt damit bescheiden seine eigene Schwachheit (siehe 2Pet 3,15.16). Gerade damit verweist er anmaßende und unbescheidene Irrlehrer auf ihren Platz!</li>



<li>Sich nicht über den anderen stellen mit frommen Phrasen wie <em>„Der Herr hat mir deutlich gemacht“</em> und so die eigene Meinung für den anderen bindend machen. Wer in der betreffenden Frage eine andere Meinung hat, bekommt damit von vornherein den Stempel aufgedrückt, dass er zu denen gehört, die sich gegen den Willen des Herrn wenden. Paulus gibt uns in 1. Korinther 7,40 ein prächtiges Vorbild, wie es sein soll. Man achte besonders auf die Worte „Meinung“ und „auch“, die die anderen nicht herabsetzen, wenn sie anders denken als er.</li>
</ul>



<p>David gibt uns ein sehr schönes Vorbild, wie wir uns in Frage stellen lassen sollen, wenn er in Psalm 139,23.24 sagt: <em>„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf ewigem Weg!“</em></p>



<p>Gute Kommunikation ist also auch eine Sache unseres Willens. Wo der Wille fehlt, eigene Standpunkte loszulassen, wenn uns gezeigt wird, dass wir falsch stehen, ist selbst eine vollkommene Kommunikation fruchtlos! So sagt der Herr Jesus: <em>„Wenn jemand seinen [Gottes] Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede“</em> (Joh 7,17). Zu den Bewohnern Jerusalems musste Er sagen: <em>„Ihr habt nicht gewollt.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Fruchtbare Kommunikation ist an moralische Werte gebunden</h2>



<p>Um nicht irrezuführen, muss Kommunikation mit <em>Aufrichtigkeit, Wahrheit und Vertrauen</em> verbunden sein. Das gilt sowohl für den, der spricht, als auch für den, der hört. Für das richtige Hören von Gottes Botschaft gilt: <em>„Den Aufrichtigen geht Licht auf“</em> (Ps 112,4). Die Bibelschreiber waren sich der moralischen Forderungen, die an eine Kommunikation gestellt werden, durchaus bewusst. Paulus konnte sagen: <em>„Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wobei mein Gewissen mir Zeugnis gibt im Heiligen Geist“</em> (Röm 9,1). Johannes sagt in Johannes 19,35: <em>„Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahrhaftig; und er weiß, dass er sagt, was wahr ist.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Eine gute Kommunikation muss unter der Kontrolle der Hirtenfürsorge für den anderen stehen</h2>



<p>Das bedeutet unter anderem, dass wir nicht berufen sind, unter allen Umständen alle Argumente gegenüber jedem auf den Tisch zu bringen. Der große Meister gibt uns in dieser Hinsicht ein deutliches Beispiel: <em>„Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“</em> (Joh 16,12). Viele Unannehmlichkeiten wären unter Gläubigen nicht vorgekommen, wenn man diesem göttlichen Vorbild mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Wie wenig werden oft der Charakter und die Umstände berücksichtigt, die die Fähigkeit des anderen, Schläge einzustecken, beeinträchtigen. Wie oft benehmen wir uns wie ein Elefant im Porzellanladen! In dem Satz <em>„Ich hab’ ihm die Wahrheit gesagt“</em> sollten wir die Betonung einmal etwas mehr auf „ihm“ anstatt nur auf „Wahrheit“ legen und dann gut bedenken, wer und was er ist. Natürlich kann da auch „ihr“ oder „ihnen“ stehen! Ist er ein Herzpatient und deshalb emotionell empfindlich und schnell gereizt als Folge seines Leidens? Oder habe ich selbst eine ziemlich unempfindliche Natur und eine besonders gute Fähigkeit, Schläge einzustecken, weil ich eine harte und strenge Erziehung erfahren habe? Bin ich daher mit meiner dicken Haut wohl der Richtige, um eine sanfte, empfindsame Natur anzufassen? Oder umgekehrt, bin ich so leicht erregt, dass es für mich besser wäre, zu schweigen, als dem anderen das Nötige zu sagen?</p>



<p>Kurzum, Brüder und Schwestern, lasst uns mehr bedenken, dass für eine fruchtbare Kommunikation im Umgang miteinander <em>große Sorgfalt</em> erforderlich ist. Vielleicht könnten wir eine großartige Erklärung über die typologische und daraus folgende evangelistische Bedeutung des Briefes an Philemon geben, während wir in unserem eigenen Verhalten deutlich zeigen, dass wir kein Jota von dem prächtigen praktischen Vorbild einer hochstehenden und guten Kommunikation verstanden haben, das uns darin durch den Apostel Paulus und vor allen Dingen durch den Heiligen Geist gegeben ist.</p>



<p>Selbst wenn jemand von Natur aus ein Hitzkopf oder ein Fanatiker ist, kann er oder sie sich trotzdem total verändern, indem er oder sie sich von dem großen Vorbild „nährt“, das der Herr Jesus uns in seinen Gesprächen mit den Menschen gegeben hat. Ein hervorragendes Beispiel sehen wir in dem Leben des Hitzkopfes und Fanatikers Paulus. Man beachte bezüglich seines natürlichen Charakters unter anderem Apostelgeschichte 9,1 und die Worte<em> „über die Maßen“</em> in Apostelgeschichte 26,11!</p>
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		<title>Zweifacher Kummer (Psalm 6)</title>
		<link>https://kfg.org/2024/zweifacher-kummer-psalm-6/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[William MacDonald]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2024 21:34:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war schlimm genug, mit einer ernsten Krankheit gemartert zu sein; aber Davids Leid traf zusammen mit dem quälenden Druck durch seine Widersacher. Vielleicht waren sie über seinen hoffnungslosen Zustand entzückt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diese Ausführungen haben wir mit freundlicher Genehmigung des CLV-Verlages dem „Kommentar zum Alten Testament“ von William MacDonald entnommen (Bielefeld, 2. Aufl. 2010, S. 544-545). Die Redaktion.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Es war schlimm genug, mit einer ernsten Krankheit gemartert zu sein; aber Davids Leid traf zusammen mit dem quälenden Druck durch seine Widersacher. Vielleicht waren sie über seinen hoffnungslosen Zustand entzückt.</p>



<p>6,1-2 David sah in seiner Krankheit einen Schlag, den Gott ihm zugefügt hatte wegen irgendeiner Sünde. Wir machen das gewöhnlich selbst auch so. Oft ist dies der erste Gedanke, der uns in den Sinn kommt. Und diese Diagnose ist manchmal zutreffend: Einige Krankheiten werden tatsächlich durch Sünden hervorgerufen, die wir nicht vor Gott bekannt haben (1Kor 11,30). Aber dies ist keineswegs immer der Fall. Gott lässt manchmal Krankheiten zu als Ausgangspunkt, um seine Kraft und Herrlichkeit zu zeigen (Joh 9,3; 11,4), oder als Mittel, um geistliche Frucht hervorzubringen (Röm 5,3), oder als natürliches Ergebnis von Überarbeitung (Phil 2,30) oder wegen hohen Alters (Pred 12,3-6). Wenn uns Krankheit trifft, sollten wir als Erstes sicherstellen, dass wir keine Sünden in unserem Leben haben, die wir nicht vor Gott bekannt haben. Dann sollten wir Gott bitten, seine Absichten mit der Krankheit auszuführen und uns zu heilen. Danach ist es richtig, den Arzt aufzusuchen und Arzneien zu verwenden. Doch müssen wir aufpassen, dass wir unser Vertrauen auf den Herrn setzen und nicht auf die Mittel, die er benutzt (2Chr 16,12). Alle Heilung kommt von Gott, ob sie in Form eines Wunders geschieht oder auf gewöhnliche Weise. Wenn er es in einem bestimmten Fall vorzieht, nicht zu heilen, wird er Gnade zum Leiden oder zum Sterben geben. Gewöhnlich bekommen wir die Gnade zum Sterben nicht bevor wir sie nötig haben.</p>



<p>6,3-4 Der Psalmist hat wortgewaltig und mit deutlichen Ausdrücken um Heilung gefleht. Er schwand dahin. Seine Gebeine schmerzten ihm unablässig. Selbst sein gesamtes Innenleben – seine Gefühle, sein Verstand und sein Wille – war betroffen. Aber es schien, als zögere der HERR zu antworten. Bis wann würde es dauern, bis er den Leidenden in Gnade heilt?</p>



<p>6,5 David bittet den HERRN, von einer Haltung scheinbarer Gleichgültigkeit umzukehren und seine Seele von Krankheit und Tod zu retten. Er beruft sich wegen der Befreiung von seinem Elend einzig auf die unerschütterliche Gnade des HERRN. </p>



<p>6,6 Dann folgt eine ungewöhnliche Begründung dafür, dass Gott ihn heilen sollte: Wenn David nämlich sterben sollte, so hätte Gott nichts davon. Solange David lebt, kann er sich an den Herrn erinnern und ihn preisen. Doch wenn er stirbt, wäre Gott vergessen. Der Körper ohne Geist könnte ihm nicht danken. Dieses Argument hat eine gewisse Stichhaltigkeit, sofern es den Leib betrifft; denn der Leichnam ist ohne Gedächtnis und ohne die Fähigkeit zum Loben. Was aber den Geist und die Seele angeht, spiegelt dieses Argument die begrenzte Erkenntnis wider, die die Heiligen des Alten Testaments über das Leben nach dem Tod besaßen. Dank der volleren Offenbarung, die Christus brachte, wissen wir jetzt, dass ein Gläubiger, wenn er stirbt, seinen irdischen Leib verlässt, um bei Christus zu sein, was auch viel besser ist (Phil 1,23). Er ist aus dem Leib ausgewandert und daheim beim Herrn (2Kor 5,8).</p>



<p>So gelangt der Gläubige nicht in einen Schwebezustand oder Seelenschlaf, sondern ist bewusst in der Gegenwart des Herrn und bringt ihm Preis und Anbetung dar. Zu Davids Gunsten muss gesagt werden, dass er wunderbaren Gebrauch von dem Licht machte, das er besaß, indem er es in das Gefüge seines Gebets einwob. Machten unsere Gebete genauso guten Gebrauch von dem höheren Licht, das wir haben, welche Vorbilder für Lob und Bitte wären sie!</p>



<p>6,7-8 Durch die Beschreibung des Elends des Psalmisten erhalten wir eine kleine Vorstellung von seinem Zustand. Er war von Gram und Seufzen völlig zermürbt. Die ganze Nacht schwemmte er sein Kissen wegen seines Weinens und benetzte sein Bett mit seinen Tränen. Seine Augen waren eingesunken wegen seines tiefen Kummers; sein Augenlicht schwand dahin wegen der Gewalttaten aller seiner Feinde. Es schien, als sei sein Leben bis zum Überlaufen mit Sorgen erfüllt, sodass er es nicht mehr ertragen konnte.</p>



<p>6,9-11 Aber das Gebet verändert die Dinge. Durch die verborgene, geheimnisvolle Mitteilung des Heiligen Geistes erlangte er die Sicherheit, dass der HERR die Stimme seines Weinens gehört und auf sein Gebet geantwortet hatte. Gestärkt durch diese Zusicherung, befiehlt er seinen Feinden, zu weichen. Er lässt sich nicht mehr durch ihr Drohen einschüchtern, denn er begreift: Sie werden sich plötzlich zurückziehen, besiegt und zuschanden werden, wenn der Herr aufsteht, um sie zu bestrafen.</p>
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		<title>Christen und der Gebrauch von Medien</title>
		<link>https://kfg.org/2024/christen-und-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Klein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jan 2024 14:04:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir können die technische Entwicklung nicht aufhalten. Es wäre zu wünschen, dass der Reichtum in Christus mehr und mehr unser Handeln, und insbesondere unseren Umgang mit Internet, Handys und Computern bestimmt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em><strong>Teil 1: Medien allgemein</strong></em></p>



<p>Viele von uns sind oft im Internet unterwegs, mit Computer, Smartphone oder Tablet. Das gehört einfach mittlerweile dazu. Und wir sind dankbar für viel Positives, das dies mit sich bringt. Dass die Menschen mit Medien umgehen, ist aber nicht neu, gibt es diese doch schon seit langer Zeit. Seit einigen tausend Jahren sind Texte auf unterschiedlichen Materialien überliefert, zur Zeit Luthers wurden z.B. Flugschriften genutzt, dann Bücher und heute eben auch die elektronischen Medien.</p>



<p>Religion und Pornographie waren seit jeher die Hauptinhalte und da hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. So war es schon damals für die Menschen wichtig, Gutes und Schlechtes zu trennen. Und das ist heute noch so.</p>



<p>Was aber heute eine besondere Herausforderung ist, ist die Vielzahl der Aspekte, die in Bezug auf die Medien zu bewältigen sind. Einige davon möchten wir hier bewusst machen. Im ersten Teil eher allgemein, im zweiten Teil folgen ganz konkrete Aspekte für den Umgang mit Medien im Alltag.</p>



<p>Fragen wir uns zuerst: Was sind eigentlich Medien? Sie sind Vermittler einer Information oder einer Botschaft. Diese Information/Botschaft kann gut oder schlecht sein. Somit ist das Medium (die vermittelnde Instanz) zunächst wertneutral, was wichtig ist festzuhalten. Ob „neues“ Medium (Smartphone, Computer, Internet usw.) oder „älteres“ Medium (Buch usw.). Und um ein Ergebnis vorwegzunehmen: Der Nutzen oder der Nachteil hängt stark mit den Inhalten zusammen – aber nicht nur.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Wahrheit?</h2>



<p>Betrachten wir zunächst einmal die gedanklichen Grundlagen: Menschen haben seit jeher versucht, andere von ihrer Meinung zu überzeugen – mit unterschiedlichen Mitteln. So gab es u.a. Kampfschriften, Verteidigungsschriften oder Anklageschriften. Diesem allem liegt ein Verständnis davon zugrunde, was richtig und was falsch ist. Und das ist heute nicht anders.</p>



<p>Die Wahrheitsfrage zeigt sich aber in noch mehr Bereichen. Da diese so zentral ist, beschäftigen sich auch Zeitungen und Magazine immer wieder damit. So erschien z.B. der <em>Focus 47/2019</em> unter dem Titel „Die Macht der Manipulation. Wie wir von Fake News und Lügen gesteuert werden“, und der <em>Spiegel </em>hatte in der gleichen Woche den Titel „Im Dienst der Wahrheit. Von Watergate bis Trump: Macht und Tragik der Whistleblower.“</p>



<p>In der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em> vom 4. April 2020 wurde ein in diesem Zusammenhang sehr interessantes Buch rezensiert: <em>Brüchige Wahrheit. Zur Auflösung von Gewissheiten in demokratischen Gesellschaften</em> von Myriam Revault d’Allonnes. Die Kernbotschaft ist: Eine Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit macht sich breit und der Sinn für die Unterscheidung von Wahr und Falsch, zwischen Fakten und Fiktion schwinde. Die Folgen seien fatal, da so Tatsachenbehauptungen schließlich zu reinen Meinungsäußerungen würden.</p>



<p>Woran kann es liegen, dass diese Entwicklungen in letzter Zeit zuzunehmen scheinen? Im <em>Focus </em>(s.o.) war dazu zu lesen: „Willkommen in der schönen, bunten und aufregenden Ära des Digitalen. Einer Ära, in der Wissen, Bildung und Wahrheit für jedermann jederzeit verfügbar sein sollen. Einer Ära, in der die Menschheit globalen Fortschritt, Freiheit und Toleranz zu finden glaubte. Und die doch auch eine Ära des Betrugs, der Fälschung, der schwarzen Propaganda und einer nie dagewesenen Manipulation der Massen ist … Zur Zerstörung der Wahrheit aber hat das Netz einiges beizutragen. Im digitalen Kosmos verbreiten sich Lügen und Manipulation epidemisch. Sie beeinflussen Wahlen, unterminieren das Vertrauen in Behörden, Parteien und staatliche Ordnungen, sie schüren Zwietracht, soziale Spannungen und Hass … Das Netz ist ein Lügen-Discounter. Identitäten, Kampagnen, Bild- und Textnachrichten – alles lässt sich manipulieren und billig kaufen. Gefälschte IP-Adressen? Automatisierte Facebook-Gruppen? Manipulierte Wikipedia-Beiträge? Alles da. Vor den Algorithmen scheint keine Wahrheit sicher. Videos und Bilder werden heute per KI perfekt gefälscht (<em>deep fake</em>).“</p>



<p>Erinnern wir uns: Schon die berühmte Pilatus-Frage in der Bibel lautete: „Was ist Wahrheit?“, und schon immer hat Menschen die Frage umgetrieben, was richtige und was falsche Informationen sind. So zweifelten die ersten Menschen – veranlasst durch den Satan – das an, was Gott als zentrale Information geboten hatte – mit den bekannten Folgen. Ähnlich erging es auch späteren Menschen oder Völkern, die Gottes Grundsätzen keine oder kaum Beachtung schenkten. Und bis heute wird in Gesellschaft und Politik gelogen, was negative Folgen nach sich zieht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wahrheit von Journalisten</h2>



<p>Ende 2018 gab es in Deutschland einen Medienskandal, weil der Spiegel-Journalist Claas Relotius über viele Jahre seine Geschichten fälschte. Für diese hatte er viele Ehrungen und Preise bekommen. Dies konnte auch deshalb geschehen, weil ca. 80% der Journalisten politisch links einzuordnen sind und er mit seinen Klischees deren Position bediente. Der Journalist Harald Martenstein schrieb im <em>Zeit Magazin</em> (17.01.2019) dazu, dass bei der „richtigen“ politischen Gesinnung keiner mehr so genau hinschaue. Und einen zweiten wichtigen Punkt spricht er im Zusammenhang mit einseitiger Presse an: „Ein … Schlüsselwort des neuen Journalismus ist ‚Wahrheit‘. Dieses Wort ist ein Synonym für ‚Meinung‘ geworden. Das, was sie als Meinung zwischen den Ohren spazieren führen, nennen heute viele ‚die Wahrheit‘“. So kommt es nicht selten vor, dass besonders in weltanschaulichen Fragen Journalisten eigene Positionen als absolut setzen und andere dann oft mit negativen Begriffen (gerne auch aus dem Nationalsozialismus) bezeichnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vermüllung unserer Gehirne</h2>



<p>Einen anderen Schwerpunkt setzt Maren Urner in ihrem Buch <em>Schluss mit dem täglichen Weltuntergang. Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren</em>. Sie hat festgestellt, dass die vielen Informationen, die täglich auf uns einströmen, oft nicht gut für uns sind, und schreibt, dass die „Bombardierung“ unserer Wahrnehmung durch all die negativen Einzelereignisse weitreichende Folgen für Gehirn und Psyche habe. Das überfordere uns. Je mehr Meldungen wir konsumierten, umso extremer seien die Wirkungen: Wir stumpften ab. Dies lasse uns auch hilflos zurück, was Pessimismus und Depression begünstige. Da sich die schlechten Nachrichten am besten verkauften, platziere der, der mit unserer Aufmerksamkeit Geld verdienen wolle, möglichst viel davon. Auch macht sie auf das Entlarven von Scheinobjektivität aufmerksam: Die Objektivität von Medien sei eine Fata Morgana. Denn die Frage, wie jemand „objektiv“ berichte und „Subjektivität“ vermeide, stelle sich nicht, weil das unmöglich sei. Jeder Mensch könne nur urteilen, <em>weil </em>er Werte habe. Deshalb bräuchten wir mehr kritisches Denken, Vernunft, Ehrlichkeit und vor allem Mut – auch um die eigene Begrenztheit anzuerkennen. So müssten nun die Informationen gefiltert, bewertet, eingeordnet und kritisch hinterfragt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verzicht auf (unnötige) Informationen</h2>



<p>Urner schlägt, um mit den Medien besser zurechtzukommen, zunächst einmal das Ändern der Gewohnheiten vor. Dazu sei zunächst eine Bestandsaufnahme des Informationskonsums nötig. Folgende Fragen seien z.B. hilfreich: Wie viel Zeit verbringe ich mit unterschiedlichen Medien? Wie oft lasse ich mich von Mails, Benachrichtigungen usw. ablenken? Wer aber dem digitalen Hamsterrad entkommen wolle, versuche es mit sogenanntem <em>digital detox</em>, also „digitaler Entgiftung“. Dafür gebe es auch Kliniken, die sich auf Abhängigkeit von der digitalen Welt spezialisiert hätten.</p>



<p>Unter den möglichen Lösungen gibt es auch eine radikale. Der Schweizer Schriftsteller Rolf Dobelli verfolgt seit einiger Zeit diesen Weg, der unter Medienschaffenden sonst eher selten ist. Er entfaltet ihn in seinem neuesten Buch <em>Die Kunst des digitalen Lebens. Wie Sie auf News verzichten und die Informationsflut meistern.</em> Er legt ausführlich dar, wie er geradezu süchtig nach Informationen gewesen sei und gedacht habe, sie würden ihn schlau machen. Das Gegenteil sei aber der Fall gewesen. Er habe z.B. wegen des Newskonsums Mühe gehabt, längere Texte am Stück zu lesen. Dann sei er zu einer radikalen Lösung gekommen und habe seit 2010 keine News mehr konsumiert, weder in der Zeitung, noch im Fernsehen, noch im Radio noch im Netz. Er empfiehlt dies sehr und hat das bis heute nicht bereut. So gehe es ihm wesentlich besser.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schlussfolgerungen</h2>



<p>Wenn wir uns die geistige Entwicklung unserer Kultur bewusst machen, müssen wir feststellen, dass sich die (biblischen) Maßstäbe zusehends verschieben oder abgeschafft werden. Die Wahrheit des Wortes Gottes wurde in einigen zentralen Bereichen „<em>mit der Lüge vertauscht</em>“ (Röm 1,25). Die Folgen sind Niedergang im persönlichen, gemeindlichen und gesellschaftlichen Leben. Da die damit verbundenen Ideale in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen, werden wir von den Medien oft dahingehend beeinflusst.</p>



<p>So verwundert es auch nicht, dass die Lüge und ihre Begleiterscheinungen sich immer mehr ausbreiten, wie wir oben sahen – wird doch schon im ersten Kapitel des Römerbriefs davon gesprochen, dass Gott die Menschen wegen ihres Abweichens von seinen Grundsätzen und ihres Bleibens im Bösen „<em>hingegeben hat</em>“. Es ist wichtig, dass wir uns dies bewusst machen und auf der Basis der Bibel verantwortlich mit Wahrheit und Lüge umgehen. Der 2. Brief an die Thessalonicher warnt uns vor einem Extrem, nämlich dass Gott Menschen „<em>eine wirksame Kraft des Irrwahns</em>“ sendet, „<em>dass sie der Lüge glauben</em>“ (2,11), und zwar darum, weil „<em>sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, damit sie errettet würden</em>“ (V. 10) und „<em>damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit</em>“ (V. 12).</p>



<p>Lassen wir uns also wieder neu motivieren, verantwortlich mit den Medien umzugehen, wahrhaftig zu sein und Wahrheit zu reden.</p>



<p><em><strong>Teil 2: In der Mediengesellschaft leben</strong></em></p>



<p>Wenn über das Internet und den Umgang mit Medien nachgedacht wird, stehen oft die problematischen Aspekte im Vordergrund. Deshalb ist es wichtig, sich zunächst einmal die positiven oder notwendigen Seiten ins Gedächtnis zu rufen. Hier wären als Erstes natürlich biblische Inhalte auf christlichen Websites zu nennen. Berufstätige und Schüler kommen heute kaum noch ohne das Internet aus (was auch öfters des Guten zu viel wird). Schließlich benötigt man das Internet für unterschiedliche Formen der Kommunikation, zur Informationsrecherche im Alltag, zum Einkaufen usw.</p>



<p>Daraus ergeben sich aber schon die ersten Probleme. Im Internet werden auch zweifelhafte religiöse Inhalte verbreitet. Schüler und Studenten schreiben ihre Aufgaben eventuell ab und geben diese oder andere Arbeiten als eigene aus oder bedienen sich minderwertiger Quellen; Ähnliches gilt für Studenten und Wissenschaftler. Informationen, die das Internet liefert, können falsch sein, und die Kommunikation im Internet kann ausufern oder außer Kontrolle geraten.</p>



<p>Internetnutzer brauchen daher Medienkompetenz und Lebenskompetenz. Medienkompetenz bedeutet nicht nur, den Computer technisch zu beherrschen, sondern für die kritischen Bereiche der digitalen Welt sensibel zu werden und zu lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen. Und Lebenskompetenz – also die Fähigkeit, richtig zu leben – bekommen wir durch das Lesen des Wortes Gottes, durch Gebet, Stunden der Belehrung, gute Vorträge, gute Literatur usw.</p>



<p>Um nun gut mit den modernen Medien zurechtzukommen, gilt es einiges zu beachten. Dies kann in diesem Rahmen aber nur schlaglichtartig, thesenhaft gemacht werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Multitasking</h2>



<p>Oft sind wir bei den elektronischen Medien parallel in einigen Bereichen unterwegs. Es ist aber eine Illusion zu glauben, (besonders bei Medien) mehrere Aufgaben gleichzeitig lösen zu können und somit effizienter und erfolgreicher zu sein, da sich unser Gehirn immer nur auf eine Sache wirklich konzentrieren kann. So ist das schnelle Springen der Aufmerksamkeit sogar kontraproduktiv. Wir haben uns zwar daran gewöhnt, uns ständig ablenken zu lassen. Die Unterbrechung, die unsere Konzentration stört, erschwert es aber wieder, fokussiert zur beabsichtigten Tätigkeit zurückzufinden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufmerksamkeit</h2>



<p>Das Internet des 21. Jahrhunderts und die damit verknüpften Geschäftsmodelle basieren auf einem Kampf um unsere Aufmerksamkeit. Deshalb machen sie sich unseren Hunger nach Sensation zunutze. Auch deshalb stehen oft die schlechten Nachrichten im Vordergrund oder es werden selbst Alltäglichkeiten mit extremen Formulierungen bedacht. Dies hinterlässt Spuren in unserem Gehirn und unserer Psyche. Die Herausforderung liegt darin, unsere Lebensrealität so zu organisieren, dass uns nicht die neuen Technologien in den Griff bekommen. Wenn uns dieser Zugriff langsam entgleitet, nennt man das <em>FOMO – „fear of missing out“</em>, also die „Angst, etwas zu verpassen“. Das ist zwar kein anerkanntes Krankheitsbild, wird aber nicht nur von Therapeuten mittlerweile sehr ernst genommen. Smartphones und Tablets sind hier die Hauptgefahrenquellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soziale Netzwerke</h2>



<p>Was den Umgang mit sozialen Netzwerken allgemein betrifft, müssen wir zunächst festhalten, dass Sozialverhalten nicht am Bildschirm gelernt werden kann. Erst wenn wir dies gelernt haben, können wir soziale Beziehungen auch medial vermittelt gestalten. Soziale Netzwerke basieren aber oft auf Geschäftsmodellen, die bedenklich sind. So gilt grundsätzlich in Bezug auf Facebook und ähnliche soziale Netzwerke: Wenn es nichts kostet, bist du nicht der Konsument, sondern die verkaufte Ware. Denn: Daten sind das „Gold des 21. Jahrhunderts“, wie einige sagen. Viele Internetfirmen spionieren aus und verkaufen diese Daten an Werbefirmen oder wen auch immer. Neben anderen ist ein Hauptproblem das Vergleichen mit anderen, was zu Neid, Eifersucht und Minderwertigkeitsgefühlen führen kann.</p>



<p>Bei den sozialen Netzwerken gilt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>extra E-Mail-Adresse und sicheres Passwort</li>



<li>maximale Privatsphäre einstellen</li>



<li>Inhalte gut überlegt einstellen</li>



<li>keine Unbekannten in die Kontaktliste aufnehmen!</li>
</ul>



<p>Ein zentraler Bestandteil sozialer Netzwerke sind Fotos. Hierfür gilt sehr zentral das Recht am eigenen Bild, was sehr oft nicht beachtet wird. Wer sich darüber hinwegsetzt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Smartphone</h2>



<p>Viele Menschen schauen ca. 150 mal am Tag auf das Smartphone. Die durchschnittliche tägliche Nutzung beträgt ca. 4 Stunden und 40 Minuten. Untersuchungen zeigen, dass eine intensive Nutzung des Smartphones mit schlechteren Leistungen, höherer Angst und geringerer Lebenszufriedenheit einhergeht. In diesem Zusammenhang gibt es eine neue Krankheit: die <em>Nomophobie (no mobile phone + Phobie)</em>. Das ist die Angst, von seinem Smartphone getrennt zu sein bzw. es nicht verwenden zu können. So hat der Begriff Trennungsangst im digitalen Zeitalter eine ganz neue Bedeutung erlangt. Nicht ohne Grund empfehlen Experten in Bezug auf Jugendliche eine Zeitbegrenzung für Smartphones mit Internetzugang. In Südkorea liegt die Kurzsichtigkeit bei Jugendlichen bei 90% wegen des häufigen Smartphone-Gebrauchs. Und: Eltern, die sich schwerpunktmäßig auf ihr Smartphone konzentrieren und nicht auf ihr (Klein-)Kind, schaden diesem.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sucht</h2>



<p>Kinder sind am Computer vielem ungeschützt ausgeliefert: unvereinbaren Reizen, emotional aufwühlenden Bildern, fragwürdigen Orientierungsangeboten. Das hat einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung ihres Gehirns, die wiederum mit der des Verhaltens, Denkens, Fühlens und Gedächtnisses zusammenhängt. Wenn Kinder und Jugendliche täglich mehrere Stunden vor ihren digitalen Geräten verbringen, verändert das ihre Wahrnehmung, ihr Raum- und Zeitempfinden, ihre Gefühlswelt und ihre Fähigkeit, sich im realen Leben zurechtzufinden. Besonders bedenklich sind hier Computerspiele.</p>



<p>Bei Kindern, die täglich stundenlang vor ihren Monitoren sitzen, passt sich das Gehirn an diese Art von Nutzung an, und so ist ihr Denken hochgradig von bildhaften Vorstellungen geprägt. Nach und nach kann es dann zu einer suchtartigen psychischen Abhängigkeit kommen.</p>



<p>Wenn heutzutage die Medien-Sucht zunimmt, so hängt dies in erster Linie damit zusammen, dass die Kinder nicht das bekommen, was sie benötigen, und in die virtuelle Welt flüchten. Offenbar wachsen viele Kinder inzwischen unter Bedingungen auf, die ihnen nur wenige Möglichkeiten bieten, ihre wirklich wichtigen Bedürfnisse zu stillen, sodass sie sich „Ersatzbefriedigungen“ suchen.</p>



<p>Neue Medien haben also wie Alkohol, Nikotin und andere Drogen ein Suchtpotential. Häufige Netzaktivitäten bei Internetsüchtigen sind: Einkaufen im Internet, Videokonsum, soziale Online-Netzwerke, Chatrooms, Online-Spiele, allgemein intensive nächtliche Nutzung. Zusammenfassend kann man festhalten: Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht.</p>



<p>Nur am Rande kann hier erwähnt werden, dass Killerspiele gewalttätig machen, die Gefühle abstumpfen lassen und – im Falle von Ego-Shootern – Aufmerksamkeitsstörungen antrainieren.</p>



<p>Es ist allgemein bekannt, dass Depressionen mittlerweile eine Volkskrankheit sind; nach Erkältungen sind sie der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen in Deutschland. Digitale Medien begünstigen das Auftreten einer Depression auf verschiedenste Weise.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lernen</h2>



<p>Wer ein Baby vor einen Bildschirm setzt, riskiert einen negativen Einfluss auf seine geistige Entwicklung: Kleinkinder, die Baby-Filme schauen, kennen deutlich weniger Wörter als andere, sind also in ihrer Sprachentwicklung verzögert. Wenn ein Elternteil täglich vorliest, ergibt sich hingegen ein positiver Effekt auf die Sprachentwicklung. Auch das tägliche Erzählen von Geschichten hat eine positive Wirkung, ebenso das Hören von Musik. Die Computernutzung im Kindergartenalter hingegen kann zu Aufmerksamkeitsstörungen und später zu Lesestörungen führen.</p>



<p>Es wurde bereits erwähnt, dass der Computereinsatz beim Lernen heutzutage unabdingbar ist. In der Schule nehmen Computer den Kindern mittlerweile aber auch Arbeiten ab, die sie besser selbst erledigen würden. Es gibt bis heute keinen hinreichenden Nachweis dafür, dass die moderne Informationstechnik das Lernen in der Schule verbessert. Sie führt im Gegenteil zu oberflächlichem Denken, lenkt ab und hat zudem unerwünschte Nebenwirkungen. So leistet man z.B. beim Kopieren von Informationen aus dem Netz weniger Denkarbeit und beim ­Schreiben mit dem Computer weniger Gehirntätigkeit, als wenn man von Hand schreiben würde – man behält das Geschriebene weniger und auch die motorischen Fähigkeiten können darunter leiden. Auch ist das Lesen längerer Texte in einem Buch besser als z.B. auf einem Tablet. Wenn Vorwissen in einem Fachgebiet da ist, hilft das Internet sehr gut, dieses zu vertiefen – mehr aber auch nicht. In letzter Zeit gibt es immer mehr namhafte Untersuchungen, die feststellen und bestätigen, dass der Computer als Lernmedium lange Zeit völlig überschätzt wurde. Lernen mit Hirn, Herz und Hand ist nach wie vor zentral wichtig.</p>



<p>Der Besitz einer Spielekonsole wirkt sich schon nach wenigen Monaten messbar negativ auf die Lese- und Schreibleistung von Grundschülern aus, wenn die Nutzung nicht klar reglementiert wird. Auch weil Multitasking – laut Hirnforschung – nicht möglich ist, sollte man z.B. bei Hausaufgaben keine Musik hören und keine sozialen Netzwerke geöffnet haben, denn Menschen, die häufig mehrere Medien gleichzeitig nutzen, weisen Probleme bei der Kontrolle ihres Geistes auf und haben insbesondere Schwierigkeiten bei der Konzentration und Fokussierung.</p>



<p>Die Weltgesundheitsorganisation sagt zum Gebrauch von Bildschirmen im Kindesalter: Weniger ist mehr. Und Handyverbot führt zur besseren Leistung von Schülern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Praktische Überlegungen</h2>



<p>Wenn wir aus den obigen Aspekten nun einige praktische Überlegungen ableiten wollen, dann ist es für Eltern zunächst wichtig, dass sie die Hauptrisiken des Internets und auch die Schutzmaßnahmen kennen und sich mit ihren Kindern darüber unterhalten können. Sie sollten weiterhin, je nach Alter des Kindes, über dessen Netzaktivitäten Bescheid wissen. Kinder müssen nach und nach Selbstkontrolle lernen. So lautet also die Empfehlung: Mindestens bis ca. 14 Jahre ist auch technischer Schutz sinnvoll. Der Landesschulelternbeirat Hessen empfiehlt, keine Bildschirme im Kinderzimmer zu haben, den Kindern keine Möglichkeit zu geben, in der Nacht Handys oder mobile Konsolen zu benutzen, und Jugendlichen unter 16 Jahren keinen Internetzugang auf mobilen Geräten zu ermöglichen.</p>



<p>Generelle Sicherheitshinweise – auch für Erwachsene – wären noch, wichtige Daten regelmäßig auf einer externen Festplatte zu sichern, immer auf einen aktuellen Virenschutz zu achten, die Firewall zu aktivieren und die Webcam zuzukleben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schluss</h2>



<p>Wenn wir das Thema Internet und Computer zusammenfassen, müssen wir feststellen, dass es grob drei Aspekte gibt: 1. Notwendigkeit und Nutzen; 2. zeitraubende Beschäftigung; 3. Kontakt mit Bösem. Diese Aspekte lassen sich allerdings nicht streng voneinander trennen und gehen zum Teil ineinander über. Auch beim Umgang mit Medien sollten wir also vorsichtig sein und uns von „<em>jeder Art des Bösen</em>“ fernhalten (1Thess 5,22). Denn: „<em>Aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen; diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen</em>“ (Mt 15,19-20). Und: <em>„Und „die ganze Waffenrüstung Gottes [anziehen], damit ihr zu bestehen vermögt gegen die Listen des Teufels“</em> (vgl. Eph 6,10-13).</p>



<p>Es wäre zu wünschen, dass wir mehr und mehr das Wichtige vom Vordergründigen zu unterscheiden lernen, dass wir erkennen, was im Leben wirklich zählt, dass unser Einfluss auf andere eine über dieses Leben hinausgehende Dimension hat und dass der Reichtum in Christus mehr und mehr unser Handeln, unsere Beziehung zu anderen Menschen und auch unseren Umgang mit Internet, Handys und Computern bestimmt.</p>
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		<title>Der Christ und sein Smartphone</title>
		<link>https://kfg.org/2024/der-christ-und-sein-smartphone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Samuel Ewert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jan 2024 03:44:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Christenleben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Gott meine höchste Freude und tiefste Sehnsucht ist, warum vergeht kaum ein Tag, an dem ich meine Zeit, meine Wünsche, meine Ruhe und meine Gedanken einem Gerät schenke und Erfüllung in der digitalen Ablenkung suche?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mir war klar, dass etwas sehr schiefgelaufen war, als meine Kinder in das Wohnzimmer stürmten. Es war etwa 7 Uhr am Morgen, und die Kinder waren aufgewacht. Etwa eine Stunde vorher hatte ich den Kamin angemacht, neben der dampfenden Kaffeetasse lag meine Bibel. Ich öffnete Gottes Wort an diesem Morgen nicht. Aus irgendeinem Grund hatte ich zuerst auf mein Smartphone gesehen. Wahrscheinlich musste ich etwas „Wichtiges“ erledigen und hatte mich dann völlig im digitalen Weltall verloren. Erst meine Kinder brachten mein Bewusstsein wieder zurück in die Realität.</p>



<p>Dieser Morgen liegt einige Monate zurück und hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Ein entsetzliches Spannungsfeld steht mir seither vor Augen. Das Herz des Gläubigen sehnt sich nach Gott: „<em>Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.</em>“ (Psalm 73,25)</p>



<p>Wenn Gott meine höchste Freude und tiefste Sehnsucht ist, warum vergeht kaum ein Tag, an dem ich meine Zeit, meine Wünsche, meine Ruhe und meine Gedanken einem Gerät schenke und Erfüllung in der digitalen Ablenkung suche? Weil es ein geistliches Kampfgebiet ist. Jeder Gläubige, der ein Smartphone besitzt, befindet sich täglich in einem geistlichen Kampf. Es ist ein Kampf</p>



<p>„<em>&#8230; nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen dämonische Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis, gegen die bösartigen Geistwesen in der unsichtbaren Welt.</em>“ (Epheser 6,12)</p>



<p>Den kleinen Taschen-Computern hat mittlerweile schon die erste atheistische Regierung den Krieg erklärt. Freilich nicht aus geistlichen Gründen, sondern wegen drohender Verdummung ihrer Jugend. Erst vor wenigen Tagen berichtete „Der Standard“:</p>



<p>»Kinder und Jugendliche in China dürfen ihr Smartphone künftig nachts nicht mehr nutzen, wenn es nach dem Staat geht. Wer noch keine 18 Jahre alt ist, soll ab dem 2. September zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr vom mobilen Internet abgeschnitten sein, wie die chinesische Internetbehörde CAC am Mittwoch erklärte. Auch die Nutzung tagsüber soll demnach massiv eingeschränkt werden – Ziel ist es, die <em>Internetsucht </em>einzudämmen.«</p>



<p>Wenn mittlerweile gottlose Staaten aufhorchen und reagieren, wie viel vorsichtiger müssen wir Christen dann sein. Ein mächtiger Gegner setzt alles daran, deinen Blick von der Herrlichkeit Gottes und seiner grenzenlosen Liebe in Christus wegzuziehen. Seine Angriffe sind „<em>heimtückisch</em>“ (Epheser 6,11), und wir bemerken sie kaum. Aber machen wir es uns bewusst: Satan flüstert. Er flüstert uns durch diese raffiniert programmierte Ablenkungsmaschine zu – und wie oft sind wir diesem Flüstern gefolgt! Was flüstert er? Ich würde vier Punkte hervorheben, es wären noch weit mehr zu nennen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>„Gib mir deine Zeit“</li>



<li>„Gib mir deine Seele“</li>



<li>„Gib mir deine Gedanken“</li>



<li>„Gib mir deine Ruhe“</li>
</ol>



<p>Bevor wir diese vier Punkte untersuchen, sei Folgendes vorausgeschickt:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Christen lieben Technik und Innovation</li>
</ol>



<p>(≠ Technikfeindlichkeit)</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Smartphones sind von unschätzbarem Wert</li>
</ol>



<p>(≠ Smartphone-Bashing)</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wenn vom „Smartphone“ die Rede ist, meine ich den Alltagsgebrauch von sozialen Medien und Apps, die man natürlich auch mit einem Tablet oder Computer nutzen kann.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">1. »Gib mir deine Zeit«</h2>



<p><em><strong>1.1. These: Smartphones fressen unsere Zeit</strong></em></p>



<p>Zahlen zur durchschnittlichen Smartphone-Nutzung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>84-mal täglich greift man zum Smartphone, das ist ungefähr alle 13 Minuten</li>



<li>Durchschnittliche Nutzungsdauer in Deutschland: 2,5 Stunden am Tag (das ist übrigens auch etwa der Durchschnitt von 75 Gemeindemitgliedern, die bei der Umfrage mitgemacht haben)</li>



<li>Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Nutzungsdauer noch höher und beträgt im Schnitt ganze 4 Stunden am Tag.</li>
</ul>



<p>Irgendwann in den letzten zehn bis 15 Jahren haben wir uns ein Smartphone zugelegt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Damals vielleicht als telefonierendes Navigationsgerät.</li>



<li>Vielleicht als MP3-Player-Ersatz.</li>



<li>Vielleicht, um besser kommunizieren zu können.</li>
</ul>



<p>Aus Alltagsgründen haben wir uns ein Gerät gekauft, um eines Tages festzustellen, dass dieses Gerät zum Kern unseres Alltags geworden ist. Kein Ort und keine Zeit, an dem es nicht verfügbar wäre: Es wird gezückt an der Bushaltestelle, an der Supermarkt-Kassenschlange, auf dem stillen Örtchen, beim morgendlichen Kaffee, bei der Familienfeier, beim abendlichen Fernsehen. Der leuchtende Screen ist für viele Menschen das erste, was sie morgens sehen und das letzte, was sie am Abend auf den Nachttisch neben sich legen. Ein großer Teil unseres Alltags wird von einem kleinen Gerät begleitet und zieht permanent unsere Aufmerksamkeit auf sich.</p>



<p><em><strong>1.2. Problem: Zeitverschwendung als Kontrollverlust</strong></em></p>



<p>Spricht man Menschen auf ihr Smartphone an, so macht sich bei vielen Menschen ein Unbehagen breit. Dieses Unbehagen ist vorhanden, weil viele ein Gefühl von Kontrollverlust spüren, wenn sie an ihr Smartphone denken. „Ich wollte doch nur kurz nach dem Rezept schauen, wie um alles in der Welt ist es dazu gekommen, dass ich 40 Minuten später gedankenlos durch YouTube scrollend wieder in der Realität auftauche, weil mein Kind nach mir ruft?“ Kontrollverlust.</p>



<p><strong><em>1.3. Lehre: Was Gottes Wort zur Zeitnutzung sagt</em></strong></p>



<p>Dieses Wort hat auch Paulus mit Unbehagen erfüllt, als er in Epheser 6, 16-18 schreibt: „<em>Kauft die Zeit aus! Denn die Tage sind böse. Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist.</em>“</p>



<p>Gott ruft uns auf, unsere Zeit bewusst einzusetzen. Wörtlich heißt es: „<em>Kauft eure Zeit los</em>“, das heißt: kontrolliert sie bewusst. Beherrscht eure Zeit, denn um euch herum lauert Böses. Setzt sie so ein, dass ihr den Willen Gottes in eurem Alltag erfüllen könnt.</p>



<p>Als Gegenstück: „<em>Berauscht euch nicht mit Wein!</em>“ Rausch ist der Zustand, in dem Gedanken und Gefühle verwirrt sind.</p>



<p><strong><em>1.4. Fazit</em></strong></p>



<p>2,5 Stunden am Tag geben viele ihre Aufmerksamkeit ihrem Smartphone. Das sind 17,5 Stunden in der Woche. Das entspricht etwa zwei Tagen auf der Arbeit. Summiert mit der täglichen Arbeitszeit oder Schulzeit macht das einen Großteil unserer Wachzeit aus. Gerade die Abende, wenn das Tagwerk geschafft ist, sind wir Gläubigen besonders verwundbar. Hat man es nicht verdient, die müden Beine hochzulegen und sich einfach im digitalen Universum zu zerstreuen? Es ist, als könnten wir 1. Mose 3,8-9 für uns umschreiben:</p>



<p>„Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie Jahwe-Gott durch den Garten gehen. Da versteckten sich der Mann und die Frau vor Jahwe-Gott vor ihren Bildschirmen. Doch Jahwe-Gott rief den Menschen: »Wo bist du?«“</p>



<p>„<em>Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde. (Psalm 73,25)</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. »Gib mir deine Seele«</h2>



<p><strong><em>2.1. These: „Smartphones wollen unsere Seele“</em></strong></p>



<p>In der Fernsehshow „Real Time“ verkündete der Starmoderator Bill Maher im Mai 2017 eine „neue Regel“: Technologiekonzerne müssten „aufhören, so zu tun, als wären sie freundliche Nerd-Götter, die eine bessere Welt aufbauen“, sagte er. Sie müssen „zugeben, dass sie nur Tabakzüchter in T-Shirts sind, die ein süchtig machendes Produkt an Kinder verkaufen“, fügte er hinzu.</p>



<p>Maher verwies auf ein Interview mit Tristan Harris, einem ranghohen ehemaligen Google-Manager, der aus der Tech-Branche ausgestiegen war. Harris spricht in Bezug auf das Smartphone von „Gehirn-Kidnapping“ und bezeichnet das Telefon als einen „Spielautomaten in deiner Hosentasche“.</p>



<p>Auch wenn es nicht unser persönliches Ziel ist, so viel Zeit wie möglich auf Instagram zu verbringen, so ist es doch genau das, was Zuckerberg und Co. wollen. Es ist an der Zeit, dass wir uns dessen bewusst werden, so wie wir es bereits bei der Lebensmittelindustrie gemacht haben. „Lebensmittelkonzerne sind nicht darauf aus, den Hunger zu stillen, sondern darauf, die ganze Tüte fertig zu machen“, sagt er. „Sie sind im »Wir besitzen dich«-Geschäft.“</p>



<p>Dasselbe gilt für die Social-Media-Unternehmen. „Seien wir ehrlich“, sagt Maher. „Das Überprüfen der Likes ist das neue Rauchen“. Und je mehr man scrollt, desto schlechter fühlt man sich. „Philip Morris wollte nur deine Lunge“, fügt er hinzu. „Der App Store will deine Seele“.</p>



<p><strong><em>2.2. Problem: Smartphones sind bewusst programmierte Instant-Wunscherfüller</em></strong></p>



<p>Das sind sehr religiös anmutende Worte für einen Mann wie Bill Maher, der sich selbst als Agnostiker bezeichnet: „Der App Store will deine Seele.“</p>



<p>Prüfen wir den Aufbau der Apps auf unserem Smartphone in geistlicher Hinsicht, ist genau das der Fall. Die Apps, die wir am liebsten nutzen, sind Fütterungsmaschinen des gefallenen Ichs:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ich habe Selbstzweifel und sehne mich nach Bestätigung: <em>Instagram-Post</em></li>



<li>Ich bin einsam und sehne mich nach Beachtung: <em>WhatsApp-Status</em></li>



<li>Ich bin gelangweilt, sehne mich nach Ablenkung: <em>Netflix-Serie</em>, <em>YouTube Shorts</em></li>



<li>Ich bin neidisch und sehne mich nach Produkten: <em>Amazon-Prime</em></li>



<li>Ich bin voller Habgier und sehne mich nach Besitz: <em>Scalable</em></li>



<li>Ich bin unzufrieden und sehne mich nach einem besseren Leben: <em>YouTube-Vlogs</em> (Influencer-Vlogs)</li>
</ul>



<p>All diese Apps sind so programmiert, dass sie die gefallenen Sehnsüchte und Wünsche in uns füttern und unsere volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und deshalb sollten wir als Gläubige Bill Mahers Zitat ergänzen: „Satan will durch den App Store deine Seele.“</p>



<p><strong><em>2.3. Lehre: Wie wir nach Gottes Wort mit unserem Herzen umgehen sollen</em></strong></p>



<p>„<em>Mehr als alles, was man zu bewachen hat, behüte dein Herz; denn von ihm hängt das Leben ab.“ (Sprüche 4,23)</em></p>



<p><strong><em>→ Seele für Gott bewachen</em></strong></p>



<p>„<em>Richte mein Herz auf das Eine: / zur Ehrfurcht vor deinem Namen und dir!“ (Psalm 86,11)</em></p>



<p><strong><em>→ Seele auf Gott ausrichten</em></strong></p>



<p><em>„Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. (Psalm 143,8)“</em></p>



<p><em><strong>→ In der Seele nach Gott verlangen</strong></em></p>



<p>A. W. Tozer schrieb vor 60 Jahren über den normalen Gläubigen: „Der durchschnittliche Christ ist so kalt und hadert so sehr mit seinem elenden Zustand, dass es kein Vakuum der Sehnsucht gibt, in das der gesegnete Geist in befriedigender Fülle einströmen kann.“</p>



<p>Ist es möglich, dass die Dauerbeschallung unserer Smartphones dieses „Vakuum der Sehnsucht“ noch unmöglicher gemacht hat als damals?</p>



<p><em><strong>2.4. Fazit</strong></em></p>



<p>Die Apps auf unserem Smartphone sind voller Köder, um das gefallene Ich zu packen und in den Bann zu ziehen. Aber sie können die Lücke in unserer Seele nicht schließen. Unsere Seele ist geschaffen für Gott, und nur in ihm ist grenzenlose Freude und überfließende Liebe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. »Gib mir deine Gedanken«</h2>



<p><strong><em>3.1. These: Smartphones formen unser Denken und Verstehen</em></strong></p>



<p>Die Dinge, mit denen wir uns beschäftigen, gewinnen Macht über uns. Dieser Effekt kann mit dem Smartphone wunderbar positiv genutzt werden, indem man sich Vorträge, Hörbücher, Predigten, Podcasts oder Musik anhört. Aber wie schnell und häufig begeben wir uns in Gebiete, die unser Denken von Gottes Wahrheit wegbringen?</p>



<p>Satan kennt die Macht der Gedanken und ist immer bestrebt, unser Denken über Gott und die Welt zu formen und von Gott wegzuführen. Deshalb geht Paulus bei seiner geistlichen Waffenrüstung intensiv auf den kognitiven Bereich des Menschen ein und ruft uns auf: „<em>So steht nun, an den Hüften gegürtet mit Wahrheit.</em>“ (Epheser 6,14)</p>



<p>Das Smartphone ist geistliches Kampfgebiet. Es ist ein Kampf um die Deutungshoheit dieser Welt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was hat unser Denken über Finanzen geformt? Kettner Edelmetalle oder Gottes Wort?</li>



<li>Was hat unser Denken über Männlichkeit geformt? Andrew Tate oder Gottes Wort?</li>



<li>Was hat unser Denken über Beziehungen und Ehe geformt? Netflix oder Gottes Wort?</li>
</ul>



<p>An dieser Stelle ein Wort an diejenigen, die Eltern sind. Jeder Vater und jede Mutter würden die Kinder schützen vor jeglicher Form von Prostitution, Mord, Gewalt, Rausch oder Krieg. Zwei Fakten als kurze Schocktherapie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Durchschnittsalter für den Erstkontakt mit Pornografie bei Kindern liegt bei elf Jahren.</li>



<li>Meistgesehene Serie von Jugendlichen der letzten Jahre: Squid-Game <em>(Knapp 500 Menschen, die mit hohen Spielschulden am Rande ihrer Existenz stehen, werden dazu eingeladen, in scheinbar harmlosen Kinderspielen gegeneinander anzutreten. Dabei geht es um ein sagenhaftes Preisgeld von rund 33 Millionen Euro. Die Krux dabei: Wer ein Spiel verliert, scheidet nicht nur aus, sondern wird kaltblütig hingerichtet. Der letzte Überlebende gewinnt.)</em></li>
</ul>



<p>So wie Eltern die Verantwortung dafür tragen, dass ihre Kinder in der realen Welt vor Sünde geschützt werden, so haben sie auch die Verantwortung, ihre Kinder in der digitalen Welt vor Sünde zu schützen. Diese Verantwortung sollten sie wahrnehmen.</p>



<p>Der Hirnforscher und Arzt Prof. Manfred Spitzer fordert, dass die Benutzung von Smartphones ohne Aufsicht der Eltern erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt sein sollte. Früher wurde über Prof. Spitzer geschmunzelt. Heute lacht niemand mehr, denn er hat sich als ein Wissenschaftler erwiesen, dessen Prognosen eintreffen. Spitzers Sorge sind Verdummung und gesundheitliche Schäden. Unsere Sorge sind ewige Verdammung und geistliche Schäden.</p>



<p><strong><em>3.2. Lehre: Was Gottes Wort über das Formen unseres Denkens lehrt</em></strong></p>



<p>Wie eindringlich, wie ernst und wie erhaben lädt Gott gerade die junge Generation ein, ihr Denken und Verstehen an Gottes Wahrheit auszurichten, um ein Leben in der Furcht des Herrn zu leben:</p>



<p><em>„Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst / und meine Gebote bei dir verwahrst, wenn du der Weisheit dein Ohr leihst / und dem Verstehen zugeneigt bist, ja wenn du um Verstand betest / und um Einsicht flehst, wenn du sie suchst wie Silber, / ihnen nachspürst wie einem wertvollen Schatz, dann wirst du die Ehrfurcht begreifen, / die man vor Jahwe haben muss, / und wirst anfangen, Gott zu erkennen. Denn Jahwe gibt Weisheit, / von ihm kommen Erkenntnis und Verstand.“ (Sprüche 2,1-6)</em></p>



<p><strong><em>3.3. Fazit</em></strong></p>



<p>Der geistliche Tisch ist für den Gläubigen reich gedeckt. Er hat Zugang zur Herrlichkeit Gottes, darf seine Liebe erfahren, seine Barmherzigkeit erleben, seine Freude spüren, seine Wahrheit erkennen, sich von seiner Kraft durchströmen lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. »Gib mir deine Ruhe«</h2>



<p><strong><em>4.1. Lehre: Was Gottes Wort zur Bedeutung von Ruhe und Stille sagt</em></strong></p>



<p><em>„Nur bei Gott wird meine Seele still, / denn meine Hoffnung kommt von ihm.“ (Psalm 62,6)</em></p>



<p><em>„Schmeckt und seht, dass der HERR gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt!“ (Psalm 34,9)</em></p>



<p><em>„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Matthäus 11,28-29)</em></p>



<p><strong><em>4.2. These: Smartphones stören unsere Ruhe und Stille</em></strong></p>



<p>Lasst uns die Störfunktion des Smartphones verstehen, indem wir uns das Leben der Menschen vor 100 Jahren vor Augen führen:</p>



<p>Eine Kaufmannsfamilie in der Kleinstadt. Den ganzen Tag über hektisches Treiben inmitten von Waren und Kunden. Nach dem Abendessen dämmert es, und es wird still.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kein Fernseher an der Wand,</li>



<li>kein Smartphone in der Hand,</li>



<li>keine Musik aus der Box.</li>
</ul>



<p>Abende und Morgen waren für viele Zeiten der Stille. Diese Abendruhe hat sogar Eingang in ein deutsches Möbelstück gefunden: Feierabendbank (vor fast jedem Bauernhaus).</p>



<p>Aus leidvoller eigener Erfahrung und vielen Gesprächen weiß ich: Wie schwer fällt es uns heute, diese Ruhe und Stille zu erleben. Wann sitzen wir noch da und denken nach? Beten? Lesen? Schreiben Gedanken nieder?</p>



<p>Unser Herr suchte fern von den Menschen diese Ruhe und Stille vor seinem Vater:</p>



<p><em>„Jesus aber zog sich in die Einsamkeit zurück, um zu beten.“ (Lukas 5,16)</em></p>



<p><strong><em>4.3. Fazit</em></strong></p>



<p>Wenn wir keinen Weg finden, um unsere Seele in die Stille vor Gott zu führen, werden wir keine geistlichen Siege, keine Freude in Gott und keine Kraft des Geistes erfahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Problem anpacken</h2>



<figure class="wp-block-table textlinks"><table><tbody><tr><td><strong>Konkrete Ideen zur Anwendung</strong></td></tr><tr><td><ol><li>Fasten-Aufruf: Lege einen einmonatigen Smartphone-Fasten-Monat ein. Befreie dich damit aus dem Kontrollverlust.</li><li>Installiere die notwendigen Anwendungen (WhatsApp, Kontoführung, Mails, etc.) ausschließlich auf einem Computer. Sorge dafür, dass der Computer nur bewusst und nur in einem Raum genutzt werden kann.</li><li>Strukturiere deinen Alltag neu. Vermutlich hast du plötzlich täglich 2,5 Stunden mehr Zeit zur Verfügung. Baue<br>&nbsp;&nbsp;a. Lesegewohnheiten,<br>&nbsp;&nbsp;b. Gebetsgewohnheiten,<br>&nbsp;&nbsp;c. Familiengewohnheiten,<br>&nbsp;&nbsp;d. und dein Gemeindeleben auf.</li><li>Wenn du geistlich stabil geworden bist: Füge dein Smartphone bewusst und reduziert in deinen Alltag ein.</li></ol></td></tr></tbody></table></figure>



<ul class="wp-block-list">
<li></li>
</ul>



<p><strong><em>1. Jesus hat dich freigekauft</em></strong></p>



<p><em>„In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade.¡ (Epheser 1,7)</em></p>



<p><strong><em>2. Jesus fordert (vielleicht) dein Smartphone</em></strong></p>



<p><em>„Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß (zur Sünde) gibt, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand dir Anstoß (zur Sünde) gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ (Matthäus 5,29-30)</em></p>



<p>Die Lehre ist unmissverständlich klar: Wir sollen beseitigen, was uns zur Sünde verleitet. Warum habe ich – wie eingangs erzählt – am Morgen zum Smartphone gegriffen und nicht zur Bibel? Weil ich einen geistlichen Kampf verloren habe. Du verlierst häufig diesen geistlichen Kampf mit deinem Smartphone? Ich würde mir erlauben, frei zu übertragen:</p>



<p>Wenn aber dein Smartphone dir Anstoß zur Sünde gibt, so schalte es aus und wirf es von dir!</p>



<p>Einwand: Aber dann kann ich nicht mehr unterwegs die Predigt hören, den Podcast anhören, das Hörbuch anmachen! Das mag sein. Aber vielleicht wäre es gut, du verzichtest einmal darauf und nimmst dir ganz simpel die Bibel in die Hand, faltest die Hände und kommst vor den Thron Gottes! Ganz altmodisch. Ganz analog. Ganz, wie es Christus und die Christen immer gemacht haben.</p>



<p><strong><em>3. Jesus wartet auf dich</em></strong></p>



<p><em>„Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.“ (Offenbarung 3,20)</em></p>



<p><em>„Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde.“ (Psalm 73,25)</em></p>



<p><em>„Gott, mein Gott bist du; nach dir suche ich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und erschöpften Land ohne Wasser. / So schaue ich im Heiligtum nach dir, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen. / Denn deine Gnade ist besser als Leben; meine Lippen werden dich rühmen. / So werde ich dich preisen während meines Lebens, meine Hände in deinem Namen aufheben. / Wie von Mark und Fett wird meine Seele gesättigt werden, und mit jubelnden Lippen wird mein Mund loben, / wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, über dich nachdenke in meinen Nachtwachen. / Denn du bist mir zur Hilfe geworden, und im Schatten deiner Flügel kann ich jubeln. / Meine Seele hängt an dir, deine Rechte hält mich aufrecht.“ (Psalm 63,2-9)</em></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://kfg.org/2024/der-christ-und-sein-smartphone/">Der Christ und sein Smartphone</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://kfg.org">KfG  -`✞´-  Konferenz für Gemeindegründung</a>.</p>
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